Cover-Bild »Ich will lieber schweigen«
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26,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Kanon Verlag Berlin
  • Themenbereich: Biografien, Literatur, Literaturwissenschaft - Biografien und Sachliteratur
  • Genre: Sachbücher / Geschichte
  • Seitenzahl: 298
  • Ersterscheinung: 24.04.2025
  • ISBN: 9783985681716
Will Quadflieg, Roswitha Quadflieg

»Ich will lieber schweigen«

Das Tagebuch eines Schauspielers aus den Jahren 1945/46 und die Fragen seiner Tochter
»Was also hast du im Krieg gemacht?«

Will Quadflieg war ein Star, sein Aufstieg begann im Dritten Reich. Jahrzehnte nach seinem Tod findet seine Tochter Roswitha sein Tagebuch, begonnen kurz vor Ende des 2. Weltkriegs. Es wird Zeit für ein ernstes Gespräch, das es zu Lebzeiten nie gegeben hat.


März 1945. Die Rote Armee rückt täglich näher an Berlin heran. Angst und Verzweiflung grassieren unter der Zivilbevölkerung. Gibt es eine Möglichkeit, zu entkommen? Die Eltern von Roswitha Quadflieg entschließen sich zur Trennung. Er, einer der berühmtesten Schauspieler der Zeit, fängt ein Tagebuch für seine Frau an. Als ihre Mutter stirbt, findet Roswitha Quadflieg das Tagebuch zusammen mit zahlreichen Briefen des Vaters. Diese Dokumente zeugen nicht nur von Flucht, Angst, Liebe und der Behauptung einer richtigen deutschen Kultur. Sondern auch von Schuld, falscher Sprache, Lüge und Selbstlüge. Roswitha Quadflieg rekonstruiert 104 Tage im Leben ihres Vaters und konfrontiert ihn posthum damit. Eine beeindruckende Beweisaufnahme, ein erhellendes Zwiegespräch.

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Lesejury-Facts

  • Dieses Buch befindet sich bei Silberhauch in einem Regal.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.04.2025

»Ich kenne dich ja viel zu wenig. Daher: Welch ein Fund, dieses Tagebuch!«

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»Ich kenne dich ja viel zu wenig. Daher: Welch ein Fund, dieses Tagebuch!«

Als Roswitha Quadflieg nach dem Tod ihrer Mutter in deren Keller eine Kiste mit der Aufschrift „Briefe & Kurioses“ entdeckt, ...

»Ich kenne dich ja viel zu wenig. Daher: Welch ein Fund, dieses Tagebuch!«

Als Roswitha Quadflieg nach dem Tod ihrer Mutter in deren Keller eine Kiste mit der Aufschrift „Briefe & Kurioses“ entdeckt, findet sie darin neben unzähligen Briefen auch ein Tagebuch ihres Vaters Will Quadflieg – die meisten werden ihn durch die Faust-Verfilmung mit Gustaf Gründgens kennen –, welches die Zeit von 19. März 1945 bis 21. September 1946 umspannt.
Damals suchte seine Frau mit den Kindern in Schweden Zuflucht, während er in Deutschland blieb, seiner Arbeit nachzugehen versuchte und sie vermisste.
Zehn Jahre später fängt sie an, sich mit diesem Dokument zu beschäftigen und stößt auf einen Mann, der stets nach Erfolg und Anerkennung strebte und dabei dem politischen Geschehen nicht mehr Aufmerksamkeit als nötig schenkte.

Die jeweiligen Einträge werden stets ausführlich von ihr kommentiert, durch Briefe ergänzt und in den nötigen Zusammenhang gestellt. Dabei hinterfragt sie kritisch und lernt eine Version ihres Vaters kennen, die ihr neu war. Immer wieder wird deutlich, wie gerne sie ihren Eltern – jetzt, nach diesem Fund und dessen Lektüre – die nötigen Fragen stellen würde.

Ihr Buch ist eine emotionale und distanzierte Suche auf den Spuren ihres Vaters, den sie selbst nicht so kannte, wie manch andere.
Ein Frauenheld, egozentrisch und von narzisstischer Natur, prahlte er vor der eigenen Tochter damit, alle Frauen, die er wollte – bis auf eine Kollegin – auch bekommen zu haben. Der selbe Mann sprach seinen Kindern jegliches Erbe ab.

Meine Erwartungen an das Buch waren hoch und ich wurde nicht enttäuscht. Was Quadflieg mit diesem Buch und ihrer kritischen Reflexion hinsichtlich seines Lebens, besonders anhand des Tagebuchs, geleistet hat, ist enorm. Dabei hebt sie ihren weltbekannten Vater nicht vom Thron, das war allein sein eigener (Neben-)Verdienst.

»Auch du wusstest Bescheid, aber es hat dich nicht berührt, das ist der Punkt.«

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Veröffentlicht am 31.12.2025

Eine interessante Lektüre

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Nach dem Tod der Mutter, fand Roswitha Quadflieg, die jüngste von fünf Geschwistern, eine Kiste mit der Aufschrift „Briefe und Kurioses“. Erst Jahre später in der Corona Zeit packte sie diese Kiste aus ...

Nach dem Tod der Mutter, fand Roswitha Quadflieg, die jüngste von fünf Geschwistern, eine Kiste mit der Aufschrift „Briefe und Kurioses“. Erst Jahre später in der Corona Zeit packte sie diese Kiste aus und fand ein Tagebuch ihres Vaters, Will Quadflieg, aus den Jahren 1945 und 1946, als er von seiner Familie getrennt war. Da sich ihre Eltern scheiden ließen, als sie dreizehn Jahre alt war, kannte sie ihren Vater kaum. Mit dem Tagebuch und den Briefen versuchte sie Antworten auf unbeantwortete Fragen zu finden. Auf welcher Seite stand ihr Vater in Kriegszeiten oder wurde er protegiert, da er zu der Zeit schon ein berühmter Schauspieler war.

Ich fand diese Lektüre sehr interessant. Die Tagebucheinträge wurden immer wieder durch Recherchen oder Inhalte, die in Briefen gefunden wurden, unterbrochen. Passten zum Beispiel die Auftrittsorte, die im Tagebuch standen mit den tatsächlichen Auftritten überein. War manches vielleicht erdacht? Es war schon ein wenig suspekt, wie es einem angesehenen Schauspieler in Kriegszeiten ging im Gegensatz zur restlichen Bevölkerung. Durch das im Krieg befindliche Land zu reisen, um Auftritte zu absolvieren und Essen im Offizierskasino einzunehmen, hörte sich überhaupt nicht nach Krieg an. Es gab zwar auch Szenen im Luftschutzbunker, trotzdem las es sich so „harmlos“. Allerdings habe ich auch schon einige andere Bücher über den zweiten Weltkrieg gelesen, die nicht von prominenten Menschen handelte.

Deswegen fand ich diese Sicht äußerst interessant. Allerdings konnte sich auch die Autorin wenige Fragen beantworten, da dies wohl nur ihr Vater hätte tun können.

Fazit:
Eine äußerst interessante Geschichte aus dem Tagebuch eines Vaters und Schauspielers.

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Veröffentlicht am 24.04.2025

Tagebuch mit Kommentaren

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Will Quadflieg war ein bedeutender Theater- und Filmschauspieler, dessen erste Erfolge in die Kriegszeit fielen.

Roswitha Quadflieg hat ihr Buch aufgrund gefundener Briefe und einem Tagebuch aus den Jahren ...

Will Quadflieg war ein bedeutender Theater- und Filmschauspieler, dessen erste Erfolge in die Kriegszeit fielen.

Roswitha Quadflieg hat ihr Buch aufgrund gefundener Briefe und einem Tagebuch aus den Jahren 1945/46 ihres Vaters geschrieben. Die Abschnitte des Tagebuches werden von Roswitha Quadflieg unmittelbar kommentiert und diskutiert.
Durch diese Form hat man als Leser wenig den Eindruck eines kompletten Tagebuchs, das ich eigentlich auch gerne am Stück gelesen hätte. Aber es ist verständlich, dass Roswitha Quadflieg so vorgeht, denn sie will ihren überwiegend fremden Vater dadurch ein Stück verstehen. Es ist der Versuch eines Gesprächs.
Wills stimmungsvollen Tagebuchtext sind Roswitha eher nüchterne Bemerkungen entgegengesetzt. Auch eine Spur Bitterkeit ist zu spüren.
Es ist ein nachdenkliches Buch, dass ich mit Interesse gelesen habe.