Die gefährlichsten Gegenstände in Auschwitz
„Sie halten etwas in Händen, das in Ausschwitz streng verboten ist und das, wenn man es bei ihnen fände, einem Todesurteil gleichkäme. Mit diesen Gegenständen, die so gefährlich sind, dass ihr Besitz die ...
„Sie halten etwas in Händen, das in Ausschwitz streng verboten ist und das, wenn man es bei ihnen fände, einem Todesurteil gleichkäme. Mit diesen Gegenständen, die so gefährlich sind, dass ihr Besitz die Höchststrafe nach sich zieht, kann man nicht schießen und genauso wenig hauen, stechen oder schneiden.“ (Seite 12)
Es handelt sich dabei um Bücher – und die 14-jährige Dita Adlerova ist die Hüterin der Bücher in der Bibliothek von Lager BIIb, dem „Familienlager“ von Auschwitz. Übertragen wurde ihr diese ehrenvolle Aufgabe von Fredy Hirsch, dem charismatischen und doch rätselhaften Leiter einer geheimen Schule, wo die Kinder des Familienlagers trotz eines ausdrücklichen Verbots durch die Lagerleitung unterrichtet werden.
Ditas Alltag ist von unmenschlichen Lebensbedingungen und ständiger Angst geprägt. Doch ihre Tätigkeit als Bibliothekarin und die Bücher sorgen zumindest für ein bisschen Ablenkung und ermöglichen ihr, für kurze Zeit den sie umgebenden Schrecknissen zu entfliehen.
Ditas Geschichte, die auf der wahren Biographie der Holocaust-Überlebenden Dita Kraus beruht, wird in einer einfachen, aber umso eindringlicheren Sprache erzählt. Auf übertriebene Dramatik oder Actionszenen wird verzichtet, diese wären auch nicht nötig, schließlich ist die Realität dramatisch genug.
Ditas Erlebnisse und Gedanken werden anschaulich geschildert. Sie tritt als starke Persönlichkeit in Erscheinung, die immer wieder großen Mut beweist und trotz der Umstände, unter denen sie aufwachsen musste, ihre Menschlichkeit bewahrt. Auch sonst sind die auftretenden Personen nachvollziehbar und teilweise facettenreich gezeichnet, sodass ein guter Eindruck von der Atmosphäre in einem Konzentrationslager entsteht.
Außerdem wird die Wichtigkeit von Literatur deutlich, auch und gerade in dunklen Zeiten, wo diese Wichtigkeit - wie der Autor im Nachwort bedauert – von manchen bezweifelt wird.