Cover-Bild Kleine Schwächen
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17,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Kjona Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 17.02.2026
  • ISBN: 9783910372641
Megan Nolan

Kleine Schwächen

Roman. »Ein literarisches Ausnahmetalent.« Karl Ove Knausgård
Stefanie Ochel (Übersetzer)

Ein zweifelhafter Hinweis genügt und schon wird die zehnjährige Lucy des Mordes an einer jüngeren Spielgefährtin
verdächtigt. Der Fall spaltet die Gesellschaft. Denn während das Opfer aus gutem Hause kam, lebt Lucy Anfang der 1990er-Jahre mit ihrer jungen irischen Mutter Carmel in einer Südlondoner Sozialsiedlung. Lucy ist schon häufiger auffällig geworden, und Carmel
ist vor allem Männern ein Dorn im Auge. Sie ist schön, aber abweisend, gebrochen und unerreichbar. Als ein Journalist versucht, Carmels Vertrauen zu gewinnen, bahnt sich eine mediale Hetzjagd an, angefeuert von Fremdenhass und Misogynie. Und Carmel und Lucy blicken erneut in die Abgründe, die sie aus Irland hierhergeführt haben.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.11.2025

So arbeiten also Investigativjournalisten?

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Tom ist Reporter. Er lechzt nach einer Story, die ihm den Durchbruch verschafft. Wie gut, dass ihm der Zufall dabei helfen kann. Er lernt nämlich zufällig eine Frau kennen und die lädt ihn ein, bei ihr ...

Tom ist Reporter. Er lechzt nach einer Story, die ihm den Durchbruch verschafft. Wie gut, dass ihm der Zufall dabei helfen kann. Er lernt nämlich zufällig eine Frau kennen und die lädt ihn ein, bei ihr zu übernachten. Dazu kommt es nicht. Vor dem Haus herrscht nämlich helle Aufruhr. Ein kleines Mädchen wird vermisst und alle Nachbarn suchen nach ihr. Während gesucht wird, mischt sich Tom unter die Menschen. Als klar ist, dass die Kleine getötet wurde, beginnt sofort eine Welle des Hasses gegen eine Familie. Der Spruch „Es war das Rotzblag aus der Assi Familie“ macht die Runde und Tom wittert eine Exklusivstory. Vielleicht kann er ja die Mörderin überführen und der Polizei bei ihren Ermittlungen helfen?

Alle Betroffenen, also sowohl die Familie der Toten als auch suchende Nachbarn sind sich einig. Lucy war immer schon recht seltsam und zudem wurde sie mit der kleinen Mia gesehen. Schließlich hat sie bereits vor etlichen Jahren einen Jungen aus ihrer Klasse verletzt. Tom möchte die Familie von Lucy schützen und quartiert sie kurzentschlossen in einem stillgelegten Hotel ein. Dass er nur aus Eigennutz handelt, das verrät er nicht.

"Kleine Schwächen" ist ein Buch, das das typische Gebaren von Klatschreportern zeigt. Sie haben den Mörder bereits gestellt, bevor es überhaupt ein Urteil gibt. Sie bringen das Gerede der Nachbarn ganz exklusiv und hinterfragen nur sehr selten das, was die als Tatsache berichten. Ob die kleine Lucy wirklich das Kind ermordete, es interessiert sie in keiner Weise.

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Veröffentlicht am 17.02.2026

spannendes Drama

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INHALT
Was passiert eigentlich wenn ein Mädchen stirbt und niemand weiß was genau passiert ist? Und was passiert, wenn plötzlich doch alle wissen was passiert ist? Okay, aber von vorn: Lucy wird verdächtigt ...

INHALT
Was passiert eigentlich wenn ein Mädchen stirbt und niemand weiß was genau passiert ist? Und was passiert, wenn plötzlich doch alle wissen was passiert ist? Okay, aber von vorn: Lucy wird verdächtigt ein Mädchen beim spielen getötet zu haben. Der „Fall“ ist ziemlich schnell ganz klar, die Familie passt ins Bild: soziale Unterschied, alleinerziehende Mutter und eine Rotzgöre. Ein Journalist wittert die große Chance und versucht Details zu erhaschen um eine Exklusive Story draus zu machen. Was klingt wie in einem schlechten Film, kann schnell Realität werden. Denn was genau sich zugetragen hat, will eigentlich keiner wissen. Die Täterin ist schon gefunden.

EINDRUCK UND FAZIT
Dieses Buch habe ich vor einigen Wochen gelesen, und ich habe die Handlung immer noch sehr präsent! Beruflich habe ich genau mit diesen Familien zutun. Familien und Kinder, die man schnell in eine Schublade packt, Familien und Kinder, denen man schnell eine Straftat zutraut. Im Buch gehts um Klassenunterschiede und Vorurteile. Um Geschichten und eigene Vorteile. Um Vorurteile und Nichtwissen. Es ist erschreckend, wie schnell ein besonderes Mädchen ziemlich schnell in ein Licht gerückt wird und nicht die Möglichkeit hat dies gerade zu stellen. Man glaubt ihr eh nicht. Leider passiert dies viel zu oft in der Realität. Ein sehr beeindruckendes Buch!

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Veröffentlicht am 08.05.2026

Wenn Menschlichkeit verloren geht

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„Kleine Schwächen“ von Megan Nolan ist am 17.02.2026 bei Kjona Verlag erschienen und wurde von Stefanie Ochel aus dem Englischen übersetzt. Der Roman erzählt von der zehnjährigen Lucy, die Anfang der 1990er-Jahre ...

„Kleine Schwächen“ von Megan Nolan ist am 17.02.2026 bei Kjona Verlag erschienen und wurde von Stefanie Ochel aus dem Englischen übersetzt. Der Roman erzählt von der zehnjährigen Lucy, die Anfang der 1990er-Jahre verdächtigt wird, ein anderes Kind ermordet zu haben. Während die Medien sich auf den Fall stürzen, geraten vor allem Lucy und ihre Mutter Carmel ins Zentrum einer gnadenlosen öffentlichen Hetzjagd – geprägt von Klassismus, Misogynie und Fremdenhass.

Meine Meinung

Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut, weil die Themen unglaublich stark und relevant klangen – und genau das sind sie auch. Megan Nolan schreibt scharf beobachtend über gesellschaftliche Gewalt, über Armut, Scham, weibliche Zuschreibungen und darüber, wie schnell Menschen zu Projektionsflächen gemacht werden. Besonders die Dynamik zwischen öffentlicher Wahrnehmung und tatsächlicher Menschlichkeit fand ich erschreckend gut dargestellt.

Gleichzeitig muss ich aber ehrlich sagen: Emotional hat mich das Buch leider nie ganz erreicht. Die Figuren blieben für mich über weite Strecken sehr distanziert und teilweise auch unsympathisch. Gerade dadurch fiel es mir schwer, wirklich mit ihnen mitzugehen oder eine tiefere Verbindung aufzubauen. Vielleicht war genau diese emotionale Kälte sogar beabsichtigt – schließlich erzählt Nolan von Menschen, die von ihrem Umfeld entmenschlicht werden. Trotzdem hat es mit dafür gesorgt, dass bei mir der berühmte Funke nicht ganz übergesprungen ist.

Was ich wiederum sehr gelungen fand, war die Darstellung von weiblicher Scham und gesellschaftlichen Erwartungen: „Da blieb kaum je Zeit, einmal tiefer in sich zu gehen und dem Verdacht nachzuspüren, der sich seit einiger Zeit in ihr regte, nämlich dass sie ein interessanter Mensch war.“ (S. 49)

Fazit

Am Ende bleibt für mich ein wichtiges, kluges und unbequemes Buch, das viel zu sagen hat – auch wenn es mich persönlich emotional nicht abholen konnte. Für alle, die literarische Gesellschaftsromane über Klasse, Trauma, mediale Gewalt und komplexe Frauenfiguren mögen. Wer stark charaktergebundene, emotionale Nähe sucht, könnte eventuell ähnlich empfinden wie ich. Vielen Dank an den Kjona Verlag & an netgalley.de für das digitale Rezensionsexemplar!

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