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Veröffentlicht am 17.06.2019

Eine Zeit die nie vergessen werden darf

Mehr als tausend Worte
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Inhalt und meine Meinung:

Berlin 1938:

Die junge Aliza Landau erlebt gerade das Hochgefühl der ersten Liebe mit ihrem Fabian.

Die jüdische Familie lebt mit den Großeltern in einem Mehrfamilienhaus. ...

Inhalt und meine Meinung:

Berlin 1938:

Die junge Aliza Landau erlebt gerade das Hochgefühl der ersten Liebe mit ihrem Fabian.

Die jüdische Familie lebt mit den Großeltern in einem Mehrfamilienhaus. Dort befindet sich auch die Arztpraxis, in der Aliza`s Vater Samuel praktiziert.

Die politische Lage spitzt sich unaufhaltsam und immer mehr zu. Furchtbare Gewalt und hässliche Diskriminierung gegenüber Juden nehmen große Ausmaße an.

Nachdem Aliza `s Großvater nachts brutal von der Gestapo gefangen genommen wird und die Familie nach und nach ihr Hab und Gut verliert, beschließen die Landau`s, wenigsten Aliza, durch eine Kindertransport nach England in Sicherheit zu bringen. Das junge Mädchen, wehrt sich trotzig dagegen und möchte sich nicht von ihrem nicht jüdischen Fabian trennen. Doch beim Abschied versprechen sich die beiden, nach ihrer Rückkehr zu heiraten.

"Mehr als tausend Worte" - welch ein wundervoller Titel!

Ich konnte von Beginn an in die Geschichte eintauchen. Alle Familienmitglieder der Landau`s sind mir sehr ans Herz gewachsen. Ich habe immer noch eine Gänsehaut, wenn ich darüber nachdenke, mit wie viel Liebe Samuel seinen Beruf ausübt, trotz Naziherrschaft.

Lilli Beck hat einen flüssigen, sehr angenehmen und wunderbaren bildhaften Schreibstil. Wir lernen viele facettenreiche und authentische Charaktere kennen. Ich habe mit Aliza gefühlt, gelitten und geliebt. Herrn Karoschke, dem Blickwart der NSDAP habe ich gehasst und verabscheut. Der Leser taucht in eine sehr realistische Geschichte, über das grauenvolle Schicksal der Juden in Deutschland und England ein. Beim Lesen habe ich förmlich diese Angstatmosphäre gespürt alles zu verlieren, oder sogar deportiert zu werden. Durch die einzigartige tolle Recherche von Lilli Beck, wirkt alles sehr real gezeichnet. Es lässt mich daran erinnern, wie gut ich und meine Familie, es in der heutigen Zeit haben.

Fazit:

Ein Geschichte die unter die Haut geht und furchtbar berührt. Eine Reise in eine düstere und grausame Zeit.

Absolute Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 03.06.2019

Psychothriller vom Feinsten

Mutter Seelen Allein
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Inhalt und meine Meinung:

Katharina führt und lebt nach außen hin, ein perfektes und sorgenfreies Leben. Zusammen mit ihrem Ehemann Patrick, einem erfolgreichen Arzt und ihrem 5-jährigen Sohn Timo, leben ...

Inhalt und meine Meinung:

Katharina führt und lebt nach außen hin, ein perfektes und sorgenfreies Leben. Zusammen mit ihrem Ehemann Patrick, einem erfolgreichen Arzt und ihrem 5-jährigen Sohn Timo, leben sie in einem Haus mit großen Garten am Stadtrand.

Doch der Schein trügt........ Katharina erhält Drohbriefe! Sie kämpft mit ihrer Vergangenheit. Erzählt ihrem Mann Lügen! Auch Patrick Lügt und betrügt Katharina!

Dann verschwindet Timo! Wurde der kleine Mäuserich entführt?

