Grandioser Auftakt
Die weiße Nachthttps://elizasbuecherparadies.wordpress.com/2026/03/04/anne-stern-die-weise-nacht-der-erste-fall-fur-lou-und-konig/
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Ein Krimi, der sich rund um die Fischerei dreht. Was sich in Bayern zunächst etwas ungewöhnlich anfühlt, wird vom Autor charmant und interessant in eine stimmige Geschichte verwoben. Ein Betriebsausflug ...
Ein Krimi, der sich rund um die Fischerei dreht. Was sich in Bayern zunächst etwas ungewöhnlich anfühlt, wird vom Autor charmant und interessant in eine stimmige Geschichte verwoben. Ein Betriebsausflug endet in einem Mordfall, und Hauptkommissar Tischler und sein Team ermitteln in alle Richtungen. Gibt es einen Konflikt zwischen den ortsansässigen Fischern, oder hat das Verbrechen womöglich einen rein privaten Hintergrund?
Kommissar Tischler wirkt emotional befreiter, da sich sein Privatleben inzwischen etwas verändert hat. Meiner Meinung nach zeigt er mehr Biss und Witz als in den letzten Fällen. Sein Kollege Fink sorgt zusätzlich für Charme und Unterhaltung. Trotz der zahlreichen liebevoll gezeichneten Nebencharaktere ist das Ermittlerduo Tischler und Fink nahezu unschlagbar.
Der Fall weist wieder einen hohen Ermittlungsanteil auf, was mir besonders gut gefällt. Der mit viel Humor geprägte Schreibstil sorgt für ein leichtes und sehr unterhaltsames Leseerlebnis. Dabei gelingt es dem Autor, das bayerische Flair authentisch zu transportieren. Mit kleinen Fallstricken schafft er es außerdem, die lesende Person auf eine falsche Fährte zu locken.
Das Ende wartet mit einem Showdown auf, der vielleicht einen Hauch zu viel war, mich aber dennoch gut unterhalten hat. Ich bin inzwischen so von der Reihe gefesselt, dass ich mir ein Leseleben ohne Tischler kaum noch vorstellen kann.
Auch der zweite Band der Saga hat mich wieder sehr gut unterhalten. Ich mag einfach die Art und Weise, wie Lisa Graf erzählt, denn man kann ganz wunderbar in die Geschichte abtauchen. Aber Vorsicht: Beim ...
Auch der zweite Band der Saga hat mich wieder sehr gut unterhalten. Ich mag einfach die Art und Weise, wie Lisa Graf erzählt, denn man kann ganz wunderbar in die Geschichte abtauchen. Aber Vorsicht: Beim Lesen bekommt man unbändigen Heißhunger auf Schokolade!
Zwei Familien, genauer gesagt zwei Männer, und ein gemeinsamer Traum von Schokolade: Sowohl Rudolf Sprüngli als auch Rodolphe Lindt wollen die Welt der Schokolade revolutionieren. Wir wissen heute, dass ihnen dies gelungen ist, und genau diesen Weg beschreibt die Autorin und lässt die historischen Personen für uns lebendig werden.
Die Sprünglis mochte ich bereits in Band eins. In Zürich tüfteln sie weiter an ihrer Schokolade. In Bern hingegen muss sich Rodolphe zunächst alles selbst aufbauen, da er keine bestehende Fabrik übernehmen kann. Dies stellt ihn vor die eine oder andere Herausforderung, trägt aber auch dazu bei, dass er innovativ denkt. Genau darin liegt letztlich seine große Chance.
Mit der Erfindung der Conche revolutioniert Lindt die Herstellung von Schokolade, und genau diese Entwicklung beschreibt Lisa Graf sehr anschaulich, ohne dass man als Leserin oder Leser technisches Fachwissen mitbringen muss.
Die Figuren sind erneut sehr lebensnah gezeichnet. Ob man nun am liebsten im Zürcher Café verweilen oder den Tüftlern in der Berner Werkstatt über die Schulter schauen möchte – beides ist großartig beschrieben. Freud und Leid liegen in diesem Band zudem sehr nah beieinander. Auch die Familien Lindt und Sprüngli müssen sich dem Alltag stellen: Liebe, Familie, Freundschaft sowie gesellschaftliche und natürliche Ereignisse bestimmen ihr Leben. Gerade das macht sie so greifbar, fast wie Nachbarn von nebenan.
Die vielen unterschiedlichen Perspektiven ermöglichen es, zu einigen Figuren eine tiefere Beziehung aufzubauen und ihre Gedanken sowie innersten Wünsche kennenzulernen. Der Schreibstil der Autorin ist leicht und flüssig zu lesen, sodass ich das Buch mühelos innerhalb weniger Lesestunden beenden konnte.
Nun bin ich gespannt, wie Lindt und Sprüngli im dritten und letzten Band aufeinandertreffen werden und wie aus Konkurrenten schließlich Partner werden. Ich freue mich sehr auf den Abschlussband, der im Herbst 2026 erscheinen wird.
Fünf Kurzgeschichten, die zum Nachdenken anregen, aber auch spielerisch mit Sprache umgehen. Vom Verkauf eines Hauses bis zu einem ehemaligen Studentenwohnort sind es die Protagonisten, die mit wenigen ...
Fünf Kurzgeschichten, die zum Nachdenken anregen, aber auch spielerisch mit Sprache umgehen. Vom Verkauf eines Hauses bis zu einem ehemaligen Studentenwohnort sind es die Protagonisten, die mit wenigen Handlungen zeigen, was im Leben manchmal zählt und was nicht. Pascal Mercier füllt seine Figuren mit Leben, ohne zu viel über sie zu verraten. Eine sehr dichte, emphatische Sprache sorgt dafür, dass man sich direkt in die Geschichten einfindet und das Gefühl hat, bereits 150 Seiten gelesen zu haben.
Dabei schafft es der Autor, den Erzählungen am Ende kleine Pointen einzuflechten. Meine Lieblingsgeschichte war die der alten Mansarde, in der ein Student versucht, seine Vergangenheit noch einmal aufleben zu lassen. Diese kurze Geschichte birgt im Kern so vieles, was man selbst vielleicht einmal war oder gerne gewesen wäre. Sie zeigt, dass manche Dinge zu ihrer Zeit genau funktionieren und später ganz anders wirken als in dem Moment, in dem sie relevant waren.
Eine gute und kurzweilige Sammlung von Geschichten, die mich persönlich sehr nachdenklich gemacht hat. Die sprachliche Vielfalt und die emotionalen Nuancen sorgen für ein rundum gelungenes Leseerlebnis.
Ein Roman, der uns in das Bayern zu Beginn des 20. Jahrhunderts katapultiert. Wir finden uns in Oberammergau und in München wieder. Begleitet werden wir von drei jungen Frauen: Viktoria, Agnes und Elisabeth, ...
Ein Roman, der uns in das Bayern zu Beginn des 20. Jahrhunderts katapultiert. Wir finden uns in Oberammergau und in München wieder. Begleitet werden wir von drei jungen Frauen: Viktoria, Agnes und Elisabeth, aus deren Blickwinkeln der Roman auch erzählt wird.
Viktoria ist eine ledige Mutter, die ihren Lehrerinnenberuf aufgeben musste und sich nun als Schreibkraft durchschlägt. Agnes ist verheiratet, ihr Mann Nic hält sich in Ägypten auf, während sie in München Architektur studiert. Elisabeth gehört einer Großfamilie an und lebt in Oberammergau. Sie hat über zehn Geschwister und ist gelernte Schneiderin. In Oberammergau treffen die drei Frauen zusammen und bestärken sich gegenseitig darin, ihr Leben eigenbestimmt zu gestalten. Dabei soll ihnen ein heruntergekommener Bauernhof helfen.
Leider hatte der Roman für mich einige Längen; manche Passagen hätten straffer gestaltet werden können. Besonders interessant fand ich hingegen die Fakten rund um die Tradition der Oberammergauer Passionsspiele. Weniger angesprochen haben mich die Schmuggelaktivitäten, die zu dieser Zeit zwar das Überleben mancher Familien sicherten, für mich persönlich aber weniger spannend waren – dies ist jedoch sicher Geschmackssache.
Der Schreibstil der Autorin ist gewohnt flüssig und spiegelt die Lebensverhältnisse der damaligen Zeit wider, was vor allem durch die verschiedenen Dialekte gut gelingt. Das Glossar ist hierbei sehr hilfreich, auch wenn ich es beim E-Book leider erst recht spät entdeckt habe.
Weitere Themen des Romans sind neben dem zentralen Motiv der Selbstbestimmung der Frau auch die Suffragettenbewegung und das Frauenwahlrecht. Ebenso thematisiert wird die fehlende Fürsorgepflicht gegenüber Kindern, wenn die Mutter nicht verheiratet oder nicht erziehungsberechtigt ist.
Wer gerne mehr über das Leben in Bayern zu Beginn des 20. Jahrhunderts erfahren möchte, ist mit diesem Roman genau richtig.