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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.07.2021

Drei Frauen...

Der silberne Elefant
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4.5 Sterne

Im Buch begleitet der Leser drei ganz unterschiedliche Frauen, deren Wege sich verbinden. Zum einen haben wir Lin, eine schon etwas ältere Frau, deren Mann verstorben ist. Fianziell ist sie ...

4.5 Sterne

Im Buch begleitet der Leser drei ganz unterschiedliche Frauen, deren Wege sich verbinden. Zum einen haben wir Lin, eine schon etwas ältere Frau, deren Mann verstorben ist. Fianziell ist sie unabhängig, aber einsam. Ihr Leben hat sich immer nur um ihre Familie gedreht, sie war Hausfrau und Mutter der zwei Söhne, obwohl sie gern eine eigene Karriere gehabt hätte.

Zum anderen ist da Vera, die Verlobte von Lins Sohn. Vera besitzt eine düstere Vergangenheit üebr die sie nicht sprechen möchte, findet aber nach und nach Halt in der Kirchengemeinde. Zu ihrer baldigen Schwiegermutter hat sie ein gespanntes Verhältnis, da sie unbedingt an ihrer Karriere festhalten möchte, Lin aber noch das traditionelle Frauenbild hat, das sie selbst gelebt hat.

Und zum dritten geht es im Buch um die junge Emilienne, die aus Ruanda vor dem Krieg geflohen ist und sich nun nach einer Zeit bei ihrer Tante als Pflegerin verdingen möchte. Als Lin erkrankt, wird sie als Pflegerin angestellt und lernt so Lin und Vera kennen.

Das Buch ist sehr vielschichtig, bewegend und tiefgründig erzählt. Ich konnte mich sehr gut in die ganz unterschiedlichen Charaktere hineinversetzen und sie auch nachvollziehen, besonders berührt hat mich Emilienne! Das Buch behandelt viele besondere Themen, wie zum Beispiel an die eigenen Träume zu glauben, die Hoffnung nicht aufzugeben. Aber es geht auch um unerfüllte Träume und Wünsche. Auch der kirchliche Glaube spielt im Buch eine Rolle, nimmt aber nicht zu viel Raum ein.

Besonders eindrücklich wird der Bürgerkrieg in Ruanda beschrieben, schonungslos und brutal erfährt der Leser wie es dort zugegangen ist. Nichts für schwache Nerven, dafür aber sehr ehrlich und authentisch beschrieben.

Ich bin vom Buch sehr begeistert gewesen, es hat mich berühren können. Einzig eine Stelle am Ende hat mir persönlich nicht so sehr gefallen, deshalb etwas Punktabzug. Dennoch kann ich das Buch interessierten Lesern nur ans Herz legen und spreche eine große Leseempfehlung aus.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.07.2021

Spannend und mit unerwarteten Wendungen

Die Totenärztin: Wiener Blut
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4.5 Sterne

In Wien 1908 verbringt die schüchterne Fanny ihre Zeit am liebsten mit dem sezieren von Toten in der forensischen Medizin, obwohl sie eher als Handlanger der männlichen Kollegen fungiert, da ...

4.5 Sterne

In Wien 1908 verbringt die schüchterne Fanny ihre Zeit am liebsten mit dem sezieren von Toten in der forensischen Medizin, obwohl sie eher als Handlanger der männlichen Kollegen fungiert, da sie ja als Frau mehr den Status einer Krankenschwetser als einer Medizinerin inne hat. Als die Leiche eines Mannes in die Forensik kommt, der in Bettlerkleidung gehüllt ist, kommt Fanny der Tod nicht natürlich vor und so beginnt sie den Leichnam eines Nachts allein zu öffnen. Bald stößt sie auf den mysteriösen Max und beide beginnen zu ermitteln, ein Fall der bis zur Kaiserin Sissi führt.

Mit diesem Hörbuch kann man sehr schön ins historische Wien eintauchen, man hört die Pferde-Fiaker über die Steine rollen, hat den Klang des Liedes "Wiener Blut" in den Ohren und taucht mit Fanny ein, in eine Welt zwischen toten Leichen, die ihre Geheimnisse zu erzählen haben, aber auch in die Welt der Theater und Bordelle. Eine virtuose Mischung, die sich zu einem interessanten Krimi mischt!

Der Schreibstil des Autors ist lebendig und bildhaft und hat mir gut gefallen. Es gab nur selten Passagen die etwas langatmig wirkten, insgesamt war das Hörbuch stets spannend und lehrreich. Mit am besten gefallen haben mir die Passagen, in denen die Leichen seziert wurden, alles wurde sehr ausführlich und detailreich beschrieben, das ist nichts für schwache Nerven aber sehr interessant zu hören!

Der Fall ist spannend erzählt und führt sogar auf die Spuren der berühmten Kaiserin Elisabeth. Bis zuletzt bin ich nicht auf den Täter gekommen, aber ich empfand die Auflösung als nachvollziehbar und gut gelöst! Dann allerdings wurde es mir am Ende etwas zu viel des Dramas und ich bin mir auch nicht sicher, ob eine im Buch angewandte Methode im Buch wirklich schon zu dieser Zeit bekannt und erprobt war. Da wäre mir etwas weniger mehr gewesen. Das Buch endet mit einem kleinen Cliffhanger, der Fall an sich ist aber mit diesem Buch abgeschlossen.

Die Sprecherin liest mit einem leichten wiener Dialekt, dies hat das Hörbuch für mich noch authentischer gemacht und ich konnte wunderbar ins Wien des 20. Jahrhunderts eintauchen. Ich empfand die Stimme als sehr angenehm und habe dem Hörbuch gern gelauscht.

Fazit: Der Autor verwebt hier das historische Wien mit einem interessanten Kriminalfall. Auch das sezieren der Leichen war spannend zu verfolgen, ist aber natürlich nichts für ganz schwache Nerven. Ich spreche hier gern eine Hörempfehlung aus.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.07.2021

Hatte mir mehr versprochen

Laudatio auf eine kaukasische Kuh
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Olga, die Tochter von georgischer Migranten hat einen erfüllenden Beruf und in Felix ihre große Liebe gefunden-das denkt sie jedenfalls. Dann glaubt Olgas Mutter sie müsse sterben und will dies ...

Olga, die Tochter von georgischer Migranten hat einen erfüllenden Beruf und in Felix ihre große Liebe gefunden-das denkt sie jedenfalls. Dann glaubt Olgas Mutter sie müsse sterben und will dies unbedigt in Georgien tun, so bricht die ganze Familie zu ihren Verwanden nach Tiflis auf. Blöderweise reist ihr dorthin der Lebenskünstler Jack nach und bringt Olgas Gefühle ganz schön ins wanken! Wie soll sie sich entscheiden? Für Felix, der ihr ein sicheres Leben bietet, sowie sie das eigentlich immer wollte oder lässt sie sich auf ein Abenteuer mit Lebemann Jack ein.

Ich muss ehrlich sagen, dass ich mir von dieser Geschichte mehr versprochen hatte und nun doch ein wenig enttäuscht aufs Buch zurück blicke. Einmal hatte ich so meine Probleme mit dem Schreibstil. Dieser war mir zu zäh und in vielen Stellen zu langatmig, auch habe ich den Humor vermisst, beziehungsweise habe vielleicht einen anderen Humor als die Autorin.

Auch das Liebes hin-un-her empfand ich als sehr nervig und anstrengend, genauso wie Olga und ihre ganze Art und Weise. Oft konnte ich ihr Verhalten und ihre Handlungen nicht nachvollziehen. Auch mit Jack wurde ich lange Zeit nicht wirklich warm.

Was sehr positiv hervorzuheben ist, und was mich letzlich auch bei der Stange gehalten hat, sind die Informationen über Georgien. Land und Leute werden wirklich lebensnah beschrieben und man bekommt Lust selbst einmal dort hinzureisen.

Fazit: Leider konnte mich die Geschichte nicht ganz erreichen, ich mochte die Charaktere nicht, der Schreibstil war mir oft zu langatmig und es war nicht mein Humor. Dafür habe ich einiges über Georgien lernen dürfen und fand die Informationen zu Land und Leuten gelungen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.07.2021

Man fühlt Frankreich!

Mittwochs am Meer
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Maurice, der für seine Arbeit lebt, fährt für einen neuen Auftrag einmal die Woche in die Bretagne. Dort begegnet ihm in einem kleinen Hotel eine hübsche Angestellte, für Maurice ist es wie die Liebe auf ...

Maurice, der für seine Arbeit lebt, fährt für einen neuen Auftrag einmal die Woche in die Bretagne. Dort begegnet ihm in einem kleinen Hotel eine hübsche Angestellte, für Maurice ist es wie die Liebe auf den ersten Blick. Und diese Frau schickt ihm kurze Zeit später einen Gedichtband mit einer Nachricht. Die beiden beginnen eine leidenschafliche Affäre und genießen das Leben in vollen Zügen, immer Mittwochs. Doch Dominique ist verheiratet.

