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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.12.2025

Positiv

Sonnenaufgang Nr. 5
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Carsten Henn ist vor allem durch den "Buchspazierer" bekannt geworden, das war eine wunderbare Geschichte. Deshalb war ich sehr gespannt auf dieses neue Buch.
Es handelt von Jona, der nach einem abgebrochenen ...

Carsten Henn ist vor allem durch den "Buchspazierer" bekannt geworden, das war eine wunderbare Geschichte. Deshalb war ich sehr gespannt auf dieses neue Buch.
Es handelt von Jona, der nach einem abgebrochenen Studium als Ghostwriter aktiv werden will. Seine erste Kundin ist die Schauspielerin Stella Dor, die allein in einem Haus am Strand lebt und sehr exzentrisch ist. Deshalb ist es für Jona nicht einfach mit ihr zu arbeiten. Auch tragen beide ihre Trauererfahrung in sich, mit der sie nicht fertigwerden und die sie tief in sich verschlossen haben.
Das Buch hat mir gut gefallen, allerdings reicht es nicht an die Vielfältigkeit und Lebendigkeit des Buchspazierers heran.
Das Buch ist manchmal sehr lustig, aber es hat auch viele traurige Aspekte, so wie das Leben selbst auch. Einige skurrile Figuren bevölkern das Buch, die man einfach mögen muss.
Insgesamt habe ich das Buch gern gelesen!

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Veröffentlicht am 21.11.2025

Anspruchsvoll

Wie fühlst du dich?
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Wer Axel Hacke nur als lustigen Kolumnisten im SZ-Magazin oder als Sammler kurioser Wörter und Speisekarten kennt, der unterschätzt den Mann sehr.
In diesem Buch beweist er wieder einmal, dass er sich ...

Wer Axel Hacke nur als lustigen Kolumnisten im SZ-Magazin oder als Sammler kurioser Wörter und Speisekarten kennt, der unterschätzt den Mann sehr.
In diesem Buch beweist er wieder einmal, dass er sich intensiv und tiefgründig mit einem Thema auseinandersetzen kann und die Lektüre weniger erheitert als erschreckt und die Leser in die Abgründe der Seele hinabsteigen lässt.
"Wie fühlst du dich?" Eine manchmal banale, oberflächliche Frage, die aber auch zum Nachdenken anregen kann. Gefühlslagen spielen sowohl für den Einzelnen eine große Rolle, aber auch für die Gesellschaft als Ganzes. In unserer Zeit, in der die asozialen Medien schnell Gefühle hochkochen lassen, ist die Frage besonders bedeutungsvoll.
Hacke legt dar, dass die Angst ein unterschätztes Gefühl ist, von dem viele nicht zugeben können, dass es sie beherrscht. An Hand persönlicher Erlebnisse, aber auch wissenschaftlicher Forschungen lernt man viel über dieses ungute Gefühl, aber auch über Wut und wie die Populisten mit unseren Gefühlen zu spielen versuchen. Doch auch positive Gefühle wie Hoffnung oder Dankbarkeit werden thematisiert.
Das hochwertig gestaltete Buch eignet sich wunderbar als Geschenk, denn es bringt Erkenntnis und macht die Leser klüger. Was will man mehr?

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Veröffentlicht am 17.11.2025

Die Macht der Natur

Die Herde
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Thilo Winter nimmt uns in diesem Buch mit an verschiedene Schauplätze weltweit. In China ist eine Herde Elefanten aus ihrem Nationalpark ausgebrochen und zieht auf eine Großstadt zu. In Thailand belagern ...

Thilo Winter nimmt uns in diesem Buch mit an verschiedene Schauplätze weltweit. In China ist eine Herde Elefanten aus ihrem Nationalpark ausgebrochen und zieht auf eine Großstadt zu. In Thailand belagern Scharen von Affen einen Tempel, in Houston sind es riesige Vogelschwärme, die Probleme in der Stadt verursachen. Was ist die Ursache? Der Zoologe Peter Danielson gerät durch Zufall in die Elefantenherde und sieht in ihrem Erscheinen ein warnzeichen für die Welt, aber niemand will etwas davon wissen. Stattdessen taucht ein Großwildjäger auf, der sich die Elefanten als Trophäen sichern will.

Ich hatte schon "Der Riss" von Winter gelesen und das Buch war sehr spannend. Immer wieder widmet sich Winter Umweltthemen und bereitet sie gut lesbar und interessant auf. Auch in diesem Buch geht er zwar nicht so sehr in die Tiefe des Wasserproblems, aber die Handlung ist nachvollziehbar, die Personen teilweise recht vielschichtig. Durch die häufigen Wechsel des Standorts ist das Buch abwechslungsreich und lässt sich durch die zugeordneten Überschriften gut lesen.

