Cover-Bild Nest
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24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Blessing
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: allgemein und literarisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 416
  • Ersterscheinung: 26.02.2025
  • ISBN: 9783896677587
Roisin O'Donnell

Nest

Roman
Melike Karamustafa (Übersetzer)

Zugleich stark, rau und zart – eine neue Stimme aus Irland

An einem strahlenden Frühlingstag in Dublin trifft die schwangere Ciara Fay eine Entscheidung. Sie schnappt sich Kleidung von der Wäscheleine, packt ihre zwei kleinen Töchter ins Auto und fährt davon. Schon lange fühlt sich ihr Zuhause nicht sicher an. Doch ohne Job und Einkommen, isoliert von Familie und Freunden, kann sie sich der Kontrolle ihres manipulativen Mannes Ryan kaum entziehen. Immer wieder zweifelt Ciara an ihrer Wahrnehmung der Dinge. Notdürftig findet sie Unterschlupf und sucht verzweifelt nach einem neuen Heim für sich und ihre Kinder. Wird es ihr dieses Mal gelingen auszubrechen? Denn Weggehen ist eine Sache, aber Wegbleiben eine andere.

Ein einziger mutiger Moment kann ein ganzes Leben verändern. Ein mitreißender Roman über eine Mutter, die sich ihr Selbstvertrauen zurückerobert, um für ein besseres Leben zu kämpfen.

»Was für ein außergewöhnliches Debüt! Eine Geschichte über Liebe, Mut und Überleben, die man nicht aus der Hand legen kann.« Mary Beth Keane

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Lesejury-Facts

  • Dieses Buch befindet sich bei MarieOn in einem Regal.
  • MarieOn hat dieses Buch gelesen.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.08.2025

ein überzeugendes Debüt

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Passend zur Pressemitteilung, dass die häuslichen Missbrauchsfälle weiter angestiegen sind, habe ich das Debüt " Nest" von Roisin O`Donnel gelesen und muss sagen, dass mich dieses Buch voll und ganz überzeugt ...

Passend zur Pressemitteilung, dass die häuslichen Missbrauchsfälle weiter angestiegen sind, habe ich das Debüt " Nest" von Roisin O`Donnel gelesen und muss sagen, dass mich dieses Buch voll und ganz überzeugt hat. Von Seite eins an verfolgt man gebannt die Geschichte von Ciara und fragt sich, wie das endet.

Ciara Fay ist Lehrerin aus England. Sie ist mit einem Iren verheiratet und hat 2 kleine Töchter. Eines Tages entschließt sie sich ihren Mann zu verlassen .Der charmante, aufmerksame Mann , den sie geheiratet hat, wird für sie immer mehr zur Bedrohung. Sie fühlt sich nicht mehr sicher in ihrer Ehe, die psychischen Misshandlungen nehmen immer mehr zu, sie merkt, sie ist nicht mehr der Mensch , der sie einmal war und sie wartet jeden Tag darauf, dass alles eskaliert.

Als Leser verfolgen wir Ciara Fay auf ihrem Weg , der es in sich hat. Von der ersten Seite an baut dieses Buch Spannung auf und man erfährt nach und nach, was Ciara erleiden musste, wie sie immer mehr klein gemacht und unterdrückt wurde , ihre Bedürfnisse und Wünsche ignoriert wurden, bis sie nicht mehr der Mensch war, der diese Ehe einging.
Mitzuverfolgen, wie sich eine Frau in einer Ehe fühlt in der psychische Gewalt ausgeübt wird und wie schwer es ist , sich aus diesem Kreislauf zu befreien, war erschreckend mitanzusehen. Ich glaube jeder, der so etwas nicht mitelebt hat, kann nicht ermessen, wieviel Kraft es kostet, sich von solch einem Menschen zu befreien. Allein den ersten Schritt zu wagen kostet Kraft und Mut und das ist ja erst der Anfang.

