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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.05.2026

Ein spannender, atmosphärischer Reihenauftakt!

Moorland. Die Zwillinge
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Darum geht es:

Zwei Schülerinnen, die 18-jährigen Zwillinge Nike und Jana, verschwinden in einer abgelegenen Moorlandschaft, in der Nebel und Kälte jede Orientierung zu verschlucken scheinen. Zurück bleibt ...

Darum geht es:

Zwei Schülerinnen, die 18-jährigen Zwillinge Nike und Jana, verschwinden in einer abgelegenen Moorlandschaft, in der Nebel und Kälte jede Orientierung zu verschlucken scheinen. Zurück bleibt eine verstörende Leere und ein Fall, der mehr Fragen aufwirft als Antworten liefert. Als plötzlich digitale Spuren auftauchen, beginnt für Kommissarin Malia Gold eine Ermittlung, die sie tief in eine verschlossene Gemeinschaft und ihre dunklen Geheimnisse führt.

Mein Leseeindruck:

Andreas Winkelmann hat mich auch diesmal wieder mit seinem flüssigen und sehr spannenden Schreibstil abgeholt. Der Auftakt der Moorland-Reihe ist absolut gelungen und durch die kurzen Kapitel entsteht ein richtig angenehmes Lesetempo.

Besonders gut gefallen hat mir, wie oft ich mit meinen eigenen Vermutungen danebenlag. Immer wieder wurde ich in eine andere Richtung geführt, was die Spannung durchgehend hochgehalten hat. Malia Gold ist für mich eine sehr sympathische und greifbare Ermittlerin, vor allem weil auch ihre persönliche Geschichte Raum bekommt. Diese Einblicke haben den Fall für mich noch intensiver gemacht.

Die Frage, was im Moor wirklich passiert ist, hat mich bis zum Schluss begleitet. Das Ende war für mich persönlich nicht ganz so spektakulär wie erwartet, aber genau das macht mich umso neugieriger auf den nächsten Band, der ja schon in diesem Jahr erscheinen soll.

Fazit:
4/5 ⭐️ Ein spannender, atmosphärischer Reihenauftakt, der Lust auf mehr macht und definitiv neugierig auf die Fortsetzung zurücklässt.

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Veröffentlicht am 04.05.2026

Ein einfühlsamer, ehrlicher und tiefgehender Roman!

Alle glücklich
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Darum geht es:
Es sind die leisen Risse, die man nicht sieht, wenn man von außen auf ein scheinbar gelungenes Leben blickt. Eine Mutter, die ihren Alltag zwischen Fürsorge und eigener Verlorenheit hält. ...

Darum geht es:
Es sind die leisen Risse, die man nicht sieht, wenn man von außen auf ein scheinbar gelungenes Leben blickt. Eine Mutter, die ihren Alltag zwischen Fürsorge und eigener Verlorenheit hält. Ein Vater, der als Arzt Leben rettet und darüber das eigene aus den Augen verliert. Eine Tochter, noch Schülerin, die zum ersten Mal liebt und sich dabei selbst zu verlieren droht. Und ein Sohn, Student, der sich einredet, dass es ihm gut geht, bis die Zweifel lauter werden.

Mein Leseeindruck:
Der Roman #alleglücklich von Kira Mohn hat mich durch seinen flüssigen und sehr einnehmenden Schreibstil sofort erreicht. Besonders gefallen hat mir, dass alle vier Protagonisten zu Wort kommen und ihre eigenen Perspektiven bekommen. Dadurch konnte ich mich in jede einzelne Figur hineinfühlen und ihre Gedanken und Emotionen intensiv miterleben.

Zwischen Verpflichtung und Erwartung, Nähe und Einsamkeit verlieren sich vier Menschen in dem, was sie sein sollten und entfernen sich dabei von dem, was sie fühlen. Jeder von ihnen trägt eine Wahrheit in sich, die keinen Platz im gemeinsamen Alltag findet.

Dieser Roman erzählt von den unsichtbaren Lasten, die in Familien weitergegeben werden, von der Sehnsucht, gesehen zu werden und von der Frage, ob Glück wirklich dort entsteht, wo alles richtig wirkt oder erst dann, wenn man den Mut findet, ehrlich zu sein.

Für mich hat der Roman sehr deutlich gezeigt, dass das, was von außen betrachtet glücklich und stimmig wirkt, oft nicht der inneren Realität entspricht. Ich habe die Geschichte als ehrlich und authentisch empfunden und vieles davon hat mich emotional sehr berührt. Das Geschriebene ist mir wirklich nahe gegangen und hat mich auch nach dem Lesen noch beschäftigt.

Fazit:
4,5/5 ⭐️ Ein einfühlsamer, ehrlicher und tiefgehender Roman, der zeigt, wie nah Glück und innere Zerrissenheit beieinander liegen können und der noch lange nachhallt.

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Veröffentlicht am 28.04.2026

Ein atmosphärischer Roman mit unerwarteten Wendungen, der Vergangenheit und Gegenwart gekonnt verknüpf

Wo der Wind die Namen trägt
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Darum geht es:
Der Roman verbindet zwei Zeitebenen und stellt ein lange verborgenes Verbrechen in den Mittelpunkt. Im Jahr 2023 kehrt die 85-jährige Inge Sundermann zu einem Klassentreffen in die Lüneburger ...

Darum geht es:
Der Roman verbindet zwei Zeitebenen und stellt ein lange verborgenes Verbrechen in den Mittelpunkt. Im Jahr 2023 kehrt die 85-jährige Inge Sundermann zu einem Klassentreffen in die Lüneburger Heide zurück. Dort erhält sie Notizbücher aus dem Jahr 1946, verfasst von einer Journalistin, die die Kriegs- und Nachkriegszeit dokumentieren wollte, dabei jedoch auf Schweigen und Widerstände stieß.

Die Aufzeichnungen führen zurück in den Sommer 1946. Inge ist damals ein Kind und entdeckt im Wald die Leiche einer jungen Frau. Der anschließende Prozess scheint den Fall zu klären, lässt jedoch Fragen offen.

Erst durch die Notizbücher werden Zusammenhänge sichtbar, die lange im Verborgenen lagen und bis in die Gegenwart nachwirken.

Mein Leseeindruck:
Dieser Roman war mein erstes Buch von Anja Jonuleit und definitiv nicht mein letztes.

Besonders angesprochen hat mich die Erzählweise auf zwei Zeitebenen. Diese Struktur mag ich sehr und auch hier sorgt sie für Spannung und eine dichte Atmosphäre. Vor allem die Nachkriegszeit fand ich als Thema unglaublich interessant und eindrücklich umgesetzt.

Was mich wirklich überrascht hat, war die Entwicklung der Geschichte. Mit dieser Richtung hätte ich überhaupt nicht gerechnet und genau deshalb möchte ich gar nicht zu viel verraten. Lasst euch hier am besten selbst darauf ein.

Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm. Im ersten Drittel hatte die Geschichte für mich ein paar kleinere Längen, aber alles, was danach folgt, macht das mehr als wett.

Die Protagonistin Inge habe ich sehr gern begleitet. Sie wirkt ebenso wie die anderen Figuren lebendig und gut ausgearbeitet, sodass man schnell in die Geschichte hineinfindet.

Besonders hängen geblieben ist bei mir, wie sehr mich die Handlung beschäftigt und stellenweise auch aufgewühlt hat. Dass der Roman teilweise von realen Begebenheiten inspiriert ist, gibt dem Ganzen zusätzlich Tiefe.

Sehr hilfreich fand ich auch das Personenverzeichnis am Ende, das bei den verschiedenen Figuren und Zeitebenen eine gute Orientierung bietet.

Fazit:
4,5/5 ⭐️ Ein atmosphärischer Roman mit unerwarteten Wendungen, der Vergangenheit und Gegenwart gekonnt verknüpft und noch lange im Kopf bleibt. Eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 23.04.2026

Eine leichte, warmherzige Wohlfühlgeschichte mit viel Charme!

Ein Zuhause im Frühling
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Darum geht es:
Ella braucht Abstand vom Großstadtleben, von ihrer komplizierten Beziehung und von ihrer kreativen Krise. In einem kleinen Cottage im ländlichen England hofft sie auf Ruhe und einen Neuanfang. ...

Darum geht es:
Ella braucht Abstand vom Großstadtleben, von ihrer komplizierten Beziehung und von ihrer kreativen Krise. In einem kleinen Cottage im ländlichen England hofft sie auf Ruhe und einen Neuanfang. Doch ein lebhafter Hund und ein zunächst wenig zugänglicher Tierarzt sorgen dafür, dass ihr Alltag alles andere als ruhig verläuft. Zwischen neuen Begegnungen und unerwarteten Herausforderungen beginnt für Ella eine Zeit der Veränderung.

