Die Millennium-Trilogie in moderner Neuausstattung
Der Journalist Mikael Blomkvist recherchiert in einem besonders brisanten Fall von Mädchenhandel. Junge russische Frauen werden gewaltsam zur Prostitution gezwungen. Die Hintermänner bekleiden hohe Regierungsämter. Als Blomkvists Informant tot aufgefunden wird, fällt der Verdacht auf die Ermittlerin Lisbeth Salander. Nur Blomkvist glaubt an ihre Unschuld. Eine mörderische Hetzjagd beginnt.
Ich habe lange während des Buches gedacht, warum sind es so viele Seiten und wann beginnt der tatsächliche Fall. Aber im Ernst. Das macht alles so viel Sinn.
Diese Reihe ist sehr Charakter basiert und ...
Ich habe lange während des Buches gedacht, warum sind es so viele Seiten und wann beginnt der tatsächliche Fall. Aber im Ernst. Das macht alles so viel Sinn.
Diese Reihe ist sehr Charakter basiert und diese, sowie die Beziehungen zueinander stehen im Vordergrund. Eine fesselnde Geschichte. Starke Charaktere und ein bildhafte Schreibstil.
Wie im ersten Buch der Trilogie ist dies lediglich der rote Faden, der alles zusammenhält. Zwar gerät das Thema Mädchenhandel nicht zu kurz und der Autor findet Gelegenheit genug, die Verstrickungen selbst ...
Wie im ersten Buch der Trilogie ist dies lediglich der rote Faden, der alles zusammenhält. Zwar gerät das Thema Mädchenhandel nicht zu kurz und der Autor findet Gelegenheit genug, die Verstrickungen selbst der höchsten politischen Kreise in dieses Verbrechen zu porträtieren. Ähnlich der Thematik in „Vergebung“ übt Larsson nicht nur in dieser Hinsicht Kritik an der Gesellschaft. Auch das Vorgehen der Medien wird angeprangert, genau wie dasjenige parteiischer Mitarbeiter öffentlicher Behörden.
Ebenso wird ziemlich schnell klar, wer die Morde an dem jungen Paar tatsächlich zu verantworten hat.
Allerdings steht diesmal als ansprechender Dreh- und Angelpunkt der Geschichte der Charakter Lisbeth Salander im Mittelpunkt und wird ähnlich ausführlich beleuchtet wie Mikael im ersten Band. Man erfährt wesentlich mehr über ihre Vergangenheit und den Grund für ihre rechtliche Betreuung. Sie wird vielschichtig präsentiert, vor allem zu Anfang des Romans. Sehr moralisch, aber mit eigenen Vorstellungen, wie man Recht und Ordnung durchsetzt, ist sie keine strahlende Heldin. Und gerade deswegen umso interessanter. Denn besonders im Bezug auf Mikael zeigt sie deutlich ihre Gefühle für ihn und ihre Angst davor, was ihre Figur umso realistischer macht.
Am Ende des Buches wirkt ihr überstarker Lebenswille zwar etwas übertrieben und überzogen und erinnert an den Killer aus amerikanischen Horrorfilmen, der einfach nicht sterben will. Trotzdem wird sie realistischer präsentiert als manch andere Buchheldin der letzten Zeit und die spannenden Ereignisse rund um ihr Leben und ihre Vergangenheit trösten über diese Schwäche und den abrupten Schluss sehr gut hinweg.
In seiner Gesamtheit ist „Verdammnis“ durchgehend spannend und weiß trotz einiger Längen am Anfang zu fesseln. Man fiebert mit den Hauptfiguren mit, verfolgt ihren Kampf gegen einen mysteriösen Gegner und will nach der letzten Seite trotz des übersteigerten Geschehens unbedingt den dritten Band in die Hand nehmen und weiterlesen, ein positiver Nebeneffekt des offenen Endes.