Mir ist es oft kalt über den Rücken gelaufen und ich habe oft gedacht, warum reagiert Ciara jetzt so, warum setzt sie ihm nichts entgegen, aber ich denke wirklich, dass man nur nachempfinden kann, wieviel Angst man hat, wenn man es selbst erlebt hat.

Der Autorin gelingt es wirklich ausgezeichnet die Gefühle und Ängste der Protagonistin darzustellen. Ihre vielen Versuche der Befreiung, ihr widerholtes Scheitern, immer in Angst, dass die Kinder keinen Schaden nehmen und das Wissen, dass man mit vielen Problemen ganz allein darsteht.

Auch die Sprache dieses Buches hat mir gut gefallen und hat das Lesen, abgesehen von dem Thema zu einem Vergnügen gemacht. Ich bin gespannt, was wir von dieser Autorin noch hören.

Eine überraschendes und überzeugendes Debüt, dem ich eine große Leserschaft wünsche.

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Veröffentlicht am 14.03.2025

Ein durch und durch spannungsgeladenes Romandebüt

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Ciara und Ryan fahren mit der vierjährigen Sophie und der jüngeren Ella an den Strand. Ryan will mit seinen Töchtern schwimmen gehen, aber sie können es noch nicht und es ist zu kalt, insistiert Ciara. ...

Ciara und Ryan fahren mit der vierjährigen Sophie und der jüngeren Ella an den Strand. Ryan will mit seinen Töchtern schwimmen gehen, aber sie können es noch nicht und es ist zu kalt, insistiert Ciara. Sie soll ihnen die Neoprenanzüge anziehen. Sie quetscht die Mädchen in ihre alte Schwimmausrüstung und weiß, was passieren wird. Wo die neuen Anzüge seien, für die er ihr extra Geld gegeben habe. Er nimmt die Mädchen an der Hand und schreitet mit ihnen ins Wasser. Ella brüllt Mammy, reißt sich los und rennt zu ihrer Mutter. Sophie folgt Ella sofort. Ryan springt elegant in die Flut und schwimmt ein paar Züge. Ciara schält die beiden aus dem widerspenstigen Material und trocknet sie ab. Ella weint und klappert mit den Zähnen.

Zuhause kocht sie Penne mit Tomatensoße. Ryan schiebt die Nudeln von links nach rechts, steht auf, er gehe auswärts essen. Als er zurückkommt, wirft er ihr vor, dass sie ihn vor den Mädchen bloßgestellt habe. Sie würde ihn kontrollieren, genau wie ihre verdammte Mutter, die alles orchestrieren müsse. Er will sein Geld für die neuen Neoprenanzüge zurück und das Wechselgeld vom letzten Einkauf. Sie schläft, wie so oft, mit dem Rücken zur Kinderzimmertür, Ella in ihrem Arm. Sie weiß, dass sie etwas unternehmen muss, aber sie weiß nicht wie. Sie hat 120 Pfund, damit kommen sie nicht weit.

Als sie sich vor fünf Jahren kennenlernten, war er charmant und klug und er sah so gut aus. Sie redeten miteinander, er führte sie zum Essen oder zum Tanz aus. Sie wurde schwanger, heiratete ihn, verließ ihre Eltern und zog rüber zu ihm nach Irland. Sie wollte als Grundschullehrerin arbeiten, aber er wollte, dass sie sich um Sophie kümmerte. Er veränderte sich, fing an, sie zu beschimpfen. Wenn sie sich wehrte, befürchtete sie, dass er sie schlagen würde. Sie hatte noch nie so viel Hass in einem Gesicht gesehen. Er sprach tagelang nicht mit ihr. Und dann war er wieder wie ausgewechselt und sie zweifelte an ihrer Wahrnehmung, sagte sich, sie müsse sich zusammenreißen, so schlimm sei es doch gar nicht.

Fazit: Roisin O´Donnell hat ein grandioses Debüt hingelegt. Ihre Protagonistin hat sich auf den falschen Mann eingelassen. Nach anfänglicher Verliebtheit entpuppt sich ihr Prinz als narzisstische Persönlichkeit. Er entfremdet sie von allen sozialen Kontakten und forciert ihre Abhängigkeit von ihm. Ihr Selbstwert leidet so sehr, dass sie sich selbst infrage stellt und zu der Überzeugung gelangt, dass sein Verhalten an ihr liegt. Seine Unberechenbarkeit hält sie permanent in Alarmbereitschaft. Sie findet nicht zum ersten Mal einen Ausweg, droht aber durch seine Manipulationen zu scheitern. Ihre Schamgefühle sind ebenso groß wie ihre Angst. Es ist nicht schwierig, Sachbücher über narzisstische Männer zu schreiben, aber Worte wie „Gaslighting“, „Empathielosigkeit“, „Missgunst“, oder „Selbstverherrlichung“ bleiben Konstrukte. Und deshalb ist dieses Buch so besonders. Die Autorin zeigt in Prosa ganz genau, wie sich betroffene Frauen fühlen, wenn ihnen niemand glaubt, dass sie psychisch misshandelt und emotional missbraucht werden. Ich weiß, dass es vielen Frauen so geht, dass sie sich nach den anfänglichen Engelstrompeten in der Hölle wiederfinden und der Ausgang verschlossen ist, deshalb finde ich diese Geschichte so gut gemacht. Ich habe von der ersten bis zur letzten Seite mit der Heldin gefühlt und gelitten. Ein durch und durch spannungsgeladener Roman. Lesenswert!

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Veröffentlicht am 03.03.2025

Genug ist genug

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Frühling in Dublin. Eine Zeit des Neubeginns, des Wachsens. Ciara, eine Frau, die täglich auf Zehenspitzen durch ihr Leben schleicht, jedes Wort kontrolliert, bevor es ihren Mund verlässt. Ryan, ihr Mann, ...

Frühling in Dublin. Eine Zeit des Neubeginns, des Wachsens. Ciara, eine Frau, die täglich auf Zehenspitzen durch ihr Leben schleicht, jedes Wort kontrolliert, bevor es ihren Mund verlässt. Ryan, ihr Mann, aggressiv bis zum Anschlag, der jede ihrer Handlungen überwacht, sie kontrolliert, kritisiert, isoliert, klein hält.

Doch dann…genug ist genug…nur eine dumme Idee. Vergiss es. Es reicht. Niemand sollte so leben müssen.

Sie nimmt die Wäsche von der Leine, schnappt sich ihre beiden kleinen Töchter, steckt ihren Notgroschen ein, setzt sich ins Auto und fährt davon. Ohne Ziel, nur weg. Doch wohin? Vor zwei Jahren hat sie es schon einmal versucht. Ohne Erfolg. Ist zurückgekommen. Nicht schon wieder. Kaum Geld, keine Arbeit, keine Unterkunft. Keine Freunde, bei denen sie unterkommen könnte. Mutter und Schwester leben in England.

Eine Hilfsorganisation vermittelt ihr für den Übergang ein Zimmer im Hotel Eden, dessen 5.Stock als inoffizielles Obdachlosenheim dient. Eden. Paradies. Fast könnte man meinen, dass die Bewohner verhöhnt werden sollen, aber die Behörden nehmen das, was zu kriegen ist, denn die Wohnungsnot in Dublin ist groß, das soziale Netz hat Riesenlöcher.Aus der Notlösung wird ein Dauerzustand. Sie findet eine Teilzeit-Stelle als Englischlehrerin, schließt Freundschaften, aber dennoch gibt es Phasen, in denen sie ihre Entscheidung anzweifelt. Und dann ist da ja auch noch Ryan, der Noch-Ehemann, gegen den sie sich zur Wehr setzen muss, weil er alle Hebel in Bewegung setzt, um das Sorgerecht für die beiden Töchter zu bekommen…

Die irische Autorin Roisin O’Donnell beschreibt in ihrem ersten Roman sehr anrührend und emotional anhand eines Einzelschicksals die Schwierigkeiten, mit denen Frauen zu kämpfen haben, wenn sie aus einer toxischen Beziehung ausbrechen wollen. Vor allem dann, wenn sie in finanzieller Abhängigkeit gelebt haben. Falls sie dennoch den Absprung wagen, beginnt dann der Weg durch Institutionen und Ämter, der oft aussichtslose Kampf mit Anträgen und Formularen. Aber gerade in patriarchalischen Gesellschaften können noch weitere Hindernisse auf sie warten, wie z.B. parteiische Richter am Familiengericht.

Allen Schwierigkeiten zum Trotz gibt Ciara nicht auf, bietet den Härten ihres neuen Lebens die Stirn, um sich und ihren Kindern ein behagliches Nest und ein liebevolles Familienleben zu schaffen.

Veröffentlicht am 05.11.2025

Ein stiller, bewegender Roman über Angst, Mut und den langen Weg in die Selbstbestimmung.

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Darum geht es:

Das Leben von der schwangeren Ciara Fay wird zunehmend von Angst und Kontrolle geprägt. Ihr Ehemann ist die Ursache dafür. An einem Frühlingstag fasst sie den Entschluss, ihr Zuhause in ...

Darum geht es:

Das Leben von der schwangeren Ciara Fay wird zunehmend von Angst und Kontrolle geprägt. Ihr Ehemann ist die Ursache dafür. An einem Frühlingstag fasst sie den Entschluss, ihr Zuhause in Dublin zu verlassen. Gemeinsam mit ihren zwei kleinen Töchtern flieht sie vor ihrem bisherigen Leben. Ohne finanzielle Sicherheit versucht sie, fern von Familie und Freunden, sich und ihre Kinder in Sicherheit zu bringen. Während sie einen Unterschlupf sucht und nach einem Ort ringt, den sie endlich zuhause nennen kann, wird die junge Mutter immer wieder von Zweifeln heimgesucht, ob sie die richtige Entscheidung getroffen hat. Wird es ihr diesmal gelingen, wirklich frei zu bleiben?

Mein Leseeindruck:

In dem Roman begleiten wir Ciara Fay, eine Frau, die unter der emotionalen und psychischen Gewalt ihres Mannes leidet. Sie hat zwei kleine Kinder, ist erneut schwanger und hat in den vergangenen Jahren kaum mehr getan, als zu funktionieren und zu überleben. Ihr Alltag besteht aus Kontrolle, Angst und innerer Erschöpfung, und doch wächst in ihr langsam der Wunsch nach Freiheit - für sich selbst und ihre Kinder. Die Autorin erzählt diese Geschichte mit einer bemerkenswerten Ruhe. Es gibt keine großen Dramen, keine überzogenen Wendungen stattdessen entfaltet sich das Geschehen leise, beinahe unscheinbar, und gerade das macht es so eindringlich. Man spürt in jeder Zeile, wie tief Ciara in ihrem inneren Kampf gefangen ist. Im Mittelteil hatte ich stellenweise das Gefühl, dass sich die Handlung etwas zieht. Doch rückblickend passt auch dieses gemächliche Tempo zu Ciaras Geschichte. Trotz dieser kleinen Längen habe ich das Buch insgesamt sehr gerne gelesen, und besonders das Ende hat mich zufrieden und mit einem Gefühl leiser Hoffnung zurückgelassen.

Fazit:

4/5 Sterne! Ein stiller, bewegender Roman über Angst, Mut und den langen Weg in die Selbstbestimmung. Sehr ruhig erzählt, aber mit einer Kraft, die nachhallt.

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