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Veröffentlicht am 05.08.2020

Nettes Buch

Wenn du zurückkehrst
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Inhalt
Trevor Benson hat einen schweren Schicksalsschlag erlebt. Als Arzt beim Militär wurde es so stark verletzt, dass er körperlich teilweise entstellt ist und eine PTBS davon getragen hat. Für Trevor ...

Inhalt
Trevor Benson hat einen schweren Schicksalsschlag erlebt. Als Arzt beim Militär wurde es so stark verletzt, dass er körperlich teilweise entstellt ist und eine PTBS davon getragen hat. Für Trevor ist es unmöglich weiterhin als Arzt tätig zu sein. Als sein Großvater in New Bern auch noch verstirbt, muss Trevor seine Pläne kurzerhand ändern und reist zum Haus des Großvaters, um sich um die Bienen des alten Mannes mit dem guten Herzen zu kümmern. Dort angekommen trifft er unmittelbar auf die Polizistin Natalie, die ihm sofort den Kopf verdreht und sein Herz im Sturm erobert. Vor allem aber möchte Trevor endlich dahinter kommen, was sein Großvater ihm noch mit seinen letzten Worten versucht hat zu vermitteln.

Beschreibung
Nicholas Sparks ist für mich der Inbegriff von Romantik und Liebesromanen. Er steht für Sehnsucht, Ängste, Liebe und Geheimnisse. Dieses Gesamtpaket weist Nicholas Sparks in all seinen Filmen auf, die ich gesehen habe und ebenso in allen Büchern, die ich bisher gelesen habe. Er hat mich immerzu mitgerissen und ich hatte nicht selten Tränen in den Augen. Vor allem aber, habe ich die Charaktere sehr ins Herz geschlossen und habe das Buch immerzu mit einem lächelnden und einem weinenden Auge zugeschlagen. Denn all seine Geschichten berühren zutiefst. Gleichzeitig kommen Umgebungen hinzu, in denen ich mich sofort wohlgefühlt habe.
Leider konnte ich hier nicht die Gefühle durchleben, die mich sonst in einem Sparks Buch so sehr begeistern und mitreißen. Das Buch startet schön und endet mit Emotionen. Der Mittelteil allerdings hat mich nicht gänzlich überzeugt, was zum großen Teil an den Protagonisten in diesem Buch lag. Trevor verfügt über ein gutes Grundgerüst - Arzt beim Militär, der allerdings bei einem Einsatz verletzt wurde seitdem nicht nur entstellt ist und damit nicht mehr arbeitsfähig, sondern auch noch eine PTBS hat. Ein Gerüst, auf dem der Autor gut aufbauen kann. Allerdings macht Nicholas Sparks sich dies nicht zunutze. Als Leser hat man diese Tatsache im Hinterkopf, sie werden allerdings nicht vertieft und genauer beschrieben und haben schon einmal gar keine Auswirkungen auf den Handlungsverlauf. Generell konnte ich nicht wirklich mit Trevor sympathisieren oder eine Bindung zu ihm aufbauen, da ich ihn einfach zu wenig mit all seinen Gefühlen kennengelernt habe. Erst mit der Zeit kommen mehr Emotionen rüber, aber nie so intensiv oder gehäuft, dass ich mehr für Trevor empfinden konnte. Ähnlich erging es mir mit Natalie. Ich habe von Anfang an nicht nachvollziehen können, was die beiden füreinander empfinden und ganz nebenbei baggert Trevor Natalie auf eine äußert platte Art und Weise an. Trevor weiß ungefähr so wenig über Natalie, wie der Leser auch. Sie gibt nichts von sich preis, ist gefühlsmäßig auch eher zurückhaltend und etwas unterkühlt. Erst gegen Ende des Buches verrät Natalie mehr über sich und ihre Vergangenheit. Allerdings hatte ich immerzu das Gefühl, dass sie mit Trevor nicht sonderlich nett umgeht. Natalie kann sich nicht entscheiden was sie will. Mal öffnet sie sich Trevor, dann wieder geht sie ihm aus dem Weg und versucht Abstand zu gewinnen. Am Ende spitzt sich das Ganze dann auch noch zu, was ich ehrlich gesagt nicht so ganz nachvollziehen konnte. Die Situation mit ihrem Mann ist wahnsinnig erschreckend und traurig. Ich fand es allerdings gut, dass sie Trevor in ihr „Geheimnis“ einweiht und ihn mitnimmt. Dass das wiederum im Geschlechtsverkehr endet war dann doch mehr als unsensibel.
Den einzigen Charakter, den ich ins Herz geschlossen habe, war der Opa von Trevor, obwohl ich ihn nie wirklich kennengelernt habe. Er scheint ein so liebevoller und herzlicher Mann gewesen zu sein, der die Menschen so genommen hat, wie sie nun einmal sind, ohne sie in Schubladen zu stecken. Auch die Liebe zu seinen Bienen fand ich unheimlich sympathisch.
Callie mochte ich von Seite zu Seite ebenfalls immer etwas mehr, da man einfach mehr über sie erfahren hat und ihre Art begründet war.
Natürlich gab es auch einige positive Seiten des Buches. Beispielsweise fand ich die Umgebung wieder einmal wunderschön. Ich mag die Szenerie, die Nicholas Sparks in seinen Büchern schildert. Vor allem die Geschichte um den Honig und die Bienen fand ich klasse und hat mich begeistern können. Des Weiteren hat Nicholas Sparks alle Handlungsstränge toll miteinander in Verbindung gesetzt, sodass am Ende alles einen Sinn gemacht hat und es zu einem Ende kommt, mit dem ich überhaupt nicht gerechnet habe. Der Schreibstil von Nicholas Sparks hat dem ganzen noch die Krone aufgesetzt. Ich mag seine Art zu schreiben. Flüssig, herzlich und mit Umgebungen, die einen verzaubern. In diesem Buch hat sich der Autor für die „Ich-Perspektive“ des Protagonisten Trevor entschieden, der aus der Vergangenheit heraus erzählt.

Fazit
Für mich insgesamt ein schönes Buch, dem es allerdings an den typischen Sparks-Emotionen fehlt. Die Handlungen wurden allerdings toll miteinander verwoben und haben wunderbar aufeinander aufgebaut. Der Schreibstil von Nicholas Sparks hat mich auch hier wieder gepackt und ich habe das Buch relativ schnell weggelesen. Insgesamt ein nettes Buch, wohl aber nicht das Beste von Nicholas Sparks. Daher gibt es 4 Sterne von mir.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.07.2020

Spannender Roman

Das Haus, das in den Wellen verschwand
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Inhalt
Lana und Kitty sind beste Freundinnen. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg und wollen sich ihren großen Wunsch einer Weltreise erfüllen. Als sie auf die Crewmitglieder der „Blue“ treffen steht ...

Inhalt
Lana und Kitty sind beste Freundinnen. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg und wollen sich ihren großen Wunsch einer Weltreise erfüllen. Als sie auf die Crewmitglieder der „Blue“ treffen steht für die beiden schnell fest, dass sie auf der Yacht anheuern. Hier warten eine Menge neuer Bekanntschaften und Erfahrungen. Doch eine wichtige Regel auf der Yacht ist, dass man sich nicht auf Mitglieder der Crew einlässt und etwas mit ihnen anfängt. Zu doof nur, dass einige der Crewmitglieder sehr attraktiv sind und plötzlich verschwindet auch noch ein Crew Mitglied. Lana weiß nicht mehr was sie glauben soll. Wie gut, dass sie Kitty hat, der kann sie doch trauen, oder?

