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Veröffentlicht am 27.04.2020

Großartiger historischer Gesellschaftsroman

Die Schule am Meer
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"Die Schule am Meer" von Sandra Lüpkes erschien am 10. März 2020 im Kindler Verlag.

Inhalt und meine Meinung:
Anni Reiner und ihr Ehemann Paul ziehen 1925 mit ihren drei Töchtern auf die Nordseeinsel ...

"Die Schule am Meer" von Sandra Lüpkes erschien am 10. März 2020 im Kindler Verlag.

Inhalt und meine Meinung:
Anni Reiner und ihr Ehemann Paul ziehen 1925 mit ihren drei Töchtern auf die Nordseeinsel Juist. Dort gründen sie gemeinsam mit anderen engagierten Lehrerkollegen eine reformpädagogische Schule. Ein Schulinternat, welches sich durch innovative Lehrmethoden auszeichnet. Ein gleichberechtigtes Miteinander zwischen Schülern und Lehrern, sowie der Schüler untereinander. Beide Geschlechter sollen gemeinsam im Einklang mit der Natur unterrichtet werden. Nicht jeder der Inselbewohner reagiert positiv auf die neue Schule. Viele Insulaner lehnen die neuartige Bildungsinstitution ab, beschimpften es als "Hort für Kommunisten und Juden ", da ein Drittel der Lehrer und Schüler Juden oder Kommunisten sind.

Dies war mein erster Roman von Frau Lüpkes. Der Klappentext und das grandiose sehr gelungene Cover haben mich sofort angesprochen und neugierig gemacht. Meine Neugier hat sich gelohnt. Ich habe eine fantastische Geschichte bekommen.
Tief berührt und gefesselt haben mich die Ereignisse und das Leben der Protagonisten in der Weimarer Republik. Mit sehr viel Liebe, Engagement und eine ganz besondere pädagogische Art wächst die Internatsschule, wird zu einem Ort und Zuhause des gegenseitigen Respekts und einem Lernen ohne Furcht und Angst.
Maximilian, genannt Moskito ist Schüler seit Beginn an. Er ist einer von vielen großartigen Charakteren. Seine Eltern stammen aus Bolivien und wünschen sich für ihren Sohn eine besondere und sehr gute Schulausbildung. Wir begleiten Moskito anfangs mit viel Heimweh und Anpassungsschwierigkeiten und dürfen miterleben wie er sich die nächsten 9 Jahre zu einer starken eigenen Persönlichkeit entwickelt. Durch die gekonnte flüssige hilfreiche Sprache konnte ich das herzliche Miteinander auf der Insel fühlen, aber auch der grässliche furchtbare Vormarsch der NSDAP.
Hinter dem Aspekt der wahren Begebenheiten und den basierenden Tatsachenberichten hat mich die Geschichte doppelt berührt.

FAZIT: ⭐⭐⭐⭐⭐ von 5 Sternen.
Eine unglaubliche lebendige Geschichte aus realen Figuren und Fakten und fiktiven Personen. Ein großartiger historischer Gesellschaftsroman über Freundschaft, Verrat, Mut und Zusammenhalt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.04.2020

Düsterer Schauplatz

VANITAS - Grau wie Asche
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Laudi vor ein paar Sekunden
"VANITAS - Grau wie Asche" von Ursula Poznanski ist am 02. März 2020 im @droemerknaur erschienen.
Inhalt und meine Meinung:
Auch im zweiten Teil der VANITAS Thriller Reihe ...


Laudi vor ein paar Sekunden
"VANITAS - Grau wie Asche" von Ursula Poznanski ist am 02. März 2020 im @droemerknaur erschienen.
Inhalt und meine Meinung:
Auch im zweiten Teil der VANITAS Thriller Reihe steht erneut unsere Protagonistin Carolin Bauer im Fokus. Nach den Ereignissen in München ist Caro wieder zurück in Wien, zurück im Zeugenschutzprogramm, als Blumenhändlerin am Zentralfriedhof. Die junge Frau ist sehr unruhig und wachsam. Sie befürchtet, dass ihre russischen Verfolger auf sie aufmerksam geworden sind. Ihre Paranoia hat abgenommen, bestimmt aber immer noch ihren Alltag. Ausgerechnet jetzt treiben nachts mysteriöse Grabschänder ihr Unwesen auf dem Friedhof und ein Mord geschieht. Das erhöhte Polizeiaufkommen und Kommissar Oliver Tassani machen Carolin nervös, trotzdem kann sie es nicht lassen. Sie muss selber Nachforschungen betreiben. Ich habe mich an Caro gehängt und voller Spannung das Geschehene verfolgt..... Mir hat der zweite Band um einiges besser gefallen, als der Auftakt der Reihe. Grau wie Asche hat mich von der ersten Seite an gefangen und komplett überzeugt. Ursula hat einen klaren, flüssigen und spannenden Schreibstil. Mir hat es Spaß gemacht, Caro durch die Geschichte zu begleiten. Ein großartiger aufgebauter Thriller- Kriminalfall mit einem spannenden Finale. Im ersten Band fand ich Caro noch recht blass dargestellt. Stück für Stück erfahren wir mehr Einzelheiten aus ihrer Vergangenheit und viele Details werden offen gelegt. Ihr Handeln wird extrem durch Erfahrungen ihrer Vergangenheit geprägt und bestimmt. Ausführlich und bildhaft beschreibt unsere Autorin den Hauptschauplatz, den Zentralfriedhof von Wien.
Mit dem grandiosen spannenden Ende, darf man auf einen weiteren Teil hoffen.
Fazit: ⭐⭐⭐⭐⭐/5 Sternen
Ein spannender abgeschlossener Fall. Eine Protagonistin deren handeln man nachvollziehen kann. Ein düsterer Schauplatz.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.03.2020

