Gemütlicher Waldkrimi
Ich begleite den Niederländer Arie Daamen einen Monat lang. Wir wandern mit seinem Hund durch den ihm anvertrauten Wald, den er als Förster in Tirol zu betreuen hat und genieße die Ruhe. Dass er dabei ...
Ich begleite den Niederländer Arie Daamen einen Monat lang. Wir wandern mit seinem Hund durch den ihm anvertrauten Wald, den er als Förster in Tirol zu betreuen hat und genieße die Ruhe. Dass er dabei eine Leiche zwischen Holzstämmen entdeckt, wird beinahe zur Nebensache, denn so richtig aufgeregt wirkt Arie dabei nicht.
Dieser Krimi ist so ganz anders und ich genieße es in vollen Zügen. Arie ist ein Naturmensch, der sich so gar nicht von der Welt da draußen verbiegen lassen will. Er hat seinen Rhythmus, seine Routine und wer damit nicht klarkommt, der hat Pech gehabt. Den Tod mag er nicht und es ist egal, ob Mensch, Tier oder die Natur betroffen sind. Und da ist es verständlich, dass er eigentlich mit den Mordermittlungen nichts am Hut haben will, doch irgendwie gelingt ihm das nicht und es macht Spaß zu lesen, wie Arie immer wieder wichtige Erkenntnisse auf irgendeine Weise erhält und so schließlich doch zur Aufklärung beiträgt.
Ich mag Arie, gerade weil er so anders ist. Für mich ein kleiner Funfact am Rande war der Rückblick in seine Vergangenheit als Baumbesetzer, wo er quasi bei mir um die Ecke gegen die Abholzung demonstriert hat.
Man muss sich auf diese Art der Ermittlung schon einlassen können, wirkt es sonst mitunter vielleicht langatmig an manchen Stellen. Der Schreibstil der Autorin ist angenehm zu lesen und die teils im Dialekt gesprochenen Sätze lockern auf. Das Cover stimmt auf die Umgebung ein, doch das gewollte Schattenspiel gefällt mir persönlich nicht so gut.
Ein Krimi zum Entschleunigen.