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Veröffentlicht am 11.10.2021

Keine einfach zu lesende Geschichte

Der Uhrmacher in der Filigree Street
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Der Uhrmacher in der Filigree Street von Natasha Pulley, erschienen im Klett-Cotta Verlag am 18. September 2021.

London, Oktober 1883. Es ist Thaniel Steepletons Geburtstag und er findet in seiner spärlich ...

Der Uhrmacher in der Filigree Street von Natasha Pulley, erschienen im Klett-Cotta Verlag am 18. September 2021.

London, Oktober 1883. Es ist Thaniel Steepletons Geburtstag und er findet in seiner spärlich eingerichteten Wohnung, in der er alleine lebt, eine goldene Uhr, die sich aber nicht öffnen lässt und die auch nicht funktioniert. Einige Monate vergehen und plötzlich funktioniert die Uhr und warnt ihn vor einem Bombenanschlag. Anstatt nach Hause zu gehen und sich über die glückliche Fügung zu freuen, begibt er sich schnurstracks zu dem Uhrmacher in der Filigree Street um heraus zu finden, warum er die Uhr hat und ob Keita Mori etwas mit dem Bombenanschlag zu tun hat.

Mir ist es sehr schwer gefallen in dieses Buch hineinzufinden. Ich hatte schon über die Hälfte gelesen und überlegte aufzugeben, gab der Geschichte aber noch eine weitere Chance und siehe da, die Geschichte erklärt sich dann doch noch selbst.

Die Geschichte dreht sich hauptsächlich um Thaniel Steepleton, Keita Mori und Grace, eine junge Physikstudentin, die es schaffen muss, ein Stipendium zu erhalten, oder einen Mann zu heiraten, der es zulässt, dass sie sich der Wissenschaft verschrieben hat.

Die Geschichte spielt im viktorianischen England und es gibt einige Rückblicke ins vergangene Japan, dass zwischen Krieg und Öffnung für westliche Werte schlingert.

Das Buch hat einige Steampunkelemente und findet in einer alternativen Welt statt, wo Geräusche für manche Menschen Farbe haben können und Andere wiederum können die Zukunft sehen.

Das Buch hat Längen und die Autorin übertreibt es etwas mit den Nebelkerzen. Die Geschichte zu Ende gelesen ergibt aber ein stimmiges Bild und erklärt am Schluss auch die losen Fäden, die sich im Laufe der Geschichte angesammelt haben. Man braucht halt mehr Geduld, um in die Geschichte reinzukommen und man stolpert öfter über die “Fäden“, die nicht ins Bild passen.

Der Schreibstil wirkt altmodisch, passend zum gelungenen Setting im viktorianischen England und im sehr traditionellen Japan.

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Veröffentlicht am 11.10.2021

Kein gewöhnliches Fast Food

Ran an die Fritteuse
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Ran an die Fritteuse: Viel mehr als nur die besten Pommes deines Lebens von Su Vössing, erschienen im Becker Joest Volk Verlag am 24. September 2021.

Die Rezepte, die ich ausprobiert habe, sind aufwändig, ...

Ran an die Fritteuse: Viel mehr als nur die besten Pommes deines Lebens von Su Vössing, erschienen im Becker Joest Volk Verlag am 24. September 2021.

Die Rezepte, die ich ausprobiert habe, sind aufwändig, aber lecker gewesen. Zum ersten Mal hat mein Mann tatsächlich abgefallene Panade vom Servierteller genascht. Sonst ist er gar kein Freund der mehligen Umhüllung.

Die Einführung ins Leben mit dem Öl Topf ist schon mal gelungen, auch die kleine Fettkunde ist übersichtlich und hätte mir vor einigen Monaten sehr geholfen als ich mir wieder eine normale Fritteuse ohne Fettsparfunktion ausgesucht habe. Im Augenblick bin ich sehr happy mit einem Teil, was ich fast komplett in die Spülmaschine tun kann und welches mein Öl nach dem Abkühlen filtert und in einer Kartusche ablegt. Brauchte ich auch unbedingt, da sich dann z.B. von den Hähnchenunterschenkeln einiges abgelöst hatte und man sowas nicht so gerne im Öl hat. Damit spart man sich dann auch das Fett zum Schwebeteilchenentfernen von Hand durch zu sieben. Nach der Beschreibung im Buch würde ich sofort die Fritteuse, die ich im Augenblick nutze, gekauft haben. Perfekte Beratung also.

Die Rezepte erfordern öfter etwas mehr Kochverstand bzw. sind für Kochanfänger eher nicht geeignet. Das ist dann schon die Küche für Fortgeschrittene. Champignons im Bierteig oder Kroketten Rezepte sucht man vergebens.

Es gibt eine Einführung in die Welt der Fritteuse, Rezepte eingeteilt in

Fritten-Workshop
Vegetarisch
Fleisch und Geflügel
Fisch und Meeresfrüchte
Süß und luftig

Am Ende des Buches sind Dips, Saucen und Dressings noch einmal aufgelistet, was ich praktisch finde, da man sich so die wundervollen Saucen findet, ohne das ganze Buch durchzuforsten, wo die stehen könnte.

Was mich etwas enttäuscht hat ist der Fischteil. Die meisten Rezepte kann ich aufgrund einer Allergie nicht essen. Meine Kaufempfehlung ist, dass man sich das Buch im Buchhandel mal durchblättert und nachsieht, ob man die benötigten Küchenutensilien hat, ob man wirklich im Freien Frittieren möchte. Ansonsten sollte man sich einen sicheren Platz in der Küche aussuchen und auch einen Platz zum Wegräumen haben.