Mein Leseeindruck:
Julie Caplin hat einen richtig angenehmen, lockeren und flüssigen Schreibstil, der sich einfach gut lesen lässt. Ich bin schnell durch die Seiten gekommen. Am Anfang hatte ich allerdings meine Probleme mit den Hauptfiguren. Mit Ella und auch mit Devon bin ich erst mal nicht warm geworden. Ella war mir oft zu zickig, und Devon wirkte auf mich ziemlich oberflächlich. Zum Glück hat sich das aber schnell geändert.

Je weiter ich gelesen habe, desto mehr habe ich die beiden ins Herz geschlossen. Ihre Entwicklung hat sich für mich sehr echt angefühlt und hat der Geschichte viel Tiefe gegeben.

Insgesamt ist es eine richtig süße, warmherzige Wohlfühlgeschichte. Perfekt, um einfach mal abzuschalten. Besonders gefallen hat mir der liebevoll beschriebene Schauplatz im ländlichen England. Das Cottage und die Umgebung konnte ich mir richtig gut vorstellen.

Auch das Thema, einen Neuanfang zu wagen und Altes hinter sich zu lassen, wurde schön und gefühlvoll umgesetzt. Ohne viel Drama, dafür mit ganz viel Herz.

Fazit:
4/5 ⭐️ Eine leichte, warmherzige Wohlfühlgeschichte mit viel Charme und einem schönen Setting ideal zum Abschalten.

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Veröffentlicht am 21.04.2026

Ein intensiver, düsterer und wichtiger Roman mit großer Sogkraft, der lange nachwirkt und tief berührt.

Der Fährmann
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Darum geht es:
An der Grenze zwischen Österreich und Deutschland zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebt eine kleine Gemeinschaft, die von strengen Regeln und alten Traditionen geprägt ist. Der Fährmann Hannes ...

Darum geht es:
An der Grenze zwischen Österreich und Deutschland zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebt eine kleine Gemeinschaft, die von strengen Regeln und alten Traditionen geprägt ist. Der Fährmann Hannes Winkler liebt seine Jugendfreundin Elisabeth, doch sie ist einem wohlhabenden Hofbesitzer versprochen.

Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs verschärfen sich die Spannungen in der Region. Beziehungen zerbrechen, Konflikte entstehen, und Misstrauen greift um sich. Als ein Kind verschwindet, eskaliert die Situation und eine Kette tragischer Ereignisse wird ausgelöst.

Der Roman zeigt eine Gemeinschaft im Ausnahmezustand und stellt die Frage, wie Schuld, Entscheidungen und Umstände das Leben der Menschen unwiderruflich prägen.

Mein Leseeindruck:
Aus meiner Sicht ist dieser Roman von Regina Denk ein echtes sprachliches Erlebnis. Sie kann mit Worten zaubern, und genau so hat es sich für mich auch angefühlt. Die Geschichte ist weit mehr als ein düsteres Familiendrama an der deutsch-österreichischen Grenze. Sie hat einen Tiefgang, der mich wirklich getroffen hat.

Ich habe das Buch als tragisch, dunkel und gleichzeitig unglaublich stark empfunden. Es ist intensiv, teilweise kaum auszuhalten, und genau das macht für mich seine Qualität aus. Regina Denk scheut keine Härte, sondern zeigt sie bewusst und sehr präzise. Dadurch wirkt alles nicht übertrieben, sondern konsequent und literarisch sehr sicher gestaltet. Diese Intensität hat mich richtig hineingezogen. Ich hatte beim Lesen eine starke Sogwirkung. Einerseits wollte ich unbedingt wissen, wie es weitergeht, andererseits hätte ich die Geschichte fast nicht weiterlesen wollen, einfach weil sie so schwer und eindringlich ist. Und gleichzeitig war da auch dieser Gedanke, dass ich am Ende kein weiteres Buch von ihr habe und wieder auf einen neuen Roman warten muss.

Besonders eindrücklich fand ich, wie die Autorin in eine Zeit führt, in der Frauen stark eingeschränkt waren und ihr Leben oft kaum selbst bestimmen konnten. Und auch wenn sich seitdem über die Jahrzehnte vieles verändert hat, bleibt bei mir der Eindruck, dass Abhängigkeiten und Ungleichgewichte in Beziehungen nicht einfach verschwunden sind, sondern in anderer Form weiter existieren können. Deshalb ist die Geschichte so wichtig für unsere Gesellschaft, weil sie genau diese Strukturen sichtbar macht und daran erinnert, dass nicht weggesehen werden darf.

Fazit:
5/5 ⭐️ Ein intensiver, düsterer und wichtiger Roman mit großer Sogkraft, der lange nachwirkt und tief berührt.

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