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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.04.2026

Köder auswerfen

Faustschlag von rechts
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In diesem Buch steht der 15jährige Jarik im Mittelpunkt. Sein Vater ist ausgezogen und hat eine neue Freundin, die Mutter ist immer gestresst und dauernd muss Jarik auf seinen kleinen Bruder aufpassen, ...

In diesem Buch steht der 15jährige Jarik im Mittelpunkt. Sein Vater ist ausgezogen und hat eine neue Freundin, die Mutter ist immer gestresst und dauernd muss Jarik auf seinen kleinen Bruder aufpassen, der erst neun ist. Kein schönes Leben für einen Jugendlichen, wären da nicht seine Freunde, mit denen er im Jugendclub abhängt und das Boxen, das er liebt.

Sein Boxtrainer Falk lädt ihn zu einem Zeltlager in den Ferien ein, da will man ein Rollenspiel nachspielen und in freier Natur leben. Jariks Freunde sind allerdings misstrauisch und vermuten einen rechten Zirkel hinter dem Zeltlager. Trotzdem macht Jarik mit, zuerst macht es Spaß, doch dann lernt er Falks grausame Seite kennen.

Das Buch bildet die Lebenswelt eines Jugendlichen sehr realistisch ab. Die Probleme mit den Eltern, der Wunsch nach näheren Bekanntschaften mit Mädchen, die Orientierungslosigkeit der Pubertät, der fremd werdende eigene Körper, das alles spielt eine wichtige Rolle. Rechte Kreise versuchen hier anzusetzen und den jungen Menschen Orientierung zu bieten, die das eigene Elternhaus leider oft nicht gibt. Eine Masche, die schon in der Nazizeit wirkte und heute noch ebenso erschreckend ist!

Der Roman ist spannend geschrieben und durch die kurzen Sätze und das lockere Schriftbild auch für Jugendliche gut lesbar, die nicht gern lesen. Ein wirklich gutes Jugendbuch!

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Veröffentlicht am 29.03.2026

Moorland zum Ersten!

Moorland. Die Zwillinge
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Andreas Winkelmann hat schon viele spannende Thriller und einige cosy Krimis geschrieben und sein Name bürgt für Qualität.
"Moorland" ist der erste Band einer neuen Reihe um die Ermittlerin Malia Gold. ...

Andreas Winkelmann hat schon viele spannende Thriller und einige cosy Krimis geschrieben und sein Name bürgt für Qualität.
"Moorland" ist der erste Band einer neuen Reihe um die Ermittlerin Malia Gold. Gold ist in ihr Heimatdorf mitten in der Moorlandschaft zurückgekehrt, dort hat sie sich seit einem Streit mit ihrer Mutter seit 15 Jahren nicht mehr sehen lassen.
Kaum ist sie angekommen, da steckt sie auch schon in ihrem ersten Fall. Die 18jährigen Zwillinge Nike und Jana sind im Moor verschwunden und kurze Zeit später tauchen verstörende Fotos bei TikTok auf. Trotz intensiver Suche werden die Mädchen nicht aufgespürt. Viele Menschen machen sich verdächtig und erst spät kommt Malia auf die richtige Spur. Aber sie muss sich auch mit ihrer eigenen Vergangenheit auseinandersetzen, was nicht immer angenehm ist.
Das Buch ist ein echter Pageturner, anfangs etwas verhalten, dann aber kann man das Buch kaum noch weglegen. Winkelmann gelingt es routiniert Hochspannung aufzubauen und immer neue Wendungen machen das Buch ungewöhnlich fesselnd.
Man darf auf die nächsten Bände gespannt sein, zumal die Moorlandschaft sich als Hintergrund eines Krimis sehr gut eignet und viele Möglichkeiten bietet.
Unbedingte Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 26.03.2026

Starke Frauen

Tödliche Freundinnen
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Chloe aus einer reichen Farmerfamilie und Mel aus dem Trailerpark verband mehr als eine ungewöhnliche Mädchenfreundschaft, sie liebten sich. Dann verschwand Chloe plötzlich, nachdem die beiden einen Jungen ...

Chloe aus einer reichen Farmerfamilie und Mel aus dem Trailerpark verband mehr als eine ungewöhnliche Mädchenfreundschaft, sie liebten sich. Dann verschwand Chloe plötzlich, nachdem die beiden einen Jungen umgebracht und in der Wildnis verscharrt hatten. Sechs Jahre später ist Mel eine hervorragende Privatdetektivin und soll Chloe suchen, da ihr Vater schwer erkrankt ist und seine Tochter noch einmal sehen möchte. Ein wilder Ritt beginnt, denn nicht nur Mel sucht die junge Frau.
Das Buch ist anfangs recht verwirrend, da die Zeiten immer wieder hin und her springen. Man muss gut aufpassen, in welchem "Universum" man sich gerade befindet. Allerdings erleichtern die Überschriften die Orientierung und im Verlauf des Buches gewöhnt man sich daran.
Insgesamt ist die Geschichte aber sehr spannend und immer wieder gibt es neue Wendungen. Die beiden Hauptpersonen blieben mir allerdings fremd, da sie recht distanziert geschildert werden. Der Stil ist manchmal etwas holprig, aber nicht so sehr, dass der Lesefluss gestört würde.
Insgesamt okay!

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Veröffentlicht am 24.03.2026

Ungewöhnlicher Krimi

Giftiger Grund
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Ein Krimi ohne Ermittler - das ist schon sehr ungewöhnlich.
In diesem Buch von Thomas Klüwer geht es um drei junge Menschen, die abwechselnd ihre Geschichte erzählen. Getroffen haben sie sich zufällig ...

Ein Krimi ohne Ermittler - das ist schon sehr ungewöhnlich.
In diesem Buch von Thomas Klüwer geht es um drei junge Menschen, die abwechselnd ihre Geschichte erzählen. Getroffen haben sie sich zufällig an einem Lost Place, einer aufgegebenen Tankstelle mitten im Nirgendwo.
Joran wurde nach über sieben Jahren aus dem Knast entlassen und hat Stress mit seinem Vater und einem ehemaligen Freund. Charu macht Fotos von Lost Places und stellt sie ins Netz, immer zusammen mit einer Glitzerkatze. Und die zehnjährige Edda flieht nachts heimlich aus ihrem Zuhause, in dem sie es nicht aushält.
Alle drei verbindet die morbide Magie des Ortes, aber auch Probleme mit ihren Mitmenschen. Als Edda eines nachts Schnitte am Bauch aufweist, wollen Charu und Joran ihr helfen und machen sich auf die Suche nach ihrem Zuhause, geraten dabei aber selbst immer mehr in Schwierigkeiten.
Das Buch von etwas mehr als 300 Seiten ist sehr komplex und reißt neben der Krimihandlung auch viele soziale Probleme an. Wer will einen Ex-Knacki einstellen? Wie kann ein Kind im Wohlstand verwahrlosen? Welchen Druck üben die asozialen Medien aus? Warum wollen Männer Frauen besitzen?
Obwohl diese Fragen nur kurz gestreift werden, bleiben sie doch im Gedächtnis - wie der ganze Krimi, der weit mehr als ein einfacher Kriminalroman ist.
Dafür gibt es eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 13.03.2026

Absurdes Agententheater

Die Reise ans Ende der Geschichte
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Spionageromane sind eigentlich nicht mein Lieblingsgenre, aber dieses Buch hat mir ausgesprochen gut gefallen, denn es führt genau dieses Genre ad absurdum mit einer wirren Geschichte, die oft zum Lachen ...

Spionageromane sind eigentlich nicht mein Lieblingsgenre, aber dieses Buch hat mir ausgesprochen gut gefallen, denn es führt genau dieses Genre ad absurdum mit einer wirren Geschichte, die oft zum Lachen ist, manchmal aber auch tragisch und traurig. Eine gute Mischung!

Zu Anfang der 1990er Jahre ist alles im Umbruch, der Ostblock zusammengebrochen, der Eiserne Vorhang Geschichte und die Agenten beider Seiten müssen sich neu orientieren. Dieter Germeshausen war sogar als Doppelagent für beide Seiten im Dienst, nun ist er heimatlos und will mit einem letzten Coup seine Schäfchen ins Trockene bringen. Dafür rekrutiert er den eloquenten Dichter Jakob Dreiser, der ihm helfen soll Hubschrauber aus Kasachstan zu exportieren. Das kann nur schiefgehen!

Magnusson erzählt die Geschichte mit viel positiver Energie und sehr liebevoll gegenüber seinen Figuren. Das Buch hat alles, was ein guter Agententhriller braucht; Spannung, plötzliche Wendungen, ein paar absurde Ideen, ist aber nicht ohne Tiefgang. Besonders die Figur des Dieter Germeshausen hat mir in ihrer Vielschichtigkeit gut gefallen.

Leider gibt es am Ende einen heftigen Cliffhanger, der mich geärgert und zum Punktabzug geführt hat. Da muss doch noch ein zweiter Band folgen!

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