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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.03.2026

Viele offene Fragen

Ich, die ich Männer nicht kannte
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Bei diesem Klappentext bin ich direkt neugierig auf die Geschichte geworden und habe mir erhofft eine tolle, spannende Story zu bekommen die mit mitreißen kann. Am Ende kann ich sagen, dass die ...

Bei diesem Klappentext bin ich direkt neugierig auf die Geschichte geworden und habe mir erhofft eine tolle, spannende Story zu bekommen die mit mitreißen kann. Am Ende kann ich sagen, dass die Handlung schon interessant war, mich aber nicht so in den Bann ziehen konnte wie erhofft und vorallem bleiben zu viele Fragen am Ende offen.

In einem unterirdischen Gefängnis sitzen neununddreißig Frauen. Was übertage geschehen ist, wissen sie nicht: Wurde die Welt verlassen, von einem Virus verwüstet? Die Frauen können sich nicht erinnern, wie sie in den Käfig gelangt sind, haben jegliches Zeitgefühl verloren und nur eine vage Ahnung von ihrem alten Leben. Ihre Aufseher, sechs schweigsame Männer in Uniform, sprechen nicht mit ihnen und berühren sie nur, um sicherzustellen, dass keine von ihnen versucht, sich das Leben zu nehmen. Eines Tages ertönt ein Alarm, und die Wachen verschwinden; die Tür steht offen. Als erste wagt jene vierzigste Gefangene den ersten Schritt, die nichts als das Gefängnis kannte. Doch anders als erhofft, finden die Frauen draußen nicht die Freiheit, sondern eine Welt, die sie nicht wiedererkennen und in der sie lernen müssen, sich gemeinsam zurechtzufinden.

Der Schreibstil war anfangs ungewöhnlich und ich musste erst einmal reinfinden, dann jedoch habe ich die Geschichte gerne gehört. Der Schreibstil war stellenweise sehr einnehmend und mitreißend, teilweise aber auch etwas langatmig und einiges hat sich auch immer wieder wiederholt und der Geschichte. Die Protagonistin wurde authentisch beschrieben und ich konnte ihre Gedanken- und Gefühle meist nachvollziehen, die anderen Frauen sind aber teilweise auch sehr blass geblieben.

Auch der Inhalt des Buches war ein wenig ein auf- und ab, es gab spannende Stellen im Hörbuch aber auch solche die sich wiederholt haben und dann zäh gewesen sind. Vorallem gestört hat mich aber, dass die Geschichte im enteffekt sehr nebulös war, es kommen während des Hörens viele Fragen auf, die einfach nicht beantwortet werden. Es gibt sicher Menschen die finden so ein offenes Ende schön für eigene Gedanken, ich habe mich aber eher mit all den Fragen allein gelassen gefühlt. Das fand ich schade, daher auch 3 Sterne. Ich empfehle das Hörbuch an alle, die mit offenen Fragen gut zurecht kommen.

Die Sprecherin kann ich auf jeden Fall sehr empfehlen, sie hat wirklich fesselnd und schön vorgelesen, die Stimme war sehr angenehm und konnte mich mitnehmen.

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Veröffentlicht am 26.03.2026

War nicht meine Geschichte

Liebe
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Der Klappentext hat sich wirklich interessant angehört, denn der Beruf des Okularisten hört sich spannend an und hat mich interessiert und ich hatte mir eine sehr bewegende Liebesgeschichte erhofft. Leider ...

Der Klappentext hat sich wirklich interessant angehört, denn der Beruf des Okularisten hört sich spannend an und hat mich interessiert und ich hatte mir eine sehr bewegende Liebesgeschichte erhofft. Leider muss ich aber sagen, dass die Geschichte mich so gar nicht packen konnte und es einfach nicht das richtige (momentan) für mich war.