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Veröffentlicht am 08.10.2021

Weihnachten bei Kluftinger, beinhaltet keinen Krimi aber viel Privates

Morgen, Klufti, wird's was geben
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Morgen, Klufti, wird's was geben: Eine Weihnachtsgeschichte von Volker Klüpfel und Michael Kobr, erschienen im Ullstein Hardcover Verlag am 24. September 2021.

Wenn die Frau zwei Tage vor Weihnachten ...

Morgen, Klufti, wird's was geben: Eine Weihnachtsgeschichte von Volker Klüpfel und Michael Kobr, erschienen im Ullstein Hardcover Verlag am 24. September 2021.

Wenn die Frau zwei Tage vor Weihnachten einen Unfall hat, sich Besuch aus Japan angesagt hat und den Allgäuer Weihnachtserlebnis erwartet, dann wird das auch für einen Kluftinger mehr als eng.

Dies ist der ultimative Adventskalender für Klufti Fans. In 24 Kathastropen, äh, Kapiteln, kann man sich herrlich auf Weihnachten mit seinen selbst hergestellten Katastrophen freuen. Es ist kein normaler Klufti Krimi, und er lässt noch mehr als sonst den Macho raushängen, was mich diesmal, obwohl gehäuft, nicht so stört, wie es das bei einer normalen Geschichte tut.

Kein Krimi, kein wirkliches Weihnachtsgefühlbuch, aber ein nettes Geschenk als Adventskalender für sich selbst und Andere.

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Veröffentlicht am 05.10.2021

Meine Erwartungen an dieses Buch wurden voll erfüllt

Wer das Feuer entfacht - Keine Tat ist je vergessen
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Wer das Feuer entfacht - Keine Tat ist je vergessen von Paula Hawkins, erschienen im Blanvalet Verlag am 6. September 2021.

Mirijam hat es nicht immer leicht im Leben gehabt. Sie wohnt unter sehr einfachen ...

Wer das Feuer entfacht - Keine Tat ist je vergessen von Paula Hawkins, erschienen im Blanvalet Verlag am 6. September 2021.

Mirijam hat es nicht immer leicht im Leben gehabt. Sie wohnt unter sehr einfachen Verhältnissen auf einem Hausboot in London. Der junge Mann neben ihr liegt schon zu lange an seinem Liegeplatz und sie will ihn daraufhin ansprechen, findet aber nur seine Leiche und daneben einen ihr bekannten Schlüsselbund.

Carla, die Tante des Opfers ist nahezu untröstlich als sie vom Tod ihres Neffen hört. Vor kurzem ist ihre Schwester gestorben und nun auch noch deren Sohn.

Laura hatte ein One-Night-Stand mit dem ehemaligen Nachbarn einer alten Dame, für die sie einkaufen geht, der hat sich aber ziemlich danebenbenommen, und sie ist wutschnaubend abgezogen.

Drei Frauen, drei Schicksale und alle sind sie mit dem Toten verbunden. Paula Hawkins zieht uns wieder einmal sofort ins Geschehen. Namen prasseln auf einen ein, die Vergangenheit der Frauen wird uns Stück für Stück erzählt und lange weiß man nicht was genau geschehen ist. Es ist die typische Whodunit Story, wo man fast bis zum Schluss nicht genau weiß, wer es gewesen ist.

Die Charaktere sind mal wieder bei Paula Hawkins speziell. Im Laufe des Buches erfahren wir einige Dinge über die Protagonisten, die ihren Charakter geformt haben und sie zu dem Menschen gemacht haben der sie aktuell sind. Eingeschlossen in diese Erkenntnisse werden auch ihre Familien und was die zur derzeitigen Situation beigetragen haben. Da wir recht offen die Gedanken und Gefühle der Personen erfahren, sind sie nicht unbedingt sympathisch, aber sehr authentisch.

Spannend geschrieben, man kann gut mit ermitteln, wem Girl-on-the-train gefallen hat wird auch dieses Buch lieben. Klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 30.09.2021

Wieder ein Meisterwerk der Unterhaltung

Der Tod und das dunkle Meer
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Der Tod und das dunkle Meer von Stuart Turton, erschienen im Tropen Verlag am 21. August 2021

1634 und es ist keine gute Reise die Samuel Pipps, der beste Detektiv der Welt, unternimmt, oder besser gesagt ...

Der Tod und das dunkle Meer von Stuart Turton, erschienen im Tropen Verlag am 21. August 2021

1634 und es ist keine gute Reise die Samuel Pipps, der beste Detektiv der Welt, unternimmt, oder besser gesagt zu unternehmen gezwungen wird. Er ist auf dem Weg zu seiner Hinrichtung für ein Verbrechen, dass er vielleicht begangen hat. Mit an Bord auf dem Weg von Indonesien nach Amsterdam sind Pipps Assistent und Freund Arent Hayes und der Generalgouverneur nebst Familie. Auf dem Weg passieren Morde und ein Flüstern wispert durchs Schiff, das die Menschen verführen möchte, ihren geheimen, dunklen Wünschen nachzugeben. Von seiner Zelle aus muss Pipps nun helfen herauszufinden was da geschieht.

Schon sein erstes Buch hat mich fasziniert und lies sich nicht wirklich in eine Schublade einordnen. Auch mit seinem zweiten Buch ist Stuart Turton ein Meisterwerk der Verwirrung, der Unterhaltung und Abtauchen in menschliche Abgründe, und nicht zuletzt die Möglichkeit, dass es Dämonen wirklich gibt, gelungen. Es ist düster und ein echter Pageturner den man trotz seiner über 600 Seiten nicht als Wälzer wahrnimmt, da man so durch die Seiten jagt.

Klare Leseempfehlung für dieses Buch, für das eine Schublade zu eng ist.

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