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Veröffentlicht am 08.02.2021

Super spannender Auftakt eines actionreichen Endzeit-Thrillers!

Die Gestrandeten
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Zuerst möchte ich auf zweierlei hinweisen:
1. dass mir netterweise sowohl Hörbuch als auch Buch als Rezensionsexemplare vom Ronin Hörverlag zur Verfügung gestellt wurden. Das beeinflusst meine Meinung ...

Zuerst möchte ich auf zweierlei hinweisen:
1. dass mir netterweise sowohl Hörbuch als auch Buch als Rezensionsexemplare vom Ronin Hörverlag zur Verfügung gestellt wurden. Das beeinflusst meine Meinung zu dem (Hör)Buch nicht.
2. dass ich Jedem dringend zu dem Hörbuch raten würde, denn das Buch weist doch einige Rechtschreibfehler auf, die bei dem Hörbuch natürlich nicht bemerkbar sind und das Hörbuch ist absolut HERAUSRAGEND vertont. Uve Teschner und Vera Teltz verleihen den Charakteren eigene Stimmen und machen die Geschichte sehr lebendig.

Nun aber zu der Geschichte selbst.
Skopljak gelingt mit „Die Gestrandeten“ ein apokalyptisches Endzeit-Szenario, das sehr realitätsnah wirkt. Durch ein radioaktives Element bricht eine Pandemie des schlimmsten Ausmaßes aus – Menschen sterben, kehren als Infizierte zurück und attackieren sowohl gesunde Menschen als auch einander. Eine kleine Gruppe Überlebender schart sich zusammen, um ihre Ressourcen zu bündeln.

Die Geschichte wird aus den verschiedenen Perspektiven der Gruppenmitglieder erzählt. Man erfährt, wie jeder Charakter den Ausbruch der Pandemie durchlebt hat und letztlich auf Mallorca gelandet ist. Das scheint wie viele Geschichten innerhalb einer Geschichte, sorgt für Abwechslung und dafür, dass es nie langweilig wird.
Die Charaktere sind zudem sehr besonders ausgearbeitet. Skopljak setzt Familienvätern starke Frauencharaktere entgegen und pfeift auf reguläre Rollenverhältnisse. In seiner Endzeitstory müssen Frauen genauso taff und brutal sein wie Männer, um überleben zu können.

Der Schreibstil ist rasant und actionreich, lässt aber genug Raum für die Entwicklung der Charaktere.
Vieles ist sehr realitätsnah und nachvollziehbar, insbesondere zu COVID-Zeiten. Gelegentlich kommt die Einstellung des Autors durch, was ich normalerweise unnötig finde für ein fiktionales Buch. In diesem Fall, empfand ich die gelegentliche Kritik an unserer Gesellschaft aber als sehr erfrischend und anregend.
Um einen Antikörper zu testen, bedarf es z.B. menschlicher Versuchsobjekte. Die zuständige Ärztin rät, Befürworter von Tierversuchen als Versuchskaninchen zu verpflichten, ohne deren Einwilligung zu erfragen. Denn diese träten bekannterweise dafür ein, Versuche ohne Konsent durchzuführen, sofern es der Menschheit diene.

„The Walking Dead“ mit Urlaubsfeeling.
Von mir gibts eine klare Hörempfehlung und 5 von 5 Sternen!

Fun-Fact 1: Die Geschichte war bereits vor Ausbruch von COVID geschrieben.
Fun-Fact 2: Im April erscheint bereits die Fortsetzung!!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.01.2021

Gute Reihe!

Izara 4: Verbrannte Erde
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Wie soll ich meine Gedanken zu dieser Reihe nur ordnen?!
Damit ihr den Zwiespalt versteht – und warum diese Rezension etwas länger wird – ein wenig Hintergrund dazu:
Band 1 war sehr klischeebehaftet und ...

Wie soll ich meine Gedanken zu dieser Reihe nur ordnen?!
Damit ihr den Zwiespalt versteht – und warum diese Rezension etwas länger wird – ein wenig Hintergrund dazu:
Band 1 war sehr klischeebehaftet und hat mich wirklich genervt. Band 2 war actionreich und spannend und hat mich voll überzeugt. Band 3 war nicht schlecht, verfiel aber wieder in alte Gewohnheiten.
Band 4 lässt mich ratlos zurück, denn auf einer Seite mag ich den Schreibstil sehr. Dippel hat schriftstellerisch wirklich etwas drauf. Die Charaktere sind lebendig und liebenswürdig. Auch ihre Entwicklung ist wirklich toll mit anzusehen. Leider gibt es zu allen Punkten ein ABER…

1. Der Schreibstil ist gut, aber stellenweise ging mir vieles zu schnell, anderes war hingegen zu langatmig. Die Handlung der Geschichte verlief rasant – Ari ist „tot“, schwebt über allen als unsichtbarer und nicht wahrzunehmender Geist, dann ist sie wieder da und wieder mit Lucien zusammen und alles ist wie immer, man berät sich, wie man Mara stoppen kann und legt los. Das ging alles SEHR flott und ich musste gelegentlich überlegen, was zuletzt passiert ist, um den Überblick nicht zu verlieren.
Die Beziehung zwischen Ari und Lucian stand mir hingegen zu sehr im Mittelpunkt. Ständig werden Knie weich, empfindet Ari ein warmes Kribbeln oder muss an Lucians Brust seufzen. Das hat mich gelangweilt, weil man es aus den 3 vorherigen Bänden zur Genüge kannte.
2. Die Charaktere sind lebendig und liebenswürdig. Aber Ari und Lucien standen klar im Fokus, während die Nebencharaktere etwas außen vor blieben.
3. Lizzy ist z.B, plötzlich so eine taffe Frau – das ist toll, aber der Leser bekommt es gesagt statt es zu erleben.
Während Ari in Band 3 ebenfalls taff war, entwickelt sie sich in Band 4 zurück. Ja, sie muss erst mit ihrem neuen Lebensstil zurechtkommen. Aber sie war mir zu wenig sie selbst, zu wenig das kluge, selbstbewusste und starke Mädchen aus dem Vorband und zu abhängig von Lucian.

Die rasante Handlung, die Action und die Entwicklung rund um Tristan fand ich sehr gelungen. Die Lovestory überschattet die restliche Handlung aber leider. Eine gute Geschichte, die nicht ganz ausgewogen ist, aber verständlicherweise viele Anhänger gefunden hat.

Ich fand sie nicht herausragend, aber ich würde ein Spin-Off zu Tristan oder Bel (die ich viel interessanter finde als Ari und Lucian) jederzeit lesen.

Deshalb gibt es für Band 4 3 von 5 Sternen.
Insgesamt kommt die Reihe so auf 3,75 Sterne.
Normalerweise mache ich so etwas nicht, aber in diesem Fall ist es mir wichtig, die Reihe von 3-Sterne- und 4-Sterne-Bewertungen abzuheben.

Dagmar Bittner ist eine hervorragende Sprecherin, die ich jedem empfehlen kann!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.01.2021

Ein Meisterwerk!

Das Parfum
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Süskind ist mit dem Parfum ein sprachlich-stilistisches Meisterwerk gelungen. Er beschreibt den Einfluss von Gerüchen auf unser Fühlen, Denken und Verhalten. Dabei spielt er mit Leichtigkeit mit den Emotionen ...

Süskind ist mit dem Parfum ein sprachlich-stilistisches Meisterwerk gelungen. Er beschreibt den Einfluss von Gerüchen auf unser Fühlen, Denken und Verhalten. Dabei spielt er mit Leichtigkeit mit den Emotionen des Lesers und provoziert Ekel, Abscheu, aber auch Mitleid und Bewunderung für den sehr gestörten und gleichzeitig genialen Protagonisten.
Sehr spannend ist die Darstellung von Moral, von Schuld und Unschuld und dem menschlichen Unwillen, sich mit Unangenehmem auseinanderzusetzen.
Lediglich das Ende enttäuschte mich zunächst ein wenig, da das Verhalten der Mitmenschen zunächst sehr abstrus scheint. Erst einige Tage nachdem ich das Buch beendet hatte, erkannte ich, dass es durchaus Sinn und Grenouilles Geschichte „rund“ macht:


(Achtung, Spoiler)

Grenouille sah zunächst den Sinn seines Lebens darin, ein Parfum zu entwickeln, mit dem er die Menschheit dazu bringen würde, ihn zu lieben. Als er dies dann endlich schafft und die Menschen von seinem Duft verzaubert sind, erkennt er aber, das der Duft gar nicht seine größte Sehnsucht war. Stattdessen wünschte er sich immer nur, geliebt zu werden. Seinetwillen, nicht wegen seines Duftes. Er, der alles und jeden nach seinem Geruch beurteilt, setzt einen Eigenduft mit einer Identität gleich. Er – wenn auch der größte Parfumeur aller Zeiten – kann keinen Eigenduft erzeugen und fühlt sich deshalb verloren, identitätslos, ungeliebt und gescheitert. Den einzigen Ausweg sieht er in seinem Tod, den er in Paris, seiner Geburtsstadt herbeiführt. So schließt sich der tragische Kreis um das Leben des Jean-Baptiste Grenouille, eines abscheulichen Mörders, für den man dennoch einen Funken Mitleid empfindet.

(Spoiler Ende)


Ein Klassiker, der grausam, brutal, traurig und verstörend ist, einen durch und durch gefangen nimmt, den ich jederzeit weiterempfehlen würde und der mich fasziniert hat.

5 von 5 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.01.2021

New Adult mit wichtigen Themen - hebt sich richtig toll von seinen Genregenossen ab!

Bad At Love
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Meine Meinung:
Der Klappentext erweckt den Eindruck, dass es sich bei diesem Buch um die nächste Lovestory handelt, die sich in die lange Reihe oberflächlicher New Adult Romane einreihen kann. Dabei ist ...

Meine Meinung:
Der Klappentext erweckt den Eindruck, dass es sich bei diesem Buch um die nächste Lovestory handelt, die sich in die lange Reihe oberflächlicher New Adult Romane einreihen kann. Dabei ist das Buch so viel mehr.
Azalée kehrt nach dem Tod ihrer Mutter in ihre Heimatstadt zurück, an einen Ort, mit dem sie furchtbare Erlebnisse verbindet. Diese Erlebnisse liegen lange zurück, überwunden hat sie sie aber nicht.
Sie lernt Eden kennen, der ihr zeigt, wie schön das Leben sein kann und dass es okay ist, wenn es ihr einmal nicht gut geht. Er beweist, dass er nicht bei der ersten Hürde reißaus nimmt und gewinnt so nach und nach Azalées Vertrauen.
Ja, Bad at Love ist eine Liebesgeschichte, aber es ist auch eine Geschichte von zwei Menschen, die ihre Vergangenheit zu akzeptieren lernen, die darüber hinweg etwas Gutes finden und sich helfen, ihre Probleme zu bewältigen.
Zur Abwechslung mal kein unnötiges Hin und Her zwischen Mauerblümchen und Bad Boy.
Stattdessen eine bewegende Geschichte zweier starker, tiefgründiger Protagonisten, die beide eine Vergangenheit haben, die sie sehr geprägt hat. Zum Guten wie zum Schlechten.

Das Buch behandelt sehr viele wichtige Themen, die oft tabuisiert werden und mehr Gehör finden sollten.
Azalée spricht in ihrem Podcast z.B. über Themen zu Feminismus, Body Positivity, Slut Shaming und anderer Diskriminierung – kurz und knapp und sehr verständlich bringt sie das Wichtigste schnell auf den Punkt.
Die Handlung bindet Mental Health Issues (Depressionen, Suizidgefährdung, autistische Störungen), häusliche Gewalt, sexuelle Übergriffe, die Konsequenzen von Vorurteilen und Mobbing, Bi- und Asexualität und die Herausforderungen ein, denen junge Eltern sich stellen müssen. Dabei wirkt nichts gestellt oder künstlich konstruiert oder erzwungen.

Ein ganz wundervolles Buch, das mal lustig, mal tieftraurig ist und mich sehr zum Nachdenken angeregt hat.
Ich kann das Buch wirklich nur weiterempfehlen! Die Triggerwarnung am Anfang sollte aber ernst genommen werden – ich habe keine Probleme mit den behandelten Themen, aber für manch einen, der ähnliches durchleiden musste wie Azalée, könnte das Buch problematisch sein.

5 von 5 Sterne.

  • Cover
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  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.01.2021

Love it!

Red Rising 5.1
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Meine Meinung:
Ich bin etwas voreingenommen, da ich die Reihe liebe. Das Setting. Das rasante Erzähltempo. Die Action. Die Intrigen. Die Gewalt und Brutalität. Die Spannung. Die OMG-Momente.

Man muss ...

Meine Meinung:
Ich bin etwas voreingenommen, da ich die Reihe liebe. Das Setting. Das rasante Erzähltempo. Die Action. Die Intrigen. Die Gewalt und Brutalität. Die Spannung. Die OMG-Momente.

Man muss aber klar sagen, dass man bei diesem Band sehr stark merkt, dass das Buch im Deutschen in 2 Teilen veröffentlicht wurde. Obwohl das Erzähltempo sehr schnell ist, entwickelt sich die Geschichte nur langsam. Es geht weniger um die (immer noch sehr toll und ausführlich beschriebenen) Kampfszenen, sondern mehr um die Politik dahinter. Darrow, zuvor die Verkörperung von perfekter Balance zwischen Empathie und Verantwortung/Pflichtgefühl, ist zum Instrument seines eigenen Traums mutiert und verliert sich darin selbst. Der Kampf und die Politik machen ihm zu schaffen und er fragt sich, ob seine Verantwortung darin liegt für sein Volk da zu sein, das er befreit hat, oder für seine Familie, die ihn braucht. Sein innerer Zwiespalt ist nachvollziehbar und gut dargestellt, aber mir blutete beim Lesen das Herz für ihn. Er wirkt alt und verbraucht und man hofft, dass er ein wenig von seinem früheren Ich zurückerlangt und neuen Elan entwickelt.

Lysander, der auf der Gegenseite kämpft, versprüht Elan, Moralgefühl und Verbissenheit. Er wäre mit Sicherheit jemand, dem man gerne folgen würde. So lässt einen das Buch recht zwiegespalten zurück. Man möchte eigentlich nur, dass Darrow und Lysander sich verbünden – der Sieg des Einen würde nämlich notgedrungen den Untergang des Anderen bedeuten.

Virginia, das Oberhaupt, kämpft unterdessen mit Worten für ihre Demokratie, die leider nicht von jedem akzeptiert oder gewünscht ist. Als sich die Schlinge um Virginias Hals immer weiter zuzieht, kommt endlich die alte Mustang wieder zum Vorschein, klug und durchdacht, aber ein Bluthund und durch nichts kleinzukriegen – oder doch?

Sehr lange liest man nur von Darrow, Lysander und ihr, sodass ich zwischendurch nachblättern musste, ob Lyria und Ephraim im vierten Band gestorben waren. Nein, Kapitel aus ihrer Sicht kommen einfach erst wirklich spät. Das und der Spannungsbogen machen deutlich, dass es sich im Englischen um ein Buch handelt statt um zwei.
Während Ephraim mir in Band 4 ziemlich egal war, entwickelte ich in Band 5.1 eine gewisse Sympathie für ihn. Das gründete vor allem auf seiner Freundschaft mit Pax, der als Junge sehr altklug wirkt, vermutlich aber einfach ein Superbrain ist, das sowohl etwas von Politik als auch Kriegsstrategie versteht. Das Erbe seiner Eltern…

Da der Fokus auf der Politik liegt, die im Red Rising Universum genauso komplex ist, wie im realen Leben, kann man das Buch nicht eben nebenbei lesen. Es erfordert Konzentration und die volle Aufmerksamkeit des Lesers.

Die letzten zwei Prozent waren extrem lustig und verliehen der Geschichte Leichtigkeit, die ich in Band 4 und 5.1 bis dato ein wenig vermisst hatte.

Für mich eine würdige Fortsetzung, die mich gespannt auf das Finale zurücklässt!
Und können wir bitte Marco Sven Reinbolds Sprecherfähigkeit appreciaten?! Er ist soooo gut!
5 von 5 Sterne!

(Man muss fairer Weise aber sagen, dass die Fortsetzung der originalen Trilogie noch nicht ganz das Wasser reichen kann)

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