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22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 240
  • Ersterscheinung: 04.06.2018
  • ISBN: 9783446260382
Robert Seethaler

Das Feld

Wenn die Toten auf ihr Leben zurückblicken könnten, wovon würden sie erzählen? Einer wurde geboren, verfiel dem Glücksspiel und starb. Ein anderer hat nun endlich verstanden, in welchem Moment sich sein Leben entschied. Eine erinnert sich daran, dass ihr Mann ein Leben lang ihre Hand in seiner gehalten hat. Eine andere hatte siebenundsechzig Männer, doch nur einen hat sie geliebt. Und einer dachte: Man müsste mal raus hier. Doch dann blieb er. In Robert Seethalers neuem Roman geht es um das, was sich nicht fassen lässt. Es ist ein Buch der Menschenleben, jedes ganz anders, jedes mit anderen verbunden. Sie fügen sich zum Roman einer kleinen Stadt und zu einem Bild menschlicher Koexistenz.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.08.2018

Mit Tiefgang

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„Zum Schluss habe ich den letzten Vorhang gelüftet und gesehen: Dahinter ist nichts.“
Mit diesem Fazit meldet sich Hannes Dixon, Reporter und Herausgeber des Paulstädter Boten, zu Wort. Er ist einer der ...


„Zum Schluss habe ich den letzten Vorhang gelüftet und gesehen: Dahinter ist nichts.“
Mit diesem Fazit meldet sich Hannes Dixon, Reporter und Herausgeber des Paulstädter Boten, zu Wort. Er ist einer der Toten, die auf dem Feld, dem Friedhof in Paulstadt, ihre „Stimme“ erheben.
Neunundzwanzig ehemalige Paulstädter Bürger berichten aus ihrem Leben. Der Autor reiht ihre Schilderungen kommentarlos aneinander; doch finden sich in etlichen Erzählungen Bezüge zu vorangegangenen Kapiteln. Die Verstorbenen klagen nicht, sie ziehen Bilanz, geben Schlüsselszenen ihres Lebens oder sehr kurzgefasste Lebensbeschreibungen wieder - je nach Charakter knapp oder etwas ausführlicher. So entsteht kein Roman im herkömmlichen Sinn; skizzierte Lebensentwürfe verschiedener Kleinstadtbürger, die sich zu Lebzeiten mehr oder weniger gut kannten, setzen das Bild vom Leben in einer kleinen Gemeinde zusammen.
So kurz die einzelnen Kapitel gehalten sind, so knapp formuliert Seethaler auch seine Aussagen. In schlichter, ungeschönter Sprache lässt er die Verstorbenen für sich sprechen: von ruhigem Alltag, Erinnerungen an Katastrophen, von Geschäftsinteressen oder kleinen, scheinbar nebensächlichen Ereignissen. Doch von den scheinbar unkomplizierten Geschichten und der einfachen Sprache sollte man sich nicht täuschen lassen: Robert Seethalers Roman hat - wie bei ihm gewohnt - Tiefgang, er ist bestimmt kein „Leichtgewicht“.

Veröffentlicht am 08.08.2018

Ein dichter, poetischer und philosophischer Roman, der die literarische Qualität seines Vorgängers bestätigt

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Robert Seethaler, Das Feld, Hanser Berlin 2018, ISBN 978-3-446-26038-2

Bei zahllosen Besuchen der Gräber meiner Verwandten auf unserem Friedhof in den letzten Jahren und bei unzähligen Beerdigungen, die ...

Robert Seethaler, Das Feld, Hanser Berlin 2018, ISBN 978-3-446-26038-2

Bei zahllosen Besuchen der Gräber meiner Verwandten auf unserem Friedhof in den letzten Jahren und bei unzähligen Beerdigungen, die ich als Pfarrer leitete, in den letzten beiden Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts habe mich oft gefragt, was wohl all die Toten um mich herum erzählen würden, wenn sie auf ihr Leben nach einiger Distanz von wo auch immer zurückblicken könnten.

Zu Beginn des neuen kleinen Romans von Robert Seethaler, der gleich nach seinem Erscheinen die Bestsellerlisten anführt, sitzt ein alter Mann auf seiner Bank auf dem Friedhof des erdachten Städtchens Paulstadt. Immer sitzt er da und hat sehr oft den Eindruck, die Toten würden ihm ihre Geschichten einflüstern.

Und Robert Seethaler lässt sie erzählen. Oft sind es nur wenige Sätze, manchmal bedrückende Lebensgeschichten. Da ist der depressive Pfarrer, der eines Tages die Kirche anzündet und dabei umkommt. Viele andere Tote nehmen in ihren Berichten auf dieses unglaubliche Geschehen Bezug, von dem ganz Paulstadt noch sehr lange spricht.
Da ist die Frau, die 67 Männer hatte, aber nur einen wirklich liebte. Die Frau, die an ihren dicken Mann denkt, mit dem sie viel Spaß hatte, auch im Bett und die einfach glücklich war mit ihm.

Die vielen kleinen Porträts verweben sich mit der Zeit miteinander und deutlich wird so etwas wie eine kleine Sozialgeschichte einer kleinen Stadt mit all ihren Geheimnissen und kleinen und großen Geschichten. Egal, was die Toten über ihr Leben zu sagen haben: Robert Seethaler konfrontiert mit ihren Erzählungen den Leser mit existentiellen Fragen: Was macht eigentlich ein Leben aus? Was macht mein Leben aus? Wann kann man am Ende des Lebens sagen, man habe gut gelebt? Gibt es überhaupt so etwas wie ein gutes Leben, wenn es doch früher oder später mit dem Tod endet, ein Tod, der in vielen Geschichten quälend gekommen ist und für nicht wenige eine Erlösung war.

Robert Seethalers Buch, in dem 29 Tote auf ihr Leben zurückblicken, übt je länger je mehr einen regelrechten Sog aus auf den Leser, weil er sie so lebendig schildern lässt, was ihr Leben ausmachte. Sehr tröstlich ist, dass die meisten Erzähler ihren Tod relativ gelassen nehmen.
Einer drückt das so aus:
"Im Grunde genommen verstehe ich ja nichts von der Liebe, und vom Leben weiß ich nur, dass man es zu leben hat. Aber immerhin habe ich jetzt vom Sterben eine Ahnung: Es beendet die Sehnsucht, und wenn man stillhält, tut es gar nicht weh."

Ein dichter, poetischer und philosophischer Roman, der die literarische Qualität seines Vorgängers bestätigt.



Veröffentlicht am 29.06.2018

Ein ruhiges Buch zum nachdenken und einhalten im Tagesfluss

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Das Feld von Robert Seethaler, erschienen im Hanser Berlin Verlag am 4. Juni 2018.

Das Feld ist ein Gräberfeld in einem erfundenen Ort und wir erfahren von den Toten aus ihrem Leben, manchmal auch wie ...

Das Feld von Robert Seethaler, erschienen im Hanser Berlin Verlag am 4. Juni 2018.

Das Feld ist ein Gräberfeld in einem erfundenen Ort und wir erfahren von den Toten aus ihrem Leben, manchmal auch wie sie gestorben sind. Es sind miteinander verwobene Geschichten da die Toten sich im Leben zum Teil gekannt haben da sie in einer Kleinstadt gelebt haben. Es entsteht sozusagen ein Portrait der Stadt wie die einzelnen Personen sie erlebt haben.

Der Autor schickt uns in vielen kurzen Kapiteln auf die Suche danach was das Leben ist, was es ausmacht und was für Ereignisse wichtig sein können. Wie schon in „ein ganzes Leben“ ist es die Ruhe und die Gelassenheit, die dieses Buch ausmachen und auszeichnen. Die Geschichte entblättert sich langsam und Leben entsteht durch die Schnittpunkte, die die Stimmen miteinander haben. So erfahren wir manche Geschichte erst wirklich in der Summe der einzelnen Gedanken. Seethaler wertet nicht. Fast alle scheinen aus dem Grab zufrieden mit dem gewesen zu sein was sie gelebt haben, wenn nicht wird es einfach in der Erinnerung aufgehübscht. Viele der Personen wirken in den Gedanken über ihr gelebtes Leben weiser als sie zu Lebzeiten gewesen sind.

Es ist ein ruhiges Buch, ohne erkennbaren Höhepunkt in sanften Worten, manchmal schon poetisch erzählt. Klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 17.06.2018

Ein großartiger Blick auf das Leben - von den Toten

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Inhalt:
Wenn die Toten auf ihr Leben zurückblicken könnten, wovon würden sie erzählen? Wäre es eine Geschichte oder die Erinnerung an einen Moment, an ein bestimmtes Gefühl, eine Regung?

Rezension:
Robert ...

Inhalt:
Wenn die Toten auf ihr Leben zurückblicken könnten, wovon würden sie erzählen? Wäre es eine Geschichte oder die Erinnerung an einen Moment, an ein bestimmtes Gefühl, eine Regung?

Rezension:
Robert Seethaler ist hier ein Meisterwerk aus allem gelungen. Er lässt viele sehr unterschiedliche Bewohner Paulstadts nach ihrem Tod von bzw aus ihrem Leben erzählen. Dieses Buch ist nicht nur eine wunderbare Geschichte vieler Menschen und damit auch ihrer Stadt - Paulstadt, sondern es ist vor allem eine Hommage an das Leben.
Das Buch macht nachdenklich, berührt, wirft Fragen auf- vor allem aber hat es mich begeistert! Große Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 01.06.2018

Wundervolles Buch, das zum Nachdenken anregt

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In “Das Feld“ geht Robert Seethaler der Frage auf den Grund, was die Toten des Paulstädter Friedhofs wohl nach ihrem Tod erzählen würden und gibt den Verstorbenen eine Stimme.

Ganz Verschiedenes hätten ...

In “Das Feld“ geht Robert Seethaler der Frage auf den Grund, was die Toten des Paulstädter Friedhofs wohl nach ihrem Tod erzählen würden und gibt den Verstorbenen eine Stimme.

Ganz Verschiedenes hätten sie wohl zu berichten und als Leser hört man bei einem Spaziergang über den Friedhof die einzelnen Personen sprechen. Der eine erzählt unverblümt aus seinem Leben, ein anderer stellt sich die Frage 'Was wäre gewesen, wenn?' und der nächste berichtet von seinem eigenen Tod.

Von der ersten Seite an taucht man ein in Paulstadts Welt und lauscht den verschiedenen Geschichten, Erzählungen und Überlegungen der verstorbenen Bewohner.

Die einzelnen Protagonisten werden kurz aber markant und eindringlich beschrieben. Zu allen kann man beim Lesen schnell eine Verbindung aufbauen und man bekommt eine recht genaue Vorstellung der Personen und der detailliert und bildlich geschilderten Handlungsorte.

Nach und nach erkennt man die Verknüpfungen zwischen den einzelnen Erzählungen und alles fügt sich harmonisch zu einem verständlichen Gesamtbild zusammen.

Seethaler ist es gelungen, mich von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln. Die einzelnen erzählten Episoden der unterschiedlichsten Charaktere haben mich beim Lesen sehr berührt.

Für das wundervolle Buch, das zum Nachdenken anregt vergebe ich eine klare Leseempfehlung.