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Veröffentlicht am 08.09.2022

Wie immer hervorragend

Die Vergessene
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Nachdem ich vor einiger Zeit "Ein Teil von ihr" gelesen hatte, kam nun die Fortsetzung der Geschichte um Andrea Oliver.
Sie wurde gerade nach Beendigung ihrer Ausbildung zum US-Marshall ernannt und geht ...

Nachdem ich vor einiger Zeit "Ein Teil von ihr" gelesen hatte, kam nun die Fortsetzung der Geschichte um Andrea Oliver.
Sie wurde gerade nach Beendigung ihrer Ausbildung zum US-Marshall ernannt und geht nun nicht ganz freiwillig nach Longbill Beach, um eine Richterin zu beschützen, die bedroht wird. In einem zweiten Erzählstrang geht man zurück in das Jahr 1982, die Tochter der Richterin wird ermordet und es könnte sein, dass Andreas Vater in den Fall verwickelt war. Er war ein Psychopath und sitzt nun im Gefängnis.
Auch dieses Buch ist wieder hervorragend geschrieben. Karen Slaughter gelingt es die Spannung über lange Zeit aufzubauen und hoch zu halten. Ihr Stil ist gut lesbar und ausdrucksstark. Anfangs hatte ich ein paar Probleme wieder in das Geschehen hineinzufinden, aber dann konnte ich kaum aufhören zu lesen.
Ein wirklich guter Thriller, auf dessen Fortsetzung man gespannt sein darf!

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Veröffentlicht am 06.09.2022

Neue Reihe

Stille blutet
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Nadine liest in einem Privatsender die Nachrichten vor und kündigt dabei mit dem Text vom Teleprompter ihren eigenen Tod an. Zwei Stunden später findet ihr ehemaliger Freund Tibor Glaser sie tot in der ...

Nadine liest in einem Privatsender die Nachrichten vor und kündigt dabei mit dem Text vom Teleprompter ihren eigenen Tod an. Zwei Stunden später findet ihr ehemaliger Freund Tibor Glaser sie tot in der Garderobe. Oder ist er der Mörder? Viele Indizien deuten darauf hin. Und als ein weiterer angekündigter Mord geschieht, verdichtet sich der Verdacht. Nur die junge Kommissarin Fina Plank glaubt nicht, dass Glaser der Mörder ist.
Dieses Buch ist der Auftakt zu einer neuen Krimi-Reihe von Ursula Poznanski. Sie ist ja bekannt für ihre spannenden Krimis und ihre Jugendbücher.
Dieses Buch hat mir nicht hundertprozentig gut gefallen, es ist manchmal verwirrend und die Vielzahl der neuen Personen muss man erst einmal durchschauen. Das Buch braucht recht lange, um wirklich Spannung aufzubauen, die kommt eigentlich erst gegen Ende. Vorher zieht es sich doch sehr.
Insgesamt aber lässt die neue Konstellation rund um das Ermittlerteam hoffen, dass Poznanski wieder eine gute Thriller-Reihe konzipiert hat.

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Veröffentlicht am 30.08.2022

Interessante Inselgeschichte

Sturm über dem Inselsalon
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Nachdem ich die beiden ersten Bände der Inselsalon-Reihe von Sylvia Lott als Leseexemplare zugeschickt bekommen hatte, war ich zuerst skeptisch. Liebesgedöns? Kitsch? Aber meine Befürchtungen bewahrheiteten ...

Nachdem ich die beiden ersten Bände der Inselsalon-Reihe von Sylvia Lott als Leseexemplare zugeschickt bekommen hatte, war ich zuerst skeptisch. Liebesgedöns? Kitsch? Aber meine Befürchtungen bewahrheiteten sich zum Glück nicht.

Ich habe mich vor allem für die Bücher interessiert, weil sie auf der ostfriesischen Insel Norderney spielen, die ich seit vielen Jahren gut kenne. Das Buch führt zurück ins Jahr 1914, der erste Weltkrieg hat begonnen und die Männer müssen in den Krieg ziehen. Schon bald sind die Frauen auf sich gestellt und müssen ums Überleben kämpfen, dazu kommt die Ungewissheit über das Schicksal der Männer. Bald treffen die ersten Todesmeldungen ein. Die Kurgäste bleiben aus und statt dessen werden auf der Insel Verletzte gepflegt. Das alles geht auch nicht spurlos am Inselsalon und den beiden Hauptfiguren Frieda und Grete vorbei.

Der zweite Band ist ernsthafter und problembeladener als der erste Band, der von den "goldenen Zeiten" vor dem Krieg erzählte. Starke Frauen, die um ihr Leben und ihr Glück kämpfen, stehen im Mittelpunkt. Dagegen wehren sich vor allem die Älteren gegen die Auflösung der gewohnten Ordnung. Ein uraltes Thema und auch heute noch aktuell!

