Profilbild von FroileinWonder

FroileinWonder

Lesejury Profi
offline

FroileinWonder ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit FroileinWonder über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.08.2019

Überzeugt mit grandiosen Zeichnungen Bermejos in düsteren und absolut mitreißenden Panels.

Batman: Damned
0

Meine Meinung

Das neue Black Label der DC-Comics ist für Erwachsene gedacht und schürt alleine schon durch das hochwertige optische Erscheinungsbild die Neugier auf die Story zwischen den Buchdeckeln. ...

Meine Meinung

Das neue Black Label der DC-Comics ist für Erwachsene gedacht und schürt alleine schon durch das hochwertige optische Erscheinungsbild die Neugier auf die Story zwischen den Buchdeckeln. Den Auftakt des Labels bestreiten das Künstler-Duo Brian Azzarello und Lee Bermejo, die bereits bei Alben wie z. B. »Batman: Joker« und »Batman: Deathblow« Hand in Hand arbeiten, nun mit einer dreiteiligen »Batman Damned« Serie.

Der erste Band machte durch eine nachträgliche Zensierung des Geschlechtsteils des dunklen Ritters aus Gotham City Schlagzeilen, was mich nur ungläubig mit den Augen rollen lässt, schließlich wollte das Black Label doch gerade einen neuen Maßstab für die Sparte der Erwachsenen-Comics setzen und nicht als Sinnbild der unglaublich kindlichen amerikanischen Prüderie eingesetzt werden. Ob sich DC mit dieser außerordentlich peinlichen PR nur Aufmerksamkeit sichern wollte und einen Markt für die wenigen Hefte mit Bruce-Stück anheizen wollte möchte ich gar nicht näher verfolgen. Der Comic hätte einen solchen Mini-Skandal jedenfalls nicht nötig gehabt und ist auch in der zensierten Fassung eine richtige Augenweide.

Die edle Hardcover-Ausgabe aus dem Panini Verlag kommt in einem übergroßen Format daher und bietet auch für DC-Comic-Einsteiger, wie mich, einen guten Punkt, um in die düstere Welt von Gotham City einzutauchen und den bekannten Fledermaus-Ritter Bruce Wayne ein Stück zu begleiten. Der erste Teil von »Batman Damned« beginnt mit einem verletzten Batman, der nach seinem Unfall vom Tod des Jokers erfährt und sich nun der Frage stellen muss, ob er selbst etwas mit der Ermordung seines Erzfeindes zu tun hat.

Brian Azzarello zeigt in der Geschichte eine wahrhaftig düstere Episode aus Batmans Leben und lässt dabei sehr viel Spielraum für die eigenen Gedanken und welche Schlüsse man aus der Handlung zieht. Der Leser bleibt über die Vorgänge genauso im dunkeln wie der Titelheld selbst und ist somit auf die fragwürdigen Informationen des gaunerhaften Detektive John Constantine angewiesen, den Batman neben der Magierin Zatanna und Deadman zur Seite gestellt bekommt.

Die Story an sich kann noch nicht viel handfestes bieten, außer dem mysteriösen Tod des Jokers und dem Hinweis auf die Kindheit von Bruce Wayne, der in diesem Comic überhaupt nichts von ihrem Bilderbuchdasein anhaftet, bekommt der Leser noch nicht viel Handlung geliefert. Der Comic lohnt sich allerdings schon alleine aufgrund Bermejos beeindruckender Zeichenkunst, die vor allen Dingen auf den übergroßen Doppelseiten mit vielen Details und den realen Darstellungen brilliert. Ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt, was sich Azzarello und Bermejo für den Dreiteiler noch haben einfallen lassen und ob es ihnen gelingt der Handlung in den folgenden beiden Alben mehr Tiefe zu verleihen.

Fazit

Das Design des erste Bandes der »Batman Damned« Comic Trilogie überzeugt mit den grandiosen Zeichnungen Bermejos in düsteren und absolut mitreißenden Panels und hat lediglich storytechnisch etwas Nachholbedarf.

Veröffentlicht am 08.08.2019

Ein grandioser Roman der die Düsternis von Realität und kindlicher Fantasie ineinander verschwimmen lässt.

Das Labyrinth des Fauns
0

Beschreibung

Nach dem spanischen Bürgerkrieg ist Ofelias neuer Stiefvater mit seiner Truppe in einer Mühle, die in einem dichten Wald in den Bergen steht, stationiert. Zusammen mit ihrer hochschwangeren ...

Beschreibung

Nach dem spanischen Bürgerkrieg ist Ofelias neuer Stiefvater mit seiner Truppe in einer Mühle, die in einem dichten Wald in den Bergen steht, stationiert. Zusammen mit ihrer hochschwangeren Mutter zieht Ofelia zu ihm auf die Station mitten im Nirgendwo. Fidal ist der erbarmungslose Capitan der Armee Francos und zeigt sich gegenüber Ofelia und ihrer Mutter betont gefühllos.

Das Mädchen Ofelia sucht Zuflucht im magischen Wald und folgt einem bezaubernden Feenwesen bis zu einem Labyrinth, wo sie dem mysteriösen Faun begegnet, der ihr drei Aufgaben stellt. Nur wenn sie die Prüfungen meistert, kann Ofelia als Prinzessin in das verzauberte Königreich zurückkehren.

Meine Meinung

Die phantastischen Bücher von Cornelia Funke begleiten mich schon seit der Kindheit und begeistern mit immer wieder mit abenteuerlichen Geschichten und kreativen Welten. Funkes neuer Roman »Das Labyrinth des Fauns« kann man zwar nicht mit anderen Werken der Autorin wie z. B. »Igraine Ohnefurcht« oder mit den »Tintenwelt« Büchern vergleichen und dennoch wohnt diesem Buch ein ganz besonderer Zauber inne. »Das Labyrinth des Fauns« entstand in Zusammenarbeit mit dem oscarprämierten Regiseur Guillermo del Toro und basiert auf seinem bereits 2006 veröffentlichten Fantasy-Filmes »Pans Labyrinth«.

Es mag ungewöhnlich erscheinen, dass in diesem Fall zuerst der Film entstand und auf dessen Grundmauern nun das Buch aufbaut, denn normalerweise basieren Filme zumeist auf einer Romanvorlage. Cornelia Funke hat sich der Herausforderung gestellt und ein ganz zauberhaftes Buch kreiert, bei dem sie sich zwar stark an den bekannten Film hält und dennoch mit ihren märchenhaften Einschüben ihren Stil in die Geschichte mit einbringt. Besonders brillant ist die Buchgestaltung zu diesem düsteren und fabelhaften Roman gelungen, unter dem dunklen blau-grünen Schutzumschlag der ein Mädchen im Wald zeigt auf dessen einen Seite die düstere Realität mit der Figur des Stiefvaters abgebildet ist und auf der anderen Seite die magische Welt mit dem Abbild des Faun zu sehen ist, kommt ein großes aufgedrucktes Bild der engen Umarmung von Faun und Mädchen zum Vorschein.

Die Story trägt sich zur Zeit nach dem spanischen Bürgerkrieg und der Machtergreifung durch den faschistischen Diktator General Francisco Franco zu. Ganz im Sinne der schrecklichen Zeit der nationalsozialistischen Diktatoren in Europa wird die Geschichte von einer unglaublich düsteren Atmosphäre durchflutet der man sich nicht entziehen kann. Die Brutalität und Gewalt im Kampf gegen die Rebellen ließ mir den Atem stocken und übertrifft in meinen Augen sogar noch die Grausamkeiten im Film. Daher komme ich zu einem Kritikpunkt bezüglich der Vermarktung des Romans, die das Buch Jugendlichen ab 14 Jahren empfiehlt. In meinen Augen ist die Geschichte aufgrund ihrer zahlreichen brachialen Szenen in der physische wie auch psychische Gewalt ausgeübt wird erst Lesern ab 16 Jahre zu empfehlen. (Die Filmvorlage ist übrigens auch mit einem FSK 16 Hinweis versehen.)

Die junge Ofelia fürchtet sich sehr vor ihrem neuen Stiefvater und kann überhaupt nicht verstehen warum ihre Mutter sich in eine solche Bestie verliebt hat. Auf sich alleine gestellt folgt das Mädchen einem feenartigen Wesen in den Wald und taucht in eine faszinierende und magische Fantasiewelt ein die ebenfalls durch die düstere Realität geprägt ist. Der Faun stellt Ofelia vor drei Prüfungen die sie zu meistern hat, bevor sie als unsterbliche Prinzessin in ihr Reich zurückkehren kann. Cornelia Funke ist es gelungen die magische Fantasiewelt noch mehr zum leuchten zu bringen als es der Film vermochte.

Das krönende Tüpfelchen sind auf jeden Fall die eingeflochtenen Märchenhaften Erzählungen, die Hand in Hand mit der Ursprungsgeschichte gehen und die phantastische Aura zusätzlich unterfüttern.

Fazit

Ein grandioser Roman der die Düsternis von Realität und kindlicher Fantasie ineinander verschwimmen lässt. Aufgrund der starken physischen und psychischen Gewalteinwirkungen würde ich das Buch allerdings erst Leserinnen und Lesern ab 16 Jahren empfehlen.

Veröffentlicht am 08.08.2019

Mit pointierten Worten trifft Colson Whitehead den Nerv des Lesers.

Die Nickel Boys
0

Beschreibung

Der sechzehnjährige Elwood Curtis wächst in den 1960er Jahren in der rassistischen Gesellschaft Amerikas bei seiner Großmutter auf und ist großer Bewunderer von Martin Luther Kings Reden ...

Beschreibung

Der sechzehnjährige Elwood Curtis wächst in den 1960er Jahren in der rassistischen Gesellschaft Amerikas bei seiner Großmutter auf und ist großer Bewunderer von Martin Luther Kings Reden und Botschaften. Der junge Elwood ist ein guter Schüler und für ihn geht ein Traum in Erfüllung als er einen Platz am College der Schwarzen in Aussicht gestellt bekommt. Doch durch eine unglückliche Fügung gerät Elwood in ein gestohlenes Fahrzeug und wird ohne eine angemessene Gerichtsverhandlung in die Besserungsanstalt der Nickel Academy gesteckt. In der Anstalt steht neben dem offensichtlichen Rassismus jede Menge Gewalt und Missbrauch auf der Tagesordnung.

Meine Meinung

Colson Whitehead bot seinen Leserinnen und Lesern bereits mit seinem fiktionalen Roman »Underground Railroad« eine Geschichte über den Rassismus zur Zeit der Sklaverei in Amerika, der tief unter die Haut geht. In seinem neusten Werk »Die Nickel Boys« behandelt der Autor noch einmal das Thema Rassismus, dieses Mal rückt die Geschichte allerdings etwas näher an die Gegenwart heran, denn Whitehead erzählt eine Geschichte, wie sie sich in den 1960er Jahre in Amerika zugetragen haben könnte.

Hauptprotagonist der Geschichte ist der junge Elwood Curtis, der mir mit seiner klugen, aufgeweckten und herzlichen Art sofort ans Herz gewachsen ist. In einer nüchternen und dennoch sehr ergreifenden Weise berichtet Colson Whitehead von dem Leben des Jungen Elwood, der sein Ziel, etwas aus sich zu machen und am College zu studieren fest vor Augen hat. Das Schicksal spielt im jedoch böse mit, als er unverschuldet in der Besserungsanstalt der Nickel Academy gesteckt wird. Der Schein eines Erziehungscamps trügt zuerst und wiegt Elwood gleichermaßen wie den Leser in Sicherheit. Schnell bekommt der Putz dieser scheinbaren Heile-Welt-Fassade jedoch Risse und beginnt zu bröckeln.

Schonungslos schildert Whitehead den Alltag, den Elwood Tag für Tag über sich ergehen lässt und skizziert die grässliche und willkürliche Gewalt, die nicht nur durch das Personal ausgeübt wird, sondern auch im Zusammenleben zwischen den Insassen aufflammt. Anstatt zielstrebig seine Träume realisieren zu können sitzt Elwood nun neben ungebildeten Mitschülern in Unterrichtsstunden fest, die meilenweit von seinem Wissensstand entfernt sind und verrichtet harte Arbeit auf dem Feld. Elwood lässt den Hass über sich ergehen und hält an seinem Optimismus fest, irgendwann einen Weg aus der Hölle des Nickel zu entkommen. Schon nach kurzer Zeit findet er in dem pragmatischen Waisenkind Turner einen guten Freund und gemeinsam schaffen sie sich Zeiten außerhalb des Nickel, wenn sie dem Personal dabei helfen die staatlichen Zuwendungen für die Anstalt schwarz weiterzuverkaufen.

Der Rassismus ist ein ständiger Begleiter zwischen den Zeilen. Besonders durch die leisen Töne kommt der Unterschied zwischen Schwarz und Weiß in der amerikanischen Gesellschaft in den 60er Jahren eindrücklich zum tragen. Seien es Extra Colleges für die Schwarzen oder Vergnügungsparks, Restaurants und Hotels die nur für die Weißen vorbehalten waren. Elwood hatte schon vor dem Nickel den Unterschied zwischen Schwarz und Weiß nur zu deutlich verspürt.

Colson Whitehead berichtet in einem Nachwort über die Entstehung des fiktionalen Romans und führt aus wie die realen Fakten auf der sein Roman beruht, erst 2014 der Öffentlichkeit offenbart wurden. Auf dem Gelände der ehemaligen Arthur G. Dozier School for Boys wurde bei archäologischen Ausgrabungen festgestellt, dass die Besserungsanstalt für jugendliche Straftäter nicht nur einen offiziellen Friedhof für die Leichen der Schüler besaß, sondern auch etliche Leichen geheim verscharrt wurden. Dieser Fund untermauert die Hinweise überlebender Schüler, die bereits seit Jahren auf die grausame Geschichte der Besserungsanstalt aufmerksam zu machen versuchten um den Tätern einer gerechten Strafe zuzuführen.

Die Geschichte über den jungen Elwood hätte sich genauso zugetragen haben können, auch wenn sie der Fantasie des Autors entsprungen ist. Diese Tatsache verleiht dem Buch zusätzlich einen ordentlichen Gänsehautfaktor.

Fazit

Mit pointierten Worten trifft Colson Whitehead den Nerv des Lesers. Witheheads Geschichte über den Rassismus in den 60er Jahren und den Gewaltmissbrauch in einer Besserungsanstalt sorgt mit unglaublicher Authentizität für eiskalte Schauer.

Veröffentlicht am 30.07.2019

Dieses Buch lädt zum träumen ein und nimmt seinen Leser auf eine magische Reise durch die Welt der fantastischsten Inseln und Welten mit.

Verrückt nach Karten
0

Meine Meinung

In einem Vorwort erklärt Philip Pullman, Autor der erfolgreichen Young Adult Fantasy Reihe »His-Dark-Materials« um den Goldenen Kompass, »Als Beruf ist das Zeichnen dem Schreiben definitiv ...

Meine Meinung

In einem Vorwort erklärt Philip Pullman, Autor der erfolgreichen Young Adult Fantasy Reihe »His-Dark-Materials« um den Goldenen Kompass, »Als Beruf ist das Zeichnen dem Schreiben definitiv vorzuziehen. Schreiben ist eher eine verbissene Schufterei.« und das er beim Zeichnen einer Karte seines Fantasiereiches Raskawien sehr viel Spaß hatte. Tausende Leser, darunter finde ich mich auch ein, dürften sehr froh sein, dass sich Pullman von der Schufterei nicht hat abschrecken lassen, und die literarische Welt mit seinen wundervollen Romanen bereicherte.

Herausgeber des prachtvollen Werkes »Verrückt nach Karten« ist Historiker und Autor Huw Lewis-Jones, der nicht nur selbst zu Wort kommt, sondern vor allen Dingen Autoren und Zeichner über ihre Verbindung und ihre Arbeit mit Karten erzählen lässt. In Teil I »Täuschend Echt« berichtet Huw Lewis-Jones wie er sich mit fünf Jahren zum allerersten Mal im Londoner Zoo verirrte, und dies war nicht das einzige Mal, dass ihn seine Leidenschaft für Karten von dem Weg abbrachte. Huw Lewis-Jones plaudert so begeisternd von seiner Leidenschaft zu Karten, die einen vollkommen gefangen nimmt und vor allen Dingen keinem Fantasy-Leser fremd sein dürfte. Alleine schon die Passage in der der Herausgeber das japanische Wort „tsundoku“ heranzieht, welches impliziert, dass man stapelweise Bücher kauft, aber nie die Zeit findet diese auch zu lesen, und mit diesem Begriff seine Buchleidenschaft ausdrückt, ließ mein Leserherz aufblühen.

Seit Harry Potter meine Bewunderung für das phantastische Genre erwachen ließ, ist es für mich immer wieder ein großes Abenteuer und ein riesen Spaß, in einen Fantasy-Roman einzutauchen und fremde Länder sowie andersartige Welten erkunden zu können. Zu fast allen dieser Bücher gehört in irgendeiner Form eine Karte. Diese Karte lässt mich als Leser nicht nur die Wege der Heldinnen und Helden nachvollziehen, sondern gibt meiner Fantasie immer einen gehörigen Anschub, um selbst mit dem Finger auf dem Papier und in Gedanken auf Reisen zu gehen. »Verrückt nach Karten« bietet eine bunte Zusammenstellung der unterschiedlichsten Liebesbriefe an die Kartenkunst und liefert einige schöne Abdrucke besagter Karten.

Es folgen Teil II über »Literarische Karten«, der auf einen bunten Trip quer durch die literarische Kartenwelt einlädt, Teil III über »Karten erstellen«, der z. B. einen faszinierenden Bericht der Künstlerin Miraphora Mina über ihre Arbeit an der Karte des Rumtreibers enthält, Teil IV über »Karten lesen«, der z. B. die größte Karte des Mittelalters (die Eberstrofer Weltkarte, 13. Jh.) enthält und zudem von Nonnen gezeichnet wurde, und schließt ab mit einem Epilog von Chris Riddell über die Schönheit der Bücher sowie ein umfangreiches Verzeichnis über die mitwirkenden Autoren (wie z. B. Abi Elphinstone, Reif Larsen, Lev Grossman), Zeichner und ein Verzeichnis über die genannte Literatur.

Für mich war bereits wenige Seiten nach dem Öffnen des Buches klar, dass dieses Buch zu einem absoluten Schatz meiner Mini-Bibliothek werden wird, denn ich fand mich in den Worten der verschiedenen Autoren, mit ihrer überbordenden Liebe zur Literatur und vor allen Dingen zu der Bedeutung von wahrhaft magischen Karten, in einem angenehmen Kreis der Wissenden ein. Es werden zahlreiche Klassiker von »Robinson Crusoe« von Daniel Defoe über »Die Schatzinsel« von Robert Louis Stevenson, »Unten am Fluss« von Richard Adams bis hin zu »Moby Dick« von Hermann Melville genannt.

Die Kartenzeichnerin Cressida Cowell lässt die Magie der Karte von Peter Pans »Niemansland« erwachen, Robert Macfarlane führt den Unterschied von auf Daten reduzierte und ohne Charakter aufgezeichnete Gitternetzkarten zu Erzählkarten, in der wiedergegeben wird was ein Individuum oder eine Kultur darin wahrnimmt, auf. Besonders unterhaltsam fand ich den Text von Joanne Harris, welche bereits in ihrer Schulzeit Comic-Strips in Schulhefte zeichnete, in denen sie nordische Götter in Skater und Hippies verwandelte. So gibt es noch unzählige schöne Anekdoten die dieses Buch in sich vereint.

»Verrückt nach Karten« ist ein wunderschöner bibliophiler Buchband, der eine abenteuerliche Reise auf Inseln und Länder beschert, von mysteriösen Seemonstern und Drachen begleitet wird und dabei die Buch-Wunschliste aus allen Nähten platzen lässt. Dafür gibt von mir eine glaskare Weiterempfehlung!

Fazit

Dieses Buch lädt zum träumen ein und nimmt seinen Leser auf eine magische Reise durch die Welt der fantastischsten Inseln und Welten mit.

Veröffentlicht am 30.07.2019

Eine starke Comic-Kolumne die sich für einen offeneren Umgang mit dem weiblichen Geschlecht ausspricht.

Girlsplaining
0

Meine Meinung

Ich bin so langsam richtig im Comic-Genre angekommen und möchte mich auch hier, ähnlich wie in der Literatur, quer durch alles was das breit gefächerte Comic-Beet hergibt durchstöbern und ...

Meine Meinung

Ich bin so langsam richtig im Comic-Genre angekommen und möchte mich auch hier, ähnlich wie in der Literatur, quer durch alles was das breit gefächerte Comic-Beet hergibt durchstöbern und lesen. Kürzlich erreichten mich gleich mehrere interessante Comics aus dem Reprodukt Verlag, die allesamt eines gemeinsam haben – es geht um starke Geschichten für und mit Frauen. Hier wären wir dann auch schon beim Thema Feminismus angelangt, was mich auch sehr reizt und über das ich zukünftig gerne mehr lesen möchte.

Ein wunderbarer Einstieg in das Thema Feminismus und Sexismus bietet Katja Klengel mit ihrem autobiographischen Comic »Girlsplaining«. Die in zarten Pink-Tönen gehaltene Comic-Ausgabe versammelt unterschiedlichste Alltagsszenarien von der Kindheit bis zum Erwachsenenalter, die bereits von Katja Klengel in ihrer Comic-Kolumne für die Internetseite Broadly veröffentlicht wurden.

Ich konnte mich sofort mit Comic-Katja identifizieren, ob das nun daran liegt, dass wir im gleichen Jahr geboren wurden und mit den gleichen kulturellen Einflüssen aufgewachsen sind, oder dass ich auch eine Faible für Sailor Moon habe, lasse ich jetzt einfach mal so stehen. Fakt ist, dass mir viele der unterschiedlichen Szenen sehr bekannt vorkamen und mir die popkulturellen Einflüsse, sei es Sex and the City, Sailor Moon, Buffy, Harry Potter oder Star Trek, sehr gut gefallen haben. Vor allem die Liebe und Leidenschaft der Autorin zu Sailor Moon spiegelt sich in ihren mangaesken Zeichnungen der Episoden wieder. Die ausdrucksstarken Gesichter führen durch mitreißende Panels in denen Katja Klengel kein Blatt vor den Mund nimmt und einige Dinge anspricht, die sonst nicht thematisiert sondern in unserer Gesellschaft eher tabuisiert werden.

Warum gab es diesen wundervollen Comic nicht schon 18 Jahre früher? Ich bin mir sicher, hätte ich damals eine solche Geschichte gelesen, wären viele Themen leichter gewesen und vor allen Dingen hätten mir die Szenen mit ihrer herrlichen Selbstironie jede Menge Mut mit auf den Weg zum Erwachsen werden mitgegeben. »Girlsplaining« sollte man jedem jungen Mädchen oder Frau, die sich für das Thema Sexismus und Feminismus interessiert an die Hand geben, wobei ich darauf hinweisen möchte, dass es sich hierbei um eine autobiographische Kolumne einer weißen Ü30 cis-gender Frau handelt und daher keine Diversität im Hinblick auf POC oder trans-gender mit einfließt. Außerdem kann es bei jüngeren Leserinnen und Lesern vorkommen, dass ein paar Pointen durch die deutlich bestimmenden popkulturellen Aspekte aus den 90er Jahren flöten gehen. Für mich persönlich hat allerdings genau das perfekt gepasst und ich würde durchaus auch jüngeren Leserinnen und Lesern dazu raten einfach mal einen Blick in den Comic zu werfen.

Besonders gut gefallen hat mir die leichte und lockere Art auf die Katja Klengel mit dem Thema umgeht und die ganze Sache nicht so bitterernst nimmt. Oftmals ist es sogar so, dass die lustigen Pointen der Episoden eine gute Portion Selbstironie in sich bergen und sich die Autorin auch augenzwinkernd selbst auf die Schippe nimmt. Dennoch geht die Botschaft die im Comic steckt nicht in Lachern unter, vielmehr setzt Katja Klengel mit ihren wirkungsvollen Zeichnungen ein Ausrufezeichen für einen freien Umgang von Frauen zu ihrem Geschlecht und kritisiert den gesellschaftlichen Umgang begonnen beim Spielzeug über Blümchenduft-Slipeinlagen und dem verklemmten Umgang mit der Betitelung des weiblichen Geschlechtorgans. Sehr gut kommt das z. B. bei einem Gespräch mit ihrem “Untenrum” – sagt einfach Vulva! – rüber. Also nichts wie ran: Mädels lest diesen Comic! Viva la Vulva!

Fazit

Eine starke Comic-Kolumne die sich für einen offeneren Umgang mit dem weiblichen Geschlecht ausspricht.