Cover-Bild Die Dirne und der Bischof
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7,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Blanvalet
  • Genre: Romane & Erzählungen / Historische Romane
  • Ersterscheinung: 02.10.2009
  • ISBN: 9783641030254
Ulrike Schweikert

Die Dirne und der Bischof

Roman
Drohend wirft die Festung ihre Schatten auf die Stadt ...

Würzburg um 1430. Zwei Betrunkene finden in einem Wassergraben der Vorstadt den leblosen Körper einer jungen Frau. Sie ist bewusstlos und lebensgefährlich verletzt. Also bringen sie sie in das nächstgelegene Haus. Die »Eselswirtin« pflegt die Unbekannte, die ihr Gedächtnis verloren hat, gesund. Doch für Pflege und Medizin fordert sie einen hohen Preis: Elisabeth soll für sie arbeiten – im Dirnenhaus der Stadt muss sie den Freiern zu Diensten sein. Mehr als ein Jahr wird sie dort verbringen, bis eines Tages der verschwenderische und wollüstige Landesherr, Bischof Johann von Brunn, die schöne Dirne zu sich ruft. Im Schatten der Nacht wird Elisabeth von den Gesandten des Bischofs abgeholt und auf die Marienveste gebracht. Und dort, im Schlafgemach des Landesherrn, kehrt ihre Erinnerung schlagartig zurück …

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.09.2020

Ohne Erinnerung

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Ich habe schon öfters von diesem Buch gehört und der Klappentext hatte es mir immer schon angetan, deshalb habe ich mich sehr gefreut das Buch in dieser Leserunde zu gewinnen und zu lesen!

Das Cover ...

Ich habe schon öfters von diesem Buch gehört und der Klappentext hatte es mir immer schon angetan, deshalb habe ich mich sehr gefreut das Buch in dieser Leserunde zu gewinnen und zu lesen!

Das Cover finde ich sehr schön gemacht, mit der etwas freizügigen jungen Frau, von der man das Gesicht nicht sehen kann. Dieses macht das ganze geheimnisvoll.

Im Buch geht es um die junge Frau Elisabeth, die eines Abends in Würzburg gefunden wird, nahe eines Judenfriedhofs. 2 Männer bringen diese in ein Frauenhaus, welches nicht weit weg ist. Sie wird unter dubiosen Gründen von der Wirtin gezwungen für sie zu arbeiten, aber immer wieder tauchen bei Elisabeth Erinnerungsfetzen aus ihrer Vergangenheit auf und irgendwann in der Nacht als sie beim Bischof liegt kehrt alles zurück.

Dieser historische Roman hat mir wahnsinnig gut gefallen, allein aus dem Grund, dass es eine sehr geniale und neue Idee ist, einer jungen Frau ihr Gedächtnis zu rauben, sodass der Leser richtig miträtseln und mitfiebern kann. Dabei war mir Elisabeth immer sehr sympatisch und sie hat immer nachvollziehbar gehandelt.

Was ich besonders klasse finde, dass es in diesem Roman wirklich viel um das Thema Dirnen im Mittelalter geht. Wie war deren Arbeit, mit was hatten sie zu kämpfen, wie standen sie in der Gesellschaft usw. Man hat einen super Einblick ins alltägliche Leben bekommen.

Der einzige Kritikpunkt für mich, weshalb das Buch sehr knapp an 5 Sternen vorbeischrammt ist, dass es teilweise zu viel über Krieg und Fehden und Politik berichtet wurde, wobei Elisabeth etwas in den Hintergrund gerückt ist. Und das am Ende wirklich einige Fragen offen bleiben, weshalb man dann doch den 2 Teil lesen möchte!

Fazit: Ein sehr gelungener historischer Roman, mit einer für mich unverhersehbaren Auflösung

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Veröffentlicht am 15.11.2019

Spannender historischer Roman mit Politikfokus

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Autorin Ulrike Schweikert hat mit "Die Dirne und der Bischof" einen soliden Auftakt zur Elisabeth-Reihe erschaffen.

Bereits das wunderschöne, farbintensive Cover lässt das Genre erahnen. Der Titel ist ...

Autorin Ulrike Schweikert hat mit "Die Dirne und der Bischof" einen soliden Auftakt zur Elisabeth-Reihe erschaffen.

Bereits das wunderschöne, farbintensive Cover lässt das Genre erahnen. Der Titel ist treffend gewählt worden und verrät bereits vor der Lektüre eine wichtige Information.

Die Handlung ist schnell zusammengefasst. - Als eine junge Frau bewusstlos und halbnackt im Flussgraben der Stadt entdeckt wird, liegt die Vermutung nahe, sie stamme aus dem örtlichen Hurenhaus. Zwar kennt Hurenwirtin Else die hübsche Frau nicht, wittert allerdings eine großartige zusätzliche Einnahmequelle, denn das Mädchen ist umwerfend schön. Praktischerweise erinnert sich die junge Dame, der man spontan den Namen Elisabeth gibt, an nichts aus ihrer Vergangenheit und wird bald darauf von Else zur Arbeit gezwungen. Aufgrund ihres Bildungsstandes (– im Gegensatz zu den anderen Dirnen kann sie lesen und schreiben -), ihrer tadellosen Manieren und Gottesfürchtigkeit lässt sich erahnen, dass Elisabeth aus einem guten Hause stammen muss. Als ihr dämmert, womit sie ihre Schulden bei Else abarbeiten soll, ist das Mädchen entsetzt und verzweifelt, denn es gibt scheinbar keinen anderen Ausweg. Doch nach und nach beginnt Elisabeth sich zu erinnern, wer sie wirklich ist…

Ort der Handlung ist Würzburg im 15. Jahrhundert. Der Alltag im Hurenhaus ist sehr intensiv und authentisch geschildert worden. Im Grunde hätten die Beschreibung der verschiedenen Mädchen und ihre Hintergrundgeschichten genügend Inhalt für einen eigenen Roman geliefert. Sehr gerne hätte ich mehr darüber erfahren, warum es die einzelnen Dirnen einst ins Hurenhaus verschlagen hatte; bis auf Ausnahmen wird dies nicht erwähnt. Das Mittelalter war keine frauenfreundliche Zeit, schon gar nicht, wenn man als Abschaum der Gesellschaft betrachtet wurde und sich als Dirne den widerwärtigsten Wünschen der Kundschaft beugen musste. Elisabeth tat mir anfangs unheimlich leid. Es ist bewundernswert, dass sie nie an Güte und Hilfsbereitschaft eingebüßt hat. Eine besonders interessant gestaltete Figur ist Else, die Eselswirtin, welche das Hurenhaus leitet; einerseits kümmert sie sich um ihre Mädchen, andererseits nutzt sie diese schamlos aus. In jedem Fall wirkte sie auf mich äußerst realistisch.

Den Schreibstil der Autorin sowie die Kapitellänge habe ich als sehr angenehm empfunden. Für meinen Geschmack nahm die Referenz zu politischen Entwicklungen, Kriegsgeberichten und Machtspielen/Intrigen jedoch zu sehr Oberhand. Vor allem der Mittelteil des Romans hat dadurch an Dynamik und Mitfieber-Faktor verloren. Elisabeth wurde über viele Kapitel zu einer Nebenfigur und ihre persönliche Geschichte rückte in den Hintergrund, weil unheimlich viel Zeit darauf verwendet wurde, politisches Geplänkel in die Story miteinzubinden. Hier wäre weniger mehr gewesen; speziell bei solch einer sympathischen Protagonistin sollte der Fokus nicht von ihr abrücken. So habe ich zwar das Beste für Elisabeth gehofft, wirklich emotional berührt war ich letztlich aber nicht. Das Ende ist mir ein wenig sauer aufgestoßen – für mich war es kein runder Abschluss.

Fazit: Super Grundidee, sympathische Hauptfigur, spannender Plot – leider etwas langatmig im Mittelteil und für meinen Geschmack zu Politik-lastig.

Veröffentlicht am 06.11.2019

Dirne ohne Erinnerung

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Eine junge Frau wird mehr tot wie lebendig im Flussgraben vor den Toren Würzburgs gefunden und ins Hurenhaus gebracht. Als sie aufwacht hat sie keine Erinnerung an das Geschehene und wie sie ins Hurenhaus ...

Eine junge Frau wird mehr tot wie lebendig im Flussgraben vor den Toren Würzburgs gefunden und ins Hurenhaus gebracht. Als sie aufwacht hat sie keine Erinnerung an das Geschehene und wie sie ins Hurenhaus gekommen ist. Im Hurenhaus wird sie wieder gesund gepflegt, muss jedoch dort ihre Dienste anbieten, um die Schulden für ihre Pflege zu begleichen. Sie ahnt, dass sie dort nicht hingehört, zumal sie gebildet ist, und lesen, schreiben und rechnen kann. Sieht jedoch keinen anderen Ausweg, weil sie sich nicht eines besseren erinnern kann.

Das Buch wurde gut recherchiert. Der Schreibstil ist flüssig. Das Cover ist schön gestaltet.
Die Geschichte geht erst spannend los. Aber irgendwann wird sie dann nur noch langatmig und plätschert vor sich hin. Die Politik und der Krieg gegen die Hussiten und die ganzen Namen der hohen Herren, die man sich nicht merken kann, machte die Geschichte langweilig. Dann wurde noch der Kampf beschrieben, den die Stadt gegen ihren verschwenderischen Bischof hielt. Die Geschichte um Elisabeth tauchte dabei weitgehendst in den Hintergrund. Es wird nicht versucht nach ihrer Vergangenheit zu suchen. Niemand vermisst sie. Am Ende wird erklärt, dass ihr Vater und Verlobter Nachricht bekamen, dass sie in ein Kloster gegangen sein soll. Normalerweise wäre ich davon ausgegangen, dass der Verlobte sie dort auch suchen würde, wenn sie ihm wichtig ist. Stattdessen wird er selbst ein Mann der Kirche.

Das Buch hinterlässt viele Ungereimtheiten und Schwachstellen. Die Charaktere sind undursichtig und konnten mich emotional nicht erreichen. Die Geschichte plätschert so vor sich hin. Ich hatte anhand des Klappentextes mehr erwartet.