Insgesamt ein guter Ökothriller, der sich zwar nicht allzu ausführlich mit den wissenschaftlichen Hintergründen befasst, aber spannend zu lesen ist.

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Veröffentlicht am 16.11.2025

Eiskalt

Kälter
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Der Killer Babel ist kalt, aber Luzy Morgenroth ist kälter. Sie hat jahrelang als Personenschützerin und für den Geheimdienst gearbeitet, aber nach dem Tod ihres besten Freundes bei einem Einsatz in Israel ...

Der Killer Babel ist kalt, aber Luzy Morgenroth ist kälter. Sie hat jahrelang als Personenschützerin und für den Geheimdienst gearbeitet, aber nach dem Tod ihres besten Freundes bei einem Einsatz in Israel lässt sie sich als Dorfpolizistin auf die Insel Amrum versetzen. Dort ist sie glücklich bis plötzlich fünf russische Killer auftauchen und ihren Kollegen umbringen. Der Vorfall weckt viele Erinnerungen und Luzy macht sich auf die Suche nach den Drahtziehern. Hinter dem Mord kann nur Babel stecken, ein ehemaliger RAF-Terrorist, der für Geld alles tut. Luzy muss wieder fit werden und kälter als Babel.
Ich habe einige Bücher von Andreas Pfeifer gelesen und sie gefielen mir gut. Dieses Buch toppt allerdings alle anderen. Es tauchen einige Personen aus "Wie Sterben geht" am Rande auf, aber im Mittelpunkt steht hier immer Luzy und ihre Vergangenheit. Das Buch ist auf jeder Seite spannend und die Spannung hält bis zum Ende an. Es geht oft um die Geheimdienstaktivitäten auf allen Seiten des Eisernen Vorhangs und da sind nicht nur die Russen die Bösen. Oft gibt es spektakuläre Wendungen und manchmal bleibt man atemlos zurück.
Ein harter, aber immer hervorragender Thriller!

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Veröffentlicht am 11.11.2025

Starke Frau

Bernadette Swifts Gespür für Bücher
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Bernadette Swift ist auf einem Bauernhof aufgewachsen, aber Bücher spielten in ihrem Leben immer eine sehr große Rolle. Sie träumt davon, die erste Frau zu werden, die einen großen Verlag in New York leitet. ...

Bernadette Swift ist auf einem Bauernhof aufgewachsen, aber Bücher spielten in ihrem Leben immer eine sehr große Rolle. Sie träumt davon, die erste Frau zu werden, die einen großen Verlag in New York leitet. Ihre Fähigkeiten sind unbestreitbar, auch wenn sie erst Juniorlektorin bei Lenox&Park ist. Sie hat schon mehrere Bestseller lektoriert und hofft darauf Lektorin zu werden. Doch die Männer in ihrer Abteilung und eine Frau legen ihr immer wieder Steine in den Weg. Besonders ihr direkter Vorgesetzter Mr. Wall meint es nicht gut mit ihr und reklamiert sogar ihre Arbeit als seine eigene. Wenn Bernadette nicht ihre Freundinnen hätte, mit denen sie sich austauschen kann und die die gleichen Erfahrungen mit der Männerwelt machen, dann würde sie sicher aufgeben. So aber geht sie mutig ihren Weg.

Ich hatte einen eher seichten Roman erwartet, aber das Buch hat erheblich mehr Substanz, als ich gedacht hätte. Die Erfahrungen, die Bernadette in den 1960er Jahren macht, sind leider auch heute noch aktuell und leider erleben wir zurzeit wieder einen Rückschritt in der Frage der Gleichberechtigung. Dadurch ist das Buch aktueller denn je. Die im Buch beschrieben Liebesgeschichte macht Hoffnung, dass nicht alle Männer Machos sind - es soll Ausnahmen geben!

Mir hat das Buch gut gefallen, die Charaktere sind gut ausgearbeitet und nachvollziehbar, der Plot nimmt die Leserinnen mit in eine fremde Welt, der Schreibstil ist originell, aber gut lesbar. Das Happy End war für meinen Geschmack etwas zu happy, aber das hat mich nicht gravierend gestört

Das Buch ist nicht allzu anspruchsvoll, aber mit ernstem Hintergrund und ich habe es gern gelesen.

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