Dieser Sommerroman ist in einer sehr bildhaften, leichten und malerischen Sprache geschrieben. Von Anfang an hat mir sehr gefallen wie der Autor das Flair der Bretagne rüber gebracht hat! Anfangs hat sich die Handlung für mich etwas in die Länge gezogen, es war viel von Maurice Arbeit und dem Auftrag die Rede. Dann jedoch wurde es fast märchenhaft und sehr romatisch, als Maurice den Brief und den Gedichteband erhält, stellenweise hat es mich hier etwas an die Liebesromane von Niccolas Barreau erinnert. Ab diesem Moment hat mich das Buch sehr in seinen Bann gezogen. Wirkte die Liebesbeziehung der beiden Protagonisten anfangs noch etwas oberflächlich und zu romantisierend, bekommt das Buch dann nach und nach, durch viele Gespräche der beiden, immer mehr Tiefe! Das Buch ist sehr intensiv geschrieben, man merkt den beiden ihr sexuelles Verlangen in jeder Zeile an, aber auch die Bretagne und das Flair dieses wilden, zerklüfteten Frankreichs wird ganz besonders intensiv eingefangen und dargestellt. Dies beginnt mit der Beschreibung und den Charakterzügen der bretonischen Bevölkerung, geht über Ausflüge zum berühmten Küstenstädchen St. Malo und dem Mont-Saint-Michel und endet mit edlen Weinen und landestypischem Essen, das einem schon bei der Beschreibung das Wasser im Mund zusammen laufen lässt! Ich war als Kind und junge Jugendliche mit meinen Eltern und Geschwistern in der Bretagne zum Urlaub machen und die Erinnerungen an diesen wahnsinnig schönen Küstenabschnitt hatte ich sofort wieder vor Augen! Im Nachwort betont der Autor nochmal die Liebe zur Bretagne und dies ist auch im Buch in jeder Zeile zu spüren!

Die Protagonisten fand ich anfangs noch ziemlich blass gezeichnet, aber durch die Gespräche und das Kennenlernen der beiden, bekommen auch die Personen mehr Tiefe. Die Handlungen und die Gefühle der beiden sind nachvollziehbar geschrieben worden.

Fazit: Anfangs noch stellenweise etwas langatmig und oberflächlich, bekommt das Buch schnell immer mehr Tiefe und Intensität und hat mich dann ganz in seinen Bann gezogen. Besonders gelungen fand ich auch das Bretagne-Flair!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.07.2021

Wieder ein ganz besonderes Jugendbuch!

Optimisten sterben früher
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Seit ich von der Autorin "Adresse unbekannt" gelesen habe, bin ich absolut begeistert von dem tollen, lebendigen Schreibstil und der Tiefgründigkeit der Geschichten. Ich wollte also auch dieses Buch unbedingt ...

Seit ich von der Autorin "Adresse unbekannt" gelesen habe, bin ich absolut begeistert von dem tollen, lebendigen Schreibstil und der Tiefgründigkeit der Geschichten. Ich wollte also auch dieses Buch unbedingt lesen und wurde nicht enttäuscht!

Diesmal geht es um das Teenager-Mädchen Petula, das seit dem Tod ihrer Schwester hinter jeder Ecke eine Gefahr lauern sieht! Sie geht extra Umwege von der Schule nach Hause, benutzt niemals den Fahrstuhl und hat sogar ein Tagebuch angelegt, indem Zeitungsartikel von aussergewöhnlichen Todesfällen gelistet sind. Erst als sie den Jungen Jacob mit einem Roboterarm kennen lernt, kann sie sich immer mehr öffnen...doch Jacob hat selbst ein Geheimnis, das er mit Petula nicht teilen kann...

Und wieder kann ich nur voll des Lobes über das neue Werk von Susin Nielsen sprechen! Wie kaum ein anderer Autor kann sie mich so in die Welt von Teenagern hinein katapultieren! Ich liebe ihre ehrlichen, tiefgründigen Geschichten, von denen jede genauso irgendwo auf der Welt passieren könnte! Die Charaktere sind so wunderbar authentisch beschrieben, sie besitzen eine einzigartige Tiefe die ich im Bereich der Jugend-Literatur nur von dieser Autorin kenne. Nichts wirkt oberflächlich, wenn man meint es könnte vielleicht etwas in der Handlung vorhersehbar werden, dann kommt jedes mal eine unerwartete Wendung, mit der man nicht gerechnet hat!

Ich mag Petula sehr in ihrer ganz besonderen, realistischen Art. Aber auch jede der Nebencharaktere ist so besonders und liebevoll gezeichnet, egal ob es der homosexuelle Freund, oder der fürsorgliche Direktor ist, der sich um seine Schüler Gedanken macht.

In der Geschichte kommen so viele wichtige Themen vor, Freundschaft, Liebe, der Glaube und das Vertrauen in andere und in sich selbst, Vergebung, aber auch ganz viel Humor! Eine Coming-of-Age Geschichte die einen berührt, die einen nachdenklich macht, die einen fesselt und mitnimmt!

Fazit: Wieder eine herausragende Geschichte, die für mich ein Highlight im Bereich Jugendbuch darstellt! Volle Punktzahl und eine riesige Leseempfehlung! Ich kann das Buch jedem nur ans Herz legen, egal ob jugendlicher oder erwachsener Leser.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere