Norderney, 1860.
Hamburg, 1860. Cora nimmt unter falschen Namen eine Stelle als Hauslehrerin bei Familie Klassen an. Gemeinsam mit der erkrankten Emmi und ihrem Vater Alexander macht sie sich auf den Weg nach Norderney ...
Hamburg, 1860. Cora nimmt unter falschen Namen eine Stelle als Hauslehrerin bei Familie Klassen an. Gemeinsam mit der erkrankten Emmi und ihrem Vater Alexander macht sie sich auf den Weg nach Norderney und entflieht ihrem alten Leben. Doch dort kommen Emmi und Cora schneller in Gefahr als ihnen lieb ist.
Onnen sieht nicht nur das Unglück, sondern wird den beiden in nächster Zeit auch als helfende Hand zur Seite stehen. Bald ist Onnen nicht nur von der wissbegierigen Emmi verzaubert, sondern auch Cora wird ihm immer sympathischer.
Doch nicht nur Cora trägt eine dunkle Vergangenheit mit sich, auch Onnen hat Geheimnisse auf seiner Heimatinsel Borkum.
Sturmland ist der erste Teil der Sturmland-Saga, welche das Schicksal von Cora Kröger und Onnen Haart erzählt. Wie gewohnt schafft es Miriam Georg eine Welt zu kreieren, die authentisch wirkt, deren kalten Luftzüge man an den eigenen Armen spürt und deren Schicksale ans Herz gehen, auch wenn Sturmland dafür etwas länger gebraucht hat.
Zu Beginn hatte ich meine Schwierigkeiten mit Cora und Onnen warm zu werden. Ich vermutet dass dies an den großen Geheimnissen lag bzw. vor allem bei Cora auf der ‚zweiten Identität‘, die von Beginn an angenommen wird und mir Cora daher etwas distanziert und unnahbar wirken ließ. Im Laufe der Geschichte verflüchtigt sich das Gefühl jedoch bald und die beiden Protagonist:innen werden mit jeder Seite sympathischer.
Insgesamt merkt man trotzdem, dass der erste Band sehr viele Stränge öffnet und nur wenige Fragen in diesem auch beanwortet werden, die ein oder andere Antwort hätte ich mir jedoch bereits gewünscht.
Besonders beeindruckend fand ich die Geschichten zur Norderney und Borkum, die perfekt in die Geschichte eingebunden und eindrücklich erzählt wurden. Wieder einmal ein tolles Werk der Autorin, die es erneut schafft, dass ich mich nicht nur unterhalten fühle, sondern auch geerdet. Ihre Bücher geben den damaligen Zeitgeist mit, zeigen die Strukturen der damaligen Zeit auf und damit auch die Veränderungen. Beeindruckend, wie sie den Geist der Zeit trifft, Gedanken der damaligen Welt widerspiegelt, damit den Fortschritt aufzeigt, aber auch deutlich macht, woher gewisse Strukturen und Denkmuster auch noch heute kommen.
Ein gelungener Auftakt der Sturmland-Saga, dessen Ende mich ganz gespannt auf Salzwind warten lässt.