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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.04.2025

Debütroman

Prinzip Ungefähr
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Prinzip ungefähr ist ein kleiner, lustiger Roman über ein leicht ausgeflipptes Paar. Die Icherzählerin Masha und Iggy lernen sich im ICE kennen und mögen sich auf Anhieb. Sie sind unterschiedlich, haben ...

Prinzip ungefähr ist ein kleiner, lustiger Roman über ein leicht ausgeflipptes Paar. Die Icherzählerin Masha und Iggy lernen sich im ICE kennen und mögen sich auf Anhieb. Sie sind unterschiedlich, haben aber auch Gemeinsamkeiten.
Das Buch ist stark geprägt von der Selbstironie der Ich-Erzählerin, der sich überwiegend durch ihre Gedanken mitteilt, aber auch durch die witzigen, pointierten Dialoge. Dennoch, so ganz nahe fühlte ich mich den beiden nicht. Der Handlungsverlauf war mir manchmal zu übertrieben, die Gags auch zu platt, anderes zu oberflächlich. Nicht jeder Einfall trifft ins Schwarze. Auffällig das Ausmaß an Namedropping mit Referenzen auf Filme und Literatur.
Aber eigentlich schon ein beachtlicher Debütroman. Mal sehen, was von Caspar-Maria Russo noch folgen wird.

Veröffentlicht am 17.04.2025

Ein Text voller Empathie

Wir spielen Alltag
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Leben in Israel seit dem 7.Oktober.
Der 7.Oktober 2023 mit dem heimtückischen Anschlag der Hamas auf Israel veränderte die Welt. Nach dem Massaker: Luftangriffe, Luftschutzkeller, Krieg im Gaza bestimmen ...

Leben in Israel seit dem 7.Oktober.
Der 7.Oktober 2023 mit dem heimtückischen Anschlag der Hamas auf Israel veränderte die Welt. Nach dem Massaker: Luftangriffe, Luftschutzkeller, Krieg im Gaza bestimmen das Leben und die Menschen Israel können nur versuchen, eine Alltag aufrechtzuerhalten. Doch es bleibt das Gefühl, diesen Alltag nur zu spielen, denn der Krieg ist allbeherrschend.

Lizzie Doron, die in Tel Aviv lebt, schildert in diesem Bericht ihre Beobachtungen und Emotionen unmittelbar nach diesem Ereignis. Es ist eine düstere Zeit. Viele sind traumatisiert. Und die Verhärtungen nehmen zu. Wer noch nach Toleranz und Verständnis strebte, sieht sich getäuscht. Lizzie Doron war immer eine Frau und Autorin, die für Ausgleich kämpfe.
Mit Schrecken nimmt sie die Veränderungen wahr.
Das Buch ist trotz des harten Themas nicht verkrampft, es lässt sich flüssig lesen und als Leser nimmt man Anteil.
Es erinnert mich an Dror Mishanis Buch Fenster ohne Aussicht. Beides sind sehr gute Bücher. Unbedingt lesenswert.

Veröffentlicht am 15.04.2025

Somerset Maugham

Das Haus der Türen
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Twan Eng Tans Roman Der Garten der Abendnebel war großartig. Daran gemessen wirkte Das Haus der Türen auf mich etwas blass, obwohl es immer noch eingutes Buch ist.
Es geht um W.Somerset Maugham, dem Schriftsteller, ...

Twan Eng Tans Roman Der Garten der Abendnebel war großartig. Daran gemessen wirkte Das Haus der Türen auf mich etwas blass, obwohl es immer noch eingutes Buch ist.
Es geht um W.Somerset Maugham, dem Schriftsteller, der hier eine Hauptrolle hat. Angesiedelt ist die Handlung in Malysia 1921 und der Roman kann ein Gespür für diese Zeit vermitteln.
W.Somerset Maugham war ein oft verfilmter Autor bedeutender Romane (z.B. Der bunte Schleier) und Kurzgeschichten, die einen heute altmodisch wirkenden Charme haben.
Setzt man diesen Stil aber in einen heute geschriebenen Buch ein, wirkt es doch nicht so frisch. Daher war ich eher leicht enttäuscht.

Veröffentlicht am 14.04.2025

Die Deutsche Revolution 1848

Im Wind der Freiheit
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Von Tanja Kinkels historischen Romanen habe ich immer viel gehalten, da sie ein gutes Niveau hält, was nicht selbstverständlich ist im Genre historischer Roman. Zudem recherchiert sie gut für ihre Bücher.
Ihr ...



Von Tanja Kinkels historischen Romanen habe ich immer viel gehalten, da sie ein gutes Niveau hält, was nicht selbstverständlich ist im Genre historischer Roman. Zudem recherchiert sie gut für ihre Bücher.
Ihr lang ersehnter neuer Roman Im Wind der Freiheit erfüllt diese Kriterien erfreulicherweise auch. Zugleich lässt sich der Roman gut lesen.
Die Handlung erstreckt sich von 1835 bis 1849 und zeigt u.a. die Deutsche Revolution 1848.
Im Mittelpunkt stehen zwei Frauen. Zum einen die sozialkritische Schriftstellerin und Frauenrechtlerin Louise Otto (1819-1895) sowie die in ärmlichsten Verhältnissen aufgewachsene Arbeiterin Susanne.
Beide Frauen treffen aufeinander. Die eine etwas hochmütig, aber gerecht. Die andere forsch, aber auch verbittert.
Tanja Kinkel wird beiden Figuren gerecht und zeichnet sie unter den Bedingungen, die die Frauen geprägt hat.
Ein großartiger historischer Roman.

Veröffentlicht am 14.04.2025

Brokeback Cinema

Cinema Love
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Cinema Love ist das Debüt des chinesisch-amerikanischen Schriftstellers Jiaming Tang und es vermag von Anfang an durch einen wunderbaren Stil zu beeindrucken. Die Handlung umspannt lange Jahre, von der ...

Cinema Love ist das Debüt des chinesisch-amerikanischen Schriftstellers Jiaming Tang und es vermag von Anfang an durch einen wunderbaren Stil zu beeindrucken. Die Handlung umspannt lange Jahre, von der Jugend des Protagonisten Old Second und Bei Mao in China der achtziger Jahre. Der Handlungsstrang in den USA, in der sich die Protagonisten wiederfinden ist Jahrzehnte später, bis hin zum Lockdown. Und doch sind die Abschnitte literarisch gleichwertig und unverzichtbar.
Zu einem Teil wird es aber doch auch zu einem New York-Porträt.
Es entstehen Erinnerungen an den großen Hollywoodfilm Brokeback Mountain. Hier wie da gibt es den inneren wie äußeren Zwang zur Verstellung, um gesellschaftlichen Erwartungen zu erfüllen oder überhaupt zu überleben.
Bei der Thematik des Buches ist es erstaunlich, dass die Ehefrauen dieser Männer viel im Mittelpunkt stehen. Ihre Charakterisierungen gehen tiefer als die der Männer. Es ist ein sensibel erzählter Roman.