Licht, Schatten und ganz große Gefühle
„And Midnight Fades to Dawn“ ist für mich ein wirklich gelungenes Finale und ich bin ehrlich gesagt ziemlich zufrieden aus der Geschichte herausgegangen. Gerade bei Reihenabschlüssen habe ich oft Angst, ...
„And Midnight Fades to Dawn“ ist für mich ein wirklich gelungenes Finale und ich bin ehrlich gesagt ziemlich zufrieden aus der Geschichte herausgegangen. Gerade bei Reihenabschlüssen habe ich oft Angst, dass plötzlich alles viel zu schnell passiert und offene Fragen irgendwie nebenbei abgearbeitet werden. Hier hatte ich dieses Gefühl zum Glück nicht.
Besonders Cass und Nox haben es mir wieder angetan. Cass ist eine starke Protagonistin, ohne dabei perfekt zu sein. Sie trifft Fehler, zweifelt und muss mit den Konsequenzen ihrer Entscheidungen leben, was sie für mich sehr greifbar macht. Auch Nox fand ich wieder unglaublich interessant. Hinter seiner geheimnisvollen und teilweise düsteren Art steckt wesentlich mehr, als man zunächst denkt. Besonders seine inneren Konflikte und die Frage, zwischen welchen Welten er eigentlich steht, machen ihn für mich zu einer der spannendsten Figuren.
Die Dynamik zwischen den beiden funktioniert für mich weiterhin richtig gut. Ihre Beziehung ist nicht einfach nur romantisch, sondern wird durch Misstrauen, unterschiedliche Vorstellungen und ihre Vergangenheit immer wieder auf die Probe gestellt. Gerade dadurch fühlt sich ihre Entwicklung für mich glaubwürdig an.
Auch der Weltenaufbau konnte mich wieder überzeugen. Die Gegensätze zwischen Licht und Schatten, die verschiedenen Höfe und die Magie sorgen für eine richtig schöne, düstere Fantasy Atmosphäre. Ich hätte mir stellenweise sogar noch etwas mehr Tiefe gewünscht, weil die Welt unglaublich viel Potenzial bietet und ich gerne noch mehr über ihre Geschichte, die Magie und die verschiedenen Völker erfahren hätte.
Ganz perfekt war es für mich trotzdem nicht. Manche Entwicklungen gingen mir etwas zu schnell und an einigen Stellen hätte ich mir mehr Raum für bestimmte Charaktere und Erklärungen gewünscht. Das hat meinen Lesespaß aber kaum beeinträchtigt, weil mich die Geschichte emotional einfach gepackt hat.
Was mir besonders gefällt, ist, dass die Geschichte trotz der Liebesgeschichte nicht nur daraus besteht. Es geht auch um Macht, Vorurteile, Loyalität, Schuld und darum, ob man die Erwartungen anderer einfach akzeptiert oder seinen eigenen Weg geht.
Für mich ist „And Midnight Fades to Dawn“ damit ein würdiger Abschluss. Magisch, emotional, düster und mit Charakteren, die mir wirklich ans Herz gewachsen sind. Kleine Schwächen gibt es, aber insgesamt hat mich die Geschichte einfach abgeholt und genau das ist für mich am Ende entscheidend. Ganz klar 5 Sterne.