Profilbild von zazzles

zazzles

Lesejury Profi
offline

zazzles ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit zazzles über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.05.2020

Eine schöne Geschenkidee

#stayathome. 99 Ideen gegen Langeweile zu Hause
0

Ich glaube mit der Situation, die im Titel dieses Buches beschrieben wird, ist oder war in den letzten Wochen fast jeder konfrontiert. Ich konnte zu meinem Glück weiterhin an meinem Arbeitsplatz arbeiten ...

Ich glaube mit der Situation, die im Titel dieses Buches beschrieben wird, ist oder war in den letzten Wochen fast jeder konfrontiert. Ich konnte zu meinem Glück weiterhin an meinem Arbeitsplatz arbeiten und hatte dadurch zumindest unter der Woche eine Tagesstruktur. Die Wochenenden sind allerdings ohne Sozialkontakte und Ausflüge sehr lange und einsam geworden, deshalb hat mich die Idee dieses Buches sofort angesprochen.

Die Aufmachung ist wirklich sehr schön geworden und die 99 versprochenen Ideen wurden mit ansprechenden Illustrationen, Fotos und wundervollen Farbkombinationen zusammengestellt. Das macht das Durchblättern durch die verschiedenen Anregungen sehr angenehm. Ich kann mir vorstellen, dass das Buch als Print noch einmal viel schöner wirkt, als die PDF-Datei, die ich bekommen habe.

Die Ideensammlung an sich konnte mich ebenfalls positiv überraschen. Zunächst war ich etwas skeptisch, weil die ersten beiden Ideen ("Telefonieren" und "Einen Beauty-Tag einlegen") den Eindruck erweckt haben, dass nur Sachen aufgezählt werden, die so naheliegend sind, dass ich dafür kein Buch als Inspiration gebraucht hätte. Aber danach folgten doch einzelne sehr innovative Vorschläge, die ich für diese Corona-Zeit in Selbstisolation sehr hilfreich gefunden habe. Von praktischen Ideen, bis hin zu Achtsamkeitsübungen ist eine bunte Mischung dabei, sodass jeder für sich ein paar Dinge herauspicken kann, die er vielleicht schon lange mal (wieder) machen wollte, aber bisher nie die Zeit dafür gefunden hat.

Das Buch eignet sich als eine schöne Geschenkidee für Menschen, die im Moment vielleicht besonders Mühe haben, in der aktuellen Situation Beschäftigungen für Zuhause zu finden. Wer selbst kreativ ist und sich gut alleine beschäftigen kann, wird vielleicht viele Dinge als Wiederholung finden, die er oder sie sowieso schon kennt. Insgesamt aber trotzdem eine schöne Idee, die hinter diesem Buch steckt.

Fazit:
"#stayathome" gilt aktuell wohl für die meisten von uns und deshalb kommen diese 99 Ideen gegen Langeweile zu Hause gerade richtig. Das Buch bietet eine bunte Mischung an Vorschlägen, wie man sich alleine Zuhause beschäftigen kann. Einige Anregungen sind sehr naheliegend, andere fand ich wiederum sehr innovativ und hilfreich. Das Buch ist eine nette Geschenkidee mit einer sehr schönen Aufmachung, die sich vor allem für Menschen eignet, die Mühe haben, Ideen für Aktivitäten den eigenen vier Wänden zu finden. Eine nette Ideensammlung, die von mir 4 Sterne erhält.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
Veröffentlicht am 28.04.2020

Ein etwas anderer Kriminalfall

A Good Girl’s Guide to Murder
0

Über dieses Buch bin ich mehr oder weniger zufällig gestolpert und habe mich ohne viel Vorwissen auf die Geschichte eingelassen. Am Anfang war ich etwas skeptisch, weil ich befürchtet hatte, dass sich ...

Über dieses Buch bin ich mehr oder weniger zufällig gestolpert und habe mich ohne viel Vorwissen auf die Geschichte eingelassen. Am Anfang war ich etwas skeptisch, weil ich befürchtet hatte, dass sich die Geschichte eher an jüngere Leserinnen richtet, aber diese Befürchtung hat sich letztendlich zum Glück nicht ganz bewahrheitet.

Die Story handelt von der Protagonistin Pippa, die kurz vor ihrem Abschluss steht und für ein Schulprojekt einen nicht abschliessend geklärten Kriminalfall auflösen will, der sich vor einigen Jahren in ihrer Heimatstadt zugetragen hatte. Dabei geht sie sehr gewissenhaft vor und recherchiert nicht nur die rechtlichen Aspekte ihrer Detektivarbeit, sondern stöbert auch durch die Facebook Timeline von dem damaligen Opfer Andie Bell und nimmt Kontakt mit Personen aus ihrem Umfeld auf. Ihre Ermittlungsfortschritte hält sie dabei immer in einem Protokoll fest, das auch wir Leser
innen zu Gesicht bekommen. Das fand ich sehr hilfreich, um einen Überblick über die Verdächtigen und ihre vermeintlichen Motive zu behalten.
Natürlich gefällt es nicht jedem, dass Pippa auf eigene Faust ermittelt und viel Staub aufwirbelt bei einem Fall, der eigentlich als abgeschlossen galt. Doch Pippa wird den Verdacht nicht los, dass der wahre Täter irgendwo noch frei herumläuft. Und dieser Verdacht erhärtet sich, nachdem sie schriftliche Botschaften erhält, in denen sie bedroht wird, sollte sie mit ihren Ermittlungen nicht aufhören. Doch so leicht lässt sich Pippa nicht unterkriegen und sie begibt sich mit ihrer Detektivarbeit immer mehr in Gefahr, je näher sie der Wahrheit kommt...

Die Autorin hat hier einen sehr modernen Kriminalfall geschaffen, in dem mal nicht ein betagter Polizist die Ermittlungsarbeit leistet, der bereits alles schon einmal gesehen und gehört hat, sondern eine junge Schülerin, die eigentlich bloss ein Schulprojekt durchführen wollte. Was mir sehr gut gefallen hat, sind die Recherchearbeiten der Protagonistin, die sie vor allem zu Beginn ihrer Ermittlungen durchführt. Es werden nicht nur einfach die Eindrücke von Pippa in einem Fliesstext geschildert, sondern ihre Suche nach Beweisen schrittweise festgehalten. Dies geschieht beispielsweise mit schriftlichen Protokollen von Gesprächen mit Tatverdächtigen, Skizzen, abgedruckten Einträgen eines Terminkalenders oder einen Einblick in die Facebook Pinnwand des Opfers. Diese Einschübe haben mir wirklich sehr gut gefallen und die Geschichte sehr abwechslungsreich gemacht. Ich hatte mir erhofft, dass sich diese wechselnde Stile durch das ganze Buch durchziehen würde, aber ungefähr nach dem ersten Drittel verlieren sich diese innovativen Ideen leider fast gänzlich und man liest fast nur noch einen Fliesstext, wie man es von anderen Mystery Büchern gewohnt ist. Das fand ich extrem schade, denn diese Abbildungen verschiedener Medien haben die Geschichte für mich anfänglich zu etwas besonderen gemacht und ich fand es etwas inkonsequent, dass im weiteren Verlauf plötzlich darauf verzichtet wird. Ich hätte mir gerne noch mehr Ermittlungsarbeit über Facebook und ähnliche Social Media Plattformen gewünscht.

Pippa als Protagonistin hat mir auch gut gefallen, denn hier bekommen wir mal eine Musterschülerin bzw. Streberin als Hauptcharakter vorgesetzt, die sich von den meisten 0815-Protagonistinnen aus anderen Young Adult Büchern abhebt. Der einzige kleine Kritikpunkt war nur, dass sie auf mich manchmal ein bisschen kindisch gewirkt hat. Beim Lesen hatte ich aufgrund der Beschreibungen und der Handlungen der Protagonistin bis zuletzt eher ein 14-jähriges Mädchen vor Augen, anstatt einer jungen Frau, die in Kürze aufs College gehen wird.

Der Fall an sich war gut durchdacht und Jackson schafft es immer mehr Spannung zu erzeugen, bis die Auflösung am Ende des Buches enthüllt wird, die noch die eine oder andere überraschende Wendung bereithält. Der Schreibstil ist dabei sehr einfach gehalten und führt dazu, dass man beim Lesen sprichwörtlich durch die Seiten fliegt.

Fazit:
"A Good Girl's Guide to Murder" hat zwar einen etwas sperrigen Titel, erzählt aber eine sehr erfrischende, moderne und kurzweilige Mystery Geschichte im Young Adult Bereich. Die Ermittlerin ist eine Musterschülerin, die einen ungelösten Fall aufklären will und dabei modernste Techniken wie Facebook zur Hand nimmt. Der abwechslungsreiche Erzählstil zu Beginn des Buches fand ich sehr innovativ. Leider wird dies nicht konsequent bis zum Ende durchgeführt, was ich etwas schade fand, da mir besonders der Wechsel der Stile gefallen hat. Insgesamt aber ein solider Kriminalfall, der Spannung aufbauen kann und zufriedenstellend aufgeklärt wird. Von mir gibt es deshalb vier Sterne und eine Leseempfehlung für Fans von "Pretty Little Liars" oder "One of Us is lying".

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.04.2020

Ein vielversprechender Reihenauftakt

Bloodleaf
0

Das war jetzt eher durch Zufall innerhalb einer Woche mein zweites Buch über Hexen und Magie, das ich gelesen habe. Und im direkten Vergleich mit dem anderen Buch, hat mir "Bloodleaf" deutlich besser gefallen.

Der ...

Das war jetzt eher durch Zufall innerhalb einer Woche mein zweites Buch über Hexen und Magie, das ich gelesen habe. Und im direkten Vergleich mit dem anderen Buch, hat mir "Bloodleaf" deutlich besser gefallen.

Der offizielle Klappentext fasst den Kern der Geschichte sehr gut zusammen. Im Mittelpunkt der Handlung steht die Protagonistin Aurelia, Prinzessin der Stadt Renalt. Zur Aufrechterhaltung eines Bündnisses soll sie Prinz Valentin aus Achleva heiraten. Mit diesem Schicksal hat sie sich mehr oder weniger abgefunden. Um den Worten endlich Taten folgen zu lassen, soll Aurelia zu Beginn des Buches nach Achleva reisen und ihren Verlobten kennenlernen. Doch bevor dazu alles in die Wege geleitet werden kann, überschlagen sich die Ereignisse in Aurelias Heimatstadt, woraufhin sie gezwungen wird zu flüchten. Leider verläuft auch die Flucht nicht so wie geplant und sie wird von einem ihrer Begleiter verraten, was zur Folge hat, dass sich Aurelia unter einer falschen Identität nach Achleva schleichen muss. Dort angekommen trifft sie auf Zan, den Cousin des Prinzen. Zan berichtet ihr von gefährlichen Machenschaften, die er in Achleva beobachtet hat, die nicht nur für seine Heimatstadt, sondern auch für Renalt eine grosse Gefahr darstellen könnten. Um dies zu verhindern, bittet er Aurelia um Hilfe. Sie soll mit ihren magischen Fähigkeiten das aufkommende Unheil aufhalten.

