Ein Fall von Mobbing und seine Folgen
Kripo Nordsee – Hasserfülltes Borkum: KüstenkrimiBuchmeinung zu Roland Hebesberger – »Hasserfülltes Borkum«
»Hasserfülltes Borkum« ist ein Kriminalroman von Roland Hebesberger, der 2025 im Empire-Verlag erschienen ist. Dies ist der Auftakt der Reihe ...
Buchmeinung zu Roland Hebesberger – »Hasserfülltes Borkum«
»Hasserfülltes Borkum« ist ein Kriminalroman von Roland Hebesberger, der 2025 im Empire-Verlag erschienen ist. Dies ist der Auftakt der Reihe Kripo Nordsee.
Zum Autor:
Roland Hebesberger, geboren im Jahr 1986 in Tamsweg, wollte schon als Kind Drehbuchautor werden. Im Jahr 2000 begann er damit, Fanfictions zu schreiben. Ab 2004 verfasste er virtuelle Serien, die viele Awards abräumten.
Zum Inhalt:
Auf Borkum finden die Eltern die Leiche ihres Sohns Tim, der wohl Opfer eines aus dem Ruder gelaufenen Streiches wurde. Kommissarin Hanna Janssen muss mit Hauptkommissar Lasse Klaasen zusammenarbeiten, den sie aus ihrer Jugend in sehr schlechter Erinnerung hat. Eine Anschlagserie auf die Familien der mobbenden Jugendlichen lässt die Situation eskalieren.
Meine Meinung:
Dieses Buch widmet sich dem schwierigen Thema Mobbing. Der jugendliche Tim erleidet bei einem Streich einen tödlichen allergischen Schock. Hanna Janssen trifft bei den Ermittlungen auf Lasse Klaasen, den sie aus der gemeinsamen Schulzeit kennt und der sie damals gemobbt hat. Lasse Klassen hat daran keine Erinnerung, merkt aber, dass seine Kollegin ihm gegenüber Vorbehalte hat. Ein klärendes Gespräch bleibt aus. Ähnlich ist es beim aktuellen Fall. Die Jugendlichen und ihre Familien leugnen jede Form von Mobbing, schweigen eisern und weisen stattdessen auf die Außenseiterrolle der Opferfamilie hin. Selbst ein Anschlag ändert nichts. Bald wird deutlich, dass ein Rächer die Familien der Mobber im Visier hat. Diese brechen ihr Schweigen aber auch weiterhin nicht und die Ermittler tappen im Dunkeln. Es kommt zu einem Showdown in der örtlichen Sporthalle.
Die Schilderung der Vorgänge ist sehr emotional und sehr deutlich wird die unterschiedliche Bewertung der Mobbingvorgänge. Für die einen sind es harmlose Streiche ohne weitere Bedeutung, während die anderen teilweise extrem leiden und sogar Traumata erleiden. Am Beispiel der Kommissare wird deutlich, dass eigentlich niemand über das Mobbing reden will und schon gar nicht Täter und Opfer gemeinsam.
Der Fall entwickelt sich spannend und der Showdown ist angemessen. Die beiden Ermittler sind einzeln sympathisch, aber ihre Weigerung, die Vorgänge aus ihrer Vergangenheit aufzuarbeiten wurde mit der Zeit nervig. Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt und die Emotionen stehen im Vordergrund. Die Figur des Rächers war mir sogar sympathisch und hatte einen Hauch von Gerechtigkeitskämpfer. Auf der anderen Seite ist es schwer zu sagen, wie groß oder wie klein die Schuld der Familien ist. Es gibt nur eine Lösung und die lautet: Wehret den Anfängen!
Fazit:
Ein schwieriges Thema, dessen Umsetzung in diesem Krimi mich nur teilweise überzeugen konnte. Deshalb bewerte ich den Titel mit drei von fünf Sternen (60 von 100 Punkten), spreche aber wegen der Brisanz des Themas eine Leseempfehlung aus.