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Veröffentlicht am 15.03.2026

Der Meister hinter dem Kunstwerk

Der Schrein der Könige
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Mit „Der Schrein der Könige“ widmet sich die Autorin Sabine Weiß dem Kölner Dreikönigsschrein. Wer schon einmal im Kölner Dom war, hat ihn sehr wahrscheinlich schon von Weitem gesehen, da er einen sehr ...

Mit „Der Schrein der Könige“ widmet sich die Autorin Sabine Weiß dem Kölner Dreikönigsschrein. Wer schon einmal im Kölner Dom war, hat ihn sehr wahrscheinlich schon von Weitem gesehen, da er einen sehr prominenten Platz im Dom einnimmt. Doch wer hat ihn geschaffen und unter welchen Bedingungen? Genau dieser Frage geht Sabine Weiß in ihrem Roman nach.

Reinhard von Dassel bringt die Gebeine der Heiligen Drei Könige nach Köln. Ihm zur Seite steht der Magister Ägidius, genannt Jilles. Nur der Beste soll einen Schrein für die drei Könige anfertigen, und so fällt die Wahl auf Nicolaus von Verdun. Nicolaus ist vom Schicksal schwer gezeichnet, denn er musste seine Frau und eines seiner Kinder zu Grabe tragen. Kann Köln für ihn ein Neuanfang sein? Er nimmt den Auftrag an und zieht mit seinen Kindern nach Köln. Doch die Kölner empfangen ihn nicht gerade mit offenen Armen.

Mir hat der Roman unglaublich viel Spaß gemacht, und ich mochte besonders die Geschichte um Nicolaus und seine Familie. Der Autorin gelingt es sehr gut, Fakten und Fiktion miteinander zu verweben. Am Anfang ist die Erzählung sehr dicht, zum Ende hin gibt es jedoch einige größere Zeitsprünge, die das Leseerlebnis für mich ein wenig getrübt haben. Es wirkte stellenweise etwas gehetzt, und ich hätte über einige Ereignisse am Ende gerne noch mehr erfahren.

Der Schreibstil der Autorin ist angenehm zu lesen, und es macht Freude, mit ihr durch das mittelalterliche Köln zu reisen. Man merkt dem Roman die aufwendige Recherche, insbesondere zur Goldschmiedekunst, deutlich an. Für mich ist es ein gelungener Roman, der authentisch über den Bau des Schreins berichtet – denn dieser steht zweifellos im Mittelpunkt, während Figuren und Weltgeschichte gewissermaßen den Rahmen dafür bilden.

Ein Personenverzeichnis, historische Anmerkungen und ein Glossar runden den Roman ab. Auch die Kapitelbezeichnungen passen wunderbar, denn sie sind nach Heiligen und Aposteln benannt, die den Schrein zieren.

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Veröffentlicht am 23.02.2026

Bayerischer Krimi mit Charme und fischigem Thema

Prost, auf die Fischer
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Ein Krimi, der sich rund um die Fischerei dreht. Was sich in Bayern zunächst etwas ungewöhnlich anfühlt, wird vom Autor charmant und interessant in eine stimmige Geschichte verwoben. Ein Betriebsausflug ...

Ein Krimi, der sich rund um die Fischerei dreht. Was sich in Bayern zunächst etwas ungewöhnlich anfühlt, wird vom Autor charmant und interessant in eine stimmige Geschichte verwoben. Ein Betriebsausflug endet in einem Mordfall, und Hauptkommissar Tischler und sein Team ermitteln in alle Richtungen. Gibt es einen Konflikt zwischen den ortsansässigen Fischern, oder hat das Verbrechen womöglich einen rein privaten Hintergrund?

Kommissar Tischler wirkt emotional befreiter, da sich sein Privatleben inzwischen etwas verändert hat. Meiner Meinung nach zeigt er mehr Biss und Witz als in den letzten Fällen. Sein Kollege Fink sorgt zusätzlich für Charme und Unterhaltung. Trotz der zahlreichen liebevoll gezeichneten Nebencharaktere ist das Ermittlerduo Tischler und Fink nahezu unschlagbar.

Der Fall weist wieder einen hohen Ermittlungsanteil auf, was mir besonders gut gefällt. Der mit viel Humor geprägte Schreibstil sorgt für ein leichtes und sehr unterhaltsames Leseerlebnis. Dabei gelingt es dem Autor, das bayerische Flair authentisch zu transportieren. Mit kleinen Fallstricken schafft er es außerdem, die lesende Person auf eine falsche Fährte zu locken.

Das Ende wartet mit einem Showdown auf, der vielleicht einen Hauch zu viel war, mich aber dennoch gut unterhalten hat. Ich bin inzwischen so von der Reihe gefesselt, dass ich mir ein Leseleben ohne Tischler kaum noch vorstellen kann.

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Veröffentlicht am 23.02.2026

Lindt revolutioniert die Herstellung von Schokolade

Lindt & Sprüngli (Lindt & Sprüngli Saga 2)
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Auch der zweite Band der Saga hat mich wieder sehr gut unterhalten. Ich mag einfach die Art und Weise, wie Lisa Graf erzählt, denn man kann ganz wunderbar in die Geschichte abtauchen. Aber Vorsicht: Beim ...

Auch der zweite Band der Saga hat mich wieder sehr gut unterhalten. Ich mag einfach die Art und Weise, wie Lisa Graf erzählt, denn man kann ganz wunderbar in die Geschichte abtauchen. Aber Vorsicht: Beim Lesen bekommt man unbändigen Heißhunger auf Schokolade!

Zwei Familien, genauer gesagt zwei Männer, und ein gemeinsamer Traum von Schokolade: Sowohl Rudolf Sprüngli als auch Rodolphe Lindt wollen die Welt der Schokolade revolutionieren. Wir wissen heute, dass ihnen dies gelungen ist, und genau diesen Weg beschreibt die Autorin und lässt die historischen Personen für uns lebendig werden.

Die Sprünglis mochte ich bereits in Band eins. In Zürich tüfteln sie weiter an ihrer Schokolade. In Bern hingegen muss sich Rodolphe zunächst alles selbst aufbauen, da er keine bestehende Fabrik übernehmen kann. Dies stellt ihn vor die eine oder andere Herausforderung, trägt aber auch dazu bei, dass er innovativ denkt. Genau darin liegt letztlich seine große Chance.

Mit der Erfindung der Conche revolutioniert Lindt die Herstellung von Schokolade, und genau diese Entwicklung beschreibt Lisa Graf sehr anschaulich, ohne dass man als Leserin oder Leser technisches Fachwissen mitbringen muss.

Die Figuren sind erneut sehr lebensnah gezeichnet. Ob man nun am liebsten im Zürcher Café verweilen oder den Tüftlern in der Berner Werkstatt über die Schulter schauen möchte – beides ist großartig beschrieben. Freud und Leid liegen in diesem Band zudem sehr nah beieinander. Auch die Familien Lindt und Sprüngli müssen sich dem Alltag stellen: Liebe, Familie, Freundschaft sowie gesellschaftliche und natürliche Ereignisse bestimmen ihr Leben. Gerade das macht sie so greifbar, fast wie Nachbarn von nebenan.

Die vielen unterschiedlichen Perspektiven ermöglichen es, zu einigen Figuren eine tiefere Beziehung aufzubauen und ihre Gedanken sowie innersten Wünsche kennenzulernen. Der Schreibstil der Autorin ist leicht und flüssig zu lesen, sodass ich das Buch mühelos innerhalb weniger Lesestunden beenden konnte.

Nun bin ich gespannt, wie Lindt und Sprüngli im dritten und letzten Band aufeinandertreffen werden und wie aus Konkurrenten schließlich Partner werden. Ich freue mich sehr auf den Abschlussband, der im Herbst 2026 erscheinen wird.

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Veröffentlicht am 23.02.2026

Fünf Kurzgeschichten die zum Nachdenken anregen

Der Fluss der Zeit
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Fünf Kurzgeschichten, die zum Nachdenken anregen, aber auch spielerisch mit Sprache umgehen. Vom Verkauf eines Hauses bis zu einem ehemaligen Studentenwohnort sind es die Protagonisten, die mit wenigen ...

Fünf Kurzgeschichten, die zum Nachdenken anregen, aber auch spielerisch mit Sprache umgehen. Vom Verkauf eines Hauses bis zu einem ehemaligen Studentenwohnort sind es die Protagonisten, die mit wenigen Handlungen zeigen, was im Leben manchmal zählt und was nicht. Pascal Mercier füllt seine Figuren mit Leben, ohne zu viel über sie zu verraten. Eine sehr dichte, emphatische Sprache sorgt dafür, dass man sich direkt in die Geschichten einfindet und das Gefühl hat, bereits 150 Seiten gelesen zu haben.

Dabei schafft es der Autor, den Erzählungen am Ende kleine Pointen einzuflechten. Meine Lieblingsgeschichte war die der alten Mansarde, in der ein Student versucht, seine Vergangenheit noch einmal aufleben zu lassen. Diese kurze Geschichte birgt im Kern so vieles, was man selbst vielleicht einmal war oder gerne gewesen wäre. Sie zeigt, dass manche Dinge zu ihrer Zeit genau funktionieren und später ganz anders wirken als in dem Moment, in dem sie relevant waren.

Eine gute und kurzweilige Sammlung von Geschichten, die mich persönlich sehr nachdenklich gemacht hat. Die sprachliche Vielfalt und die emotionalen Nuancen sorgen für ein rundum gelungenes Leseerlebnis.

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