Beschreibung
Dies ist nach „Der Sommer in dem es zu schneien begann“ mein zweites Buch der Autorin. Wie beim ersten Buch auch schon, hat mich die Aufmachung des Covers angesprochen, denn es schreit förmlich nach einem leichten sommerlichen Roman, der den Leser abholt und zu einem Ausflug ans Meer einlädt. Aber ich bin ja bereits schlauer und habe mir bereits gedacht, dass mich nicht das erwartet, was sich aufgrund der Aufmachung des Buches vermuten lässt und was soll ich sagen - ich wurde nicht enttäuscht!
Lucy Clarke entführt den Leser mit einem wundervollen, leichten und intensiven Schreibstil - von dem man glaubt, man wäre selbst vor Ort - in die maritime Welt von Lana und Kitty ein und macht bereits auf den ersten Seiten deutlich, dass es sich bei diesem Buch nicht um einen fröhlichen Sommerroman handelt. Besonders überzeugt haben mich die wundervollen Landschaftsbeschreibungen. Der „Duft“ des Meeres und der Yacht, die Orte, das Meer - herrlich.
Zwischenzeitlich war ich etwa gelangweilt von dem Buch - aber Vorsicht: ich hatte ziemlich viel Stress auf der Arbeit/in der Uni, daher habe ich seeehr wenig gelesen und das Buch über längere Zeit nicht gelesen. Es kann also auch gut sein, dass diese Momente der Langeweile aufgekommen sind, weil ich nicht gelesen habe oder ich habe das Buch nicht gelesen, weil es mir zu starke Längen hatte. Für meinen Geschmack hätte Lucy Clarke die Spannung rund um das Verschwinden von Josef aufrecht erhalten können und mehr Spannungselemente aufnehmen können. Stattdessen wurde die Thematik kurzzeitig wieder fallen gelassen und die Geschehnisse werden nicht so schnell aufgedeckt, wie ich es mir gewünscht hätte.
Lucy Clarke hat dieses Buch aus der Vergangenheit und Gegenwart geschrieben. Daher weiß man als Leser schnell, was passiert ist, allerdings nicht zur Gänze, denn es fehlen natürlich viele wichtige Details, die man erst nach und nach erfährt und das sogar leider erst mit viel Langsamkeit und am Ende dann geballt.
Mit Lana und Kitty konnte ich zuerst nicht so richtig warm werden, was vor allem an den Namen lag, zu denen ich sofort eine Stereotypie im Kopf hatte. Lana habe ich dann dennoch relativ schnell gerne gemocht und ins Herz geschlossen. Sie ist ein sehr ehrlicher und fairer Mensch, die sich durch ihre Hilfsbereitschaft auszeichnet und ihr gutes Herz. Kitty hingegen gehört eher zu den Nebencharakteren, erfüllt aber ihren Zweck, auch wenn sie mir nicht so ganz sympathisch ist, wie Lana. Letztendlich weckt sie bei mir eher negative Gefühle, aber überzeugt euch selber von ihr. Jedes der Crewmitglieder - und das waren einige - werden mit ihrer Geschichte nach und nach vorgestellt. So kann man als Leser bereits erste Tendenzen erkennen und sich überlegen, wie die Geschehnisse zusammenhängen, was für die Spannung des Buches spricht.

Fazit
Insgesamt eigentlich ein sehr schönes und vor allem auch spannendes Buch - auch wenn man es ihm nicht ansieht. Ich weiß nicht genau woran es lag, ob an meinem Stress oder daran, dass mir der Inhalt nicht zur Gänze gefallen hat, trotzdem hat mir das Buch nicht gänzlich zugesagt. Eine Bewertung von 4 Sternen halte ich demnach für angemessen.
An dieser Stelle möchte ich auch noch kurz das Hörbuch empfehlen. Als ich mit dem Lesen absolut nicht weitergekommen bin, hab ich stellenweise - ca. ab der Hälfte des Buches, angefangen das Hörbuch zu hören. Es wurde toll vertont und ich konnte dem Inhalt ebenso gut folgen wie im Buch.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.07.2020

Wundervolles Buch zum Träumen, welches die Wanderlust weckt!

Eine Reise durch Deutschland in 100 ungewöhnlichen Bildern und Geschichten
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Als ich das Buch in den Händen hielt war es sofort um mich geschehen! Das Format des Buches, das tolle Cover und neben einem der schönsten Gerüche - nämlich dem Geruch nach einem neuen Buch - ist es auch ...

Als ich das Buch in den Händen hielt war es sofort um mich geschehen! Das Format des Buches, das tolle Cover und neben einem der schönsten Gerüche - nämlich dem Geruch nach einem neuen Buch - ist es auch noch relativ dick. Damit hat es bei mir das Gefühl erzeugt, dass es sich um ein ganz besonderes Buch handelt und hat diese Hoffnung erfüllt.
Das Buch wird mir einem wunderschönen Foto eröffnet, das sich auf einer Doppelseite erstreckt. Gleich darauf folgt ein Editorial, eine kleine Einleitung die verschiedenste Orte innerhalb Deutschlands aufgreift und in einigen Sätzen zusammenfasst. So hat man gleich Lust, sich in dem Buch fallen zu lassen und sich auf die Reise zu begeben, wobei ich schon gestehen muss, dass es gar nicht so einfach ist, nur ein Urlaubsziel heraus zu suchen, denn sobald man in das Buch eintaucht, werden einem die wunderschönsten Städte und Landschaften vorgestellt.
Zuvor allerdings findet man noch ein Inhaltsverzeichnis, was für eine tolle Struktur des Buches sorgt. Als Leser und Reisender ist es von großem Vorteil, wenn man im Inhaltsverzeichnis nach einer bestimmte Stadt schauen kann. Diese Struktur zieht sich auch weiterhin durch das Buch. Denn Deutschland wurde in Norden, Osten, Süden und Westen unterteilt. Vor jeder dieser Unterteilungen befindet sich eine Karte mit Nummerierungen, was perfekt ist, um eine Reise zu planen und um abschätzen zu können, ob eine Sehenswürdigkeit auf dem Weg liegt oder man einen kleinen Abstecher dorthin machen kann.
Jeder vorgestellte Reiseort wird mit einem kleinen charmanten Zitat eingeleitet und meist auch mit einem Foto. Teilweise wurden zu einigen Orten mehrere Seiten geschrieben, manchmal allerdings auch nur eine Seite. Der Schreibstil hat mir dabei sehr gut gefallen. Er ist nicht platt und auch nicht zu „informativ“ und „sachlich“ wie bei einem Reiseführer, sondern mit etwas Charme und viel Intelligenz. Es werden kleine „geheime“ Orte in den Texten geschildert, aber auch einige Informationen. Alles wird eher wie eine Geschichte geschrieben und erzählt nicht nur von den schönen Dingen der Orte, sondern auch von den Dingen, die evtl. nervig sind und die es auch nicht lohnt sie zu besichtigen. Der Text lässt sich somit angenehm und schnell lesen und bleibt dabei sogar noch hängen. Dennoch muss ich sagen, dass ich mir etwas mehr Foto gewünscht hätte und dafür etwas weniger Text, denn Bilder sagen häufig doch mehr aus und laden zum Reisen an, als purer Text, auch wenn dieser sehr wert- und gehaltvoll ist.
Im hinteren Teil des Buches befindet sich noch ein Register, so kann man nach ganz spezifischen Zielen suchen. Ungünstig ist hierbei nur, dass man den Ort kennen muss, an welchem sich die „Sehenswürdigkeit“ befindet.

Insgesamt ein wirklich schönes Buch, das mir wohl noch etwas besser gefallen hätte, wenn es mehr Fotos beinhaltet hätte und dafür ein klitzekleines bisschen weniger Text oder mehr Seite. Für mich ist auch das Format in Ordnung. Ich mag es sehr gerne, da es für mich persönlich ein Buch zum Stöbern und informieren ist. Wenn ich allerdings auf Reisen wäre, bspw. mit einem Camper, so ist das Format des Buches natürlich sehr ungünstig und unhandlich.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
Veröffentlicht am 01.06.2020

Ein Emotional unterkühltes Buch

Never Let Me Down
5

Inhalt
Rachel hat kurz vor ihrem 18 Geburtstag einen traurigen Schicksalsschlag hinnehmen müssen. Ihre Mutter ist nach einem langen Kamp gegen eine schwere Erkrankung gestorben. Nun bleibt Rachel nichts ...

Inhalt
Rachel hat kurz vor ihrem 18 Geburtstag einen traurigen Schicksalsschlag hinnehmen müssen. Ihre Mutter ist nach einem langen Kamp gegen eine schwere Erkrankung gestorben. Nun bleibt Rachel nichts anderes übrig, als in ein Heim zu gehen. Denn zu ihrem Vater Frederick, ein bekannter Sänger, hat sie keinen Kontakt. Das Einzige was Rachel von ihm Hand sind die Songs auf ihrem iPod und ein paar schlechte Erinnerungen an ein Konzert von ihm, zu dem sie unbedingt gehen wollte. Nur Haze, Rachels aller bester Freund und ihre Zukunftspläne an die Claiborne Prep School zu gehen halten sie aufrecht. Dann taucht Frederick im Heim auf und möchte für Rachel da sein. Sie nähern sich einander an. Doch da sind so viele unbeantwortete Fragen bei Rachel, die sie sich einfach nicht traut zu stellen. Wie gut, dass sie auf der neuen Schule durch ihre Freunde Aurora und Jake etwas abgelenkt wird und tolle Gesprächspartner in ihnen findet. Besonders Jake hat es ihr angetan. Doch von ihrer Mutter hat Rachel jahrelang eingebläut bekommen, vorsichtig zu sein und sich nicht so schnell auf Männer einzulassen, vor allem nicht ungeschützt mit ihnen zu interagieren. Nur kann Rachel überhaupt richtig lieben und kann sie in Frederick einen Vater sehen, obwohl er ständig unterwegs ist und im Rampenlicht steht?

Beschreibung
Ich habe bereits zwei Bücher von Sarina Bowen gelesen, die mir damals in guter Erinnerung geblieben sind. Es handelte sich dabei um die ersten beiden Teile der Ivy-Years Reihe. Was mich überzeugt hat, waren vor allem die Charaktere, die mich emotional abgeholt haben und alle etwas ganz besonderes waren mit ihren Geschichten, ihren Schicksalsschlägen und ihren körperlichen Einschränkungen. Sie alle haben sich zu selbstbewussten Charakteren entwickelt, bei denen auch die Liebesgeschichte eine große Rolle gespielt hat. 
Ähnliches habe ich nun auch von diesem Buch erwartet und wurde leider enttäuscht. Rachel konnte ich von Anfang an nicht richtig packen und das hat sich leider bis zum Ende so hingezogen. Ich habe sie als unfassbar schüchternes und zurückhaltendes Mädchen kennen gelernt, die ein ausgeprägtes Regelverhalten hat und sich durchweg vernünftig verhält. Der Tod ihrer Mutter nimmt sie stark mit und man spürt durch das gesamte Buch hinweg, dass sie darunter leidet und sie den Tod nicht so schnell vergisst, was mir sehr gut gefallen hat, denn bei vielen anderen Büchern fallen solche Schicksalsschläge immer schnell hinten über. Doch egal was Rachel auch erfährt, sie rastet nie aus, bricht in Tränen aus oder wird unfassbar böse. Obwohl teilweise wirklich Sachen abgelaufen sind, bei denen bei vielen Menschen schon das bekannte Fass zum Überlaufen gebracht worden wären. Am Ende des Buches habe ich auf genau so einen emotionalen Ausbruch gewartet, auf charakterliche Weiterentwicklung seitens Rachel. Leider war diese Hoffnung umsonst und Rachel war auch am Ende des Buches stark verunsichert, zurückhaltend und hatte großen Respekt davor, zu ihren eigenen Gefühlen und Meinungen zu stehen.
Jake war mir in seinen E-Mail so sympathisch. Ich mochte seine nerdige und gleichzeitige zauberhafte süße Art. Bis Rachel und Jake dann das erste Mal aufeinander getroffen sind, hat es etwas gedauert. Dies hat für einen kleinen Moment der Vorfreude und Spannung gesorgt und war auch angemessen. So hatte die Handlung etwas Zeit anzulaufen und nicht alles startete unmittelbar und ballte auf den Leser ein. Das Aufeinandertreffen war total niedlich und ich habe mich so gefreut Jake nun „live“ kennen zu lernen. Er hat mich auch nicht enttäuscht. Ein nerdiger gut aussehender Typ, der ehrgeizig ist und das Herz am rechten Fleck trägt. Nur die Beziehung von Rachel und Jake läuft nicht so richtig an. Ich weiß nicht, was die Beiden zusammenhält, was sie zusammenbringt, was sie verbindet. Da sind kaum Gefühle im Spiel und wenig Unterstützung. Leider verbringt man als Leser auch nicht sonderlich viel Zeit mit den Beiden. Die Liebesbeziehung läuft fast durchgängig nur so nebenbei ab. Bis es dann zu dem Punkt kommt, an dem die Beiden mehr voneinander möchte. Doch Rachel kann es nicht, denn ihre Mutter hat ihr ja mit erhobenen Zeigefinger immer wieder eingerichtet zu verhüten und aufzupassen. Kein Wunder, dass Rachel sich dann nicht gänzlich öffnen kann, wenn sich jeder Gedanke darum dreht. Was mich allerdings wundert, ist dass ihr Kumpel Haze sie spontan und ungefragt an der neuen Schule besucht und sie im Bett im Prinzip überfällt. Auch ihr sträubt sich Rachel zwar, aber sie geht mit ihm etwas weiter, als es mit Jake möglich war, obwohl sie ihn ja eigentlich liebt. Rachel zieht bei Haze erst recht spät die Bremse. Und Haze? Tja…nach ihrem Abschied aus der Heimat hört man von Haze kaum was. Der eigentliche Abschied von ihm als Charakter ist dann für den Leser zum Zeitpunkt der Bettgeschichte gekommen. Von nun an ist das Kapitel Haze abgeschlossen. Lediglich ein Brief von Rachel ist noch drin, den sie aber mit so viel Angst und Respekt schreibt, dass einem wieder deutlich wird, diese Protagonistin hat sich nicht weiterentwickelt.
Ähnlich wie mit Haze verhält es sich auch mit den Großeltern von Rachel und gleichzeitig Eltern von Frederick. Nach dem weihnachtlichen Desaster werden sie einfach aus der Geschichte verbannt. Keine Versöhnung, kein erneuter Streit, kein neutrales aufeinander Treffen. Da fragt man sich als Leser doch wirklich, was sich die Autorin dabei gedacht hat. Leider wird auch die quirlige Aurora immer mehr in den Hintergrund der Handlung gerückt und als Leser erfährt man somit nicht mehr sonderlich viel über sie.
Insgesamt konnte ich zu keinem der Charaktere eine Bindung herstellen. Keiner von ihnen hat mich wirklich gepackt und ich konnte leider auch mit keinem von ihnen wirklich sympathisieren. Alles in allem fehlten ihnen echte und besondere Charakterzüge, die man sich doch wirklich als Leser wünscht, damit man ein unvergessliches Leseerlebnis hat und die Charakter lange nicht vergisst.
Nun komme ich zum Schreibstil der Autorin. Und bis auf die von mir schon mehrfach genannte Tatsache, dass dieses Buch emotional nicht besonderes packend ist, hat die Autorin einen flüssigen Schreibstil, der sich aufgrund der kurzen klaren Sätze schnell weglesen lässt. Spannungselemente sind kaum enthalten, stattdessen einige Längen und Zeitsprünge, die mir ab und zu entgangen sind, so dass ich mich gefragt habe, woher diese Handlung auf einmal kommt.

Fazit
Leider kann ich diesem Buch von Sarina Bowen nur 3 Sterne geben. Es hat mich nicht von sich überzeugen können. Den Charakteren fehlte es an Tiefe, Authentizität und Entwicklung. Einige Handlungen wurden abgeschlossen, obwohl noch viele Fragen im Raum standen und Nebencharaktere tauchten plötzlich nicht mehr auf. Mich konnte sowohl die Handlung nicht abholen, als auch nicht die Charaktere. Das Beste für mich an diesem Buch war tatsächlich das Cover und Jake und Aurora. Es hat unheimlich lange gedauert, bis ich dieses Buch beendet habe, da ich es mich leider nicht gepackt hat und ich oftmals nicht wirklich Lust hatte es zu lesen. Das Ende wurde in einem Zug abgehandelt und alle meine Hoffnungen auf ein spannendes Ende zunichte gemacht. Ich erhoffe mir, dass das nächste Buch von Sarina Bowen wieder überzeugen wird.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 15.05.2020

Grausam und Verstörend

Verity
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Inhalt
Lowen ist eine Kriminal- und Thrillerautorin. Doch ihre Bücher laufen nur schleppend. Das liegt vor allem daran, dass Lowen sich gerne zurückzieht und mit andere Kontakte meidet. Lesereisen sind ...

Inhalt
Lowen ist eine Kriminal- und Thrillerautorin. Doch ihre Bücher laufen nur schleppend. Das liegt vor allem daran, dass Lowen sich gerne zurückzieht und mit andere Kontakte meidet. Lesereisen sind für die junge Autorin nichts, schon gar nicht, nachdem ihre Mutter gestorben ist. Die Vergangenheit sucht Lowen in regelmäßigen Abständen immer wieder heim. Doch eventuell könnte ihre Karriere einen Aufschwung erleben, denn sie wird vom Verlag zu einem Gespräch eingeladen und soll für die berühmte Thriller-Autorin Verity ihr Buch beenden, denn diese hatte einen schweren Autounfall und kann ihr Buch nicht alleine zu Ende schreiben. Lowen ist hin und her gerissen, aber dann überzeugt sie der gut aussehende Jeremy und zugleich Mann von Verity. Um die Recherchen zu vereinfachen, zieht Lowen bei der Familie ein und stößt dabei auf dunkle Geheimnisse…

