Cover-Bild Nebelinsel

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20,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Wunderraum
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 256
  • Ersterscheinung: 04.11.2019
  • ISBN: 9783336548040
Zoe Gilbert

Nebelinsel

Regina Rawlinson (Übersetzer)

»Einkuscheln und abtauchen. Ein Buch wie für lange Winternächte gemacht.« BrigitteDas Porträt einer Inselgemeinschaft, erzählt in betörenden MärchenDie salzige Luft ist schwer vom Duft der Ginsterbüsche, und etwas Mystisches liegt über der Insel. Wundersame Geschichten erzählen von diesem Ort, an dem das Leben geprägt ist von der rauen Natur, alten Bräuchen und dunklen Mythen, die in den Alltag der Menschen eindringen. Da ist beispielsweise Verlyn, der mit einem Flügel statt eines zweiten Arms geboren wurde. Oder Plum, die von einem Mann entführt wird, aus dessen feuchten Locken sie winzige Muscheln kämmt … Mit jeder Erzählung taucht man tiefer ein in die Schicksale der Bewohner von Neverness und verfällt ihrer eigentümlichen Heimat.Liebevoll ausgestattete Ausgabe mit Leinenrücken und Lesebändchen.Weitere berührende Wunderraum-Geschichten finden Sie in unserem kostenlosen aktuellen Leseproben-E-Book »Einkuscheln und loslesen – Bücher für kurze Tage und lange Nächte«

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.05.2020

Märchenhaft, poetisch, düster.

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Meine Meinung



1. Satz: HORCH, WIE DER RYTHMUS durch das Ginsterlabyrinth rollt.



Ich habe in dieses zauberhafte Buch hineingelesen. Aufhören war mir unmöglich. Die Dorfgemeinschaft in Neverness ...

Meine Meinung



1. Satz: HORCH, WIE DER RYTHMUS durch das Ginsterlabyrinth rollt.



Ich habe in dieses zauberhafte Buch hineingelesen. Aufhören war mir unmöglich. Die Dorfgemeinschaft in Neverness mutet sehr speziell an. Die Bewohner scheinen nicht von dieser Welt zu sein. Der poetische Schreibstil macht die märchenhaften Geschichten zu einem ganz besonderen Leseerlebnis. Das Buch ist in mehrere Kurzgeschichten unterteilt, bei denen die Protagonisten immer wieder auftauchen. Über Generationen hinweg begleitet der Leser die Dorfbewohner. Taucht in geheimnisvolle Gewässer. Erlebt eine ganz ungewöhnliche Erotik. Verliert sich in dieser mystischen Welt.



Ich bin sehr gerne in diese Welt voller Legenden eingetaucht. Geschichten die erzählt wurden, entpuppten sich als Wahrheit. Mythen und alte Bräuche ziehen wie Nebelschwaden durch alle Märchen. Es gab für mich keinen Gruselfaktor. Ich habe mich einfach nur wohl gefühlt. Die skurrilen Menschen und Erzählungen punkten mit ihrer Anziehungskraft. Ich wurde förmlich in die Dorfgemeinschaft hineingezogen, die mal fürsorglich – mal etwas brutal daher kam. Jugendliche lernen die Liebe auf besondere Weise kennen. Sie müssen Aufgaben in einem Ginsterlabyrinth erfüllen. Nicht jeder überlebt diesen sonderbaren Brauch. Ein junges Mädchen wird vom Wasser angezogen. Ein anderes schlafwandelt. Eine Wechselmutter kriecht durch den Nebel, der Dauergast in Neverness ist.



Fazit



Nebelschwaden, Sturm und starker Regen verleihen den Märchen eine düstere Atmosphäre. Dennoch fühlt man sich in der Geschichte wohl. Sie gibt einem das Gefühl, am Kamin zu sitzen und in skurrile Abenteuer einzutauchen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Ich hatte den Geschmack von Salz auf der Zunge. Spürte den starken Wind auf meiner Haut. Hatte stets den Geruch von Fisch in der Nase. Habe dunkle Höhlen erkundet. Und vieles, vieles mehr. Der teils poetische, teils märchenhafte Schreibstil erzeugt einen Suchtfaktor. Ich konnte das Buch nicht mehr auf die Seite legen.



Von mir eine absolute Empfehlung. Danke Zoe Gilbert.

  • Cover
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Veröffentlicht am 11.01.2020

Atmosphärisch wirr

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Magisch düsterer Abriss einer Insel voller Geheimnisse und archaischer Traditionen, der jedoch einiges an Konzentration bedarf, um alle Verwicklungen und Geflechte zu durchblicken.


Von klassischer Fantasy ...

Magisch düsterer Abriss einer Insel voller Geheimnisse und archaischer Traditionen, der jedoch einiges an Konzentration bedarf, um alle Verwicklungen und Geflechte zu durchblicken.


Von klassischer Fantasy habe ich mich ja in letzter Zeit abzuwenden begonnen und suche stattdessen nach unkonventionellen Geschichten...

... und die wurden mir in diesem Buch wahrlich geboten! Nebelinsel ist kein in sich kohärenter Roman, sondern eine Kurzgeschichtensammlung, wobei jedoch alle Geschichten auf der selben Insel spielen und immer wieder Figuren und Ereignisse aufgegriffen werden. Eine fabelhafte Idee, die jedoch auch viel Konzentration benötigt, um alles einordnen zu können. Mir hätte neben der wunderbaren Karte noch eine Figurenauflistung geholfen ^^

Der Schreibstil wie auch die Handlung der Geschichten ist auf eine magische archaisch und zugleich von der Präsenz des Meeres geprägt. Alte Mythen und Bräuche, eine Gesellschaft voller Geheimnisse... Ich LIEBE die Atmosphäre dieses Buches, auch wenn mir das rückständige Frauenbild nicht gefiel. Andererseits gehörte es einfach zum Setting.

Die volkstümlichen Bräuche, der (Aber-)Glaube und die Natur Neverness´ sind von der Isle of Man inspiriert, wozu die Autorin auch ein interessantes Kurzinterview gegeben hat.

Die Düsternis, die über der Insel schwebt, sowie der Fischgeruch und das Salz in der Luft konnte ich förmlich spüren; so eindringlich und bildlich schreibt die Autorin. Mindestens genauso beeindruckend ist ihre Fantasie, die diesen Mikrokosmos hat entstehen lassen. Eine Welt, in der Glück und Liebe nur wenig Platz haben; es stattdessen um das pragmatische Überleben und Ausleben von Traditionen geht und die dennoch einen märchenhaften Zauber hat. Den Zauber eines düsteren Märchens!

  • Cover
  • Erzählstil
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Veröffentlicht am 10.01.2020

Poetisch, intensiv, sinnlich. Ein Highlight

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Das Buch Nebelinsel entdeckte ich bei meinen Recherchen für die Neuerscheinungen und fand, dass es sehr interessant klang, wobei ich aber nicht genau wusste was ich erwarten würde. Im Nachhinein glaube ...

Das Buch Nebelinsel entdeckte ich bei meinen Recherchen für die Neuerscheinungen und fand, dass es sehr interessant klang, wobei ich aber nicht genau wusste was ich erwarten würde. Im Nachhinein glaube ich, dass eh niemand seine Erwartungen in diesem Buch wiederfinden würde, denn Nebelinsel ist einzigartig.

Eine Insel und ihre Bewohner
In dem Buch besuchen wir die nebelverhangene Insel Neverness. Doch anstatt einer einzelnen fortlaufenden Geschichte erwartet uns eine Sammlung von einzelnen Erzählungen. Sie alle spielen auf der Insel und nehmen jeweils einen anderen Bewohner in den Fokus.
Doch auch wenn das Buch eine Sammlung von Erzählungen darstellt, kann man sie keinesfalls als unzusammenhängend bezeichnen. Zu einem bildet natürlich die Insel selbst als Handlungsort eine Konstante, aber auch die Charaktere sind miteinander verflochten. Jede Geschichte hat ihre Protagonisten aber die anderen Bewohner der Insel tauchen immer wieder als Nebencharaktere in anderen Erzählungen mit auf.

Man hat das Gefühl, mit jeder Erzählung tiefer in die Dorfgemeinschaft einzudringen. Die Geschichten sind wie Puzzleteile und je mehr man liest, umso klarer wird das Bild von Nevernes und seine eigentümlichen Bewohner. Trotz der kurzen Episoden hatte ich das Gefühl, die Leute und die Insel wirklich kennenzulernen und ihre Schicksale berührten mich. Dies wird noch dadurch unterstützt, dass die einzelnen Geschichten einen relativ großen Zeitraum abdecken. Ein Baby, das in einer der ersten Geschichten gerade geboren wurde, ist in einer der Letzten eine erwachsene Frau. Man hat also nicht nur einen kurzen Einblick wie eine Momentaufnahme, sondern begleitet vielmehr die Menschen über Jahre und Generationen hinweg.

Märchen, die unter die Haut gehen
Eine weitere (positiv) Überraschung, was den Stil der einzelnen Erzählungen. Diese waren nämlich überraschend düster. So stirbt bereits in der ersten Erzählung einer der Inselbewohner und auch sonst wenden sich die Schicksale der Inselbewohner häufig nicht zum Guten. Die Geschicke der Insel werde dabei oft von mythischen Ereignissen bestimmt. Die Autorin balanciert dabei exzellent auf einem schmalen Grat, zwischen Realität und Übernatürlichem. Ihre Erzählungen sind wie Nebel oder das Zwielicht: nicht ganz das Eine, aber auch nicht das Andere, manchmal undurchsichtig und geheimnisvoll, manchmal wie ein kalter Schauer, der einem den Nacken hinunterrinnt, aber in jedem Fall gehe sie unter die Haut und hallten, zumindest bei mir, noch lange nach.

Fazit:


Nebelinsel ist für mich eins meiner Lesehighlights dieses Jahres. Die Erzählungen sind poetisch, düster, intensiv, aber irgendwie auch sinnlich. Sie gehen unter die Haut und beschreiben eine Dorfgemeinschaft zwischen Zauber und Gefahr, eine Insel zwischen duftendem Ginster und tödlichen mythischen Kreaturen. Eine klare Leseempfehlung für alle, die düstere Mystik, abseits des Mainstreams suchen.

  • Cover
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  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.01.2020

Mystische Erzählungen mit melancholischer Melodie

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Beschreibung

Die nebelverhangene Insel Neverness ist von alten Bräuchen und düsteren Mythen umrankt. Jedes Jahr locken die Ginsterbüsche Mädchen und Jungen an, um einer ganz besonderen Tradition zu folgen. ...

Beschreibung

Die nebelverhangene Insel Neverness ist von alten Bräuchen und düsteren Mythen umrankt. Jedes Jahr locken die Ginsterbüsche Mädchen und Jungen an, um einer ganz besonderen Tradition zu folgen. Während die Mädchen ein Pfeil mit einem Band auf dem ihr Name steht in die Büsche schießen, machen sich die Jungen daran tief in das stachelige Gebüsch vorzudringen um sich einen Kuss zu sichern, dabei müssen sie sich jedoch vor der Ginstermutter in Acht nehmen. Diese und viele weitere Erzählungen berichten von dem Leben und den Schicksalen der Inselbewohner.

Meine Meinung

Die märchenhaften Erzählungen von Zoe Gilbert in »Nebelinsel« sind in einem wunderschönen Buchgewand mit goldenem Leinenrücken im Wunderraum Verlag erschienen. Das dunkel gehaltene Cover mit der Muschel passen perfekt zu den finsteren Geschichten um die sagenbehaftete Insel Neverness. Den einzelnen Kurzgeschichten von Zoe Gilbert haftet eine unglaubliche Magie an und schon bald hatte ich mich vollkommen in der nebelumschleierten Vegetation und in den Reihen der Inselbewohner verloren.

Der Alltag der Menschen auf Neverness ist durchdrungen von der Mythologie der Insel und mit jeder Geschichte dringt man tiefer in die sagenumwobene Welt ein. Zoe Gilbert wurde bereits für ihre Kurzgeschichten ausgezeichnet und hat sich Dank ihres zauberhaften Erzählstils, der hervorragend zu ihrem märchenhaften Debüt »Nebelinsel« passt, direkt in mein Herz geschrieben. Allerdings sollte man in keinster Weise Märchen mit Happy End im Stile der Gebrüder Grimm erwarten, denn Gilberts Geschichten gehen eher in die melancholische Richtung von Hans Christian Andersen.

Zoe Gilbert hat für ihre Insel Neverness eine vollkommen eigenständige Mythologie erschaffen, die von der Natur inspiriert wurde und einige Kuriositäten zu bieten hat, wie z. B. einen Mann dessen Arm ein Flügel ist, eine Mutter die sich von Erde ernährt, einem fremden Mann der nach Neverness kommt und dort Unterschlupf im warmen Bett einer Frau sucht und von Madden, die sich nichts sehnlicher wünscht als vogelfrei zu sein wie ein Milan.

Mich konnte die Autorin mit ihrem Debütroman von der ersten Seite an begeistern, ich habe mich gleich in die düstere Atmosphäre, die Melancholie und Traurigkeit zwischen den Zeilen und die fein gezeichneten Protagonisten verliebt. Die hübsche Aufmachung mit dem schimmernden Leinenrücken und den kleinen in schwarz-weiß gehaltenen Illustrationen zu den einzelnen Erzählungen runden das Werk ab. Sicherlich werde ich die Geschichten zur »Nebelinsel« nicht das letzte Mal in der Hand gehalten haben. Die Erzählungen eignen sich perfekt für kalte Wintertage und lassen sich sicherlich auch wunderbar vorlesen.

Fazit

Zoe Gilberts mystische Erzählungen muten wie eine leicht umgarnende und melancholische Melodie an, der man nur allzu gerne verfallen möchte.

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  • Handlung
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