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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.10.2022

Wer unter Wasser schwimmt

Monterosso mon amour
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Die gefällig erzählte Novelle lebt von der Protagonistin Carmen, die eine Lesung mit dem Schriftsteller Ilja Leonard Pfeijffer organisiert, der momentan En Vouge ist.
Die Begegnung mit ihm wird für sie ...

Die gefällig erzählte Novelle lebt von der Protagonistin Carmen, die eine Lesung mit dem Schriftsteller Ilja Leonard Pfeijffer organisiert, der momentan En Vouge ist.
Die Begegnung mit ihm wird für sie zum Wendepunkt.

Die Novelle scheint ein Nebenprodukt des Romans Das schönste Mädchen von Genua zu sein.

Am Ende des Buches trifft Carmen den Schriftsteller nochmals zufällig im Flugzeug und es kommt zu einer Aussprache.

Es ist eine Mischung aus Selbstironie und Selbstgefälligkeit mit einer Prise selbst inszenierten Hype. Daher würde ich das Buch nicht überschätzen, aber man muss es auch nicht bereuen, es gelesen zu haben.

Veröffentlicht am 01.10.2022

Bewusstsein schaffen

Nehmt uns endlich ernst!
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Das Buch hat einen provokanten Titel und noch mehr der Untertitel, aber man sollte den Inhalt dennoch ernst nehmen, denn Ananada Klaar zeigt deutlich die Gefühlslage junger Leute.
Klaar legt teilweise ...

Das Buch hat einen provokanten Titel und noch mehr der Untertitel, aber man sollte den Inhalt dennoch ernst nehmen, denn Ananada Klaar zeigt deutlich die Gefühlslage junger Leute.
Klaar legt teilweise schon sehr deutlich den Finger zielgerichtet in die Wunde, zum Beispiel im Bereich Bildung. Deutlich werden auch die schweren Einschränkungen einer ganzen Generation durch die Pandemie sowie die Härten, die Kinder durchmachen, deren Eltern Hartz4 beziehen.
Es gibt viel Ungerechtigkeiten und die Themen der jungen müssen mehr berücksichtigt werden.

Veröffentlicht am 01.10.2022

Gesellschaftsporträt

Er ist keiner von uns
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Die Autorin Florence Aubenas baut mit ihren Beschreibungen des malerischen Jura viel Atmosphäre auf, aber am meisten wird das Buch durch seine berichtshafte Form geprägt. Man merkt, dass Florence Aubenas ...

Die Autorin Florence Aubenas baut mit ihren Beschreibungen des malerischen Jura viel Atmosphäre auf, aber am meisten wird das Buch durch seine berichtshafte Form geprägt. Man merkt, dass Florence Aubenas Journalistin ist.

Jura ist im Osten Frankreichs gelegen, zwischen Burgund und der Schweiz und wirkt ein wenig isoliert, das gilt verstärkt für das Dorf, in dem 2008 ein Mord passiert und der Schauspieler Gerald Thomassin dafür beschuldigt wird.
Mordopfer ist die schwangere Postangestellte Catherine Burgod, die Teil der „Bande von der Post“ war. So nannten sich eine Reihe von sympathischen Frauen, die lange schon miteinander befreundet sind.
Man sollte den Roman auf keinen Fall als Krimi abtun, auch ist es keine rein journalistische Arbeit. Der Mix zusammen mit den poetischen Beschreibungen der Umgebung und der Menschen ergeben ein Porträt einer Gesellschaft.
9783423263405

Veröffentlicht am 28.09.2022

Über die Autorin der Glasglocke

Jeder sollte zwei Leben haben. Sylvia Plath
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Simone Frielings Biografie über die amerikanische Schriftstellerin Sylvia Plath ist interessant und auch ohne große Vorkenntnisse lesbar, wobei Leser, die Plath Werk gut kennen, sicher auch einiges mehr ...

Simone Frielings Biografie über die amerikanische Schriftstellerin Sylvia Plath ist interessant und auch ohne große Vorkenntnisse lesbar, wobei Leser, die Plath Werk gut kennen, sicher auch einiges mehr erkennen.

Das Buch hat Atmosphäre wie die Texte von Sylvia Plath, die neben Lyrik der einzige Roman Die Glasglocke ist.
Es gibt auch viel über Ted Hughes, den untreuen Ehemann von Sylvia Plath, der selbst Dichter war. Es war eine schwierige Beziehung. Das wird im Buch sehr gut herausgearbeitet.

Auch das gelegentlich Stimmen zwischengeschaltet sind, z.B. Susan Sontag, Ulla Hahn oder Ingeborg Bachmann ist effektvoll und passend.

Veröffentlicht am 26.09.2022

Familiendrama in Norwegen

Das Haus über dem Fjord
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Das Haus über dem Fjord ist ein eher unspektakuläres Buch. Keineswegs sollte man hier einen Krimi erwarten, dafür hat Kristin Valla literarische Qualitäten und die Spurensuche der Protagonisin Elin hat ...

Das Haus über dem Fjord ist ein eher unspektakuläres Buch. Keineswegs sollte man hier einen Krimi erwarten, dafür hat Kristin Valla literarische Qualitäten und die Spurensuche der Protagonisin Elin hat mehr einen journalistischen Ansatz.

Elin hat im einem Dorf in Nordnorwegen als 10jährige ihren Vater und die Brüder verloren.
20 Jahre später kehren die Erinnerungen an diesen Verlust zurück, als sie zurückkehrt um das Elternhaus zu verkaufen. Sie trifft auch ihren Jugendfreund Ola wieder.

Norwegische Literatur habe ich noch nicht so viel gelesen. Der Schauplatz prägt auch das Buch.

Wegen der Ausgangsposition wird relativ verhalten erzählt. Manchmal herrscht Tristesse vor.
Elin ist dem Familiengeheimnis auf der Spur.
Es ist nicht unbedingt das spannenste Buch, aber es gibt einige gute Formulierungen.
Man muss es nicht bereuen, dieses Buch gelesen zu haben.