Ein fesselndes Aufbäumen im ewigen Eis
Mit dem zweiten Band ihrer Dilogie gelingt Jana Schikorra ein fantastischer Abschluss, der mich tief bewegt zurücklässt. Die Geschichte um das Schicksal Nascarnias wird nahtlos fortgeführt. Während der ...
Mit dem zweiten Band ihrer Dilogie gelingt Jana Schikorra ein fantastischer Abschluss, der mich tief bewegt zurücklässt. Die Geschichte um das Schicksal Nascarnias wird nahtlos fortgeführt. Während der Einstieg durch die Fülle an Details anfangs etwas Konzentration verlangt, entfaltet sich schnell eine packende Dynamik. Im Zentrum steht die Zerrissenheit von Gylda, deren Bindung zu Neven nach den jüngsten Offenbarungen von tiefen Rissen gezeichnet ist. Dieses fragile Geflecht aus schwindendem Vertrauen und der permanenten Bedrohung durch den Winterkönig verleiht der Handlung eine enorme psychologische Tiefe. Zwischen politischen Intrigen gewinnen die Figuren spürbar an Reife, auch wenn manche Nebencharaktere im Schatten der Hauptakteure etwas blass bleiben.
Schikorras Schreibstil ist dabei das wahre Highlight. Sie erschafft eine unglaublich lebendige Kulisse: Die majestätischen Drachen werden in ihrer Anatomie und ihrem Wesen so präzise skizziert, dass das Kopfkino sofort anspringt. Die Balance aus rasanten Luftkämpfen und intimen, verletzlichen Momenten sorgt für einen flüssigen Lesefluss, der im letzten Drittel in einen regelrechten Pageturner übergeht. Das Finale bricht einem förmlich das Herz – die bittersüßen Tränen am Ende zeugen von der emotionalen Wucht der Erzählung. Ein dritter Band wäre ein absoluter Traum, um dieses schmerzhafte, aber konsequente Ende irgendwie zu heilen. Ein echtes Must-Read!