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Tauriel

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Veröffentlicht am 28.02.2021

Die Nebel lichten sich

Die Begine und der Siechenmeister
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Endlich gibt es den von mir lang ersehnten zweiten Teil um die Begine Anna.
Sie ist in der Kräuterküche am Beginenhof in Ulm für die Zubereitung von Salben und Tinkturen verantwortlich.
Lazarus,der vor ...

Endlich gibt es den von mir lang ersehnten zweiten Teil um die Begine Anna.
Sie ist in der Kräuterküche am Beginenhof in Ulm für die Zubereitung von Salben und Tinkturen verantwortlich.
Lazarus,der vor vier Monaten nach Rom beordert wurde,ist wieder zurück .
Anna sowie Lazarus versuchen sich aus dem Weg zu gehen.Als eine schwer verwundete Frau im Spital stirbt und verschwindet ,versucht Anna etwas über diese Frau in Erfahrung zu bringen .Fast zeitgleich landen verstümmelte Kinderleichen auf dem Tisch des Henkers zur Beschau. Da ist es mit der Ulmer Ruhe vorbei und auch die Abkapselung von Anna zu Lazarus wird schwierig.
Die Ulmer Gerüchteküche brodelt heftig und Anna,die sich nicht erst genommen fühlt,stellt eigene Ermittlungen an.

Ja,so habe ich Anna schon kennengelernt ,sie lässt sich nicht auf gesellschaftliche Zwänge und Maßregelungen ein.Selbstbewusst schlägt sie einen gefährlichen Weg ein.

Auch hier versetzt mich die Autorin durch ihren gewohnt flüssigen und angenehmen Schreibstil nach Ulm ins Jahr 1412.
Anschaulich und realitätsnah bringt die Autorin einen Einblick in die damalige Zeit.

Die Autorin entwickelt die düstere Atmosphäre eindrucksvoll und nacherlebbar .
Die Spannung steigt bis zur Auflösung kontinuierlich an und das offene Ende lässt mich auf eine Fortsetzung hoffen.
Ich habe mich gut unterhalten gefühlt und gebe eine klare Leseempfehlung.

Fazit:Ein unterhaltsamer fiktiver historischer Roman .

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.02.2021

Facettenreich

Abels Auferstehung
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Klappentext:
Der zweite Teil der packenden Krimi-Reihe um Leipziger Kriminalinspektor Paul Stainer.
Die Erinnerung lässt sich nicht begraben...
Leipzig, Februar 1920. Eigentlich hat Paul Stainer in seinem ...

Klappentext:
Der zweite Teil der packenden Krimi-Reihe um Leipziger Kriminalinspektor Paul Stainer.
Die Erinnerung lässt sich nicht begraben...
Leipzig, Februar 1920. Eigentlich hat Paul Stainer in seinem Leben schon genug Tote gesehen – nicht zuletzt den Mord an seiner Frau Edith. Doch das Verbrechen kennt keine Schonzeit, und es gibt genug Arbeit in der Wächterburg: Die Leiche eines Soldaten stellt Stainer und seinen Kollegen Siegfried Junghans vor ein Rätsel: Wurde das ehemalige Mitglied einer jüdischen Studentenverbindung von den radikalen Rechten ermordet, die ihre Netze in Leipzig enger weben? Dafür sprechen die frischen Wunden, die eindeutig von einer Mensur herrühren. Oder hängt sein Tod mit dem eines weiteren jungen Soldaten zusammen, der bei Basel aus dem Rhein gezogen wurde?
Nicht nur Stainer interessiert sich für die Morde, sondern auch die junge, ehrgeizige Journalistin Marlene Wagner, die für die Leipziger Volkszeitung schreibt. Während Stainers Ermittlungen ihn in die rechten Abgründe Leipziger Studentenverbindungen führen, geht Marlene der Spur eines Zigarettenetuis nach, das der Tote aus dem Rhein bei sich trug – mit verhängnisvollen Folgen, wie auch Stainer bald bemerken wird …

Es handelt sich um den zweiten Krimi um den fiktiven Kriminalinspektor Paul Stainer.
Durch den klaren und angenehmen Schreibstil des Autors bin ich schnell in diesem Krimi eingetaucht.
Er versetzt mich in die 20‘er des vorigen Jahrhunderts und lässt Leipzig mit seinem besonderen Flair lebendig werden.
Es ist die Zeit der Kriegsheimkehrer.
Traumatisierte Soldaten aus den Schützengräben und Kriegsinvalide.
Viele Frauen die im Krieg Männerberufe ausgeübt haben ,um ihre Familien zu ernähren und die Kriegswirtschaft aufrecht erhalten haben , sollen wieder an Heim und Herd zurück kehren.Viele Familien sind persönlich betroffen und die Narben sind noch nicht verheilt.Es ist auch ein Nährboden für Verschwörungstheorien.

Auch der Protagonist Paul Stainer, der im ersten Weltkrieg schlimmes erlebt hat, muss seine eigenen Erinnerungen auch noch verarbeiten.
Durch den flüssigen und bildhaften Schreibstil des Autors bin ich schnell in diesen Krimi verwoben . Gut recherchiert und detailliert wird die Arbeit von Kriminalinspektor Paul Stainer und seinem engagierten Ermittlungsteam beschrieben .
Viele Fäden müssen hier entwirrt werden. Auch ich versuche beim lesen selbst auf die Spur desTäters zu kommen, dabei werde ich zunächst aber auf falsche Fährten gesetzt.
Innere Querelen im Polizeiapparat belasten Paul Stainer zusätzlich nachvollziehbar schwer.
Liebenswerte Nebenfiguren ,wie Rosa,Fine und Mona ,die ich seit dem ersten Band her kenne, treffe ich hier wieder.
Ich freue mich, über die Weiterentwicklung dieser Personen.
Die Spannung steigt stetig an, und ich habe etwas Angst um Mona .
In seiner Danksagung zeigt sich,wie gut der Autor recherchiert und in Archiven gestöbert hat, um diesen fundierten und Roman eine realistische Dynamik zu geben.
Ich habe mich gut unterhalten gefühlt und gerne mehr von Paul Stainer.

Fazit:Ein gut recherchierter und detailliert beschriebener Krimi .

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag und dem Autor zur Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

  • Cover
  • Erzählstil
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  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.01.2021

Blütezeit der Ritter

Die Jüdin von Magdeburg
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Der Autor entführt mich mit dieser Lektüre in das lebhafte Magdeburg zum Ende des 13.Jahrhunderts.
Zu Anfang des Buches befindet sich eine Karte von Magdeburg und ein Personenregister,mit real existierenden ...

Der Autor entführt mich mit dieser Lektüre in das lebhafte Magdeburg zum Ende des 13.Jahrhunderts.
Zu Anfang des Buches befindet sich eine Karte von Magdeburg und ein Personenregister,mit real existierenden und fiktiven Personen,die im Roman vorkommen.
Eine Zeittafel gibt mir einen Überblick,so das Zusammenhänge schon vorab klarer werden.Durch die ausführliche Beschreibung der Personen und Örtlichkeiten finde ich mich gut zurecht.
Am Ende befindet sich ein Glossar,worin wichtige Wörter erklärt werden.
Durch den flüssigen und bildhaften Schreibstil des Autors wurde ich in diese spannende Epoche hineingesogen .
Es ist die Zeit Ottos des IV. der damalige Markgraf von Brandenburg . Er ist sehr bemüht,seinen Bruder Ernst auf den Erzbischof-Stuhl zu setzen , um dadurch auch die geistige Unterstützung seiner Macht zu erlangen. Otto lässt keine Gelegenheit aus,dieses Ziel auch durch geplante Feldzüge zu erreichen.

Der Autor wollte schon lange einen Ritterroman schreiben,und seine Figuren sind sehr gut ausgearbeitet und er zeigt die verschiedensten Lebensumstände auf.
Anhand des Protagonisten Wolfram von Hildesheim zeigt der Autor auf,wie sich Wolfram in der Blütezeit des Rittertums vom Knappen zum Ritter entwickelt.Der Autor zeichnet hier ein Idealbild eines Ritters.
Wolfram ist ein Multitalent,er kann lesen und schreiben ,was zu dieser Zeit nicht selbstverständlich ist und dichtet wunderschöne Lieder .Doch das wird ihm fast zum Verhängnis.
Er lernt die Jüdin Esther schon zu Beginn des Buches kennen ,doch nicht nur ihre Religion scheint sie zu trennen.
Durch tragische, spannende und unerwartete Entwicklungen wachsen beide Charaktere.

Auch andere Figuren ,sind mir schnell ans Herz gewachsen wie die Begine Mechthild und ihre Pflegetochter Genoveva.Von vielen Magdeburgern argwöhnisch beäugt und geduldet,oder der Schmied und Jäger Dostl,der eigentlich Theodorus heißt.Doch auch heftige Gegenspieler bevölkern diesen Roman ,wie Gero von Greifenstein und der Priestermönch Gallus von Trier,der immer eine Peitsche dabei hat und im Volksmund Peitschenmönch heißt!
Liebe,Intrigen und unerwartete Wendungen vor der Magdeburger Kulisse machen diesen historischen Roman zu meinem persönlichen Highlight
.Ich habe mich gut unterhalten gefühlt, dem Autor ist ein spannender und atmosphärisch dichter Ritterroman gelungen und gebe eine klare Leseempfehlung.

Fazit: Ein historischer , fiktiver spannender Roman zur Blütezeit des Rittertums.

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Veröffentlicht am 19.01.2021

Atmosphärisch dichter Krimi

Baskische Tragödie
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Für mich ist es der erste Krimi von Alexander Oetker mit seinem Protagonisten Luc Verlain.
Auch wenn ich die Vorgänger-Bände nicht kenne,bin ich gut in diese Geschichte gestartet.
Gut konstruiert und flüssig ...

Für mich ist es der erste Krimi von Alexander Oetker mit seinem Protagonisten Luc Verlain.
Auch wenn ich die Vorgänger-Bände nicht kenne,bin ich gut in diese Geschichte gestartet.
Gut konstruiert und flüssig geschrieben,kann ich dem Krimi gut folgen.

Die Handlung spielt in Bordeaux und zieht sich über Biarritz an der französischen Küste bis nach San Sebastián im Baskenland hin .
Der Autor kennt diese Gegend durch seine berufliche Laufbahn wie seine Westentasche und nimmt mich auf eine abenteuerliche Jagd mit .
Der Autor spielt minutiös mit den verschiedenen Zeitschienen und durch die Kapitelüberschriften kann ich ihm ohne Probleme folgen und lässt mich an Begebenheiten,die 14 Jahre zuvor passierten,teilhaben.
Verlain findet sich plötzlich auf der anderen Seite des Gesetzes wieder und wird vom Jäger zum Gejagten.Oft denke ich,wie kommt Verlain aus dieser Nummer wieder heraus?
Der Krimi punktet durch den Spannungsaufbau bis zum
überraschenden Ende .
Aquitanisches Lebensgefühl und Lokalkolorit bereichern diesen Krimi.
Ich habe mich gut mit Luc Verlain unterhalten gefühlt und gerne mehr.
Fazit:Ein rasanter und spannender Thriller .

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Veröffentlicht am 02.01.2021

Sympathische Ermittlerin

Das Grab im Moor
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Der Cold Case,der im Klappentext angesprochen wird , interessiert mich und ich wollte mehr erfahren.
Von dieser Autorin habe ich noch nichts gelesen und Detective Chief Inspektor Karen Pirie aus Edinburgh ...

Der Cold Case,der im Klappentext angesprochen wird , interessiert mich und ich wollte mehr erfahren.
Von dieser Autorin habe ich noch nichts gelesen und Detective Chief Inspektor Karen Pirie aus Edinburgh war mir bisher unbekannt.Dies ist der fünfte in sich abgeschlossene Band um diese Ermittlerin.
Ein Pärchen ,das voller Vorfreude in den schottischen Highlands auf Schatzsuche geht , endet für die Beiden jäh in einem Alptraum .

Da DCI Karen Pirie aus dem HCU (Historic Cases Unit) sich grade auf Spurensuche in einem anderen Fall in den Highlands bewegt ,bietet es sich für Karen an,auch hier zu ermitteln .

Nicht nur die Motorräder,auch die aufgefundene Leiche ist vom Moor gut erhalten.Durch markante Kleidungsstücke reicht dieser Fall in die Neunziger Jahre zurück.

Die Autorin beschreibt hier ruhig und anschaulich die Ermittlungsarbeit von Karen und lässt mich über Karens Schulter blicken . Die quälende Ungewissheit der Angehörigen treibt auch Karen immer wieder an,das Archiv nach ungelösten Mordfällen zu durchforsten.
Auch die persönlichen Belange und Querelen in der Dienststelle bleiben nicht unerwähnt.
Karen neigt nicht zu spontanen Aktionen sondern agiert klug und vorausschauend auch wenn sie in diesem Fall nicht viel Handlungsspielraum hat.
Dadurch gibt mir die Autorin einen Einblick in die Polizeiarbeit ,die nicht nur von einem Fall beherrscht wird sondern auch viele andere aktuelle Geschehnisse beinhaltet.
Somit fühlt sich der Krimi für mich sehr real an.
Durch verschiedene Zeitebenen und Perspektivwechsel im Roman bin ich immer auf dem Laufenden und ich finde mich in den verschiedenen Situationen gut zurecht.
Die Spannung steigt langsam an und hält sich bis zum Schluss,ohne Blut vergießen und Knalleffekten.

Ich habe mich gut unterhalten gefühlt und kann diesen Fall nur empfehlen.

Fazit:Akribische Spurensuche mit einer taffen Ermittlerin.


Vielen Dank an Droemer Knaur und NetGalley für das Rezensionsexemplar.

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