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Veröffentlicht am 10.07.2019

Von schwebenden Inseln und einem Mädchen, das durch Spiegel geht

Die Spiegelreisende
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Hochtrabend sind die Lobesworte auf der ganzen Welt für diesen französischen Reihenauftakt. Sogar der Vergleich mit Harry Potter als magisches All-Age Buch wird herangezogen. Die internationale Presse ...

Hochtrabend sind die Lobesworte auf der ganzen Welt für diesen französischen Reihenauftakt. Sogar der Vergleich mit Harry Potter als magisches All-Age Buch wird herangezogen. Die internationale Presse ist begeistert. Bei solch hochtönendem Lob von allen Seiten, werde ich persönlich ja schon wieder skeptisch (lach), doch anhand meiner Bewertung könnt ihr ja schon sehen, dass ich mich diesmal dem Hype mit wehenden Flaggen angeschlossen habe.

Einzigartig
Ich gebe zu, ich habe etwa 50 Seiten gebraucht um in das Buch hinein zu kommen. Der Schreib- wie auch der Erzählstil sind durchaus als eigenwillig zu bezeichnen, mit zunächst wenigen Dialogen, einer interessanten Wortwahl und einem ganz eigenen Tempo. Als ich dann aber erstmal abgetaucht war, konnte ich mir keinen anderen Stil für dieses Buch mehr vorstellen. Es musste genauso geschrieben sein und nicht anders. An dieser Stelle möchte ich auch die Übersetzerin loben. Zwar kann ich kein Französisch und weiß daher nicht genau wie das Buch im Original wirkt, aber ich hatte dennoch das Gefühl, dass von der Magie in der Übersetzung nichts verloren ging.

Noch ungewöhnlicher als der Stil ist jedoch die Welt die Christelle Dabos erschaffen hat. Eine Welt, die in im Himmel herumfliegende Stücke zerbrochen ist, Gegenstände die bei langer Nutzung lebendig werden, eine schwebende Stadt, Türen die überall und nirgends hinführen und mittendrin ein Mädchen, dass durch Spiegel gehen kann. Die Welt der Spiegelreisende ist voller Magie und sprüht für Kreativität. Man kann sich nie sicher sein, was einen erwartet und das macht einen großen Teil des Charme des Buches aus.

Schrullig
Doch das Ganze wäre nur die halbe Miete, wenn nicht auch die Charaktere so wunderbar skurril wären. Ophelia ist auf den ersten Blick eine graue Maus mit dicker Brille (ENDLICH mal eine Brillenträgerin als Heldin, yeah) altmodischer Kleidung, einem eigensinnigen Schal (ist es Seltsam, dass ein Schal zu meinen Lieblingscharakteren gehört und kann man einen Schal überhaupt als Charakter bezeichnen? *lach), die lieber schweigend beobachtet und sich am wohlsten in ihrem Museum fühlt. Doch Stille Wasser sind tief und Ophelia beweist im Verlauf der Handlung Gewitztheit, ein gutes Herz und einen starken Willen. Sie ist durch die Spiegel, direkt in mein Herz gereist.

Doch auch die anderen Charaktere sind herrlich einzigartig, ja eigentlich schon schrullig auf eine symphytische Art und Weise. Nicht bei allen weiß man ob sie Freund oder Feind sind und manche, die ich als freundlich empfand, entpuppten sich überraschend als hinterhältig. Wie auch schon bei der Welt, weiß man nie so genau wer welches Spiel treibt, die Autorin konnte mich mehrmals überraschen und dadurch ist immer Spannung da und das selbst da, wo die Handlung ein ruhigeres Tempo anschlägt.

Fazit:


Einzigartig, magisch, skurril, herzlich, wunderbar. All diese Wörter beschreiben Die Verlobten des Winters. Das Buch überzeugt mit einem Feuerwerk der Kreativität, individuellen Charakteren und eine ganz eigene Magie, der man sich nicht entziehen kann. Leseempfehlung an alle!

Veröffentlicht am 19.06.2019

Ein würdiger und emotionaler Abschluss

Lady Trents Memoiren 5
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Da ist es nun, das Finale von Lady Trent und ich bin sowohl glücklich, als auch traurig. Glücklich, weil es wieder ein mitreißendes Buch, mit einem wunderschönen Abschluss ist und traurig, dass es vorbei ...