Mit hat die Beschreibung der Hauptfiguren sehr gut gefallen, sie sind nicht eindimensional, sondern haben gute und schlechte Seiten, Zweifel und Probleme. Dass es manchmal etwas kitschig wird, gehört zu so einem Roman einfach dazu.

Sylvia Lott schreibt gut lesbar, manchmal kann man das Buch kaum aus der Hand legen. Gut gefallen haben mir auch die Inselkarte und die alten Fotos auf den inneren Einbänden. Das Cover dagegen war mir zu blass.

Viele Stellen auf der Insel habe ich wiedererkannt, aber es hat sich auch viel verändert.

Ich bin gespannt auf den nächsten Band, die neuen Probleme deuten sich ja schon an.

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Veröffentlicht am 24.08.2022

Ungewöhnlich und märchenhaft

Schlangen im Garten
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"Junge mit schwarzem Hahn" habe ich sehr gern gelesen, das Buch war ungewöhnlich und faszinierend. Deshalb war ich auch gespannt auf das neue Werk von Stefanie von Schulte, das sich um ein ganz anderes ...

"Junge mit schwarzem Hahn" habe ich sehr gern gelesen, das Buch war ungewöhnlich und faszinierend. Deshalb war ich auch gespannt auf das neue Werk von Stefanie von Schulte, das sich um ein ganz anderes Thema dreht, aber das Märchenhafte noch deutlicher hervortreten lässt.
Johanne ist gestorben, sie hinterlässt ihrem Mann Adam und die Kinder Steve, Linne und Micha. Die Trauer der Familie ist grenzenlos und scheint Außenstehenden maßlos. Sogar das Traueramt in Gestalt von Herrn Ginster muss sich einschalten und die Familie auf eine geordnete Trauerarbeit hinweisen. Was, wenn jede/r so trauern würde, wie es ihm passt?? Doch die Familie rückt näher zusammen und es tauchen Menschen auf, die Johanne gekannt haben (oder glauben sie gekannt zu haben) und gemeinsam kann man allen Anfeindungen und Katastrophen trotzen.
Was ist Trauer? Wie trauert man? Gibt es allgemeingültige Rezepte? Diesen Fragen geht Stefanie von Schulte in ihrem Buch nach. Sie tut das mit der ihr eigenen präzisen und liebevollen Sprache, ihre Sätze sind wie aus Alabaster geschnitzt, jedes Wort sitzt am richtigen Platz. Sie schreibt sensibel und berührend, man erlebt die Geschichte der Familie mit. Dabei gleitet sie immer wieder ins Märchenhafte ab, es geschehen die unwahrscheinlichsten Dinge. Sie wird allerdings niemals esoterisch-schwurbelig, sondern schrammt immer haarscharf an der Wirklichkeit vorbei.
Mit hat das Buch sehr gut gefallen, es ist so ganz anders als alle Bücher, die ich sonst lese und eine gute Erfahrung.

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Veröffentlicht am 24.08.2022

Auf den Spuren der Geschichte

Isidor
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Zuerst einmal gefiel mir das wunderschöne Cover mit dem Reh, das in einer vornehmen Zimmerflucht steht. Warum dieses Reh dort steht, das erfährt man aber erst am Ende des Buches.
Shelly Kupferberg hat ...

Zuerst einmal gefiel mir das wunderschöne Cover mit dem Reh, das in einer vornehmen Zimmerflucht steht. Warum dieses Reh dort steht, das erfährt man aber erst am Ende des Buches.
Shelly Kupferberg hat eine beeindruckende Biografie über ihren Urgroßonkel Dr. Isidor Geller geschrieben. Geboren wurde er als Isaak in einem kleinen galizischen Dorf, die Kindheit war ärmlich, denn der Vater war zwar ein kluger jüdischer Gelehrter, verdiente aber kein Geld und die Mutter musste die Familie als Tagelöhnerin über Wasser halten. Die Kinder bekamen trotz aller Not eine gute Ausbildung und zogen dann nach Wien, wohin ihre Mutter ihnen nach dem Tod des Vaters folgte. Alle wurden erfolgreich, besonders Isidor, der sich einen guten Namen als Vermögensberater machte und schließlich zum Kommerzialrat ernannt wurde. Doch dann kamen die Nazis...
Shelly Kupferbergs Blick auf ihre Familie ist präzise, aber auch liebevoll. Sie hat akribisch an Hand alter Dokumente die Geschichte der Geschwister erforscht, ist dabei auf allerlei Neues gestoßen und zeichnet ein lebendiges Bild vom Leben im armen Galizien und im großbürgerlichen Wien.
Die Familie Geller steht dabei sicherlich beispielhaft für viele jüdische Familien in der Donaumetropole, die sich in ihrem Land sicher fühlten und nicht fliehen wollten, als es noch früh genug war. Und dann war es für viele zu spät, so auch für Onkel Isidor.
Ein sehr beeindruckendes Buch!

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