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Veröffentlicht am 20.10.2021

Die (un)schöne Welt des S(ch)eins

Das Glashotel
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Der Beginn und auch der erste Abschnitt über Paul hat mich ehrlich gesagt kaum gefesselt, sondern sogar mehr verwirrt. Ich hatte keinen richtigen Zugang und auch, wenn es sehr gut geschrieben war, hat ...

Der Beginn und auch der erste Abschnitt über Paul hat mich ehrlich gesagt kaum gefesselt, sondern sogar mehr verwirrt. Ich hatte keinen richtigen Zugang und auch, wenn es sehr gut geschrieben war, hat es so wenig Spaß gemacht.

Aber dann kam Vincent. Vincent ist nicht alleine nur deshalb interessant, weil sie eine Frau ist (im Laufe des Romans kam ich nicht umhin, Vincent für einen recht schönen Mädchennamen zu halten – wenngleich ich meine Tochter niemals so nennen würde). Sie wirkt stark und zäh, doch im Laufe der Erzählung sieht man, dass sie auch verletzlich und fast schon kindlich sein kann. Ihr permanentes Wandeln zwischen den Welten wirkt wie ein Drahtseilakt.

Auch Jonathan Alkaitis birgt eine gewisse Faszination, wobei diese immer mehr verblasst, wie der Charakter an sich. Vermutlich ist das so gewollt und auch gekonnt umgesetzt. Der Verlauf, den diese Figur nimmt, ist tragisch, faszinierend und düster zugleich. Man erlebt dies, als wäre man eine Art Voyeur, der in die intimen, bitteren Bereiche einer gescheiterten Persönlichkeit.

Man lernt auch eine Fülle an Nebencharakteren kennen. Die einen spielen eine wichtigere Rolle als andere. Die einen sind Sympathieträger, die anderen nicht und wieder andere wechseln diese beiden Schubladen. Sie halten die Geschichte zusätzlich lebendig und erheitern die ein oder andere düstere Atmosphäre oder tun genau das Gegenteil davon. Emily St. John Mandel weiß diese Figuren ganz genau einzusetzen.

Tatsächlich hatte ich mir mehr Abschnitte über das imposante Glashotel gewünscht, aber wenn man dieses Gebäude als Sinnbild, als Konstrukt der Welt des Seins und Scheins sieht, passt es dennoch sehr gut.

Auch Paul rückt am Ende wieder mehr in den Fokus und dieses Mal ist er nicht mehr so mysteriös, sondern ein vom Leben gezeichneter Mensch. Obwohl ich am Anfang nur wenig Sympathie für ihn übrig hatte, kam ich am Ende nicht umhin, ein wenig Mitleid für ihn zu empfinden.

Nach der anfänglichen Schwierigkeit habe ich in den Lesefluss gefunden und wollte stellenweise das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Es ist ein bisschen wie das Leben: Licht und Schatten wechseln sich ab. Doch zwei Botschaften habe ich am deutlichsten herausgelesen: Lebe im Hier und Jetzt, aber vertraue niemandem blind, ohne dir eine eigene Meinung gebildet zu haben.

Das Cover hat mir auch sehr gut gefallen. Etwas verträumt, etwas düster. Genau die richtige Atmosphäre für dieses Buch. Ein bisschen gestunken hat der Einband, aber das ist schnell verflogen und wenn man das Buch aus dem Laden holt, wird man davon sicherlich nichts mehr merken.

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Veröffentlicht am 13.10.2021

Spannend von der ersten Seite an

Aribella und die Feuermaske
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Schon das Cover hat mich fasziniert. Mir gefällt das mystische, düstere und doch den hellen Fixpunkt, den Aribella mit ihrer Gondel und ihrem Lächeln darstellt. Dazu kam das Setting: Fantasy in Venedig. ...

Schon das Cover hat mich fasziniert. Mir gefällt das mystische, düstere und doch den hellen Fixpunkt, den Aribella mit ihrer Gondel und ihrem Lächeln darstellt. Dazu kam das Setting: Fantasy in Venedig. Da gibt es so viele Möglichkeiten. Auch die restliche Aufmachung des Buches hat mir gefallen. Die Rialtobrücke bei jedem neuen Kapitel und die Sterne um die Seitenzahl herum geben dem Ganzen noch mal einen tollen Touch.

Der Schreibstil von Anna Hoghton ist nicht zu kindlich bzw. jugendlich und auch bei der Übersetzungen wurde offensichtlich darauf geachtet. So entsteht auch für Erwachsene ein toller Lesefluss und man kann Aribellas Geschichte ungetrübt genießen. 

Die Charaktere sind toll gestaltet. Man kann viele Charaktere ins Herz schließen und natürlich gibt es den ein oder anderen "Unsympath". Die Figuren und Masken sind fantasievoll und detailverliebt beschrieben, was auch noch mal sehr dazu beträgt, sich alles gut vorstellen zu können. 

Die Handlung fand ich sehr spannend und nicht unbedingt vorhersehbar. Gerade bei Büchern für eine jüngere Zielgruppe ist das nicht selbstverständlich. Dabei war es von der ersten bis (fast) zur letzten Seite spannend. Ein echter Lesegenuss.

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Veröffentlicht am 06.10.2021

Eiskalte Hände und (ver)brennende Leidenschaft

Right Here (Stay With Me)
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Nachdem mich die Love-NXT-Reihe so mitgenommen hat, habe ich auf die neue Reihe von Anne Pätzold hingefiebert. Obwohl ich es direkt vorbestellt habe blieben die Zweifel: Kann sie noch mal eine so gute ...

Nachdem mich die Love-NXT-Reihe so mitgenommen hat, habe ich auf die neue Reihe von Anne Pätzold hingefiebert. Obwohl ich es direkt vorbestellt habe blieben die Zweifel: Kann sie noch mal eine so gute Reihe schreiben? Kann mich ein Paar nochmal so berühren, wie es Ella und Jae-yong gemacht haben? Bisher konnte kein anderes Paar an die beiden heranreichen. 

Vorweg: Lucy und Jules haben es nicht ganz so geschafft. Aber das wäre auch so, als würde man Äpfel mit Birnen vergleichen - es wäre einfach unfair. 

Eiskunstlauf ist optisch ein wunderbarer Sport. Die Läufer*innen sehen so wunderbar elegant aus und die Sprünge sind atemberaubend. Doch körperlich und c geistig ist er anstrengend, der Leistungsdruck groß. Das ist eines der vielen Probleme, die Lucy mit sich herumträgt.

Manchmal merkt man dabei, dass sie noch auf "Der Schwelle zum Erwachsenwerden" steht. So wurde man auch sehr oft auf die Reise in ihre Gedanken genommen. Das hat mir nicht immer so zugesagt, aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Andererseits konnte man so Lucy auf einer sehr intensiven Art und Weise kennenlernen. 

Da das Buch komplett aus Lucys Sichtweise erzählt wird, lernt man ihn nicht so tiefgreifend kennen. Dennoch findet man auch zu ihm guten Zugang und fiebert mit ihm mit. 

Sehr besonders an dem Buch fand ich, dass hier nicht davor gescheut wird, mentale Herausforderungen thematisiert werden. Manchmal vielleicht ein bisschen dramatisch, was aber im Rahmen der Charaktere durchaus vertretbar ist. In den meisten Fällen hat es mir jedoch sehr gefallen, da es nicht so übertrieben war und trotz der Stärke, die Lucy immer ausstrahlen wollte, ihr etwas Zartes verliehen hat.

Auch die Nebencharaktere sind sehr gut und machen die Geschichte ein gutes Stück lebendiger und bunter.

Obwohl die Geschichte einem anderen Muster folgte, hat sie sich wieder wunderbar lesen lassen. Bei kaum einer Autorin habe ich einen solchen Lesefluss. Man kann einfach eintauchen und sich tragen lassen. 

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Veröffentlicht am 30.09.2021

Zynisch, humorvoll, tieftraurig und einfach überragend

Gespenster
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Ohne viel Vorgeplänkel nimmt einen die Hauptfigur in ihr Leben mit. Mit zynischen, bissigen und humorvollen Kommentaren sie ihr Leben und so mancher Abschnitt hat mich zum Lachen gebracht.

Aber wie es ...

Ohne viel Vorgeplänkel nimmt einen die Hauptfigur in ihr Leben mit. Mit zynischen, bissigen und humorvollen Kommentaren sie ihr Leben und so mancher Abschnitt hat mich zum Lachen gebracht.

Aber wie es im Leben eben so ist, erlebt man so auch Tiefen. Die Demenzerkrankung ist ein ebenso wichtiger wie bitterer Teil in Ninas Leben und so wird auch ein Blick hinter die Kulissen einer betroffenen Familie gewährt. Die Entwicklung hier fand ich tieftraurig und beeindruckend.

Auch die zwischenmenschlichen Beziehungen werden deutlich gezeigt. Von glücklichen Momenten bis zu Angsteinflößenden war alles dabei.

Dabei las sich das Buch jederzeit gut. Es machte dabei sogar richtig Spaß.

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Veröffentlicht am 26.09.2021

Schräg und lustig

Takane & Hana 14
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Yuki Shiwasu ist für mich eine Meisterin der Gesichtsausdrücke. Es ist immer lustig, welche Grimassen und Entgleisungen sie auf das Papier bringt. Gerade bei Takane ist das großartig. 

Der Humor ist mal ...

Yuki Shiwasu ist für mich eine Meisterin der Gesichtsausdrücke. Es ist immer lustig, welche Grimassen und Entgleisungen sie auf das Papier bringt. Gerade bei Takane ist das großartig. 

Der Humor ist mal wieder schön schräg mit viel Situationskomik.

Aktuell geht die Storyline leider nur sehr langsam voran. Zwar hat man immer eine amüsante und unterhaltende Handlung, aber zwischen Takane und Hana geht es nur sehr schleppend voran. 

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