Es geht in der Geschichte um Max, dieser stellt künstliche Augen her. Er ist Okularist. In seiner Praxis, über der Flamme des Bunsenbrenners, formt er feine Glaskugeln, versieht sie mit farbigen Äderchen, Iris und Pupille. Max weiß von der stillen Sprache der Blicke. An den Blitzschlag der Liebe aber glaubt er mit Anfang sechzig nicht mehr. Bis er eines Sommerabends Anna begegnet und ihn die Gefühle in ungekannter Wucht überwältigen. Anna geht es genauso, doch sie ist verheiratet, und so bleiben den beiden immer nur Tage, das zu leben, was nicht sein darf. Und immer sind da die Erinnerungen, die Träume, die Schatten. Das stürzt Max in Verzweiflung, denn er weiß, er hat seine große Liebe gefunden. Und er ahnt, dass sie ihn auf eine unheimliche Probe stellen wird.

Der Schreibstil war nicht so locker- und leicht wie ich das gedacht hatte, dennoch konnte man die Geschichte recht gut hören. Gestört hat mich, dass es relativ häufig zu elektronischen Nachrichten gekommen ist, diese sind immer mit Datum und Uhrzeit vorgelesen worden und haben meinen Hörfluss tatsächlich etwas gestört, da hätte ich es schöner gefunden wenn man die Nachrichten einfach hintereinander wegliest, da es ja auch zwei Sprecher für das Hörbuch gab. Die Geschichte wird aus Sicht von Max erzählt und Anna kommt immer nur kurz in den Nachrichten zu Wort.

Die Liebesgeschichte hat mir leider nicht gefallen, ich habe da keine Verbindung gespürt und konnte ihre Gefühle nur schwer nachvollziehen, vielleicht habe ich einfach etwas ganz anderes erwartet oder der Zeitpunkt war falsch. Aber leider konnte die Geschichte mich gar nicht packen. Einzig als über den Beruf von Max kurz erzählt wird, fand ich das interessant. Es war mir in Teilen auch zu philosophisch und hat mir deshalb nicht so recht gefallen.

Ich mochte die Stimme von Anna, die die Nachrichten gelesen hat sehr gerne und war enttäuscht, dass sie nicht mehr gelesen hat. Sie war sehr angenehm und hat gut gepasst. Die Stimme von Max war ganz okay, aber der Sprecher konnte mich leider nicht so mitreißen.

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Veröffentlicht am 26.03.2026

Wunderbar gelesenes Hörbuch

Wo der Wind die Namen trägt
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Ich habe schon einige Bücher von Anja Jonuleit gelesen und bin jedes Mal wieder begeistert wie die Autorin mich mitreißen kann mit ihren Geschichten. Deshalb wollte ich auch unbedingt mehr über ihr neuestes ...

Ich habe schon einige Bücher von Anja Jonuleit gelesen und bin jedes Mal wieder begeistert wie die Autorin mich mitreißen kann mit ihren Geschichten. Deshalb wollte ich auch unbedingt mehr über ihr neuestes Werk erfahren und kann wieder einmal sagen, dass die Autorin mich mit ihrer Geschichte gepackt hat und diese unter die Haut geht und einen so schnell nicht mehr los lässt!

Die Geschichte ist auf zwei Zeitebenen geschrieben, einmal geht es ins Jahr 2023. Hier folgt die 85-jährige Inge Sundermann widerwillig einer Einladung zum Klassentreffen in die Lüneburger Heide. Mit dem Ort ihrer Kindheit verbindet sich eine furchtbare Schuld, die sie einst im Kindesalter auf sich geladen und tief in sich vergraben hat. Doch die Vergangenheit holt Inge nun ein in Gestalt der Tagebuchaufzeichnungen von Helga von Borcke, einer Frau, die bereits 1946 begonnen hat, die Chronik niederzuschreiben.
Und die Handlung geht zurück ins Jahr 1946. Die 8-jährige Inge findet auf dem Weg zum Geigenunterricht im Wald die Leiche einer jungen Frau. Ein tragischer Prozess um Lügen, Vertuschung und menschenverachtende Verbrechen nimmt seinen Lauf, der Inge viele Jahrzehnte später noch einmal mit voller Wucht heimsucht. Die idyllische Lüneburger Heide wird zum Schauplatz für Kriegsverbrechen, deren Täter noch Jahrzehnte später unentdeckt in ihren Familien leben.

Der Schreibstil ist sehr leicht und ich wollte in jeder freien Minute weiterhören. Die Autorin schafft es über das Thema im Buch sehr bewegend und lebendig zu erzählen. Dadurch, dass das Hörbuch quasi auf drei Ebenen geschrieben ist, einmal in der Gegenwart, einmal in der Vergangenheit aus Sicht von der jungen Inge und einmal aus Sicht der Reporterin Helga, braucht es kurze Zeit um in die Geschichte hineinzufinden. Hier hilft jedoch sehr, dass alle Sichtweisen von unterschiedlichen Personen gesprochen werden und man deshalb gut unterscheiden kann in welcher Perspektive man sich gerade befindet.

Die einzelnen Personen sind nicht einfach schwarz-weiss gezeichnet, jeder hat sein Päckchen zu tragen und alle handeln im Buch sehr lebensnah, genauso wie es eben auch gewesen sein könnte. Man kommt den Protagonisten auf jeden Fall sehr nah und kann ihre Gedanken und Gefühle gut nachvollziehen.

Die Geschichte ist sehr erschütternd, vorallem weil so viel wahres in dieser Geschichte zu finden ist. Das Hörbuch ist wirklich nur etwas für Leute die Schlimmes auch aushalten können, denn es wird nichts geschönt und das macht die Geschichte aber auch so wichtig. Im Nachwort erklärt die Autorin nochmal welche Personen und Ereignisse es damals wirklich gegeben hat, deshalb ist es sehr interessant zu hören.

Die Sprecherinnen haben alle sehr gut in ihre Rollen gepasst und angenehm vorgelesen. Sie haben die Geschichte richtig lebendig werden lassen und ich hatte sehr viel Freude beim anhören.

Ein Hörbuch, dass mich wieder einmal mitgerissen hat und so schnell nicht loslassen wird. Es regt zum Nachdenken an und wird noch eine Weile in mir nachhallen. Ich empfehle es an alle interessierten Leser weiter und gebe die volle Punktzahl. Die Autorin ist wirklich eine meiner Lieblingsautorinnen, mittlerweile.

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Veröffentlicht am 26.03.2026

Ein Roman nach wahren Begebenheiten, der unter die Haut geht

Wo der Wind die Namen trägt
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Ich habe schon einige Bücher von Anja Jonuleit gelesen und bin jedes Mal wieder begeistert wie die Autorin mich mitreißen kann mit ihren Geschichten. Deshalb wollte ich auch unbedingt mehr über ihr neuestes ...

Ich habe schon einige Bücher von Anja Jonuleit gelesen und bin jedes Mal wieder begeistert wie die Autorin mich mitreißen kann mit ihren Geschichten. Deshalb wollte ich auch unbedingt mehr über ihr neuestes Werk erfahren und kann wieder einmal sagen, dass die Autorin mich mit ihrer Geschichte gepackt hat und diese unter die Haut geht und einen so schnell nicht mehr los lässt!

Die Geschichte ist auf zwei Zeitebenen geschrieben, einmal geht es ins Jahr 2023. Hier folgt die 85-jährige Inge Sundermann widerwillig einer Einladung zum Klassentreffen in die Lüneburger Heide. Mit dem Ort ihrer Kindheit verbindet sich eine furchtbare Schuld, die sie einst im Kindesalter auf sich geladen und tief in sich vergraben hat. Doch die Vergangenheit holt Inge nun ein in Gestalt der Tagebuchaufzeichnungen von Helga von Borcke, einer Frau, die bereits 1946 begonnen hat, die Chronik niederzuschreiben.
Und die Handlung geht zurück ins Jahr 1946. Die 8-jährige Inge findet auf dem Weg zum Geigenunterricht im Wald die Leiche einer jungen Frau. Ein tragischer Prozess um Lügen, Vertuschung und menschenverachtende Verbrechen nimmt seinen Lauf, der Inge viele Jahrzehnte später noch einmal mit voller Wucht heimsucht. Die idyllische Lüneburger Heide wird zum Schauplatz für Kriegsverbrechen, deren Täter noch Jahrzehnte später unentdeckt in ihren Familien leben.

Der Schreibstil ist sehr leicht zu lesen und die Seiten fliegen deshalb nur so dahin, dennoch schafft die Autorin es über das Thema im Buch sehr bewegend und lebendig zu schreiben. Dadurch, dass das Buch quasi auf drei Ebenen geschrieben ist, einmal in der Gegenwart, einmal in der Vergangenheit aus Sicht von der jungen Inge und einmal aus Sicht der Reporterin Helga, braucht es kurze Zeit um in die Geschichte hineinzufinden. Hier hilft jedoch sehr, dass alle Sichtweisen in unterschiedlichen Schriftarten sind und man deshalb gut unterscheiden kann in welcher Perspektive man sich gerade befindet.

Die einzelnen Personen sind nicht einfach schwarz-weiss gezeichnet, jeder hat sein Päckchen zu tragen und alle handeln im Buch sehr lebensnah, genauso wie es eben auch gewesen sein könnte. Man kommt den Protagonisten auf jeden Fall sehr nah und kann ihre Gedanken und Gefühle gut nachvollziehen.

Die Geschichte ist sehr erschütternd, vorallem weil so viel wahres in dieser Geschichte zu finden ist. Das Buch ist wirklich nur etwas für Leute die Schlimmes auch aushalten können, denn es wird nichts geschönt und das macht das Buch aber auch so wichtig. Im Nachwort erklärt die Autorin nochmal welche Personen und Ereignisse es damals wirklich gegeben hat, deshalb ist es sehr interessant zu lesen.

Ein Buch, dass mich wieder einmal mitgerissen hat und so schnell nicht loslassen wird. Es regt zum Nachdenken an und wird noch eine Weile in mir nachhallen. Ich empfehle es an alle interessierten Leser weiter und gebe die volle Punktzahl. Die Autorin ist wirklich eine meiner Lieblingsautorinnen, mittlerweile.

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Veröffentlicht am 23.03.2026

warmherzige Geschichte

Pina fällt aus
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Ich habe von der Autorin bereits das Buch "Ava liebt noch" gelesen, und da mir dies sehr gefallen hat, musste ich das neue Werk der Autorin natürlich auch unbedingt lesen und wurde nicht enttäuscht! ...

Ich habe von der Autorin bereits das Buch "Ava liebt noch" gelesen, und da mir dies sehr gefallen hat, musste ich das neue Werk der Autorin natürlich auch unbedingt lesen und wurde nicht enttäuscht! Die Geschichte ist sehr warmherzig und wunderbar erzählt worden.

Inhaltlich dreht sich die Story um Pina, die ganz plötzlich im Krankenhaus landet und nur daran denken kann wer sich denn jetzt um ihren Sohn Leo kümmern soll! Ihr Sohn ist zwar schon zwanzig Jahre alt, aber er lebt in seiner eigenen Welt, die außer ihm nur Pina kennt. Die übrigen Hausbewohner verstehen den merkwürdigen Jungen nicht. Und doch sind gerade sie es, die sich um Leo kümmern werden und realisieren werden, dass jeder Einzelne von ihnen auch Leo braucht!

Der Schreibstil ist wieder einerseits locker und leicht zu lesen, andererseits aber auch sehr eindrücklich und tiefgehend, was ich sehr mag! Das Buch zieht einen schnell in den Bann und nimmt einen gefangen und lässt einen nicht mehr los bis zum Ende der Geschichte! Sie ist warmherzig und wunderbar und doch so lebensnah und klug erzählt, dass man als Leser sehr gerne darin eintaucht.

Eine besondere Geschichte, mit besonderen Charakteren die sehr viel Spaß zu lesen macht!

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