Der Einstieg ist mir gut gelungen. Durch die verschiedenen Erzählperspektiven, konnte mich die Geschichte von der ersten Seite an packen. In vielen kurzen Kapiteln schreibt Sabine Trinkaus flüssig und absolut spannungsgeladen. Mutter Seelen Allein ist raffiniert, abgründig - einfach brillant.

Ein Psychothriller vom Feinsten, mit einer perfekten durchdachten Handlung. Nach und nach gelangen Einzelheiten ans Tageslicht. Trotzdem hat mich Frau Trinkaus bis zum Schluss, immer wieder auf falsche Fährten gelockt. Großes Kompliment für das gelungene Verwirrspiel. Die Charaktere sind gut gezeichnet und toll dargestellt. Patrick war mir allerdings als Mann, Vater, Ehemann, Geliebter oftmals in seinem Tun zu unglaubhaft.

Die Auflösung am Ende war überraschend und überzeugend - das mag ich!

Fazit:

Eine fesselnder und spannender Familienpsychothriller. Es fängt mit einer heilen Welt an und geht mit Rache und Vergeltung weiter. Ich kann das Buch sehr empfehlen!

Veröffentlicht am 21.05.2019

Sehr bewegend und ergreifend

Das Haus der Verlassenen
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Titel: Das Haus der Verlassenen
Autorin: Emily Gunnis
Verlag: Heyne Verlag
ISBN:978-3-453-27212-5
Preis: 20,00 € Gebundene Ausgabe

Mein Lesegrund:
Das Cover hat mich unheimlich angesprochen. Der Klappentext ...

Titel: Das Haus der Verlassenen
Autorin: Emily Gunnis
Verlag: Heyne Verlag
ISBN:978-3-453-27212-5
Preis: 20,00 € Gebundene Ausgabe

Mein Lesegrund:
Das Cover hat mich unheimlich angesprochen. Der Klappentext hat mich sofort überzeugt. Eine Geschichte über junge unverheiratete Mütter, auf die ein enormer Druck ausgeübt wird, ihre Kinder zur Adoption freizugeben, ist ein Lese-Muss für mich.

Handlung und meine Meinung:
2017: Die junge Journalistin Samantha Harper, Sam lebt seit der Trennung von ihrem Mann mit ihrer kleinen Tochter Emma bei ihrer Großmutter Nanna. Ihr verstorbener Großvater war Antiquitätenhändler. Dort entdeckt sie einen sehr alten Brief, einer ihr nicht bekannten Ivy Jenkins.
In diesem Schreiben von 1956 bittet das junge Mädchen verzweifelt, den Vater ihres ungeborenen Kindes um Hilfe. Gegen ihren Willen wurde Ivy von ihrem Stiefvater in das St. Margaret`s Heim für ledige Mütter nach Preston gebracht. In seinen Augen hat sie sich wie eine Hure benommen und sich auch noch schwängern lassen. Bis zur Geburt ihres Kindes und ein paar weiteren Jahren soll sie hinter verschlossenen Klostermauern bleiben, um ihre Schuld zu begleichen.

Sam ist erschüttert über die Worte und den Inhalt des Briefes und kann die unbekannte Ivy und dessen Geschehnisse vor über sechszig Jahren nicht vergessen. Ihre Neugierde ist geweckt und sie fängt an zu recherchieren.

Emily Gunnis schreibt flüssig, bildhaft und mit viel Spannung. Das Haus der Verlassenen wir auf zwei Zeitebenen und verschiedenen Perspektiven erzählt.
Schonungslos und ergreifend erfahren wir, was hinter den Klostermauern abgespielt hat. 1956 wurden Ivy und viele andere junge Mädchen grausam gequält, gefoltert und ihrer Babys beraubt. Die Autorin erzählt in ihrer Story von einem fiktiven Ort und Personen, solche Heime und Einrichtungen gab es allerdings damals tatsächlich.
Die Taten über die Misshandlungen und auch die psychische Brutalität wurden enorm authentisch beschrieben.
Einerseits hat die Geschichte mich nicht mehr losgelassen, andererseits musste ich Lesepausen einlegen, um das Gelesene zu verarbeiten.
Kapitel für Kapitel setzen sich die Puzzelstücke mit einer blutigen Spur aus der Vergangenheit bis in die Gegenwart zusammen.

Fazit:
Das Haus der Verlassenen ist ein Roman mit einer spannenden, schockierenden, interessanten Thematik. Sie ist einzigartig konstruiert und nicht vorhersehbar. Mich hat sie gleichmaßen erschüttert, gefesselt und traurig gemacht.
Absolute Leseempehlung!

Vielen lieben Dank an den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar!

Veröffentlicht am 20.05.2019

Herzkur für das Herz

Herzkur
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Titel: Herzkur

Autorin: Julia Greve

Verlag: Rowohlt Taschenbuch

ISBN: 978-3499291784

Preis: 10,-- € Taschenbuch

Inhalt und meine Meinung:

Verena steht plötzlich mit ihren zwei kleinen Töchtern Ella ...

Titel: Herzkur

Autorin: Julia Greve

Verlag: Rowohlt Taschenbuch

ISBN: 978-3499291784

Preis: 10,-- € Taschenbuch

Inhalt und meine Meinung:

Verena steht plötzlich mit ihren zwei kleinen Töchtern Ella und Annie alleine da. Ihre Ehemann Rainer ist gerade auf einem Selbstverwirklichungstrip. Er braucht eine Auszeit von der Familie und seiner Ehe und nimmt einen Job in Jordanien an. Schnell stößt Verena an ihre Grenzen und ist einfach nur noch todunglücklich mit ihrer neuen Lebenssituation. Ihre Mutter rät ihr zu einer Mutter-Kind-Kur. Nur widerwillig lässt sie sich auf diesen Vorschlag ein. Doch dann geht alles sehr schnell und Verena, Ella und Annie sitzen im Zug zur Ostseeinsel Fehmarn..........

Der Debütroman von Julia Greve ist mehr als gelungen. Ich habe eine kurzweilige lustige Geschichte erwartet und bekommen habe ich viel, viel mehr. Die Geschichte hat meine Erwartungen bei Weitem übertroffen!

Der Schreibstil ist flüssig, humorvoll und nicht übertrieben.

Obwohl wir Verena anfangs mit einem riesen Koffer Vorurteilen und Antipathie ihren "Mitkurmüttern" kennenlernen, mochte ich sie von der ersten Seite an. Ich habe förmlich beim Lesen ihr Gefühlschaos und die Enttäuschung und Verunsicherung über Rainers Auszeit gespürt.

Mit einer herrlich erfrischenden Art begleiten wir Verena in ihrem Kuralltag. Julia Greve hat lebensechte, authentische Charaktere skizziert. Vor allem die mitteilsame Moni, mit ihrem herrlichen Dialekt, hat mich köstlich amüsiert. Ich musste nicht nur schmunzeln, sondern herzlich lachen. Ein toller humorvoller Roman, mit viel Witz und Situationskomik, aber auch sehr viel Tiefgang und Ernsthaftigkeit. Die Atmosphäre, Gefühle, Gedanken, anbändeln mit anderen Männern und auch die persönliche Entwicklung von Verena wurden von der ersten bis zur letzten Seite perfekt eingefangen.

Fazit:

5+/5 Sternen

Ein grandioses Debüt mit einer packenden Handlung, sehr authentischen Charakteren, einem unbeschreiblichen köstlichen Humor und ganz vielen Schmetterlingen im Bauch. Ohne Zweifel wird "Herzkur" zu meinen diesjährigen Buch Highlights gehören.

Große Leseempfehlung!

Vielen lieben Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar.

Veröffentlicht am 07.05.2019

Eine honigsüße Geschichte

Das Honigmädchen
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Titel: Das Honigmädchen

Autorin: Claudia Winter

Verlag: Goldmann Verlag

ISBN: 978-3442485746

Preis: 9,99 € Taschenbuch

Lesegrund:

Auf der LitLove 2018 in München hat Claudia Winter ein wenig über ...

Titel: Das Honigmädchen

Autorin: Claudia Winter

Verlag: Goldmann Verlag

ISBN: 978-3442485746

Preis: 9,99 € Taschenbuch

Lesegrund:

Auf der LitLove 2018 in München hat Claudia Winter ein wenig über ihren neuen Roman erzählt. Sie hat mich so neugierig gemacht, dass klar für mich war, diese Geschichte muss ich lesen.

Cover und Titel:

Ein wundervolles Cover. Sommerlich und voller guter Laune. Das Bild verleiht eine ungemeine Ruhe und lässt meine Seele baumeln. Der Titel "Das Honigmädchen" passt mehr als perfekt zur Geschichte.

Schreibstil:

Claudia Winter hat einen flüssigen und bildhaften Schreibstil. Authentisch und überhaupt nicht übertrieben entführt sie ihre Leser mit ihren Worten nach Südfrankreich.

Inhalt und meine Meinung:

Camilla Monhof ist alleinerziehend und kämpft oft mit Selbstzweifel. Sie steckt ihre ganze Energie in das Delikatessengeschäft ihres Vaters. Seit ihrer Trennung von ihrem Mann gibt es immer wieder unschöne Reiberein zwischen ihr und ihrer 15 jährigen Tochter Marie. Die Bombe platzt, als Camilla in die Schule bestellt wird, weil der Teenager die Grenze überschritten hat und kurz vor einem Schulverweis steht. Camilla weiß nicht mehr weiter. Sie lässt sich von ihrem Vater zu einer Auszeit in der Provence überreden, die aufsässige Marie muss natürlich mit. Sie soll in Frankreich mit einem Geschäftspartner Henri Lambert der Honigmanufakturbesitzer verhandelt. Dort gab es in letzter Zeit immer wieder Schwierigkeiten.

Als ob Camilla nicht Sorgen genug hat, wird sie spontan von ihrem nervigen Nachbarn Tobias begleitet.

Ich wurde entführt an einen malerischen Ort nach Südfrankreich. Ich hatte wundervolle Stunden mit einer Vielzahl von lebhaften und authentischen Charakteren. Liebevolle, verunsicherte, grimmige, hilfsbereite, kommunikative, witzige Protagonisten hat Claudia Winter zum Leben erweckt.

Beim Lesen konnte ich die Bienen summen hören. Ich bin über die bunte Blumenwiese gelaufen und habe den Lavendel gerochen. Die Sonne strahlte und wärmte meine Haut. Die Darstellungsweise von Claudia Winter hat mich gefesselt und mich in eine bemerkenswerte Buchkulisse in das Bergdorf Loursacq tauchen lassen. Die Geschichte ist toll und perfekt durchdacht und wundervoll umgesetzt. Der Leser bekommt eine interessante, abwechslungsreiche Lebensgeschichte.

Der Mutter-Tochter Konflikt hat sehr viel tiefe und wir dürfen Camilla und Marie in ihrem Gefühlschaos mit all ihren Ängsten und Sorgen begleiten.

Die Vergangenheit vom alten ruppigen, grummeligen Honigmanufakturbesitzer Henri hat mich sehr berührt.

Anmerkung:

Übrigens schreibt Claudia Winter nicht nur fantastisch, sondern liest und stellt außergewöhnlich gut ihre Bücher vor. Wer die Möglichkeit hat, eine Lesung von der Autorin zu besuchen, sollte das unbedingt tun.

Fazit:

Ein wundervolles Wohlfühl-Herzensbuch. Wir erleben viele Handlungsstränge, die sich alle am Ende miteinander verbinden.

Absolute Leseempfehlung! 5/5 Sternen

Vielen Dank an den Goldmann Verlag für das Rezensionsexemplar.