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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.10.2022

Überzeugte leider nicht.

Was nicht war, kann ja noch werden
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Die Protagonistin Freya verfolgt mit Ehrgeiz ihre Karrierepläne, im Übrigen trudelt sie ohne Halt und mit viel Angst vor dem Erwachsenwerden durchs Leben. In ihrer Beziehung ist sie nicht bereit einen ...


Die Protagonistin Freya verfolgt mit Ehrgeiz ihre Karrierepläne, im Übrigen trudelt sie ohne Halt und mit viel Angst vor dem Erwachsenwerden durchs Leben. In ihrer Beziehung ist sie nicht bereit einen der Schritte, die ihr Freund sich so sehr wünscht, einzugehen; als ihre beste Freundin schwanger wird ist sie schockiert. Gepackt von romantischen Gedanken an ihren Ex-Freund aus Schulzeiten bricht sie kurzerhand alle Zelte ab und fährt zu ihren Eltern in die Heimat.

Freya ist gestresst von ihrem Leben, vom Erwachsenwerden und den Wünschen, welche ihr Umfeld äußert. Ich persönlich fand die Darstellung überspitzt: Freya wirkte kindisch, unreif und völlig planlos. Auf der einen Seite wird sie als ambitionierte Karrierefrau dargestellt, auf der anderen Seite scheint sie auch in der Arbeitswelt völlig ohne Sinn und Verstand zu agieren. Freya idealisiert ihre Jugend und scheint sich völlig verblendet nur an das Positive der 90er und 00er Jahre zu erinnern - so reiht sich eine Erinnerung an diese Zeit an die andere, wobei Klischee auf Klischee folgt. Für Leser wie mich, die ebenfalls in dieser Zeit groß wurden und etwa zur selben Zeit geboren sein dürften wie im Buch Freya, sicherlich teilweise unterhaltsam, irgendwann ist die Grenze zum unerträglichen aber schlicht überschritten. Hat der Text so teilweise genau die richtige Portion Leichtigkeit und Humor, ist er phasenweise eine unerträgliche Aneinanderreihung von Belanglosigkeiten. Vorhersehbare Wendungen und eine Protagonistin, die keine Entwicklung durch macht, sondern am Ende noch so unreif scheint wie zu Anfang. Hier konnten mich leider weder der Schreibstil noch die Geschichte überzeugen.

Fazit: Was eine wundervolle Coming-of-age-Geschichte hätte werden können bleibt leider ein seichter Roman mit abgedroschenen Platitüden ohne Tiefgang.

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Veröffentlicht am 07.10.2022

Feinfühlige Heldengeschichte

Ein Kind namens Hoffnung
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Die Geschichte von Elly, Köchin einer gut situierten jüdischen Familie in Berlin, welche bei Festnahme ihrer Arbeitgeber durch die Nationalsozialisten deren Sohn Leon als ihren eigenen ausgibt, um diesen ...

Die Geschichte von Elly, Köchin einer gut situierten jüdischen Familie in Berlin, welche bei Festnahme ihrer Arbeitgeber durch die Nationalsozialisten deren Sohn Leon als ihren eigenen ausgibt, um diesen zu beschützen. In dem Buch verfolgt der Leser die Geschichte von Elly und Leon, welche in den Kriegs- und Nachkriegsjahren die Hoffnung nie aufgeben, irgendwann nach einer langen Reise wieder in ihre Heimat und zu ihrer Familie in Berlin zurückzukehren.

Auf emotionale und feinfühlige Art und Weise schildert Marie Sand die Geschichte einer stillen Heldin, welche ihr komplettes Leben aufopfert, um ihrem Versprechen der jüdischen Familie gegenüber nachkommzukommen, deren Sohn zu beschützen.

Nach einigen Seiten kam ein richtiger Lesefluss auf und ich genoss den ruhigen und unaufgeregten Schreibstil des Debütromans. Einmal in die Geschichte eingestiegen konnte ich das Buch kaum zur Seite legen, hätte mir allerdings an einigen Punkten ein paar mehr Ausführungen gewünscht. Teilweise hatte ich das Gefühl, ein paar Seiten mehr hätten dem Buch gut getan, um eine bessere Beziehung zu den Charakteren aufbauen zu können.

Das Ende des Buchs habe ich als sehr passend empfunden. Was mich etwas enttäuscht hat ist, dass einzelne Erzählstränge für mich als Leser schlicht offen und unbeendet blieben.