Da ist es nun, das Finale von Lady Trent und ich bin sowohl glücklich, als auch traurig. Glücklich, weil es wieder ein mitreißendes Buch, mit einem wunderschönen Abschluss ist und traurig, dass es vorbei ist.

Meine Meinung:


Eine Wucht von außen und innen
Gerade jetzt fällt mir erst auf, dass ich euch bereits seit vier Bänden von dieser tollen reihe vorschwärme und noch kein einziges Mal die Illustrationen erwähnt haben. Oh Schande über mich, Asche auf mein Haupt, wie konnte ich nur. Dabei sind die eins der Highlights in allen Bänden. Von Todd Lockwood gezeichnet (der auch die Cover Illustrationen zeichnete) sind sie eine Augenweide und machen die Bücher zu wahren Schätzchen. Zu meiner größten Freude ist in diesem letzten Band auch endlich eine Zeichnung von Isabella selbst.

Ein wenig anders,als sonst
Lady Trent hat es geschafft, endlich erhält sie Anerkennung als Wissenschaftlerin und ihr Name ist über die Grenzen Scirlands hinweg bekannt. Aus diesem Grund tritt auch ein junger Mann an sie heran, der eine bahnbrechende Entdeckung im höchsten Gebirge der Welt gemacht hat: Eine im Eis konservierte unbekannte Drachenart. Klar, dass Isabella sofort in dieses Gebirge, dass offensichtlich dem Himalya angelehnt ist, muss und so bricht sie auf zu ihrer letzten, aber auch größten Expedition.
Im Gegensatz zu den vorherigen Bänden bricht dieser Finalband etwas aus. Die Expedition beginnt nach gewohntem Muster, doch dann überschattet eine Entdeckung alles. Ich will nichts verraten, denn mich hat diese Entdeckung völlig überrascht, ehrlich ich habe so gar nicht mit dieser Wendung gerechnet, nicht mal Ansatzweise und ich möchte euch dieses Erlebnis nicht verderben. Ich kann auch nicht so viel dazu sagen, was in diesem Band anderes ist, ohne zu viel zu verraten außer, es wird etwas fantastischer und zugegeben auch etwas weiter hergeholt. Das mag nicht jedem, der den pseudowissenschaftlichen Stil mochte gefallen, die Ereignisse waren aber so faszinierend, dass es mich persönlich überhaupt nicht gestört hat. Im Gegenteil ich fühlte mich wieder super unterhalten und von dieser überraschenden Wendung in den Bann gezogen.

Auf Wiedersehen, Isabella
Insgesamt war dieser Band auch der emotionalste für mich. Zu einem gibt es eine herzergreifende Szene zwischen Isabella und Suhail, sowie Jake und Tom (Auch hier kann ich aus Spoilergründen nicht mehr sagen, aber wer’s gelesen hat, wird wissen was ich meine) und zum anderen endetet dieser würdige Abschluss einer fantastischen Reihe mit einem Nachwort von Isabella, dass treffender nicht hätte sein können:

"Falls es irgendeinen Abschluss für meine Geschichte gibt (abgesehen von meinem Tod, der, wie ich hoffe, noch eine gute Weile entfernt ist), dann ist es, dass ihr Herz nie wirklich enden wird."
Marie Brennan: Lady Trents Memoiren Im Refugium der Schwingen, Cross Cult Verlag, S. 398

5 Bände lang habe ich Isabella nun begleitet und dank des fantastischen Schreibstils habe ich ehrlich das Gefühl die Memoiren einer echten und realen Person gelesen zu haben und fühle mich gerade (mit zugegeben ein paar Tränchen im Augenwinkel), als müsste ich mich von einer lieben Freundin verabschieden. Von daher Danke Marie Brennan für die wunderschöne Zeit und auf Wiedersehen Isabella, Lady Trent, Ikone der Drachenforschung.

Fazit:


Dieser würdige Abschluss einer wunderbaren Reihe lässt mich mit einem lachendem und einem weinenden Auge zurück. Lachend, weil es wieder ein mitreißender und spaßiger band ist und weinend, weil es nun vorbei ist.

Veröffentlicht am 19.06.2019

Weiterhin Top

Lady Trents Memoiren 4
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Weiter geht es mit Lady Trent, die Reihe ist einfach so toll und ich war schon nach band 3 ganz hibbelig in Erwartung wie es weiter gehen wird.

Meine Meinung:
Unter der heißen Wüstensonne
Über zehn Jahre ...

Weiter geht es mit Lady Trent, die Reihe ist einfach so toll und ich war schon nach band 3 ganz hibbelig in Erwartung wie es weiter gehen wird.

Meine Meinung:


Unter der heißen Wüstensonne
Über zehn Jahre sind seit Isabellas ereignisreichen ersten Expedition vergangen. Mittlerweile hat sie sich sogar, mit wortwörtlich Blut, Schweiß und Tränen, sogar einen gewissen Grad an Anerkennung erkämpfen können (dennoch bei weitem noch nicht so viel, wie sie verdient). Aus diesem Grund wird sie zusammen mit ihrem jahrelangen Freund und Kollegen Tom in die Ahkische Wüste geschickt und soll die Drachenzucht erforschen, um an dem begehrten Rohstoff Drachenknochen zu kommen.
Dieses Mal wird also das Muster der Expedition unterbrochen, denn wir verfolgen ein eher stationär angelegtes Forschungsprojekt, natürlich lässt es sich Isabella nicht nehmen trotzdem den ein oder anderen Ausflug in die Wüste zu unternehmen, was stets für Spannung sorgt. Jeder, der meinen Blog schon länger verfolgt weiß, dass ich Wüstensettings liebe. Sowohl die unbarmherzige, aber auch wunderschöne Landschaft, als auch die nordafrikanischen/arabischen Kulturen und wie immer schafft es Marie Brennan vorzüglich beides dem Leser nahe zu bringen. Gerade da sich Isabella und ihre Verbündeten dieses Mal nicht ganz so weit geografisch bewegen, erhält man einen noch besseren Einblick in die lokalen Begebenheiten.

Aus Isabella wird Lady Trent
Wie eingangs erwähnt, sind seit dem ersten band über zehn Jahre vergangen und Isabella ist mittlerweile Anfang Dreißig und das merkt man ihr auch an, also im positiven Sinne. Im vergleich zu ihrem neunzehn jährigen ich in Die Naturgeschichte der Drachen, wirkt Isabella reifer, selbstbewusster und erwachsener, wobei sie dennoch nichts von ihrem Sturkopf und der Leidenschaft für Drachen eingebüßt hat. Es macht Spaß über die Bände hinweg diesen Reifungsprozess bei ihr mitzuerleben und zu sehen, wie sie die Früchte ihrer Arbeit ernten kann. Selbiges geht für Tom, den wir ja nun auch schon eine Weile begleiten und wie sich die Freundschaft zwischen ihm und Isabella entwickelte ist einfach nur schön.
In diesem band erhalten wir auch mehr Einblicke zu einem weiteren Charakter, den wir schon kennen: Isabellas Bruder Andrew. Ich finde es toll, wie in jedem Band ein anderer Nebencharakter Isabella begleitet: Im ersten Band war es Lord Hilford, im zweiten Natalie, im dritten ihr Sohn Jack und nun Andrew, immer erfährt man etwas Neues.

Neben der großen Forschungsentdeckung wird in diesem Band dann noch ein weiteres Geheimnis gelüftet und seien wir mal ehrlich, wir alle fragen uns seit Band eins, wie Lady Trent zu ihrem Namen kam. Mich hat die Entwicklung doch überraschen, obwohl es im Nachhinein eigentlich so einfach und offensichtlich war.

Fazit:


Auch der vierte Band der Reihe ist wieder ein Volltreffer. Lady Trents Wüstenabenteuer zieht einen in den Bann. Genial, mitreißend, intelligent, das ist Lady Trent!

Veröffentlicht am 28.05.2019

Beklemmend, fesselnd, schockierend

Dry
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Neal Shusterman ist ja mittlerweile schon eine Größe im Jugendbuchbereich und wird viel gelobt. Ich persönlich habe ehrlich gesagt noch nichts von ihm gelesen (Scythe subbt noch), daher war ich sehr gespannt, ...

Neal Shusterman ist ja mittlerweile schon eine Größe im Jugendbuchbereich und wird viel gelobt. Ich persönlich habe ehrlich gesagt noch nichts von ihm gelesen (Scythe subbt noch), daher war ich sehr gespannt, ob der Autor mich mit Dry überzeugen kann.

Meine Meinung zum Buch:


Realistisches Szenario
California Drought. Das ist ein Begriff der in den USA in den letzten Jahren immer wieder in den Medien war. Gemeint ist damit die Dürreperiode in Kalifornien die von 2011 bis 2017 anhielt. Zeitweise hatten hunderte Haushalte kein fließendes Wasser, ganze Seen trockneten aus und es gab Verbote zum Wassersparen wie z.B. ein Rasensprengverbot, der Notstand wurde ausgerufen. 2017 dann endlich wieder Regen, die Dürre wurde offiziell für beendet erklärt, doch ist die Gefahr gebannt?

Wer sich diese Meldungen anschaut und dann einen Blick auf Dry wirft, dem wird schnell klar: Dieser Roman ist realistischer, als es uns lieb ist, realistischer, es sein sollte! Das Vater-Sohn Autoren Duo treibt die Auswirkungen der Dürre noch ein Stück weiter, doch nur ein kleines bisschen, denn vieles war in Kalifornien an manchen Orten schon erschreckende Realität. Das ist es, was diesen Roman so eindringlich und beklemmend macht.
Wenn ich einen Endzeitroman mit Zombies lese, ist das spannend, aber ich mache mir keine weiteren Gedanken darum, doch bei Dry ist das anders. Packend ist das Buch ebenso, doch zusätzlich, zumindest war es bei mir so, fängt man an, sich so seine Gedanken zu machen. Die Seiten fliegen dahin und mit jeder einzelnen, wird die eigene Kehle immer trockener und man ertappt sich dabei zu überlegen, nicht doch eine Kiste Wasser im Keller für Notfälle zu lagern.

Das alles macht den Roman unglaublich mitreißend und nachdenklich stimmend zugleich. Mark Twain soll angeblich mal gesagt haben: „In Kalifornien ist Whisky zum Trinken da. Und Wasser, um darum zu kämpfen!“ und auch heute sagen schon einige Klimaexperten, der dritte Weltkrieg widd um Wasser geführt werden. Ob das stimmt? Ich hoffe nicht, aber auf jeden Fall macht Dry einem das Problem bewusst und dafür kann man den Roman nur loben.

An manchen Stellen, dann doch nicht realistisch
Nach dem ganzen Lob der Thematik, kommen wir zurück zur Umsetzung, denn hier lief es leider nicht an allen Stellen rund. Dazu sei aber gesagt, es ist meckern auf hohem Niveau, immerhin habe ich ja auch nur ein Stern deswegen abgezogen. Paradoxerweise ist es der Mangel an Realismus an bestimmten stellen, der mich am meisten störte. Denn während das Szenario hyperrealistisch ist, ist es die Reaktion der Menschen an einigen Stellen nicht. So fand ich es doch schon seltsam, das bereits am Tag zwei alle dermaßen am ausrasten sind. Sicher, der Mensch überlebt nur 3 Tage ohne Wasser, an Tag zwei ohne was getrunken zu haben, hat man also schon extrem Durst, aber der Großteil der Bevölkerung muss doch noch was im Haus gehabt haben bez. eingekauft haben? Selbst mein Freund und ich, die wir zum größten Teil von Leitungswasser leben, haben min. 4 L an Getränken zu Hause und in den USA, wo man vielerorts Leitungswasser nicht trinken kann, haben die Leute normalerweise das dreifache zu Hause. Es erscheint mir daher etwas verfrüht, dass bereits am Tag zwei fast niemand mehr etwas zu trinken hat.
Auch das Ende fand ich nicht ganz so gut, mir fehlt da irgendwie die Moral von der Geschicht.

Fazit:


Beklemmend, fesselnd, schockierend, das ist Dry definitiv, denn es zeigt schonungslos eine Realität die absolut möglich ist und einen mit trockener Kehle zurücklässt. Lediglich der etwas verfrühte Start der Extremlage und das Ende bilden kleine Wermutstropfen

Veröffentlicht am 24.05.2019

Schlichtweg Genial

Lady Trents Memoiren 3
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„Schon wieder 5 Sterne für Lady Trent“, fragt ihr euch vielleicht. Tja, da könnt ihr mal sehen, wie mega, toll wunderbar ich diese Reihe finde. jeder Band konnte mich bisher überzeugen!

Meine Meinung ...

„Schon wieder 5 Sterne für Lady Trent“, fragt ihr euch vielleicht. Tja, da könnt ihr mal sehen, wie mega, toll wunderbar ich diese Reihe finde. jeder Band konnte mich bisher überzeugen!

Meine Meinung über das Buch:


Fernweh inklusive
Weitere sechs Jahre sind ins Land gegangen und unsere unerschütterliche Lady Trent macht sich auf, zur größten Expedition ihres bisherigen Lebens: Eine zweijährige Schiffsreise, um so viele verschiedene Drachen wie möglich zu erforschen. Dabei verschlägt es sie in eine Gegend, die an Südostasien und Ozeanien angelehnt ist (Bis auf ein Land, das wohl Mexiko entspricht) und wieder einmal gelingt es der Autorin die Region auf einnehmende und vielfältige Art und Weise zu beschreiben. Beim Lesen spüre ich die Gischt auf der Haut an Bord der Basilisk, staune über prächtige Ruinen inmitten des Dschungels und lerne Menschen fremder Kulturen kennen. Da die Welt, von den Drachen und geografischen Bezeichnungen mal abgesehen, der Unsrigen so ähnelt, löst dieses Buch heftiges Fernweh bei mir aus. Ich wünschte ich könnte auch wie Lady Trent sie Segel setzten und ins Abenteuer starten.

Marie Brennan überrascht mich immer wieder
Nun könnte man denken: „Also schon wieder eine Expedition, wird das immergleiche Muster denn nicht langweilig?“ Nö, wird es nicht. Denn auch wenn der große Rahmen durchaus ähnliche Muster aufweist, sobald Isabella auf ihrer Forschungsreise ist, kann gefühlt alles passieren. Zugegeben manche Aspekte wie Das kurzzeitige Zusammenleben bei einem fremden Volk oder das brechen eines kulturellen Tabus wiederholen sich ebenfalls, aber in der Art wie es geschieht, schildert Die Autorin es so individuell und spannend, dass man es gar nicht als Wiederholung selber Muster empfindet. Dazwischen kommen auch immer wieder Ereignisse, die man nicht vorhersehen kann, sodass auf der gesamten Reise das Gefühl vorherrscht: Alles ist möglich. Das wird besonders auf der Insel Keonga deutlich. Ich fand es wahnsinnig interessant (und amüsant) wie die Autorin weiterhin mit den Anstandsregeln aus Isabellas Heimat (was ja England im 19. Jh. entspricht) spielt und Isabella in Situationen wirft, die diese völlig aufbrechen. Was Jane Austen zwischen den Zeilen mit Spitzen kritisiert, wird von Marie Brennan völlig auseinander genommen. Großartig.

Der rote Faden wird immer deutlicher
Bisher behandelte ja jeder Band eine bestimmte Expedition (und das wird wohl auch auf die letzten Beiden zutreffen), dennoch gibt es seit dem Ende von Die Naturgeschichte der Drachen zwei Handlungsstränge, die übergreifend sind und beide treten in diesem dritten Band besonders stark zu Tage: Zum einem ist es der Konflikt um die konservierten Drachenknochen, quasi eine Parabel auf die Ressourcenausbeutung die mit der Industrialisierung einher ging und dem sinnlosen Ausrotten von Arten durch den Menschen. Dieser Konflikt findet nun einen erstmaligen Höhepunkt, der kriegerischen Auseinandersetzungen miteinschließt und den Leser in Atem hält.
Der andere Erzählstrang dreht sich um die geheimnisvollen Drakoneer. Diese untergegangene Kultur taucht immer wieder auf und ich persönlich platze beinahe vor Neugier, welche Geheimnisse Isabella der antiken Zivilisation noch abknöpfen kann.

Fazit:


Selten habe ich eine so gute Reihe gelesen. Kein Band schwächelt. Marie Brennen schafft es in einem einzigen Buch Themen wie Emanzipation, Ressourcenausbeutung und kulturelle Differenzen gekonnt anzusprechen und trotzdem wahnsinnig spannend und unterhaltsam zu bleiben. Ich liebe es.