Es hat wirklich Spass gemacht, dieses Buch zu lesen und es ist mir leicht gefallen, in die Welt der Hexen hineinzufinden, die die Autorin hier geschaffen hat. Im Fokus der Geschichte stehen die beiden Städte Renalt und Achleva, was es relativ einfach macht, einen Überblick zu behalten. Während der gesamten Handlung werden immer wieder neue, interessante (Neben-)Charaktere eingeführt, von denen ich einige sehr schnell lieb gewonnen habe. Man sollte sich jedoch nicht zu sehr an alle Charaktere gewöhnen, denn die Autorin beweist sehr viel Mut, wenn es um das Schicksal ihrer Charaktere geht und es gibt einige, die das Ende des Buches nicht mehr miterleben - und leider gehören dazu nicht nur die Bösewichte. Ich fand es aber mal herrlich erfrischend, dass man beim Lesen nie sicher sein konnte, ob ein Charakter lebend aus einer Situation herauskommen wird, denn in vielen anderen Young Adult Fantasy Romanen muss man meistens nicht wirklich um das Schicksal einzelner Personen fürchten. Das war hier anders.
Generell hat die Autorin ein Händchen dafür bewiesen, mich immer wieder aufs Neue zu überraschen. Jedes Mal, wenn ich eine gewisse Vorstellung hatte, wie es weitergehen könnte, ist sie mit einem neuen Plot Twist um die Ecke gekommen, der mich fast jedes Mal eiskalt erwischt hat. Und das hat das Buch unglaublich spannend gemacht.

Aurelia als Protagonistin konnte die Handlung sehr gut tragen. Sie ist eine willensstarke, mutige Protagonistin, die nicht so schnell aufgibt und sich selbst zu helfen weiss - ohne auf die Hilfe von Männern angewiesen zu sein. Auch Zan habe ich sehr schnell in mein Herz geschlossen und die beiden Charaktere haben in meinen Augen sehr gut miteinander harmoniert. Natürlich gibt es auch in diesem Buch eine Romanze, die aber sehr subtil und eher im Hintergrund verläuft.

Der einzige Grund, warum ich dem Buch nicht die vollen fünf Sterne vergeben habe, war der etwas sprunghafte Handlungsverlauf. Ich hatte den Eindruck, dass man manchmal wie bei einem Theaterstück in einzelne Akte genauer eintauchen konnte, zwischen denen die Handlung jeweils eine sprunghafte Entwicklung macht. Dadurch hat sich das Erzähltempo manchmal etwas gehetzt angefühlt und ich hätte mir eher fliessende Übergänge zwischen den einzelnen Szenen gewünscht. Durch die temporeiche, actiongeladene Erzählweise sind für mich hin und wieder auch ein bisschen die emotionalen Zustände der einzelnen Charaktere zu kurz gekommen. Ich bin sicher, dass mich die Autorin emotional mehr hätte erreichen können, wenn sie sich für einzelne Szenen etwas mehr Zeit genommen hätte. Aber hier hat sich manchmal alles Schlag auf Schlag angefühlt, sodass man gar nicht genügend Zeit hatte, überraschende Ereignisse richtig zu verarbeiten.

Alles in allem aber ein empfehlenswerter, packender Reihenauftakt, der sehr flüssig und angenehm geschrieben wurde. Mein Interesse für die Fortsetzungen konnte definitiv geweckt werden.

Fazit:
In "Bloodleaf" entführt uns Crystal Smith in eine Welt voller Hexen und Magie und erzählt uns eine Geschichte einer jungen, starken und mutigen Protagonistin, die sich immer wieder mit neuen Gefahren stellen muss. Der Erzählstil ist sehr temporeich und actiongeladen, für meinen Geschmack manchmal etwas zu gehetzt und sprunghaft - alles in allem aber natürlich sehr fesselnd. Die vielen sympathischen Charaktere, die nicht alle lebend das Ende des Buches erreichen, machen die Story zu einem kurzweiligen Lesevergnügen. Von mir gibt es vier Sterne und eine Leseempfehlung für diesen Reihenauftakt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.04.2020

Eine Idee, aus der man mehr hätte machen können

Game of Gold
1

Ich habe schon seit Ewigkeiten kein Buch über Hexen mehr gelesen und bin letztes Jahr aufgrund der grossen Beliebtheit um das englische Original auf das Buch aufmerksam geworden. Das deutsche Cover gefällt ...

Ich habe schon seit Ewigkeiten kein Buch über Hexen mehr gelesen und bin letztes Jahr aufgrund der grossen Beliebtheit um das englische Original auf das Buch aufmerksam geworden. Das deutsche Cover gefällt mir sehr gut, wobei ich ehrlich gesagt nicht ganz sicher bin, was der deutsche Titel mit dem Inhalt zu tun hat - aber sei's drum.

Das Buch handelt von der jungen Hexe Lou, die gelernt hat, sich (mehr oder weniger) alleine durchs Leben zu schlagen. Sie hat magische Kräfte, was sie aber verheimlichen muss, um nicht von den Hexenjägern - den sogenannten Chasseuren - geschnappt zu werden. Bei einem ihrer Ausflüge passiert es dann doch, dass sie in grosse Gefahr gerät und den Hexenjäger Reid beinahe mit ins Unglück zieht. Damit dies nicht geschieht, entscheidet der Erzbischof, der eine Art Ziehvater für Reid darstellt, dass Lou und Reid heiraten müssen. Nur so verliert Reid seinen Status als Hexenjäger nicht und auch Lou kann man rechtlich nichts anhaben. Widerwillig müssen beide Protagonisten in diese Vereinbarung einwilligen und ihr Leben fortan gemeinsam verbringen. Das stellt sich als eine grosse Herausforderung an, denn wenn Reid als Hexenjäger erfährt, dass er ausgerechnete mit einer Hexe verheiratet ist, dann könnte das schlimme Konsequenzen für Lou nach sich ziehen.

Der Anfang des Buches hat mir sehr gut gefallen. Lou als toughe, freche Protagonistin, die nicht auf den Mund gefallen ist, fand ich sehr sympathisch. Sie stellt eine starke, weibliche Persönlichkeit dar, die sich zu wehren weiss. Doch ihr freches Mundwerk bringt sie auch immer wieder in brenzlige Situationen, die von ihr viel Mut und Köpfchen verlangen, um sich aus den Gefahrensituationen wieder hinauszumanövrieren. Im Vergleich dazu fand ich Reid als männlichen Protagonisten und Love Interest bis zuletzt sehr blass und langweilig. Man erfährt eigentlich nichts über ihn, ausser, dass er sehr gross ist und rostbraune Haare hat. Ansonsten scheint er keinerlei Persönlichkeit oder Charakter zu besitzen. Er folgt quasi blind den Anweisungen des Erzbischofs und hat auf mich dadurch ein bisschen treudoof und ehrlich gesagt auch etwas dümmlich gewirkt. Das hat dann auch leider dazu geführt, dass ich zwischen den beiden Protagonisten keinerlei Anziehungskraft gespürt habe und der Funke bis zuletzt nicht richtig übergesprungen ist, was die beiden als Paar angeht. Und das ist mir bei kaum einem anderen Young Adult Fantasy Roman mit einer Liebesgeschichte bisher passiert. Neben den Protagonisten gibt es noch eine handvoll Nebencharaktere, die sehr überschaubar bleiben und über die man auch nicht wirklich viel erfährt, sodass mir auch hier eine gewisse Tiefe gefehlt hat.

Leider macht sich mit der Zeit bemerkbar, dass es dem Buch an einem spannenden Plot fehlt. Während das Kennenlernen der beiden Protagonisten am Anfang noch interessant war, passiert nach ihrer Zwangsheirat gefühlt gar nichts mehr. Die beiden verbringen Zeit miteinander und that's it. Wenn ein Buch hauptsächlich aus einer Liebesgeschichte bestehen soll, dann muss diese auch überzeugen. Und das konnte sie leider nicht. Hinzu kommt, dass man praktisch gar nichts über das Worldbuilding erfährt, abgesehen davon, dass die Handlung im alten Frankreich spielt und es zwei Arten von Hexen gibt. Jegliche Hintergründe oder Erklärungen bleiben den Leserinnen vorenthalten. Und da hat die Autorin leider das Potenzial ihrer eigentlich interessanten Idee verschenkt.

Erst am Schluss kommt die Handlung endlich ins Rollen und die Ereignisse überschlagen sich am Ende des Buches. Für mich kam das leider zu spät, denn bis dahin war mein Interesse leider schon verflogen. Hätte ich mehr Hintergrundinformationen über die Welt der Hexen gehabt und wären die einzelnen Charaktere (bis auf Lou) vielschichtiger gewesen, dann hätte mir das Ende sicher besser gefallen. Aber weil man so wenig erfährt und es den Charakteren an Tiefe fehlt, fand ich das Buch insgesamt eher belanglos. Da hätte man sicher deutlich mehr herausholen können, als diese erzwungene Liebesgeschichte, die mich noch dazu, emotional überhaupt nicht erreichen konnte. Aber das mag vielleicht auch am Schreibstil liegen, der zwar flüssig und angenehm zum Lesen war, aber eher oberflächlich bleibt.

Fazit:
"Game of Gold" führt die Leser
innen mit einer toughen und frechen Protagonistin in eine anfänglich interessante Welt mit Hexen und Hexenjägern ein. Leider fehlt es dem Buch im weiteren Verlauf an einem spannenden Plot. Der Fokus wird auf eine Liebesgeschichte zu einem Mann gelegt, der bis zuletzt blass und uninteressant bleibt. Der Funke wollte bei mir nicht richtig überspringen und das gepaart mit den fehlenden Hintergrundinformationen zum Worldbuilding, hat bei mir dazu geführt, dass mein Interesse nicht geweckt werden konnte. Für diesen Reihenauftakt kann ich durchschnittliche drei Sterne vergeben. Da ist leider viel Potenzial einer guten Idee nicht ausgeschöpft worden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.04.2020

Mir hat leider der "Thrill" gefehlt

Die Frau ohne Namen
0

Auf den neuen Mystery Thriller des Autorenduos Greer Hendricks und Sarah Pekkanen war ich sehr gespannt. Ihr Bestseller "The Wife Between Us" befand sich schon seit dem Hype um das Buch auf meiner To-Read ...

Auf den neuen Mystery Thriller des Autorenduos Greer Hendricks und Sarah Pekkanen war ich sehr gespannt. Ihr Bestseller "The Wife Between Us" befand sich schon seit dem Hype um das Buch auf meiner To-Read Liste, doch dann ist mir ihr neuer Thriller zuvorgekommen. Es war mein erstes Buch der beiden Autorinnen und ich hatte hohe Erwartungen, die leider nicht erfüllt werden konnten.
Angegeben wird das Buch, wie oben erwähnt, als Mystery Thriller, was ich aber abschliessend nicht ganz unterschreiben kann. "Thriller" bedeutet für mich, dass das Buch stetig Spannung aufbaut und die Leserinnen im besten Fall so fesseln kann, dass man es nicht mehr aus der Hand legen kann. Bei "Die Frau ohne Namen" hat sich dieses Gefühl bei mir leider überhaupt nicht eingestellt und ich habe die Handlung als eher langatmig und zäh empfunden.

Im Buch verfolgen wir zwei Protagonistinnen. Auf der einen Seite haben wir Jess, eine Kosmetikerin, die eher durch Zufall in eine psychologische Studie gerät. Auf der anderen Seite haben wir die Psychiaterin Dr. Shields, die das Experiment durchführt und eine grosse Faszination für Jess zu hegen scheint. Zwischen den beiden Frauen entwickelt sich eine seltsame Abhängigkeit, die weit über das eigentliche Experiment hinausgeht. Spätestens nachdem Jess im Rahmen des Experiments einen Mann kennenlernen soll, der sich als der Ehemann von Dr. Shields entpuppt, merkt sie, dass die Psychiaterin mit ihr ein falsches Spiel spielt. Jetzt muss sie nur noch rausfinden, was für ein Spiel das ist...