Beschreibung
Ich habe schon ein paar Bücher von Coolen Hoover gelesen und war immerzu begeistert von ihren wunderschönen Handlungen, in denen die besonderen Arten der Liebe dominierte und einen großen Platz eingenommen haben. Als nun Verity erschienen ist, war ich erst verwundert, als ich es nicht in den Regalen der Jugendbücher vorgefunden habe, sondern auf einem kleinen Tisch bei den Young Adult Regalen. Nachdem ich dann allerdings auf sämtlichen Seiten im Internet dieses Buch entdeckt habe und immer die Sprache davon war, dass es so unfassbar gut ist und spannend, konnte ich nicht anders und musste es unmittelbar lesen. Und was soll ich sagen?! Auch für mich war dieses Buch ein Highlight. Denn ich hätte nie mit einer solchen Geschichte gerechnet!
Sicherlich handelt es sich bei der Geschichte um keine neu erfundene Handlung, allerdings habe ich selber noch kein Buch gelesen, dass eine solche Handlung beinhaltet. 
Interessant war es vor allem, dass man am Ende richtig hinter das Licht geführt wurde und man letztendlich nicht wusste, was wirklich als Wahrheit gelten konnte und was nicht. Teilweise hatte ich schon so Angst nachts auf die Toilette zu gehen, obwohl ich teilweise blutrünstige Thriller und auch Psychothriller lese. Dennoch hat mich die Handlung einfach nicht losgelassen, da sie so verstörend und furchteinflößend ist. Es werden grausame Handlungen so detailliert beschrieben, dass man sich fragt, wie jemand nur so etwas tun kann. Und vermutlich hat mir das Buch deshalb auch so gut gefallen, weil es kein Blatt vor den Mund nimmt und schonungslos die Geschichte von Verity und ihrer Familie erzählt. Das i-Tüpfelchen darauf ist, dass wir sowohl aus der Perspektive von Lowen in die Handlung mitgenommen werden als auch aus der Perspektive von Verity selbst, nämlich in Form von ihrem Manuskript, das einem am Ende mit Unsicherheit zurücklässt und sprachlos macht. Ehrlich gesagt habe ich kurze Zeit überlegt, Coolen Hoover anzuschreiben oder im Internet zu recherchieren, ob ich herausfinden kann, was ihre Gedanken zu dem Ende sind, wie sie für sich das Ende sieht. Diese vielen heftigen, hasserfüllten und grausamen Elemente haben allerdings auch dafür gesorgt, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte und die Seiten nur so vorüber geflogen sind. Der Schreibstil war spannend und flüssig - abgesehen von ein paar Längen, die gerne noch mit mehr Spannungselementen hätten gefüllt werden können, wobei das Buch das sicherlich nicht mehr ins Genre der Romane gefallen wäre.
Die Charaktere fand teilweise unnahbar. Leider konnte ich mit keinem wirklich sympathisieren. Selbst Crew hat in mir manchmal ein mulmiges Gefühl geweckt, während ich bei Verity und Jeremy ein Wechselspiel der Gefühle durchlebt habe. Immer mal wieder war ich davon überzeugt, dass Jeremy hinter all den Geschehnissen steckt. Dann wiederum habe ich dem Manuskript glauben geschenkt und war entsetzt, teilweise angeekelt darüber, was in Verity vorging und konnte mir einfach nicht vorstellen, was sich in ihr abgespielt hat.
Nun möchte ich noch kurz auf das Cover eingehen und naja, es passt zu den bisher erschienen Büchern der Autorin und lässt sich damit gut einordnen. Allerdings sollte vielleicht schon irgendwo vermerkt und verzeichnet werden, dass dieses doch recht leichte und auf der anderen Seite mysteriöse Cover nicht das hält, was es verspricht. Denn eine leichte Liebesgeschichte ist dieses Buch definitiv nicht!

Fazit
Von mir gibt es für dieses Buch 4,5 Sterne. Ich war sehr begeistert von den Spannungselementen, den vielen Verwirrungen und der Brutalität. Allerdings hätte ich mir davon etwas mehr gewünscht, so dass man das Buch ins Genre der Thriller einordnen kann, denn bei den Liebesgeschichten oder den „Young Adult“ Romanen hat es für mich nichts zu suchen. Nichts desto trotz eine klare Empfehlung und für mich auf eines der Bücher, die ich als ein „Lesehighlight“ deklarieren würde. Die Handlung ist ergreifend, spannend, abartig brutal und krank und dennoch grandios und klasse durchdacht! Und obwohl es nun schon ca. eine Woche her ist, dass ich das Buch beendet habe, beschäftigt es mich noch immer, denn vor allem das Ende hat mich nachdenklich gemacht und ich frage mich noch immer, was wahr ist und was Lüge.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere