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Veröffentlicht am 11.04.2024

Friedrich Fröbel und die Anfänge des Kindergartens

Die Zeit der Kinder
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In diesem Roman werden reale Fakten mit fiktiven ergänzt. Es geht darum, das Kinder früher wie junge Erwachsene behandelt wurden. Man sollte und wollte am besten nichts von ihnen sehen und hören. Man ging ...

In diesem Roman werden reale Fakten mit fiktiven ergänzt. Es geht darum, das Kinder früher wie junge Erwachsene behandelt wurden. Man sollte und wollte am besten nichts von ihnen sehen und hören. Man ging davon aus, dass Kinder von Natur aus schlecht sind. Bei Ungehorsam wurden schnell körperliche Züchtigung oder anderen Strafen wie Nichtbeachtung eingesetzt. Vor allem in der Arbeiterklasse wurden viele Kinder in Kinderverwahranstalten abgeschoben, meistens wurden diese von der Kirche geführt. Oftmals gab es dort die strengsten Regeln, um gottesfürchtige Erwachsene heranzuziehen. Und die Kinder wurden auch meist wirklich nur verwahrt.
Friedrich Fröbel und seine Wegbegleiter sahen das anders, und allen voran Fröbel hat mit seiner Pädagogik zeigen wollen, das Kinder gut sind, und sie haben dafür gekämpft, dass sie spielerisch lernen und ihre Welt erkunden konnten. Das traf zu dieser Zeit auf starken Gegenwind und Widerstände. Auch die von ihm begründeten Kindergärten wurden verboten und Kindergärtnerinnen und deren Verfechter galten als Staatsfeinde.  

Die Geschichte wird in verschiedenen Zeitebenen und anfangs auch mit mehreren verschiedenen Personen erzählt. Dies hat mir teilweise ein paar Schwierigkeiten bereitet und das Verständnis manchmal erschwert. Das fand ich nicht sehr optimal gelöst, aber die Autorin wird sich dabei etwas Bestimmtes gedacht haben, was sich mir nur nicht ganz erschlossen hat. Der Schreibstil ist aber insgesamt sehr leicht und angenehm zu lesen. Sehr gut gefallen hat mir auch das Nachwort der Autorin und die Zusammenfassung der einzelnen Personen, und die Erklärung, welche davon real waren und welche Fiktiv. Ich hätte es schön gefunden, wenn man hier vielleicht auch ein paar Zeichnungen der Spielgaben gedruckt hätte. 

Immer wieder kam in mir der Gedanke, wie gut es war, dass es Friedrich Fröbel, seine Frau Luise und ihre Mitstreiter gab, die sich für eine bessere Zukunft der Kinder und deren Behandlung eingesetzt haben. Die pädagogischen Ansätze von Fröbel waren revolutionär und nicht überall gern gesehen. Aber sie kämpften um ihre Arbeit. Eine sehr interessante Geschichte, nicht nur für "Menschen vom Fach".
Dass das Wort "Kindergarten" aus dem deutschen kommt, war mir bekannt. Aber ich wusste nichts von dem steinigen Weg den die Begründer gehen mussten. Mit dieser Geschichte erfährt man einiges über die Wurzeln der Kindergartenpädagogik.

Ich finde Titel und Cover wurden gut gewählt und spiegeln gut wieder, um was es in diesem Buch geht. 

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Veröffentlicht am 12.03.2024

Etwas durchgedreht

Grimmwald: Lasst die Felle fliegen! – Band 2
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Die beiden Fuchs-Geschwister Nany und Ted leben gemeinsam in Grimmwald. Dort sind sie im ersten Teil; den wir nicht gelesen haben, hingezogen. Nancy spielt liebend gerne mit den Eichhörnchen Baumboinken, ...

Die beiden Fuchs-Geschwister Nany und Ted leben gemeinsam in Grimmwald. Dort sind sie im ersten Teil; den wir nicht gelesen haben, hingezogen. Nancy spielt liebend gerne mit den Eichhörnchen Baumboinken, Ted hat viel Spaß mit seinen Freunden. Eines Tages taucht Sebastian Silver, der Bürgermeister aus Funkelforst in Grimmwald auf. Ted ist fasziniert von diesem erwachsenen Fuchs, kennt er doch sonst keine Füchse. Als dieser aber behauptet, Grimmwald würde zum Teil auf dem Gebiet von Funkelforst liegen, und müsse weichen, um Platz für einen Freizeitpark machen, liegt es an den Geschwistern und ihren Freunden, dies zu verhindern.

Meine 9 jährige Tochter und ich haben das Buch gemeinsam gelesen. Leider konnte es uns nicht komplett überzeugen. Die Idee des Buches ist eigentlich ganz schön und spannend. Die Charaktere sind teilweise witzig und nett, andere total überdreht und skurril. Aber irgendwie ist der Funke nicht übergesprungen, es hat auch nicht immer unseren Humor getroffen. Einige Stellen im Buch fanden wir etwas langweilig, andere recht albern. Die Steckbriefe am Anfang des Buches haben uns sehr gut gefallen und geholfen, allerdings werden dort nur die 6 "wichtigsten" Figuren vorgestellt. Man verliert recht schnell den Durchblick bei der Vielzahl an Charakteren, die in der Geschichte sonst noch so vorkommen.  

Das Cover und die vielen Illustrationen im Buch haben uns gut gefallen, die Bilder ergänzen die Geschichte sehr gut. Die kleinen Einschübe von Assel Erik Dynamit fanden wir oft etwas komisch, sinnlos und überflüssig. 

Der Schreibstil ist auch etwas schwierig. Das Buch wird für Kinder ab 7 Jahren empfohlen. Zum Vorlesen ist das Buch ja in Ordnung. Aber die meisten Kinder in diesem Alter bzw. ungeübtere Leser werden Probleme mit den vielen englischen Begriffen und Namen haben. Ich musste jedenfalls ganz oft einspringen und meiner Tochter helfen. Das hat die Leselust etwas gemindert. 




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Veröffentlicht am 11.03.2024

Ein besonderes Mädchen

Das Mädchen mit dem Porzellangesicht
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Miyo ist die Tochter des Puppenmachers Kazuki Kobayashi und seiner schwermütigen Frau. Er liebt seine Tochter über alles, von der Mutter hat Miyo leider sehr wenig. Mr. Kobayashi hat in der Vergangenheit ...

Miyo ist die Tochter des Puppenmachers Kazuki Kobayashi und seiner schwermütigen Frau. Er liebt seine Tochter über alles, von der Mutter hat Miyo leider sehr wenig. Mr. Kobayashi hat in der Vergangenheit einen Vertrag mit dem unheimlichen Advokaten Francis Fairweather geschlossen. Zu jeder Jahreszeit erhält dieser ein unschuldiges Kind von Mr. Kobayashi. Bisher waren dies immer die Puppen. Doch nach Miyos Geburt verlangt er das neugeborene Baby. Mr. Kobayashi stellt von nun an Porzellanmasken für Miyo her, die sie vor dem Advokaten verbergen. Für Miyo bedeutet die Maske zwar erst einmal Sicherheit, aber sie führt gleichzeitig ein einsames Leben, und sie darf nicht so aufwachsen wie andere Kinder. Doch Fairweather gibt so schnell nicht auf und ist fortan auf der Suche nach Miyo und fordert die Einhaltung des Vertrages ein. Das Schicksal meint es nicht gut für Miyo und nach dem Tod der Eltern muss sie ihr Leben selbst in die Hand nehmen. Dabei begegnet sie alten Freunden, Menschen, die es nicht gut mit ihr meinen, und findet aber auch immer wieder neue Freunde.

Das Cover hat mir vom ersten Augenblick an sehr gut gefallen. Es ist wunderschön gestaltet, wirkt edel und zieht die Blicke auf sich.

Der Schreibstil ist eher ruhig und entspannt. Trotzdem gelingt es der Autorin einen Spannungsbogen aufzubauen. Meiner Meinung nach erzeugt die Geschichte eine besondere Atmosphäre, stellenweise herrscht eine gewisse Melancholie und Traurigkeit, aber trotzdem wird ein gewisses Wohlfühlgefühlt erzeugt.

Die Figuren im Buch sind sehr interessant, glaubwürdig und liebenswürdig. Meine Lieblingscharaktere sind die Haushälterin Miss Whittles und irgendwie auch Lady Strix. Obwohl ich diese lange Zeit etwas unheimlich gefunden habe. Die dubiose Sammelleidenschaft von Francis Fairweather war sehr gruselig, wie eigentlich der ganze Charakter an sich.

Das Gesamtkonzept der Geschichte passt sehr gut, die Autorin bleibt im gesamten Buch ihrer Linie treu, alles ist irgendwie stimmig. Trotzdem hätte ich an einigen Stellen etwas mehr Erklärungen und etwas mehr Tiefe gut gefunden. Einige Geschehnisse werden zu schnell abgehandelt und nicht erklärt. Interessant habe ich auch die kleinen geschichtlichen und realen Hintergründe in den Randnotizen gefunden.

Natürlich freue ich mich über ein Happy End für Miyo, denn das hat sie sich mehr als verdient. Das Ende ging viel zu schnell und war wie bei vielen Sachen etwas unverständlich. Das Miyos eigene Emotionen; also ihre Tränen die Maske zum Zerfallen gebracht haben, fand ich sehr schön gewählt, aber trotzdem etwas zu wenig. Mir war in diesem Moment nicht mehr bewusst, ob Miyo in der gesamten Geschichte sonst nie eine Träne vergossen hat.

Der Verlust von Miyos Unschuld als Begründung für die Beendigung des Vertrages ist irgendwie unpassend. Hat sie diese wirklich so schnell "verloren", oder ist damit im weiteren Sinne die Liebe zum Clown gemeint? Die Autorin lässt leider vieles unkommentiert, bzw. unerklärt. Dem Leser bleibt nur die Wahl es so hinzunehmen, oder sich seine eigene Erklärung auszusuchen. Es wird zwar am Anfang in der Geschichte geschrieben, das Fairweather zu jeder Jahreszeit eins der unschuldigen Kinder von Miyos Vater zu bekommen hat. Doch es wird nicht weiter auf das Wort "unschuldig" eingegangen, und man schenkt diesem Wort dann auch überhaupt keine Bedeutung. Bis eben zu dem Moment am Ende. Es passt natürlich alles zusammen. Aber bis dieser Moment der Erkenntnis kommt, hat es bei mir etwas gedauert. Und ich war zunächst etwas "enttäuscht" beim Lesen.

Wer der Clown nun tatsächlich ist, das erwähnt die Autorin mit keinem Wort. Für mich ist es eindeutig Max. Denn alle anderen Personen, die eine wichtige Rolle in Mioys Leben hatten, sind auch wieder aufgetaucht. Und vom Gefühl her kann es auch gar nicht anders sein. Sie hat ihn damals zu seinem eigenen Schutz so schlecht behandelt, was er natürlich nie erfahren hat. Aus diesem Grund war er nun auch nicht gut auf sie zu sprechen und sie abgelehnt und war grob zu ihr.

Francis Fairweather ist zwar sauer darüber, das er Miyo nun nicht erhält, aber er ist ein Geschäftsmann und hält sich an den Vertrag. Schließlich ist er ja auch irgendwie selber Schuld, das es nicht schon viel früher zur Vertragseinlösung gekommen ist. Er hat ja "getrödelt", und anderen Angelegenheiten den Vorrang gelassen.

Insgesamt hat mir die Geschichte aber doch sehr gut gefallen, auch wenn es Höhen und Tiefen gab und die Geschichte manchmal etwas oberflächlich war. Die Idee der Autorin hat auf jeden Fall Potential. Außerdem wird eine tolle Botschaft vermittelt, nämlich die Hoffnung niemals zu verlieren und auch ein bisschen an Wunder zu glauben.

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Veröffentlicht am 29.02.2024

Bloß nicht aufgeben

Bella und die Böllersum-Bande
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In dem kleinen Dorf Böllersum leben Bella und ihre Freunde. Sie besuchen alle zusammen die kleine Dorfschule. Als diese vor der Schließung steht, versuchen die Kinder mit viel Mut und Einfallsreichtum, ...

In dem kleinen Dorf Böllersum leben Bella und ihre Freunde. Sie besuchen alle zusammen die kleine Dorfschule. Als diese vor der Schließung steht, versuchen die Kinder mit viel Mut und Einfallsreichtum, dies zu verhindern. Das kommt natürlich bei den Erwachsenen nicht immer gut an, und führt auch schon mal zu Hausarrest und Streitigkeiten untereinander. Ob es ihnen mit ihrer Revolution gelingen wird, ihre Schule zu retten? Das wird an dieser Stelle nicht verraten.

Das Cover ist ansprechend gestaltet, und zeigt einen Teil der Böllersumer-Kinder. Die Vorstellung der Kinder auf den ersten Seiten hat mir sehr gut gefallen. 
Der Schreibstil ist sehr flüssig und einfach gehalten; er passt sehr gut für die Altersgruppe. Man fliegt nur so durch die Seiten. Die kleinen Illustrationen im Buch stellen eine gute Verbindung zum Buch dar. In einem kurzem Glossar am Ende des Buches werden einige Begriffe der Revolution gut erklärt. Auch die Charaktere im Buch sind sehr sympathisch und gut beschrieben. Man kann sich alle gut vorstellen. 

In diesem schönen Buch geht es vor allem um den Zusammenhalt und die Freundschaft. Außerdem wird gezeigt, das es sich lohnt, sich für eine gute Sache einzusetzen, und Hilfe anzunehmen.

Mir hat die Geschichte und der Zusammenhalt der Kinder gut gefallen. Ich würde jetzt aber nicht so weit gehen, und das Buch mit den "Bullerbü-Geschichten" vergleichen, oder sogar gleichsetzen.


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Veröffentlicht am 15.02.2024

Lilas magische Welt

Lila Leuchtfeuer
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Die junge Lila Leuchtfeuer ist bei ihrem Vater in der Ausbildung zur Magichanikerin. Das bedeutet, das sie lernt magische Gegenstände zu reparieren. Als ihr Vater für einen Auftrag an den Königshof gerufen ...

Die junge Lila Leuchtfeuer ist bei ihrem Vater in der Ausbildung zur Magichanikerin. Das bedeutet, das sie lernt magische Gegenstände zu reparieren. Als ihr Vater für einen Auftrag an den Königshof gerufen wird, schließt er die Werkstatt. Doch Lila öffnet sie eigenhändig und sieht sich schon kurz darauf der furchteinflößenden Hexe Tremebunda Smert gegenüber, die ihr defektes Flugfass vorbei bringt. Lila nimmt den Auftrag an und hat nicht allzu lange Zeit, diesen zu erfüllen. Gemeinsam mit ihren Freunden dem magischen Hammer Hubert, dem Waldgeist Willi und dem Hexenknecht Philomeno macht sie sich an die Aufgabe und begibt sich auf ein großes, aber auch gefährliches Abenteuer. 

Das Cover ist passend zur Geschichte gestaltet und zeigt die junge Magichanikerin Lila und ihre Begleiter. Die Farben sind eher gedeckt und lassen das Cover etwas "klassisch" wirken. Die kleinen Illustrationen erwecken das Buch zum Leben und uns gut gefallen, und manchmal auch zum Schmunzeln gebracht. Sie ergänzen die Geschichte sehr gut. 

Der Schreibstil ist sehr flüssig, bildhaft und fantasiereich, aber stellenweise auch ein wenig anspruchsvoll. Das Buch ist voller magischer Figuren und Kreaturen, was uns gut gefallen hat. Lilia Leuchtfeuer ist sehr mutig und aufgeweckt. Am besten gefallen hat uns der Waldgeist Willi, der mit den Tieren sprechen kann. Immer wieder gibt es im Buch Momente, in denen die Gruppe auf Bösewichte trifft, aber zum Glück bekommen sie immer von irgendeiner Seite Hilfe angeboten und können sich so aus aussichtslosen Situationen befreien. 

Meiner 9 jährigen Tochter hat die Geschichte recht gut gefallen, und sie ist gespannt, welche magischen Abenteuer Lila und ihre Freunde wohl im zweiten Band der Reihe erleben werden. Doch eins können wir uns denken: auch wenn es nicht leicht bei der Hexe Smert werden wird, so wird Lila jedes kleine oder größere Problem mit der Hilfe ihrer Freunde beheben und lösen können.

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