Tandy ist die zweite Tochter eines Königspaars und damit diejenige, die ständig durch die Weltgeschichte reist, irgendwelche Eröffnungsbänder durchschneidet und Babys küsst. Es ist ein anstrengendes, eintöniges und einsames Leben und eine der wenigen Freuden, die sie hat, sind Bücher. Als sie in einem kleinen Ort aus Versehen dazu verflucht wird, in einem Bücherladen zu leben, ist das für sie eher kein Drama, zumal sie plötzlich neue Freunde und einen attraktiven Piraten kennenlernt. Doch ihre Assistentin und ihre Eltern setzen alles daran, den Fluch zu brechen und schicken ihr die sieben Kronprinzen der umliegenden Länder, um sie zu küssen ...
Ich mochte ja die Idee mit den Königreichen, in dem so viele verschiedene Wesen leben und der verfluchten Prinzessin, die sich gar nicht so verflucht fühlt. Aber die Wesen, außer dass sie ab und zu erwähnt wurden, spielten überhaupt keine Rolle, nicht mal die Shophelferin, die ein Drachenmensch (?) ist. Ob sie jetzt wie ein Drachen oder Lisa Müller von nebenan aussieht oder ist - egal. Von wegen mit den Flügeln an den Regalen stoßen, wie es im Klappentext hieß: nichts dergleichen. Genauso wie diese komische Schneckenkatze oder diese Blaukappen. Die wurden erwähnt, ja, aber ob da jetzt eine normale Katze lebt oder keine Ahnung, was diese Blaukappen sein sollten. Es wurden einfach irgendwelche Wesen erfunden, in den Raum geworfen und dann ... nichts damit angefangen.
Dazu kam, dass die Geschichte endlos langweilig war. Tandy wacht auf, macht was im Laden (verlassen kann sie ihn ja nicht), irgendein pompöser Prinz kommt vorbei, küsst sie (wieso wird eigentlich nirgends mal erwähnt, wie übergriffig das eigentlich ist?) und sie himmelt den Piraten an. Endlos. Jeden Tag dasselbe. Ein bisschen Murmeltiertag mit Magie. Die Charaktere bleiben trotz der originellen Grundidee furchtbar blass, die Geschichte ist furchtbar langatmig, der Schreibstil seltsam. (Der Pirat liegt mit verschränkten Armen auf dem Bauch? Aha?) Gefühlt alle zehn Wörter wird eines kursiv geschrieben, hallo, DAS MUSS HIER JETZT MAL VÖLLIG RANDOM BETONTWERDEN! Ich habe fünf Tage gebraucht, um das Buch zu Ende zu lesen, weil ich ständig eingeschlafen bin. Dafür jedoch ist es gut geeignet, also falls jemand Einschlafprobleme hat, hier gibt es eine cosy Lösung ohne Chemie. Die Lovestory habe ich überhaupt nicht fühlen können, das war so Insta, aber immerhin wurde das zum Schluss vom Piraten sogar zugegeben.
Um ehrlich zu sein, fand ich Tandy zwar sympathisch, aber so langweilig, dass ich mich gefragt habe, wieso sie von allen als jemand Besonderes betrachtet wird. Halbwegs interessant kam mir eigentlich nur ihre Assistentin Rose vor, die vermutlich im nächsten Band (falls es einen geben wird) mit dem Schwarzen Zauberer anbandeln wird. Im Endeffekt hat das Buch zwar nicht wehgetan, aber gelangweilt und hat sich damit bei mir ins Aus katapultiert. 2.5/5 Punkten.