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Veröffentlicht am 05.02.2020

Ein klassischer Schwedenkrimi rund um ein heiß diskutiertes Thema

Eisige Dornen (Ein Nathalie-Svensson-Krimi 4)
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Die Einheit für operative Fallanalyse des schwedischen Kriminalamts ist zum vierten Mal aktiv: Nathalie, Johan, Ingemar, Angelica, Tim und Maria jagen in besten Skandinavien-Krimi-Manier einen Serienmörder. ...

Die Einheit für operative Fallanalyse des schwedischen Kriminalamts ist zum vierten Mal aktiv: Nathalie, Johan, Ingemar, Angelica, Tim und Maria jagen in besten Skandinavien-Krimi-Manier einen Serienmörder. Die Opfer scheinen nichts gemeinsam zu haben. Abgesehen von ihrem Mörder und seiner verstörenden Inszenierung.

Zahlreiche illustre Figuren, Verbrecher und Unschuldige, säumen den Weg der zur Lösung führt. Der Leser bekommt Rückblicke aus den Augen des Täters vorgesetzt, die aber so kryptisch sind, dass er selbst keinen extrem großen Ratevorteil hat.

Ermittler Johan Axberg und Psychiaterin Nathalie Svensson (zwischen denen irgendwie nie und dann doch was läuft?) werden auch wieder persönlich in die Sache hineingezogen, wenn auch nicht so extrem wie schon früher in dieser Serie.

“Eisige Dornen” ist Band 4, nach “So tödlich nah”, “Dominotod” und “Mitternachtsmädchen”. Die Titel der Bände die ich nun kenne, haben gemein, dass sie immer direkt mit den Opfern oder deren Erscheinung beziehungsweise der Tat oder den Taten an sich zu tun haben. Dennoch spoilern sie in keinster Weise.

Kurze Kapitel laden dazu ein, “nur noch schnell eines” zu lesen, daher ist man mit diesem Krimi recht flott durch, obwohl er mit 516 Seiten der bisher dickste Band ist. Ein unterhaltsamer, spannender Plot, der keine Fragen offenlässt.

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Veröffentlicht am 26.01.2020

Im Visier der Unsichtbaren

Im Netz des Lemming
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Einen großartigen Krimi hat Stefan Slupetzky hier wieder verfasst. Der sechste Roman rund um den ehemaligen Polizisten Leopold Wallisch, Lemming genannt, ist gewohnt hohe Kunst was Sprachliches angeht, ...

Einen großartigen Krimi hat Stefan Slupetzky hier wieder verfasst. Der sechste Roman rund um den ehemaligen Polizisten Leopold Wallisch, Lemming genannt, ist gewohnt hohe Kunst was Sprachliches angeht, aber auch ein Genuss.

Ein Genuss, wenn man den Lemming im Zwischenmenschlichen beobachtet. Ein Genuss ist es ebenso wenn Slupetzky auf wenigen Seiten eine ganz eigene Stimmung kreieren kann, je nach Wahl beklemmend, witzig oder spannend.

Spannung gibts in diesem Krimi natürlich auch, denn Lemming muss gemeinsam mit seinem Freund, Chefinspektor Polivka, aufklären, warum sich ein junger Bub das Leben nimmt. Kann tatsächlich eine Onlinenachricht der Auslöser sein? Aus der vorsichtigen Spurensuche wird bald eine Hetzjagd nach dem Hetzer.

Die beiden Ermittler machen unfreiwillig Bekanntschaft mit den menschlichen Abgründen des Internets und seinen sozialen Plattformen sowie mit Printmedien, die nicht immer den nötigen Faktencheck vornehmen bevor sie publizieren.

Slupetzky nimmt sich kein Blatt vor den Mund und zeigt dem Leser schonungslos die Schwächen der Medien- und Egogesellschaft auf. Ungefiltert Dinge zu glauben die man “irgendwo” liest oder rücksichtslos Falsches oder falsch Interpretierbares zu posten, ist weit verbreitet und stellt das Zwischenmenschliche auf eine harte Probe.

Neben Achtsamkeit im Internet mahnt der Autor auch ein, Parteien und Politik zu hinterfragen und somit bekommen auch diese österreichischen Akteure ganz nebenbei einiges ab. Zudem werden aktuelle Entwicklungen und Skandale in die Geschichte eingeflochten - mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

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Veröffentlicht am 25.01.2020

Liebenswert und schrullig

Ferris – Ein Kater sieht rot
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Schrullige Charaktere, allesamt Tiere (die paar wenigen Menschen zählen quasi nicht) die miteinander sprechen und einiges mit uns Menschen gemeinsam haben sowie eine witzige, unterhaltsame Geschichte bietet ...

Schrullige Charaktere, allesamt Tiere (die paar wenigen Menschen zählen quasi nicht) die miteinander sprechen und einiges mit uns Menschen gemeinsam haben sowie eine witzige, unterhaltsame Geschichte bietet dieses tolle Kinderbuch.

Kater Ferris, Eichhörnchen Uwe und Waschbär Rüdiger erleben ein paar Tage voller Sorge um ihre beiden Maus-Freundinnen und kindgerecht werden Themen wie Freundschaft, Gerechtigkeit und vieles mehr angesprochen. Es wird aber nie zu ernst und immer wieder gibt es sehr witzige, auch anschaulich beschriebene Szenen.

Durch die Illustrationen kann man sich die Tiere auch alle gut vorstellen und muss so des Öfteren schmunzeln. Und wie sich das gehört, geht das Buch gut aus und eine Ankündigung gibts noch dazu: im März 2020 soll mit "Film ab für Ferris" der nächste Band erscheinen.

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Veröffentlicht am 15.01.2020

Wie immer actionreiche Pageturner-Thrillerunterhaltung

Die Spur der Orphans
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Er zog aus um die Welt zu retten und rettet nun sich und jene, die es nötig haben: Orphan X alias Evan Smoak. “Die Spur der Orphans” ist Band 4 der Reihe um die furchtlose Kampfmaschine, ein professioneller ...

Er zog aus um die Welt zu retten und rettet nun sich und jene, die es nötig haben: Orphan X alias Evan Smoak. “Die Spur der Orphans” ist Band 4 der Reihe um die furchtlose Kampfmaschine, ein professioneller Schütze und Nahkämpfer gleichermaßen, der ursprünglich von seinem Heimatland, den USA, gezielt ausgebildet wurde.

Es gibt ein paar Nebenhandlungen, die fortlaufend sind und über Evans Vergangenheit und warum er nun ist was er ist, wird natürlich in Band 1 (“Orphan X”) am meisten erzählt. Dennoch kann man die Thriller auch unabhängig voneinander lesen und verstehen.

Und sich von Gregg Hurwitz’ spezieller Spannung und Action mitreißen lassen. Auch wenn Blut fließt, wird dennoch viel Zeit darauf verwendet, wie Evan im Hintergrund agiert, was er alles vorher plant, um dann effizient zu sein, wenn es darauf ankommt und sich nicht schnappen oder töten zu lassen. Er plant immer gewissenhaft, aber dieses Mal plant er den absolut größten Coup, der unmöglich scheinenden: Er muss den obersten Befehlshaber seines Landes umbringen, bevor dieser ihn tötet.

Nicht nur Planungen, auch technisches Wissen, im Bereich IT, Waffen oder Spionage, bekommt der Leser hautnah mit und für den Laien fügt sich das alles auch recht gut und logisch ineinander. Bei manchen Verfolgungsjagden muss Evan auch mal ein wenig Glück haben und ich würde auch nicht jede Bombenmischung die er einsetzt, zuhause ausprobieren.

Zusammenfassend sind die Bände der Evan-Smoak-Reihe aber immer actionreiche Pageturner-Thrillerunterhaltung mit einer sozialen Komponente (Evan verhilft auch Schwachen zu ihrem Recht) und viel, viel Detailwissen - und auch einer Prise (Galgen-)Humor.

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Veröffentlicht am 15.01.2020

Ende bekannt, trotzdem (oder gerade deswegen) mitreißend

Der Attentäter
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Wie schreibt man ein spannendes Buch zu einem Thema, das sehr vielen Personen und Lesern zumindest oberflächlich geläufig ist? Möglicherweise lässt sich dadurch ein bisschen Inhalt sparen, weil man Teile ...

Wie schreibt man ein spannendes Buch zu einem Thema, das sehr vielen Personen und Lesern zumindest oberflächlich geläufig ist? Möglicherweise lässt sich dadurch ein bisschen Inhalt sparen, weil man Teile der Geschehnisse voraussetzen kann. Ulf Schiewe muss das gar nicht, er schreibt sogar noch mehr dazu.

Sein historischer Thriller handelt zudem nicht nur von einem Ereignis, das vielen bekannt ist - viel schlimmer: noch viel mehr Leute wissen schon vor dem Lesen, wie das Ende ausgeht. Es ist hohe Kunst, aus wahren Begebenheiten und einem unausweichlichen Höhepunkt ein spannendes, abwechslungsreiches und lehrreiches Buch zu formen.

Mit “Der Attentäter” ist das gelungen. Über die Geschehnisse einer Woche hinweg wird der Leser an jenen schicksalshaften Tag im Jahr 1914, der Österreich einen (weiteren) Thronfolger nahm. Ohne aufdringlich zu sein, fügen sich die harten Fakten zu einer packenden Geschichte zusammen, gespickt mit Zitaten, belegten Vorkommnissen und dazu fiktiven, aber sehr passenden Anekdoten oder Charakteren.

Passender fiktiver Held ist hier Major Rudolf Markovic, in Sarajevo stationierter österreichischer “Geheimdienstler” und ein guter Ermittler. Schiewe spielt durch ihn ein “Was-wäre-wenn” und lässt Markovic dem Attentat auf die Spur kommen. Er stellt sich als guter Gegenspieler heraus, der der bekannten Geschichte einen ganz besonderen Thrill und dem Leser einige fesselnde Stunden zuteilwerden lässt.

Mit all dem war und bin ich sehr zufrieden und finde das Buch dahingehend auch äußerst gelungen. Ein Teil des Epilogs aber konnte mich nicht überzeugen, hätte doch meiner Meinung nach auch ein anderes “Happy End” durchaus ausgereicht.

Alles in allem sei dieser historische Thriller jedem empfohlen, der gute, faktenbasierte Krimis mit eingewobener Fiktion zu schätzen weiß und unauffällig wie gratis sein Geschichtswissen erweitern oder auffrischen möchte.

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