Ich muss leider gestehen, dass ich die komplette Story als total unglaubwürdig empfunden habe. Allein dieses Experiment zu Studienzwecken hat für mich keinen Sinn ergeben und würde in der Realität niemals so durchgeführt werden. Doch darüber hätte ich noch hinwegsehen können, denn es handelt sich schliesslich um Fiktion. Was ich aber nicht nachvollziehen konnte, war Jess' Verhalten. Sie lässt sich ahnungslos und naiv auf das Experiment ein, in der ihr sehr intime und persönliche Fragen gestellt werden, die sie dann nach einem kurzen Zögern wahrheitsgemäss beantwortet, ohne zu wissen, was mit ihren Antworten geschieht. Doch gerade durch ihre Antworten, scheint Dr. Shields ein persönliches Interesse an ihr zu entwickeln, was sie zu keinem Zeitpunkt zu verbergen versucht. Obwohl zum Schein weiterhin von einem Experiment gesprochen wird, gehen die darauffolgenden Aufgaben weit über eine Studie hinaus. Und hier begann das Buch für mich unsinnig zu werden, den Jess stellt kaum Fragen und befolgt wie Lämmchen Dr. Shields Anweisungen (bei denen sie sich auf fremde Männer einlassen soll, was in Anbetracht der Bezahlung einer Prostitution gleichkommt). Während angedeutet wird, dass Dr. Shields aus Eifersucht handelt und einen perfiden Plan verfolgt, war mir völlig schleierhaft, was Jess' Beweggründe waren, der Psychiaterin so blind zu vertrauen.

Dieses Spielchen zwischen den beiden Frauen zieht sich dann über das ganze Buch hinweg durch. Ich bin es mir von guten Thrillern gewöhnt, dass nach und nach verschiedene Verstrickungen einzelner Charaktere aufgelöst werden, doch hier blieb das leider aus und es wurde einfach kein Licht am Ende des Tunnels ersichtlich. Anstatt, dass man das Verhalten der Charaktere besser hätte nachvollziehen können, wurden ihre Handlungen immer unsinniger und abstruser. Bis zuletzt hatte ich gehofft, dass mein Durchhalten am Ende wenigstens durch einen überraschenden Plot-Twist oder ein Aha-Erlebnis belohnt wird, doch leider blieb auch das aus. Das Ende war leider genauso bedeutungslos, wie der Rest des Buches und hat mich dementsprechend enttäuscht zurückgelassen.

Ich kann den Hype um die Autorinnen leider nicht teilen, denn ihr Erzählstil fand ich für einen Thriller sehr monoton und langatmig und die Idee hinter dem Buch konnte mich leider auch gar nicht überzeugen. Meinen Geschmack scheinen sie deshalb nicht getroffen zu haben und "The Wife Between Us" werde ich auch nicht mehr lesen. Schade, aber es gibt meiner Meinung deutlich bessere Thriller-Autor
innen.

Fazit:
"Die Frau ohne Namen" erzählt die Geschichte einer Frau, die sich auf ein psychologisches Experiment einlässt, das ungeahnte Folgen nach sich zieht. Sie entwickelt eine abhängige Beziehung zur Psychiaterin, die das Experiment durchführt und bemerkt zu spät, dass sie in die Fänge eines wirren Spiels gelangt ist. Leider konnte mich das Buch nicht fesseln und ich habe den Plot und das Verhalten der Protagonistin als unglaubwürdig empfunden. Für mich fehlte eindeutig der "Thrill" in diesem Thriller. Von mir gibt es deshalb nur enttäuschte zwei Sterne. Eine Leseempfehlung kann ich dieses Mal leider nicht aussprechen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere