Auf diesem "Feld" gibt es viele großartige Geschichten zu ernten
Dieser Roman ist eigentlich eine Sammlung kurzer Geschichten, welche alle durch ein Band zusammengehalten werden. Es kommen verschiedene Verstorbene eines Ortes zu Wort, welche auch dem sogenannten "Feld", ...
Dieser Roman ist eigentlich eine Sammlung kurzer Geschichten, welche alle durch ein Band zusammengehalten werden. Es kommen verschiedene Verstorbene eines Ortes zu Wort, welche auch dem sogenannten "Feld", dem Friedhof, begraben liegen. So entspinnt sich ein Geflächt aus Beziehungen zueinander, welches sich erst nach und nach für den Leser öffnet.
Meines Erachtens liegt die Stärke dieses Buches in den hervorragenden sprachlichen Fähigkeiten von Robert Seethaler in Kombination mit seinen ganz fein eingewebten philosophischen Gedanken zum Leben, der Liebe, Verlusten und dem Sterben. Es handelt sich dabei jedoch nicht, wie vielleicht zu erwarten wäre, um einen tottrurigen Roman. Nein, an vielen Stellen blitzten durchaus amüsante Sätze durch, die einem ein Lächeln auf die Lippen zaubern.
Insgesamt lässt sich der großartige Lesegenuss inhaltlich mit einem Zitat aus dem Roman unterstreichen: "Als Lebender über den Tod nachdenken. Als Toter vom leben reden. Was soll das? Die einen verstehen vom anderen nichts. Es gibt Ahnungen. Und es gibt Erinnerungen. Beide können täuschen." Ich hätte am liebsten noch mehr von diesen Ahnungen und Erinnerungen gelesen, doch darin liegt die Würze bei Seethaler, er hält sich kurz und lässt nicht den Hauch von Langatmigkeit aufkommen.