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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.07.2025

warmherzig und klug

Der alte Apfelgarten
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Sharon Gosling gehört inzwischen zu den Autorinnen, deren Bücher ich immer lesen möchte, weil sie mich mit einem glücklichen Gefühl zurücklassen. Dabei sind sie zwar leicht aber keineswegs seicht. Diese ...

Sharon Gosling gehört inzwischen zu den Autorinnen, deren Bücher ich immer lesen möchte, weil sie mich mit einem glücklichen Gefühl zurücklassen. Dabei sind sie zwar leicht aber keineswegs seicht. Diese Gratwanderung ist ein Kunststück, dass jetzt auch beim vierten Buch wunderbar gelingt.

Zwei Schwestern stehen im Mittelpunkt des Geschehens. Der große Altersunterschied und Streitereien in der Jugend haben die beiden entzweit und erst der Tod des Vaters bringt die beiden durch das gemeinsame Erbe wieder zusammen. Der Hof ist mit hohen Schulden belastet und erst, als sie merken, dass sie auch einen Apfelgarten besitzen, der Gewinn bringen könnte, raufen die beiden sich zusammen.

Die Geschichte wird warmherzig und klug erzählt. Man kann sowohl den Ärger der Schwestern aufeinander verstehen, als auch nachvollziehen, wie sie sich langsam auf ihre Familienbande besinnen und zu einer neuen Beziehung finden.

Am Ende ist alles so, wie man es sich als Leser wünscht. Aber man hat nicht das schale Gefühl eines profanen Happy Ends sondern ein glückliches Gefühl, Freundinnen gefunden zu haben.

Veröffentlicht am 29.06.2025

spannender Histo

Maikäferjahre
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Mein erster Roman von Sarah Höflich.

Der zweite Weltkrieg nähert sich seinem Ende. Dresden wird bombadiert. Anni flieht mit ihrem KInd aus der Stadt. Ihre Eltern sind den Bomben zum Opfer gefallen. Ihr ...

Mein erster Roman von Sarah Höflich.

Der zweite Weltkrieg nähert sich seinem Ende. Dresden wird bombadiert. Anni flieht mit ihrem KInd aus der Stadt. Ihre Eltern sind den Bomben zum Opfer gefallen. Ihr bleibt nur der jüdische Geiger Adam, der mit ihr versucht in den Süden Deutschlands zu kommen. Mit etwas Glück und weil die beiden auch in brenzligen Situationen zusammen halten, gelingt ihnen, mit Kleinkind quer durchs Land bis in die Berge zu fliehen, wo die Familie von Annis verschollenem Ehemann leben. Dass die beiden sich verlieben, ist schnell klar.

Derweilen wird Annis Zwillingsbruder, ein Kampfflieger, in England abgeschossen und schwer verwundet. Die Krankenschwester Rosalie, die ihn gesund pflegt, wird seine große Liebe.

Ich fand, es war ein bisschen vorhersehbar. Dennoch kann man das Buch nicht aus der Hand legen und am Ende habe ich es nicht nur gerne gelesen, sondern ich hoffe auch auf eine Fortsetzung, da noch einige Fragen offen sind.

Veröffentlicht am 29.06.2025

solider Histo

Der Totengräber und die Pratermorde (Die Totengräber-Serie 4)
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Leopold von Hertzfeldt ermittelt wieder. Nach den Henkerstocher-Krimis ist diese neue Reihe von Oliver Pötzsch wieder richtig gut und noch etwas mehr mein Fall, weil hier bereits Anfänge der modernen Ermittlungsarbeit ...

Leopold von Hertzfeldt ermittelt wieder. Nach den Henkerstocher-Krimis ist diese neue Reihe von Oliver Pötzsch wieder richtig gut und noch etwas mehr mein Fall, weil hier bereits Anfänge der modernen Ermittlungsarbeit durchscheinen und das liest sich wirklich unterhaltsam.

Diesmal ist wieder die Herzensdame von Leo, Julia, mit von der Partie und die beiden können mal wieder nicht mit aber irgendwie auch nicht ohneeinander.

Die Mordserie ist diesmal ziemlich brutal und ziemlich rätselhaft. Und wieder muss der Totengräber helfen, den Mörder zu jagen. Das Wien-Setting kommt gut durch. Den österreichischen Slang hätte ich nicht gebraucht aber es ist noch einerträgliches Maß.

Ich mag einfach, wie Oliver Pötzsch erzählt. Man bekommt solide Histokrimis. Pötzsch hat das recherchieren drauf und schreibt einen glaubwürdigen Kriminalfall. Lese ich gerne auch Teil 5.

Veröffentlicht am 29.06.2025

langatmig

A Dance of Lies
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Es ist schon der Wahnsinn, wie die Cover- und Schnittgestaltung sich verändert hat in den letzten Jahren. Für jemanden, der auf so etwas steht, sind gerade die Fantasybücher wirklich eine große Kaufversuchung. ...

Es ist schon der Wahnsinn, wie die Cover- und Schnittgestaltung sich verändert hat in den letzten Jahren. Für jemanden, der auf so etwas steht, sind gerade die Fantasybücher wirklich eine große Kaufversuchung. Leider sagt aber die Aufmachung noch nichts darüber aus, ob einem der Inhalt gefällt.

A Dance of Lies bekommt, was die Optik betrifft, 10 von 10 Punkten.

Die Geschichte an sich ist gut erzählt, wenn auch etwas langatmig. Die Tänzerin, die zwei Jahre in einem Verlies vegetiert und dann ihre Freiheit erkauft, in dem sie für den König spioniert. Eine ungewöhnliche Ausgangslage.

So richtig fesseln konnte mich der Plot leider nicht. Ich fand die Charaktere, vor allem die der Nebenfiguren, sehr blass und austauschbar. Die Heldin ist etwas anstrengend, weil sie nicht weiß, was sie will.

Mich konnte das Buch nicht überzeugen.

Veröffentlicht am 08.06.2025

Beeren pflücken

Beeren pflücken
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Das Buch "Beeren pflücken" ist sehr emotional und über weite Strecken eine wirklich traurige Geschichte.

Einer indigenen Familie wird ein kleines Mädchen geraubt. Es wächst bei einer weißen Familie auf. ...

Das Buch "Beeren pflücken" ist sehr emotional und über weite Strecken eine wirklich traurige Geschichte.

Einer indigenen Familie wird ein kleines Mädchen geraubt. Es wächst bei einer weißen Familie auf. Sie fühlt ihr Leben lang, dass etwas falsch ist, dass ihre angeblichen Eltern sich seltsam benehmen. Aber jahrzehnte lang wird ihr die Wahrheit verschwiegen.

Ihre wirkliche Familie leidet schwer unter dem Verlust und der ungewissheit. Vor allem ihr wenig älterer Bruder fühlt sich schuldig und hadert sein Leben lang damit, dass er den Raub nicht verhindern konnte.

Man wünscht sich die ganze Zeit, dass das Mädchen - später die Frau - die Wahrheit erfahren und ihre Familie widerfinden wird. Ich möchte nicht verraten, wie die Geschichte ausgeht. Ich habe bis zur letzten Seite mit gefiebert und mitgelitten und finde, die Autorin hat eine sehr kluge Art, um die seelischen Verletzungen zu beschreiben. Ich fand es auch gut, dass die falsche Familie nicht als die abgrundtief Bösen dargestellt wurden.