Cover-Bild Das Pestmädchen
Band 1 der Reihe "Das Pestmädchen"
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14,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: historischer Roman
  • Genre: Romane & Erzählungen / Historische Romane
  • Seitenzahl: 496
  • Ersterscheinung: 12.02.2025
  • ISBN: 9783839208403
Silvia Stolzenburg

Das Pestmädchen

Historischer Roman
Augsburg, 1462: Das Totengeläut reißt nicht ab. Die Pest wütet in der Stadt und tötet Hunderte. Die junge Magd Lina pflegt im Heilig-Geist-Spital aufopferungsvoll die Kranken, bis sie sich selbst ansteckt. Mit der Hilfe des Wundarztes Ulrich, der sein Herz an Lina verloren hat, übersteht sie die Seuche als Einzige im Spital. Böse Zungen behaupten bald, sie sei mit dem Teufel im Bunde. Als ein reicher Jüngling ermordet wird, fällt der Verdacht auf sie. Lina muss ihre Unschuld beweisen, sonst droht ihr das Schwert des Henkers …

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.05.2025

Dramatische Ereignisse in Augsburg im späten Mittelalter

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Mit diesem ersten Band ihrer neuen Trilogie entführt uns Silvia Stolzenburg ins spätmittelalterliche Augsburg. Wir lernen Lina kennen. Die junge Frau arbeitet als Magd im Heilig-Geist-Spital. Sie ist Waise, ...

Mit diesem ersten Band ihrer neuen Trilogie entführt uns Silvia Stolzenburg ins spätmittelalterliche Augsburg. Wir lernen Lina kennen. Die junge Frau arbeitet als Magd im Heilig-Geist-Spital. Sie ist Waise, im Findelhaus aufgewachsen und gilt daher als Unehrliche. Dass sie im Spital arbeiten und den Kranken helfen darf, empfindet sie als Glück. Außerdem ist da noch der Wundarzt Ulrich, der sich in Lina verliebt hat. Für sie sieht die Situation eher hoffnungslos aus, denn Ulrich gehört ja zu den ehrlichen Bürgern.

Die Begriffe "ehrlich" und "unehrlich" hatten damals eine andere Bedeutung als heutzutage, denn im 15. Jahrhundert sagten sie nichts darüber aus, ob jemand die Wahrheit sprach oder Lügen verbreitete, sondern es hing von der Herkunft ab, zu welcher Klasse ein Mensch gehörte. Obwohl Lina quasi am unteren Rand der Gesellschaft steht, gibt es andere, die ihr ihr kleines Glück neiden, und hier wird es interessant, denn während Lina aufrichtig ist und sich an die Wahrheit hält, erzählt eine Magd von ehrlicher Geburt Lügen über sie und tut alles, um der jungen Frau zu schaden. Es ist eine schwierige Zeit für die Menschen, denn nach einer schweren Überschwemmung, die großen Schaden in der Stadt anrichtet, bricht die Pest aus, und viele Menschen erkranken. Auch Lina steckt sich an, überlebt jedoch als einzige der Kranken die schlimme Seuche. Die einen werteten ihre Genesung als göttliches Zeichen, aufgrund ihrer reinen Seele, andere sahen darin ein Werk des Teufels.

Durch üble Nachrede verliert sie ihre Anstellung, und als wenig später in ihrer Gegenwart ein junger Mann aus reichem Hause ermordet wird, trifft der Verdacht auf Lina. Ein Urteil ist schnell gefällt, und Lina droht der Galgen, wenn sie nicht ihre Unschuld beweisen kann, was für sie als Unehrliche fast unmöglich ist. Kann ihr geliebter Ulrich ihr helfen?

Wie man es von Silvia Stolzenburg kennt, hat sie zur damaligen Zeit und ihren Gegebenheiten wieder sehr ausführlich recherchiert, was man auch an den zahlreichen Quellenangaben im Anhang sieht. Das Leben und die Situation der Menschen, die Hochwasserkatastrophe und die darauf folgende Pestepidemie, das alles hat die Autorin sehr detailliert und realitätsgetreu geschildert. Linas Geschichte ist äußerst spannend, und manchmal dachte ich mir beim Lesen, wie kann eine so liebenswerte, grundanständige junge Frau nur so viel Pech haben. Ihr läuft quasi jedes Unglück nach, und ihre Liebe zu Ulrich steht unter keinem guten Stern.

Die Geschichte ist sehr spannend erzählt, und es kommt immer wieder zu unverhofften Wendungen und Ereignissen. Die verschiedenen Charaktere sind facettenreich angelegt, so dass ich beim Lesen sehr deutliche und lebendige Bilder vor Augen hatte. Das Ende ist in gewisser Weise offen und erhöht die Vorfreude auf den nächsten Band, denn ich will natürlich unbedingt erfahren, wie es für Lina weitergeht.

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Veröffentlicht am 13.02.2025

Hexe oder Heilige?

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„Ihr Platz war am Fuß der Gesellschaft, und bereits die Hoffnung, irgendwann ein besseres Leben zu führen, erschien gotteslästerlich.“ (S. 101)
Augsburg 1462: Lina ist 16 und ein Findelkind, lebt und arbeitet ...

„Ihr Platz war am Fuß der Gesellschaft, und bereits die Hoffnung, irgendwann ein besseres Leben zu führen, erschien gotteslästerlich.“ (S. 101)
Augsburg 1462: Lina ist 16 und ein Findelkind, lebt und arbeitet seit fast 10 Jahren im Heilig-Geist-Spital. Obwohl ihr Alltag von harter Arbeit, strengem Gehorsam und Gottgefälligkeit geprägt ist, ist sie dafür dankbar, denn andere Findelkinder landen in Frauenhäusern oder als Bettler auf der Straße. Trotzdem träumt sie manchmal von einem besseren Leben. Ihr gefällt Ulrich, der Wundarzt, der sich auch in sie verguckt zu haben scheint.
Als die Pest ausbricht, kämpft Lina mehrere Wochen mit dem Tod. Sie überlebt, während alle anderen Erkrankten sterben. Die Meisterin des Spitals sagt, das sei die Belohnung Gottes für Linas reine Seele, eine andere Magd schiebt es auf den Teufel und verbreitet das Gerücht. Dann wird ein reicher junger Mann getötet und Lina dabei schwer verletzt. Da sonst niemand in der Nähe war, wird sie des Mordes angeklagt – kann Ulrich sie retten und ihre Unschuld beweisen?

Lina ist eine sehr spannende Figur. Sie stammt zwar aus dem Findelhaus und gilt damit als unehrlich, scheint aber einen reichen Fürsprecher zu haben, der hier am Rand auftaucht – vielleicht doch ein Verwandter?! Sie steht in der Hierarchie des Spitals ganz unten, eine ewige Dienerin, die die schmutzigsten und gefährlichsten Arbeiten übernehmen muss. Gerade weil sie so genügsam und gottesfürchtig ist, ist sie einer anderen Magd mit ehrlicher Abstammung ein Dorn im Auge.
Ulrich steht als Wundarzt nur eine Stufe über den Badern, die z.B. Zähne zogen oder Gelenke wieder einrenkten. Doch durch viel Fleiß, seinen guten Ruf und die Pest verdient er sehr gut und könnte es sich leisten, Lina trotz der Standesunterschiede zu heiraten.

„Das Pestmädchen“ ist der Auftakt einer neuen Trilogie von Silvia Stolzenburg und entführt ins mittelalterliche Augsburg. Sehr bildlich beschreibt sie die Stadt und gibt Einblicke in den Alltag im Spital, erklärt Behandlungsmöglichkeiten, Arzneimittel und die Unterschiede zwischen Bader, Stadtarzt, Wundarzt und Henker, die jeweils nur bestimmte Gebrechen mit festgelegten Methoden behandeln durften. Besonders die Heilmittel, die der Henker herstellt und verkauft, haben mir Gänsehaut beschert.
Das Buch ist eine Mischung aus historischem Roman und Krimi, wobei ich denke, dass der nächste Teil noch spannender wird, da sich Linas Situation am Ende des Buches noch einmal dramatisch ändert. Ich bin sehr gespannt, wie es mit ihr und Ulrich weitergeht.

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Veröffentlicht am 20.03.2025

496 Seiten, die mich leider nicht berührt haben

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Handlungsort:  Augsburg

Wir lernen Lina kennen und erleben, dass sie von einer Schwierigkeit in die Nächste stolpert. Aber nicht nur das, auch die Liebe scheint Lina fest in Griff zu haben. Die Liebe ...

Handlungsort:  Augsburg

Wir lernen Lina kennen und erleben, dass sie von einer Schwierigkeit in die Nächste stolpert. Aber nicht nur das, auch die Liebe scheint Lina fest in Griff zu haben. Die Liebe zu Gott oder Ulrich?


Ich lese gerne historische Romane, deren Handlungsort in Deutschland liegt. Das machen die Geschichten für mich etwas greifbarer. So bin ich dann auch zu diesem Roman gekommen. Ich kenne bereits einige Bücher der Autorin und wusste deshalb auch über Schreibstil und Plotführung Bescheid. 


Durch den mitreißenden Klappentext war ich natürlich gespannt, wie die Pest in Augsburg gewütet hatte und wie die Menschen mit dieser Krankheit, dem Leid und der Angst umgegangen sind. Tja, nun komme ich aber auch schon zu dem Aber.  Leider musste ich sehr lange warten, bis diese (man beachte den Klappentext und den Titel des Buches) überhaupt thematisiert wurde. Bis Seite 134 war davon gar keine Rede. Eher davon, dass Lina die Liebe zum Wundarzt entdeckt, dass ihr eine andere Pflegekraft sehr übel mitspielt, ach ja, und da war ja auch noch das Hochwasser. Hm? Wo war das Totengeläut? Bislang (also bis Seite 134) war nur vom Hochwasserglöckchen die Rede. Aber okay, es ist ja auch erst ein Viertel des Romans.  Somit habe ich weitergelesen, denn irgendwann musste ja mal die Pest auftauchen, wenn sie schon so groß angekündigt wird. 

Da, bei Seite 135 ist zum ersten Mal von der Pestilenz zu lesen. Nun konnte es endlich losgehen, und der Klappentext würde zur Geschichte passen. 

Leider waren auch die restlichen Seiten nicht der Burner. Nichts neues, alles schon so oft gelesen!  Durch die kurzen Kapitel versucht die Autorin zwar etwas Spannung zu schaffen, aber leider bleibt der Spannungsbogen sehr flach. Ja, ich bin enttäuscht! Ich hatte mir wirklich mehr erhofft.

Da es sich um den Auftakt einer Trilogie handelt, werde ich wohl auf die Folgebände verzichten. 

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