Wertvoller Buchschatz!

Dankbarkeiten
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Dankbarkeiten" von Delphine de Vigan erschien am 10.03.2020 im @dumontbuchverlag als Hardcover für 20,00 €. In der letzten Woche habe ich dieses wertvolle Buch beendet ❤

Inhalt und meine Meinung:
Michele ...

Dankbarkeiten" von Delphine de Vigan erschien am 10.03.2020 im @dumontbuchverlag als Hardcover für 20,00 €. In der letzten Woche habe ich dieses wertvolle Buch beendet ❤

Inhalt und meine Meinung:
Michele Seld, genannt Michka ist eine ältere Dame, die immer sehr stolz auf ihre Unabhängigkeit war, selbst im hohen Alter.
Nun ist sie an einen Punkt angelangt, an dem sie nicht mehr alleine in ihrer Wohnung bleiben kann. Nicht nur körperliches Gebrechen machen ihr zu schaffen, auch ihr Gedächtnis lässt sie im Stich. Sie verliert Wörter und sie verwechselt Wörter. Immer öfters kann sie sich nicht mehr richtig ausdrücken.
Ihr Weg führt sie ins Seniorenwohnheim. Der alten Frau fällt es extrem schwer, sich dort im Alltag und den Ritualen anzupassen. Zum Glück gibt es die liebevolle Marie an Ihrer Seite. Marie, eine junge Frau, für die sie damals in deren Kindheit Zuflucht und Großmutter Ersatz war. Michka wird von Marie rührend umsorgt.
Auch zu ihrem Logopäden Jerome fasst sie sehr rasch Vertrauen. Ihm vertraut sie auch an, dass sie einem Ehepaar, die sie im Zweiten Weltkrieg versteckt und letztendlich das Leben gerettet haben, danke sagen möchte. Dankbarkeit zeigen, bevor sich alle Worte bei ihr verabschieden.
Marie ist schon lange bemüht und auf der Suche nach den Rettern. Leider kennt Michka nur den Vornamen des Ehepaares, was die Suche fast unmöglich macht. Kein leichtes Unterfangen. Der Logopäde möchte helfen. Werden sie zu Zweit erfolgreich sein?
🍀
Ich bekomme sofort eine Gänsehaut, wenn ich an die Geschichte denke. Dankbarkeiten ist ein Buch zum Innehalten und zum Nachdenken! Die Autorin hat in ihren fast 180 geschriebenen Seiten unendlich viele Emotionen bei mir geweckt. Sehr gekonnt, sehr liebevoll, poetisch und mit Herzblut sind tolle Charaktere entstanden. Abwechselnd wird aus Sicht von Marie und Jerome erzählt, wie sie die letzten Monate mit Michka erleben. Obwohl der Inhalt und die Thematik sehr traurig ist, gibt das Buch auch Hoffnung und Zuversicht.
Wir sagen viel zu wenig "ein tiefempfundenes Danke". Ein aufrichtiges Danke an Delphine de Vigan für dieses großartige, sehr lesenswerte Buch.

Eine Bereicherung für mich und mein Bücherregal ❤️ Fazit: Ein warmherziger Roman, der traurig und nachdenklich stimmt, aber auch an vielen Stellen zum Schmunzeln verleitet. Absolute Leseempfehlung 👌 ⭐⭐⭐⭐⭐ von 5 Sternen"

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.03.2020

Lustig und Traurig zugleich!

Das Beste kommt noch
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Diese wundervolle charmante und traurige Geschichte habe ich vor ein paar Tagen beendet. Das Cover hat mich nicht angesprochen, aber der Klappentext hat mich unheimlich neugierig gemacht
Inhalt und meine ...

Diese wundervolle charmante und traurige Geschichte habe ich vor ein paar Tagen beendet. Das Cover hat mich nicht angesprochen, aber der Klappentext hat mich unheimlich neugierig gemacht
Inhalt und meine Meinung:
Andrew Smith, liebevoll, aber auch irgendwie skurril ist Nachlassverwalter in London. Sein Job ist es, Erben ausfindig zu machen von Menschen die einsam in ihren eigenen "Vier Wänden" gestorben sind. Das ist keine einfache Arbeit und nichts für Zartbesaitete, denn die Toten haben meistens schon ein paar Tage in ihren Wohnungen gelegen. Zum Glück hat der 42-jähriger eine wundervolle Frau und zwei reizende Kinder und kehrt nach Feierabend in sein gemütliches Vorstadthaus nach Hause. Das denkt und glaubt zumindest sein Chef und seine Kollegen.
Tatsächlich sieht sein Leben ganz einsam und trostlos aus. Andrew steckt in einer furchtbaren Spirale aus Lügen. Lügen die er selbst in die Welt setzt und irgendwann, Monat für Monat, Jahr für Jahr ein Eigenleben entwickelt.
Keine Familie, keine Liebe und keine Freundschaften, dass braucht er alles nicht. Nach dieser Überzeugung lebt er seit vielen Jahren, bis eine neue Kollegin in seiner Abteilung anfängt. Peggy, quirlig, aufgeschlossen, nett und lustig, allerdings verheiratet und zwei Kinder.
Plötzlich ist für Andrew nichts mehr, wie es war ........
Richard Roper hat mich mit seiner Geschichte gefangen, verzaubert, berührt und zum Nachdenken gebracht. Ein toller und gekonnter Schreibstil hat mich nicht mehr losgelassen. Immer wieder hätte ich am liebsten Andrew in den Arm genommen und ihn fest gedrückt. Roper hat einen ganz ungewöhnlichen, sehr schüchternen und unsicheren Mann gezeichnet. Ein Charakter, der mich berührt hat, aber mich als Leser auch deutlich spüren lassen hat, dass er sein Herz am rechten Fleck hat.
Die sich langsam entwickelnde Freundschaft zwischen Peggy und Andrew habe ich sehr genossen.
Ein gelungenes Debüt mit sehr viel Witz, Charme und Empathie.

Fazit:
Große Leseempfehlung!
Ein Roman mit liebenswürdigen Charakteren, einer tiefgründigen Thematik über Ängste, Einsamkeit, Freundschaft, Mut und Neuanfang. Ein Lesehighlight

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.03.2020

Traumhaftes Setting

Ein Sommer auf Sylt
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Julia arbeitet als Architektin bei ihrem Freund in der Firma in Hamburg. Seit einigen Jahren hat sie ein sehr distanziertes Verhältnis zu ihren Eltern. Umso überraschter ist sie, als sie von ihrem plötzlich ...

Julia arbeitet als Architektin bei ihrem Freund in der Firma in Hamburg. Seit einigen Jahren hat sie ein sehr distanziertes Verhältnis zu ihren Eltern. Umso überraschter ist sie, als sie von ihrem plötzlich verstorbenen Vater ein Friesenhaus auf Sylt erbt. Um ihr Erbe in Augenschein zu nehmen und einen Verkauf zügig abzuwickeln, reist sie auf die Insel. Begleitet wird Julia von ihrer Mutter und deren zwei Schwestern, die permanent am streiten sind. Noch ahnt die junge Frau nicht, dass das Haus noch bewohnt ist und sie sich bald in einer üblen Zwickmühle befindet. Durch die Erbschaft kommen viele unangenehme Familiengeheimnisse auf den Tisch. Auch ihre Beziehung gerät ordentlich durcheinander.

Der Einstieg fiel mir sehr leicht. Die Autorin hat einen leichten, luftigen Schreibstil. Sehr anschaulich und bildhaft beschreibt sie die ganze Schönheit der nordfriesischen Insel. Das war ein wahrer Genuss für die Seele.
Die Story konnte mich insgesamt nicht komplett überzeugen. Vielleicht hatte ich auch falsche Erwartungen. Der ständige, kindische Zank und die Streitigkeiten waren mir zu viel und kam stellenweise sehr unglaubwürdig rüber. Es fehlte mir Leichtigkeit und Humor. Die Handlung plätscherte vor sich her.

Allerdings hat mir das Ende sehr gut gefallen und hat mich zufrieden zurück gelassen.

Fazit:
Eine kurzweilige Geschichte mit einem traumhaften Setting.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere