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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.02.2026

Flüssig und spannend geschrieben

Kommissar Gennat und der Raubmord am Ku’damm
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Bei einem Überfall im Januar 1936 wird ein Geldbote tödlich verletzt. Kommissar Gennat übernimmt die Ermittlungen. Unterstützt wird er wieder einmal von Max Kaminski, der aufgrund seiner jüdischen Herkunft ...

Bei einem Überfall im Januar 1936 wird ein Geldbote tödlich verletzt. Kommissar Gennat übernimmt die Ermittlungen. Unterstützt wird er wieder einmal von Max Kaminski, der aufgrund seiner jüdischen Herkunft nicht mehr als Reporter arbeiten darf. Die Fahndung nach den Tätern, die auf der Suche nach ärztlicher Hilfe in der Stadt untergetaucht sind, erweist sich als brisantes Katz-und-Maus-Spiel, bei dem erst Kaminskis Frau Lissy die Ermittler letztlich auf die richtige Spur bringt. (Klappentext)
Der Druck für Kommissar Gennat ist hoch. Der Fall spielt kurz vor den Olympischen Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen. Die NSDAP möchte ein makelloses Deutschland präsentieren. Sogar die Schilder „Für Juden Verboten“ wurden von Park-Bänken entfernt.
Ich habe gut in die Geschichte hineingefunden. Der Schreibstil der Autorin liest sich leicht und flüssig. Dieser Roman ist interessant und spannend.
Bei den Gennat-Krimis von Regina Stürickow handelt es sich um authentische Fälle für die die Autorin sehr viel Recherchen betreibt. Durch die Nachforschungen fließen auch historische Fakten mit ein. Der Einblick ins das Berlin der 1930er Jahre hat mir gut gefallen. Für dieses Buch vergebe ich gerne eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 25.01.2026

Eine bewegende Geschichte

Das dritte Licht
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Irland Anfang der 1980er Jahre: Ein Vater bringt seine 9-jährige Tochter zu Pflegeeltern bei denen sie die Ferien verbringen wird. Das Mädchen lebt in einer Großfamilie, die Mutter ist wieder schwanger ...

Irland Anfang der 1980er Jahre: Ein Vater bringt seine 9-jährige Tochter zu Pflegeeltern bei denen sie die Ferien verbringen wird. Das Mädchen lebt in einer Großfamilie, die Mutter ist wieder schwanger und sieht der baldigen Niederkunft entgegen. Das Geld ist immer knapp, die soziale Lebenssituation schlecht.
Das Mädchen lebt sich bei den Kinsellas ein, erfährt Liebe und Zuwendung und lernt auch eine andere soziale Lebensweise kennen. Sie hilft der Frau im Haushalt und der Mann lässt sie manchmal auch ein wenig auf dem Hof helfen. Um den normalen Alltag zu bestreiten ist auch immer genug Geld da. Sie entwickelt sich, lernt viel für ihr weiteres Leben und fühlt sich bei den Kinsellas wohl. Trotz der Fürsorge die die Pflegeeltern dem Mädchen entgegenbringen, haben sie ihrerseits einen schweren Schicksalsschlag zu verarbeiten. Als die Ferien zu Ende sind und sie wieder nach Hause kommt, ist hin- und hergerissen zwischen ihren Gefühlen ...
Der Schreibstil ist leicht und ich konnte mir alles bildhaft vorstellen. Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive des Mädchens erzählt. Das Mädchen hat in der Geschichte keinen Namen, es wird nie einer erwähnt. Das Ende ist abrupt und lässt Raum für eigene Gedanken. Eine schöne Geschichte, aber leider zu kurz.

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Veröffentlicht am 23.01.2026

Geschichte ohne Tiefe

Reichlich spät
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Misogynie - Unterordnung der Frau
Es ist ein ganz normaler Tag im Alltag von Cathal. Nach seiner Arbeit im Büro fährt er mit dem Bus nach Hause. Als er im Bus den Duft (Parfum) einer Frau riecht, erinnert ...

Misogynie - Unterordnung der Frau
Es ist ein ganz normaler Tag im Alltag von Cathal. Nach seiner Arbeit im Büro fährt er mit dem Bus nach Hause. Als er im Bus den Duft (Parfum) einer Frau riecht, erinnert er sich an die Beziehung mit Sabine. Wie die Beziehung begann und was während ihr geschah. Mit der Zeit wird immer deutlicher, dass heute der Hochzeitstag von Sabine und Cathal gewesen wäre.
Eines Tages, als Sabine wieder einmal gutes Essen zubereitet, macht Cathal ihr den Vorschlag zu heiraten. Nachdem Sabine den Antrag angenommen hat ziehen sie auch so bald wie möglich zusammen. Beim Einzug bringt Sabine für Cathal`s Geschmack zu viele eigene Möbel und Utensilien mit. Sie beansprucht Platz in seinem Haus und in seinem Leben. Es wird immer offensichtlicher, dass Cathel mit einem frauenfeindlichen Bild aufwuchs und auch bis in sein Erwachsenenalter diesbezüglich nicht an sich gearbeitet hat.
Das Buch hat nur etwa 50 Seiten, ausreichend um die Geschichte zu verstehen, aber mir war sie dann doch zu kurz gehalten. Beide Protagonisten konnten mich in dieser Geschichte nicht überzeugen, ich konnte keine Beziehung zu ihnen aufbauen. Es wurden nicht einmal Gespräche zwischen Cathal und Sabine geführt, was sich hätte ändern müssen und was zur Trennung führte. Die Geschichte hätte mehr in Tiefe gehen müssen. Da haben mir ein paar mehr Seiten für dieses Buch gefehlt.

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Veröffentlicht am 20.01.2026

Themen die nie alt werden

Andorra
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Die Geschichte erzählt von dem imaginären Ort Andorra. Die Menschen, die dort leben, meinen gute Menschen zu sein, „Alle Andorrer sind gute Menschen“. Auch Andri wohnt in diesem Ort, bei seinen Pflegeeltern, ...

Die Geschichte erzählt von dem imaginären Ort Andorra. Die Menschen, die dort leben, meinen gute Menschen zu sein, „Alle Andorrer sind gute Menschen“. Auch Andri wohnt in diesem Ort, bei seinen Pflegeeltern, dem Lehrer und seiner Frau. Der Lehrer hat ihn als Baby mit in den Ort gebracht und den Bewohnern von Andorra erzählt, er habe ihn aus dem Nachbarort vor den Schwarzen (Die Bösen, die Armee, die Soldaten) gerettet, die Juden umbringen. In Wahrheit handelt es sich dabei um das leibliche Kind des Lehrers und einer Senora aus dem Nachbarort. Andri hat immer wieder mit Vorurteilen zu kämpfen, je älter er wird, desto schlimmer wird es. Bis er dann selber fest daran glaubt, und meint die vorverurteilten Charaktereigenschaften eines Juden an sich festzustellen.
Inzwischen ist er erwachsen, 20 Jahre alt und möchte Tischler werden. Außerdem hat er ein Verhältnis mit Barblin, der Tochter des Lehrers und seiner Frau. Andri hält um die Hand von Barblin an, doch der Lehrer verweigert sie ihm. Deshalb ist Andri am Boden zerstört, denn er kennt die Wahrheit nicht, das Barblin und er Halbgeschwister sind. Er glaubt seine Juden-Herkunft sei der Grund.
Als die Situation sich zuspitzt, und sogar ein Mord im Ort passiert, will der Lehrer Andri unbedingt als seinen Sohn akzeptieren, auch bei den Dorfbewohnern. Er will die Wahrheit erzählen und verbreiten, doch es wird ihm nicht mehr geglaubt. Es ist zu spät …
Andorra ist als Theaterstück in zwölf Bildern geschrieben. Es hat mir gefallen ein Buch als Theaterstück zu lesen. Die Inszenierung konnte ich mir bildhaft vorstellen.
Nur die Zeitsprünge waren etwas irritierend.
Themen wie Ausgrenzung, Fremdenfeindlichkeit, Rassenvorurteile, so wie auch Vorurteile im allgemeinen sind hier sehr gut beschrieben. Die Geschichte macht nachdenklich, wie schnell jemand von der Gesellschaft verurteilt wird, wenn er nicht in eine bestimmte Schublade passt, dann muss man eben eine andere Schublade finden …
Der Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen. Ich empfehle diese Lektüre gerne weiter.

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Veröffentlicht am 14.01.2026

Nette Geschichte mit Verwechslung

Die ungewollte Braut des Viscounts
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In Ihrer zweiten Saison hat Kate sich vorgenommen unbedingt einen Mann zu finden und zu heiraten. Als ihr auf einem Ball ein sympathisch wirkender Mann auffällt, möchte sie ihn kennenlernen. Dadurch bringt ...

In Ihrer zweiten Saison hat Kate sich vorgenommen unbedingt einen Mann zu finden und zu heiraten. Als ihr auf einem Ball ein sympathisch wirkender Mann auffällt, möchte sie ihn kennenlernen. Dadurch bringt sie sich in eine fatale Situation. Es handelt sich, wie sich später herausstellt um einen Viscount. Um ihre Ehre zu retten macht er ihr am nächsten Tag einen Heiratsantrag. Kate bittet um etwas Bedenkzeit, weil sie den Viscount erst einmal kennenlernen möchte. Nach einigen Verabredungen nimmt sie den Heiratsantrag schließlich an, ohne zu ahnen wen sie wirklich heiratet …
Die Handlung war vorhersehbar und die Protagonisten waren weitgehendst sympathisch. Neben den beiden Hauptfiguren sind die Nebenfiguren sehr blass geblieben. Der Pfarrer und seine Ehefrau hätte man sich in der Geschichte sparen können. Sie passen nicht in die Geschichte …, sind völlig weltfremd.
Das Cover passt gut zur Geschichte und zu den Vorgänger-Romanen.
Der Einstieg in die Geschichte fiel mir leicht und der Schreibstil war locker und leicht zu lesen. Jedoch vermisste ich auch bei diesem Band die geschwollene / gestelzte Sprache, die zu der Zeit und den Kreisen der Gesellschaft üblich war. Auch passten manche Handlungen nicht zu der Zeit, wie z. B. Die Untersuchungen des Arztes während Kates Schwangerschaft. In dieser Zeit hätte es sicher eine Hebamme übernommen, Kate während ihrer Schwangerschaft und der Geburt des Babys zu begleiten. Die vielen Übersetzungsfehler störten den Lesefluss.
Trotz der Schwächen fühlte ich mich gut unterhalten und empfehle den Roman als leichte Lektüre weiter.

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