Fazit: Ein trotz einiger kleiner Mäkel lesenswertes Buch über die schwierigen Kriegszeiten und eine Frau, welche entgegen aller Widrigkeiten große Stärke beweist und an Herausforderungen wächst.

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Veröffentlicht am 07.10.2022

Liebevoll gestaltet

Jimmy Fox. Magischer Volltreffer (leider voll aufs Auge) - Ein Comic-Roman
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Das Cover von Jimmy Fox hat mich direkt angesprochen und hätte mich auch im Buchladen zugreifen lassen. Bunt, kindgerecht, gleichzeitig aber auch nicht zu kindisch - genau richtig, um Leseanfänger anzusprechen! ...


Das Cover von Jimmy Fox hat mich direkt angesprochen und hätte mich auch im Buchladen zugreifen lassen. Bunt, kindgerecht, gleichzeitig aber auch nicht zu kindisch - genau richtig, um Leseanfänger anzusprechen! So schön das Cover ist, ist auch die Gestaltung im Inneren des Buchs: liebevoll illustriert und mit genau der richtigen Schriftgröße für Leseanfänger. Nicht zu viel Text auf den Seiten und aufgelockert durch hervorgehobene Wörter - da macht das Lesen Spaß! Der Text ist in einfachen Worten formuliert und nett zu lesen. Die Idee das Buch wie ein Tagebuch zu gestalten gefällt mir sehr gut - so bringt man auch diese Idee Kindern näher. Die Geschichte um die chaotische Familie des Protagonisten ist unterhaltsam und wird Kinder mit Sicherheit zum lachen bringen.

Fazit: Ein tolles Buch für Grundschulkinder, um ihnen den Spaß am eigenen Lesen zu vermitteln!

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Veröffentlicht am 07.10.2022

(wichtige) Fakten zum Klimanotstand

Erste Hilfe für die Erde
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Erste Hilfe für die Erde von Prof. Mark Maslin hat mich aus unterschiedlichen Gründen direkt angesprochen, das kleine kompakte Buch mit dem modernen Cover ruft förmlich danach in die Hand genommen zu werden. ...

Erste Hilfe für die Erde von Prof. Mark Maslin hat mich aus unterschiedlichen Gründen direkt angesprochen, das kleine kompakte Buch mit dem modernen Cover ruft förmlich danach in die Hand genommen zu werden. Das Thema des Klimanotstandes ist brandaktuell und kann meines Erachtens gar nicht genug Aufmerksamkeit bekommen. Die Einleitung selbst beschreibt das Buch besser als ich es könnte: ein "kurzes, aber prägnantes Handbuch, das [...] Einsichten und Wissen sowie schlagkräftige Argumente und Handlungsempfehlungen vermittelt" mit neuem und eigenem Stil.

Dieses Versprechen hält das Buch von Prof. Maslin: Es reiht mehr oder weniger für sich alleinstehende Fakten aneinander und vermittelt so dem Leser auf sehr knappe Art und Weise wichtige Eckpunkte zum Themenkomplex Klimanotstand. Immer wieder hatte ich beim Lesen kleinere "Aha"-Momente und hatte Lust, dem einen oder anderen Punkt nochmal genauer nachzugehen. Das wird einem leicht gemacht, da (fast) jeder Satz mit einer Quellenangabe hinterlegt ist. Positiv hervorzuheben ist hierbei, dass es sich bei den Fußnoten tatsächlich "nur" um die bloßen Quellenangaben handelt, hier also nicht dem derzeitigen Trend gefolgt wurde, einen Großteil der Informationsvermittlung über Fußnoten ablaufen zu lassen. Wie viel beim Lesen von den wahnsinnig komprimiert dargestellten Fakten tatsächlich nachhaltig hängen bleibt weiß ich nicht, weswegen ich die Meinung teile, dass es sich eher um ein Handbuch zum stetigen Nachschlagen handelt, als um ein "normales" Sachbuch zur Wissensvermittlung. Lässt man sich davon nicht stressen und findet den richtigen Umgang mit dem Buch, dann hält das Buch sein Wort und kann eine Menge zur zwingend notwendigen Aufklärung beitragen.

Fazit: Ein kurzweiliges Buch, dessen Layout und Gestaltung Spaß beim Lesen und Nachschlagen bereitet, vollgespickt mit interessanten Fakten zum Thema Klimanotstand. Durch die schier unendliche Fülle an (wichtigen) Informationen geht das Buch nicht sonderlich in die Tiefe, liefert aber die notwendigen Quellenangaben, sollte man sich mit einzelnen Themen im Detail beschäftigen wollen.

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