Geschichte fesselnd wie ein Krimi
Das Triumvirat, zu dem sich Marcus Antonius , Octavius und Lepidus zusammen gefunden haben, um die Mörder Caesars zu bestrafen, hat die vereinbarte Bestandsdauer von fünf Jahren fast erreicht. Mittlerweile ...
Das Triumvirat, zu dem sich Marcus Antonius , Octavius und Lepidus zusammen gefunden haben, um die Mörder Caesars zu bestrafen, hat die vereinbarte Bestandsdauer von fünf Jahren fast erreicht. Mittlerweile ist ein Machtkampf zwischen Octavius und Antonius entbrannt, die beide die alleinige Macht im Römischen Reich anstreben. Zu diesem Zweck versuchen sie ihre Einfluss, in den ihnen zugedachten Gebieten zu festigen.
In diesem Teil der Geschichte sind Mara und Brutus zu ihrem Bedauern gezwungen, getrennte Wege zu gehen, was mir aber ein spannendes Lesevergnügen beschert. So bin ich Augenzeuge des Kampfes zwischen Pompeius Sextus und Octavius vor Sicilia und begleite mit Brutus Antonius auf seinem Feldzug gegen die Parther.
Der überwiegende Teil des Buches beschäftigt sich mit Octavius, was mir persönlich gut gefallen hat, da ich das Geschehen hier packender fand. Octavius Krieg gegen Sextus spielt überwiegend auf See ab. Zu Beginn scheinen sich alle Götter gegen Octavius verschworen zu haben, denn er muss einen Rückschlag nach dem anderen hinnehmen. Ich vermute jedoch, es lag daran, dass er einfach den Seekrieg nicht beherrschte. Die Lage ändert sich, als sich der Pirat Menodoros auf seine Seite schlägt. Mit seinem nautischen Wissen und seinem Hang zu ungewöhnlichen Manövern hat er mich sehr an den Seehelden Horatio Nelson erinnert. Sextus und seine Kumpane fand ich nur verabscheuungswürdig. Die Seeschlachten werden lebendig und anschaulich geschildert und manches technisches Detail hat mich wirklich überrascht.
Antonius macht sich siegessicher auf, dem Partherkönig Phraates IV zu bezwingen. Dabei hat jener bereits seine Intrigen gesponnen und seine Fallen gestellt. Antonius erkennt das nicht und führt seine Legionen ins Verderben. Vielleicht war er abgelenkt, da er seine Zukunft mit Kleopatra plant. Obwohl Antonius der Angreifer ist, hätte ich ihm den Sieg gegönnt. Allzu grausam und arrogant erschien mir der Partherkönig. Bei Antonius Rückzug werden Erinnerungen an Napoleons Russlandfeldzug wach. Ich wurde in meiner Meinung bestärkt, dass Kriege nichts heroisches anhaftet, sondern nur Leid bringen.
Durch eingestreute Anekdoten und viel direkter Rede zeichnet die Autorin ein lebhaftes Bild der damaligen Zeit. Nun warte ich gespannt auf die Fortsetzung, denn Brutus und Mara sind immer noch getrennt, der Machtkampf nicht entschieden.