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Veröffentlicht am 21.04.2021

Goldraub

Zara und Zoë - Die Tochter des Paten
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Seit dem letzten Treffen ist nicht viel Zeit vergangen und eigentlich hatte Zoe mit Zara endgültig gebrochen, macht sie diese doch für den Tod ihres Vaters verantwortlich. Doch dann wird die Tochter des ...

Seit dem letzten Treffen ist nicht viel Zeit vergangen und eigentlich hatte Zoe mit Zara endgültig gebrochen, macht sie diese doch für den Tod ihres Vaters verantwortlich. Doch dann wird die Tochter des Paten entführt und der arabische Clanführer Al-Hamsi verlangt von Zoes Boss das französische Gold. Um dieses Gold zu bekommen, verliert Bolatelli sein Onkelgehabe und zeigt Zoe sein wahres Gesicht. Ihr bleibt nichts anderes übrig, als wieder einmal ihre Zwillingsschwester zu bitten, mit ihr zu tauschen. Doch dieses Mal geht es nicht nur um Geld - ein paar Leute wollen auch Rache nehmen und so sehen sich die Schwestern wieder einmal höchst lebensgefährlichen Situationen gegenüber.

Wo Oetker draufsteht, ist auch Oetker drin. Man bekommt viele wechselnden Perspektiven, viel Mafiosiflair und zwei perfekte Schwestern, die alles können - außer es geht darum, der Handlung einen anderen Weg aufzuzwingen. Das Buch lebt von seinem guten Schreibstil und natürlich dem Personentausch, aber wie üblich darf man hier nicht allzu oft oder allzu tiefgehend nach Logik fragen. Anfangs ein bisschen zäh entwickelt es sich ab der Hälfte rasant und nimmt auf einem Trip mit, bis man am Schluss beinahe atemlos ist - aber auch ein bisschen genervt, weil gerade das Ende wieder sehr schnell kommt und sich vieles ein bisschen zu happy entwickelt. Mich ärgern bei der Reihe immer viele kleine Dinge, die wie Nadelspitzen sind, und dennoch hänge ich an dieser Nadel und werde wiederum die nächsten Bücher der Reihe lesen, von denen ich sicher bin, dass sie kommen. Die Geschichte von Zara und Zoe ist noch lange nicht zu Ende erzählt.

Veröffentlicht am 20.04.2021

Der Wolf in uns

Vardari - Eisenwolf (Bd. 1)
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Es hat eine Zeit gegeben, als die Blutleserinnen Kriegerinnen und Beschützerinnen waren. Jetzt sind sie nur noch Betrügerinnen, die den Leichtgläubigen vorgaukeln, hellsichtig zu sein. Juva will nichts ...

Es hat eine Zeit gegeben, als die Blutleserinnen Kriegerinnen und Beschützerinnen waren. Jetzt sind sie nur noch Betrügerinnen, die den Leichtgläubigen vorgaukeln, hellsichtig zu sein. Juva will nichts mit ihrer Familie, einer berühmten Blutleserfamilie, zu tun haben. Sie lebt und arbeitet mit Jägern, die Wölfe erlegen - Wölfe, deren Blut wichtig für das Reisen durch die Steine ist, Wölfe, die Juva für all das Leid, das sie erleben musste, verantwortlich macht. Doch eines Tages stellt sie fest, dass alles, was sie geglaubt hatte zu wissen, falsch ist. Und plötzlich sieht sie sich einer Verantwortung gegenüber, die sie nie haben wollte, aber auch nicht ablehnen kann, denn sie ist die Einzige, die wirklich eine echte Gabe besitzt. Ihr Leben und das derer, die sie mag, ist in Gefahr, und Juva ist keine Jägerin, die feige davonläuft ...

Pettersen hat mich bereits mit ihrer ersten Trilogie, den Rabenringen, völlig überzeugt. Und sie beweist auch hier wieder, dass sie es drauf hat, nicht nur komplexe Welten zu entwerfen, sondern auch den Leser in die Irre zu führen. Nichts ist nur gut oder schlecht, das Leben ist hart, dreckig und grausam, Helden sind verängstigt, Mörder sympathisch, gewisse Ereignisse todtraurig und keiner ist jemals der, der er zu sein vorgibt. Und genau das ist die große Stärke der Autorin. Sie wirft in die Handlung hinein und man fragt sich erst einmal, wo das Ganze hinführen soll. Gleichzeitig fesselt sie mit ihrem Stil so an die Seiten, dass es fast egal ist, worum es geht und zum Schluss ergibt alles ein schlüssiges Bild. Großes Kino, und das in einer kinofreien Coronazeit.

Veröffentlicht am 17.04.2021

Die Facetten der Magie

Tale of Magic: Die Legende der Magie 1 – Eine geheime Akademie
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Brystal lebt in einem Königreich, in dem nicht nur Magie verboten ist, sondern auch dass Frauen und Mädchen etwas anderes werden als Hausfrauen und Mütter. Im Gegensatz zu ihren Mitschülerinnen kann sich ...

Brystal lebt in einem Königreich, in dem nicht nur Magie verboten ist, sondern auch dass Frauen und Mädchen etwas anderes werden als Hausfrauen und Mütter. Im Gegensatz zu ihren Mitschülerinnen kann sich Brystal nicht damit abfinden; heimlich liest sie Bücher und lernt. Dann wird sie dabei erwischt, wie sie aus Versehen Magie wirkt und sie kommt noch im letzten Moment der Todesstrafe davon, stattdessen landet sie in einem Erziehungsheim. Dort wird sie von Madame Weatherberry entdeckt und befreit und kommt zusammen mit anderen magisch begabten Kindern auf die Akademie, die die Madame gegründet hat. Dort lernen sie, dass es gute und schlechte Magie gibt - die der Feen und die der Hexen. Doch kann es wirklich so einfach sein? Der Kampf gegen die Schneekönigin des Nordens wird es beweisen ...

Dieses Buch hat mir weitaus besser gefallen als Land of Stories, schon allein von den Messages, die hier - wenn auch gern, häufig und manchmal unter Einsatz eines Holzhammers - vermittelt werden. Zumindest bis zur Hälfte ist mir Brystal sehr sympathisch, und das wäre auch so geblieben, wenn sich der Autor nicht entschieden hätte, aus ihr eine megamächtig auserwählte Fee zu machen, die nach ein paarmal Zauberstabschwingen die Obermagierin überhaupt ist. Das hat mir ab einen bestimmten Punkt das Buch ein bisschen verleidet, zumal keine der Feen an der Akademie eine vernünftige Ausbildung erhalten hat. Ein paar der anderen Protagonisten konnten das jedoch wieder gut ausgleichen, besonders Lucy, die sich zu meiner heimlichen Favoritin gemausert hat. Alles in allem war es eine schöne Lektüre mit einigen Dingen, die mich nicht so überzeugen konnten.

Veröffentlicht am 01.04.2021

Unglücksroman

Sylt auf unserer Haut
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Maja und Robert sind seit siebenundzwanzig Jahren verheiratet und seit langer Zeit nicht mehr glücklich miteinander. Ein Urlaub auf Sylt soll das wieder ändern. Zusammen mit einem bekannten Paar wollen ...

Maja und Robert sind seit siebenundzwanzig Jahren verheiratet und seit langer Zeit nicht mehr glücklich miteinander. Ein Urlaub auf Sylt soll das wieder ändern. Zusammen mit einem bekannten Paar wollen sie auf der Insel ausspannen und sich wieder näherkommen. Doch Robert hat nur seinen Job im Kopf und Maja merkt plötzlich, dass sie auf den anderen Mann, Bernd, abfährt. Auch sie ist ihm nicht gleichgültig. Und so kommt eines zum anderen und kommt, was oder wer kommen muss ...

Auf dem Cover steht: Glücksroman. Zugegeben, das ist normalerweise nicht mein Genre, aber in der heutigen Zeit kann es selbst mich dazu verleiten, einfach mal mit einem bisschen Wohlfühlen und Urlaubsfeeling abschalten zu wollen. Ich habe nicht viel erwartet und brauchte auch nicht viel, aber was ich bekommen habe, sprengte die Grenzen dessen, was ich bereit bin mitzugehen.

Wenn auf einem Cover mit Glücksroman geworben wird, erwarte ich, dass man sich mit dem Buch wohlfühlt. Aber dieses Buch hat mir vor Ekel eine Gänsehaut beschert. Das Ehepaar, Maja und Robert: Wie die über den jeweils anderen denken, ist respektlos und jenseits dessen, was ich von einer Beziehung denke oder erwarte. Robert verachtet seine Frau, weil die ein paar Kilos zugelegt hat und keinen Sport treibt. Er findet es auch nicht verwerflich, sich nach anderen Frauen umzusehen oder ab und zu einen ONS zu haben. Maja ist keinen Deut besser. Auch sie betrügt ihren Mann und lügt, um ihre Affäre zu schützen.

Dazu kommen alle paar Seiten Sexszenen zum Abgewöhnen und die Botschaft, dass man seinen eigenen Mann nicht abweisen darf, wenn er scharf ist - es ist aber okay, einen Handjob zu tun.

Ich weiß nicht, welche Messages mit diesem Roman gesendet werden sollen, ich finde ihn weder zum Wohlfühlen noch zum glücklich sein, sondern einfach ethisch und moralisch für die Tonne.

Danke, aber nein, danke. Dieses Sylt auf der Haut ist dazu da, es schnell mit viel Wasser abzuspülen und zu vergessen.

Veröffentlicht am 29.03.2021

Hexental

Die Hexe und der Söldner
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Raffael, Wieland, Dana und Brocken haben einen ganz schön langen Weg zurückgelegt und dabei viele Gefahren er- und überlebt. Auch hier wimmelt es von intriganten Personen, hinterhältigen Assassinen, blutrünstigen ...

Raffael, Wieland, Dana und Brocken haben einen ganz schön langen Weg zurückgelegt und dabei viele Gefahren er- und überlebt. Auch hier wimmelt es von intriganten Personen, hinterhältigen Assassinen, blutrünstigen Barbaren und alles dazwischen. Doch schließlich schaffen sie es, sämtliche Hinweise, die die Hexe, hinter der Brocken herjagt, zu entschlüsseln. Auf dem Weg über das Meer und ohne Umwege über die kalten Matrosen machen sie sich auf, um sich in einen letzten Kampf zu werfen. Doch haben sie überhaupt eine Chance gegen eine so übermächtige Hexe wie die, die einst Brocken verflucht hat?

Diese Rezension bezieht sich auf das Hörbuch, und wie üblich ist es mega von Robert Frank gesprochen. Doch um ehrlich zu sein, mittlerweile war die Luft raus - der Brocken muss echt hoch gewesen sein, so dünn war die Luft in diesem Teil. Eigentlich war es nur eine Wiederholung der ersten beiden Bände; große Gefahr, Berserkerkraft, Befreiung, repeat. Zwischendurch wurde die Gefahr durch den mega-mega-mega-gefährlichen Auftragsmörder und eine gleichzeitige Gefahr mega-mega-mega-glücklich gelöst und bekam dadurch einen durchaus antiklimaktischen Beigeschmack. Auch das Ende hat mich maßlos enttäuscht. Als hätte der Autor keine Lust mehr gehabt oder eine Wette gegen eine Autorin/einen Autor von Liebesgedöns verloren, so schmalzig wurde es auf den letzten paar Minuten. So bleibt insgesamt für den Söldner und seine Gefährten zu sagen, dass es ganz nett war, aber kein Vergleich zum Totengräber oder der Krosann-Saga. Eher nett. Aber wenn ich nett will, greife ich nicht zu Sam Feuerbach.