Cover-Bild Liefern
19,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Tropen
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 14.02.2026
  • ISBN: 9783608125962
Tomer Gardi

Liefern

Roman
Anne Birkenhauer (Übersetzer)

»Prallvoll mit Überlebenslust, Herzwärme und Witz.«Pieke Biermann
Sie sind überall, wir sehen sie jeden Tag. Egal ob in Delhi, Tel Aviv, Buenos Aires, Istanbul oder Berlin, überall schwirren sie durch die Städte: Essenslieferanten. Tomer Gardi verbindet ihre Geschichten zu einem weltumspannenden Gegenwarts-Epos. »Liefern« erzählt von Rassismus und Ausbeutung, von Liebe, Familie und der großen Sehnsucht nach Verbundenheit. So gegenwärtig, so international, so politisch und leichtfüßig zugleich war lange kein deutscher Roman.

Der Roman entstand in Zusammenarbeit mit Anne Birkenhauer, die auch den Teil »Mimesis« aus dem Hebräischen übersetzt hat.
Filmon, der aus Eritrea nach Tel Aviv geflüchtet ist, arbeitet als Lieferant. Er will genug Geld sammeln, um seiner Frau und Tochter nach Berlin zu folgen. Sein Job ist immer in Gefahr, er hat keine Arbeitserlaubnis und fährt unter falschem Namen. Seine Frau und Tochter lernen Deutsch bei Nina im Bildungszentrum, die zu einem Austauschsemester nach Delhi reist, wo sie sich in den Argentinier Ramón verliebt. Der Erzähler fährt nach Istanbul, um nach einer Gaunerei bei einem Literaturpreis das Preisgeld zu verprassen. Und in Buenos Aires muss Ramóns Mutter mit der Abwesenheit ihres Sohnes fertig werden. »Liefern« ist eine literarische Weltreise in sechs Episoden und eine Feier der Erzählkunst, wie sie nur Tomer Gardi veranstalten kann: tiefgründig und humorvoll, mit politischer Sensibilität und literarischer Verve.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.01.2026

Die Welt auf einen kulinarischen Nenner gebracht

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Berlin, Tel Aviv, Delhi, Istanbul, Buenos Aires. Was diese Millionenmetropolen eint, ist, dass deren Bewohner ständig Hunger haben. Dieser Hunger lässt sich weltweit am besten stillen mittels Essenslieferdiensten. ...

Berlin, Tel Aviv, Delhi, Istanbul, Buenos Aires. Was diese Millionenmetropolen eint, ist, dass deren Bewohner ständig Hunger haben. Dieser Hunger lässt sich weltweit am besten stillen mittels Essenslieferdiensten. Unter dieser Prämisse erschafft der Autor eine weltumspannende Erzählung, die Einblick in das multikulturelle Universum der Lieferdienste gewährt. Konkurrenzdruck, Ausbeutung, Heimweh, Familiennachzug und teilweise mafiöse Strukturen prägen global die Welt des schnellen Hungerstillens. Die Welt ist ein Dorf und so verwebt der Autor die portraitierten Einzelschicksale zu einem Netz, in dem jeder auf gewisse Weise mit anderen verbunden ist. Kulturschocks jeglicher Art sind dabei vorprogrammiert und erwünscht. Hinzu kommt eine wahnwitzige Beschreibung eines Haartransplantations-Trips nach Istanbul, welcher der Leser so garaniert noch nicht kennt.

Ein humorvoller, aber auch nachdenklich stimmender Roman. Leider waren für mich die Themen-, Personen- und Schauplatzwechsel etwas gar wild und hektisch konstruiert. Ab einen gewissen Punkt hatte ich Mühe, mit dem Geschehen noch Schritt zu halten. Insgesamt aber ein sehr unterhaltsamer Roman in einem tollen Setting.

Veröffentlicht am 13.03.2026

Willkommen im globalen Dorf!

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Im Roman “Liefern” liefert Tomer Gardi einen interkontinentalen Einblick in die Welt der Lieferdienste. Überall etwas anders und doch ist das Prinzip und System auf der ganzen Welt das gleiche. Die Massen ...

Im Roman “Liefern” liefert Tomer Gardi einen interkontinentalen Einblick in die Welt der Lieferdienste. Überall etwas anders und doch ist das Prinzip und System auf der ganzen Welt das gleiche. Die Massen verlangen nach Essen - bequem, schnell, an die Tür. Der Markt mit einer Monsterindustrie geantwortet, in der jene, die keine Alternative haben, einmal mehr unter prekären Arbeitsbedingungen das globale Bedürfnis nach Bequemlichkeit befriedigen. Fast Food next Level.
Und hier punktet Gardi mit seinem Buch - er gibt der gesichtslosen Massenware Arbeitskraft, die vor unserer Tür auftaucht und wieder in der Anonymität verschwindet, eine Geschichte, Motive, Identität und ein Gesicht. Er benennt das System der Ausbeutung dahinter, zeigt, wie Menschen zu einer Nummer von vielen werden und weshalb. Vielleicht denken wir das nächste Mal darüber nach, bevor wir für den gerade erhaltenen Service eine Bewertung abgeben. Darüber, was ein einfacher Klick für einen anderen Menschen bedeuten kann. Darüber, dass dieser Lieferant auch ein Mensch ist - keine Maschine! -, der in und mit seinen Umständen lebt. Und vielleicht überkommt uns auch etwas Nachsicht mit den verrückten Kamikazefahrern, die von Nachfrage und Industrielogik getrieben, auf den Strassen buchstäblich unseren Weg kreuzen. Message delivered!
Gelungen ist Gardi auch der Textfluss - leicht getrieben, eine Kaskade an Schwadronieren und Fokus in einem, eine faszinierende Mischung aus Alltag und Aussergewöhnlichkeiten. Es war schwer, das Buch zur Seite zu legen, wenn ich mal drin war. Es hat mich allerdings nicht gerufen, wenn ich es nicht in der Hand hatte. Dafür gab es zu viele Teile, die für mich zu wenig in die Hauptthematik reingepasst haben. Glatzköpfige Männer auf ihrer Suche nach Erlösung, eine verliebte Studentin in Indien, eine Mutter, die ihren verlorenen Sohn nicht loslassen kann - sie waren für mich eher Ablenkung, haben mit ihrer Ausführlichkeit zu weit vom Fokus und dem Grund abgelenkt, weshalb ich dieses Buch eigentlich interessant fand.

“Liefern” war für mich im Kernthema interessant und fesselnd, hat mich aber an Nebenschauplätzen verloren, die zu breit ausgetreten wurden. Obwohl ich dieses fragmentierte Erzählen grundsätzlich gerne lese, war die Sache hier für mich nicht ganz rund.

Ich bedanke mich bei Vorablesen und dem Tropen Verlag für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung bleibt natürlich und wie immer trotzdem meine eigene.

Veröffentlicht am 15.02.2026

Keine leichte Lektüre

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Zum Inhalt:
Filmom arbeitet ohne Arbeitserlaubnis unter falschem Namen in Tel Aviv als Lieferant. Geflüchtet aus Eritrea will er genug Geld verdienen, um seiner Frau und Tochter nach Berlin zu folgen. ...

Zum Inhalt:
Filmom arbeitet ohne Arbeitserlaubnis unter falschem Namen in Tel Aviv als Lieferant. Geflüchtet aus Eritrea will er genug Geld verdienen, um seiner Frau und Tochter nach Berlin zu folgen. Seine Frau und Tochter lernen Deutsch bei Nina im Bildungszentrum. Nina reist nach Delhi zu einem Auslandssemester, wo sie sich in dem Argentinier Ramon verliebt. Diese und weitere Episoden umfasst das Buch.
Meine Meinung:
Das Buch verlangt schon einiges von einem ab, denn es ist kein klassischer Roman, sondern ein zum Teil verwirrendes Werk, dass für den Leser extrem herausfordernd ist. Immer wieder hatte ich auch das Gefühl, etwas verpasst zu haben, weil mir plötzlich was fehlte, aber genau das führt auch dazu, dass man sich intensiv mit der Lektüre befassen muss. Thematisch ist es ein Buch, dass auch aufrüttelt, weil der Finger auf Wunden gelegt wird, über die man vorher nicht mal nachgedacht hat. Würde ich das Buch empfehlen? Schwierig, da bestimmt nicht massenkompatipel, aber nicht uninteressant.
Fazit:
Keine leichte Lektüre