Cover-Bild Mehr als das
13,99
inkl. MwSt
  • Verlag: cbj
  • Genre: Kinder & Jugend / Kinderbücher
  • Ersterscheinung: 24.03.2014
  • ISBN: 9783641125158
Patrick Ness

Mehr als das

Bettina Abarbanell (Übersetzer)

In welcher Wirklichkeit leben wir?

Ein Junge ertrinkt, verzweifelt und verlassen in seinen letzten Minuten. Er stirbt. Dann erwacht er, nackt, verletzt und durstig, aber lebendig. Wie kann das sein? Und an was für einem seltsamen, verlassenen Ort befindet er sich? Während er versucht zu verstehen, was mit ihm geschehen ist, regt sich Hoffnung bei dem Jungen. Ist das vielleicht doch noch nicht das Ende? Bietet dieses Leben vielleicht doch mehr als das?

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.07.2019

Mindfuck

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Dieses Buch ist so Mindfuck. Ehrlich. Ich würde total gerne irgendwas zu dem Inhalt sagen, nur um darüber reden zu können, aber jedes bisschen Information ist eigentlich schon ein Spoiler, denn dieses ...

Dieses Buch ist so Mindfuck. Ehrlich. Ich würde total gerne irgendwas zu dem Inhalt sagen, nur um darüber reden zu können, aber jedes bisschen Information ist eigentlich schon ein Spoiler, denn dieses Buch lebt davon, dass man keinen Plan hat. Dass man, genau wie der Protagonist, keine Ahnung hat, was da eigentlich abgeht.
Man wacht mit ihm auf, und versucht, sich eine Reim darauf zu machen, entwickelt Theorien, die teilweise echt abgedreht und krass sind, verwirft sie, bekommt Informationsbrocken und weiß vor allem nicht mehr, was eigentlich real ist.
Wie der Protagonist hinterfragt man das, was man kennt, denkt sich zwischendurch "wtf" und ist sich bis einschließlich des Endes nie so ganz sicher, was jetzt eigentlich Sache ist. Und davon lebt das Buch. Davon lebt diese Geschichte. Aber es ist ziemlich schwer, ein Buch zu empfehlen, über das man eigentlich nichts sagen will. Nur so viel sei verraten: Dies ist auch ein Buch für diejenigen, die Own Voice-Bücher suchen, in denen Homosexualität thematisiert wird.

Fangen wir mit dem Schreibstil an. Der kommt vermutlich im Original weitaus cooler rüber. Er ist manchmal geprägt von Einschüben und Unterbrechungen, sodass man wirklich das Gefühl hat, im Kopf des Protagonisten zu stecken, seine Eindrücke und Gedanken zu teilen, die in solchen verwirrten Momenten sich ganz natürlich überlagern, und genauso verwirrt zu sein wie er. Es passte für mich absolut zum Stil des Buches, und ich fand das echt cool.
Allerdings passierte es zwischendurch, dass Absätze merkwürdig gesetzt wurden, jedenfalls konnte ich manchmal wörtliche Rede nicht ganz zuordnen, aber das sind Nebensächlichkeiten.

Das Buch. Es hinterfragt die Realität, die Welt, unsere Werte und Ansichten, die Gesellschaft und vor allem auch die Psyche des Menschen. Ich mochte es, wie vielschichtig die Charaktere waren, selbst die, die gar nicht aufgetaucht sind.
Man taucht immer mal wieder in Erinnerungen ein, lernt den Protagonisten kennen, erfährt seine Geheimnisse und doch nicht alle. Man wird von Wendungen der Handlung überrascht, ist manchmal fassungslos und ungläubig ihretwegen, hat unzählige Mindfuck-Momente. Es ist einfach kein typisches Buch, sondern mehr ein Katz-und-Maus-Spiel mit der Realität und den Wahrheiten, das immer wieder das eigene Konzept (und das des Protagonisten) auf den Kopf stellt, das überrascht und infragestellt.
Und ich war gefesselt davon. Wenn ich das Buch las, vergaß ich alles um mich herum, die Geschichte zog mich in einen Sog, bannte mich an die Seiten, sodass ich ganz in diese merkwürdige Welt eintauchte, in der der Protagonist aufwacht.

Ich könnte jetzt noch so viel schreiben, aber ich habe Angst, irgendwas vorwegzunehmen, denn das Buch lebt eben davon, dass man genauso wenig Ahnung hat wie der Protagonist. Selbst eine Genre-Beschreibung würde eigentlich spoilern. Aber wenn man sich darauf einlässt, ist es ein unheimlich cooles und vor allem außergewöhnliches Leseereignis, das ziemlich gut geschrieben ist.

Fazit: Mindfuck. Eine fesselnde Geschichte, bei der man miträt, die Gedanken des Protagonisten direkt teilt, nie so ganz weiß, was real ist und immer wieder überrascht wird.

Veröffentlicht am 20.02.2017

Ein Spiel mit Wirklichkeiten

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Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
Verlag: cbt (24. März 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3570162736
empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: More than this
Preis: 17,99€
auch als E-Book erhältlich


Ein ...

Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
Verlag: cbt (24. März 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3570162736
empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: More than this
Preis: 17,99€
auch als E-Book erhältlich



Ein Spiel mit Wirklichkeiten

Inhalt:

Der 16-jährige Seth ist ertrunken. Doch plötzlich kommt er wieder zu sich. An einem ganz anderen Ort, nackt und durstig. Ist er doch nicht tot? Oder ist er in der Hölle gelandet, wie er vermutet? Denn jedes Mal, wenn er einschläft, suchen ihn Träume heim – Erinnerungen an sein vergangenes Leben, Erinnerungen an schlimme Dinge, aber auch an schöne Dinge, aber doch immer schmerzhafte Erinnerungen.

Meine Meinung:
„Mehr als das“ ist ein gelungener Genremix. Das Buch lässt sich nicht konkret einordnen, denn es beinhaltet viele verschiedene Elemente. Einerseits wirft es philosophische Fragen auf, aber es zeigt auch Thriller-Elemente und dystopische Anklänge. Auch die erste (gleichgeschlechtliche) Liebe spielt eine gewisse Rolle, genauso wie das Erwachsenwerden.

Patrick Ness versteht es, mit seinem klaren Schreibstil aus manchmal kurzen, manchmal langen Sätzen eine packende Atmosphäre heraufzubeschwören. Mich hat diese tiefgründige Geschichte sofort in ihren Bann gezogen. Ich war von der ersten Seite an gefesselt und fasziniert. An Seths Seite versucht der Leser herauszufinden, was passiert ist, in welcher seltsamen Welt/Wirklichkeit Seth sich befindet und natürlich auch, was in der Vergangenheit, also vor Seths Tod, geschehen ist. Anfangs erscheint alles ziemlich surreal und äußerst mysteriös, doch je weiter man vordringt, umso fassbarer wird die erlebte Realität. Trotzdem kann man nie ganz sicher sein, was nun real ist und was nicht. Gerade dies fand ich auch sehr spannend.

Den Protagonisten Seth habe ich ganz schnell in mein Herz geschlossen. Seine Einsamkeit, seine Verzweiflung, seine Schuldgefühle kann man leicht nachvollziehen. Bei all dem wirkt er sehr sympathisch – einfach ein netter Junge, der niemandem etwas Böses will, der wie jeder andere Mensch einfach nur geliebt werden will.

Am Ende erkennen wir: Es gibt immer mehr als das, was wir sehen. Mehr als das, was wir glauben. Mehr als das, was wir empfinden. Immer wartet noch etwas anderes darauf, von uns entdeckt zu werden.

★★★★★

Herzlichen Dank an das Bloggerportal und den cbt Verlag, die mir freundlicherweise ein E-Book als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Veröffentlicht am 21.03.2025

Richtig gut

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Ich habe bei diesem Buch zwischen Deutsch und Englisch gewechselt und finde beides ziemlich gut. Mir hat die Geschichte sehr gefallen.
Ich mochte Seth als Charakter wirklich gerne, ich mochte es, wie ...


Ich habe bei diesem Buch zwischen Deutsch und Englisch gewechselt und finde beides ziemlich gut. Mir hat die Geschichte sehr gefallen.
Ich mochte Seth als Charakter wirklich gerne, ich mochte es, wie nachdenklich und emotional vor allem die erste Hälfte des Buches war, und ich mochte auch, wie das alles zusammenpasste. Aus irgendeinem Grund musste ich trotzdem immer wieder damit kämpfen, das Buch in die Hand zu nehmen, denn obwohl ich alles daran mochte, hat es mich irgendwie erschöpft, es zu lesen, aber ich würde auf keinen Fall sagen, dass es ein schlechtes Buch ist. Ganz und gar nicht.
Auch wenn es ganz sicher nicht das ist, was ich erwartet habe. Ich weiß nicht einmal, warum, der Klappentext verglich die Geschichte sogar mit Matrix und Inception (zumindest in meiner Version), also hätte ich das alles auf jeden Fall kommen sehen müssen, aber nichts anderes (am allerwenigsten das sehr ruhige grüne Cover) hat mich nach dem ersten Teil des Buches auf alles vorbereitet, und so hat es mich völlig überrascht. Aber irgendwie hat es funktioniert.
Das Buch fühlt sich an, als würde es nach dem ersten Teil das Genre komplett wechseln, und plötzlich geht es von diesem sehr langsamen und nachdenklichen Tempo und einer Person, die versucht, ihr Leben zu verarbeiten und ihre Entscheidungen zu akzeptieren, zu einem Science-Fiction-Roman mit Kämpfen und dem Ende der Welt und so weiter, und ich habe das Gefühl, dass mich das aus der ganzen Situation hätte herausreißen sollen, aber das tat es nicht. Es fühlte sich richtig an, diesen Weg zu gehen.

Seth war ein großartiger Hauptcharakter. Er macht Fehler, ist ziemlich egozentrisch (zumindest oft, nicht immer), aber er war auch wirklich liebenswert und man hatte das Gefühl, dass er im Recht war. Ja, er hat dummes Zeug gemacht, und ja, vielleicht hat er unüberlegte Entscheidungen getroffen, und vielleicht ging es nicht nur um ihn, und er hätte manche Dinge nicht tun oder annehmen sollen, aber ... es machte Sinn, dass er so war, und es machte Sinn, warum er sich so fühlte, wie er sich fühlte, und mit all seinen Problemen und Schwächen war er trotzdem großartig.
Das Gleiche gilt für Tomasz, der bei weitem mein Liebling ist (er musste so viel durchmachen, und er ist so stark, und trotzdem schafft er es, glücklich zu sein und für sein Glück zu kämpfen, und er versucht, dass es allen besser geht, und ich liebe diesen starken kleinen Kämpfer einfach so sehr, ihr habt keine Ahnung!), und natürlich auch Regine. Sie ist auch großartig. Ein bisschen kühl, aber genauso eine Kämpferin wie der Rest, und sie versucht es auch, und Gott, ich liebe es, dass sie weiß, was sie will. Ja, sie ist voreingenommen (natürlich ist sie das), und sie könnte wahrscheinlich versuchen, besser zu sein, aber es ist so offensichtlich, woher sie kommt, und es machte für sie genauso viel Sinn, so zu sein, wie für den Rest von ihnen, und ich liebe einfach alle Figuren.

Ich mochte auch alle Geschichten und die damit verbundenen Personen, und es war wirklich interessant, die Welt kennenzulernen, in der sie alle leben. Auch der Schluss hat mir sehr gut gefallen, und zu erfahren, was mit den Charakteren passiert ist, und es hat mir ein paar Mal das Herz gebrochen, und ich habe auch ein paar Mal fast geweint, aber es war trotzdem eine schöne Geschichte. Und auch wenn es manchmal sehr düster und traurig wurde, war es mir nie zu viel. Meiner Meinung nach war es immer recht ausgewogen und hatte die meiste Zeit über sogar etwas Hoffnungsvolles an sich (auch wenn es manchmal sehr hoffnungslos war).

Das einzige, was mir an dem Buch nicht gefallen hat, war das Ende. Oder ich mag das Ende eigentlich, aber ich mochte nicht, wann das Ende angesetzt wurde. Ich wollte wirklich ein bisschen mehr darüber wissen, wie es weitergeht. Vor allem, weil ich mir von Anfang an nichts sehnlicher gewünscht habe, als dass die Eltern tatsächlich aktiv erkennen, dass sie vielleicht zwei Kinder haben und eines dieser Kinder das Gefühl hat, dass seine Eltern sich nicht so sehr um es kümmern, und ich wollte wirklich sehen, wie sie zumindest anfangen, das alles zu verarbeiten. Aber das Ende hat funktioniert, und ich bin nicht wirklich enttäuscht oder so, denn das meiste war da, und mir gefällt, wo alle Figuren (vorerst) gelandet sind.

Die Geschichte hat mir sehr viel Spaß gemacht. Wirklich überraschend, weil ich keine Ahnung hatte, worauf ich mich einlasse, und vielleicht hätte der Genre-Bruch nicht funktionieren sollen, aber irgendwie hat es doch funktioniert. Zumindest für mich. Ich mag aber auch langsame Bücher (und man muss eine Menge langsamer Szenen überstehen, bevor es richtig Fahrt aufnimmt), also vielleicht wenn man was schnelles erwartet/erhofft, dann lieber doch zu einer anderen geschichte greifen.

Veröffentlicht am 12.11.2019

kein buch für "mal eben"

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„mehr als das“ stand früher seit ewigkeiten auf meiner wunschliste. als ich es dann begonnen habe, habe ich es sofort wieder zur seite gelegt - nur um es nach kurzem überlegen doch weiterzulesen. dieses ...

„mehr als das“ stand früher seit ewigkeiten auf meiner wunschliste. als ich es dann begonnen habe, habe ich es sofort wieder zur seite gelegt - nur um es nach kurzem überlegen doch weiterzulesen. dieses buch ist nicht leicht zu lesen, was an der storyline liegt und nicht durch den schrisbstil des autoren begründet ist. der autor verwendet viele details, sodass manch kritische stelle schmerzlich real für den leser wird. die idee ist einmalig! ich bin begeistert von allen einzelnen charakteren, über die handlung, dass es plötzlich eine leere welt gibt, hat auch sicher jeder schonmal nachgedacht. ich habe das buch sehr gerne gelesen und am ende gehofft, dass es eine fortsetzung geben wird.