Besondere Begabung
Synästhetiker zu sein heißt auch, eine besondere Begabung zu haben. Bevor ich „Bunt“ gelesen habe, war mir der Begriff noch unbekannt.
Mit dem Kennenlernen von Diego und seiner Geschichte habe ich eine ...
Synästhetiker zu sein heißt auch, eine besondere Begabung zu haben. Bevor ich „Bunt“ gelesen habe, war mir der Begriff noch unbekannt.
Mit dem Kennenlernen von Diego und seiner Geschichte habe ich eine Menge gelernt über seine besondere Art der Wahrnehmung. Vieles verbindet er mit Farben. So zum Beispiel das Lachen seiner Mitschülerin Hayda, das für ihn ein hellgrünes Brausepulverlachen bedeutet. Das hört sich für mich richtig schön an. Es gibt aber auch andere Beispiele. So empfindet er Jennis Klackern mit dem Bleistift als unangenehm. Es entstehen bunte Wirbel in seinem Kopf. Oft fühlt er sich einfach überfordert und möchte am liebsten wegrennen, um sich zu verkriechen.
Mit seinen Gefühlen ist Diego ziemlich allein. Wie soll er auch beschreiben, was in seinem Kopf los ist? Wenn er es versucht, dann verstehen nicht einmal seine Eltern, was er empfindet und was an ihm besonders, was anders ist als bei den meisten anderen Menschen.
Die Autorin Cornelia Franz hat über Diego und das, was ihn von anderen Menschen unterscheidet, eine Geschichte geschrieben, die seine Empfindungen deutlich werden lässt. Mit Ismael findet Diego einen Freund, der ihn versteht. Ob es daran liegt, dass auch Ismael weiß, was Anderssein bedeutet?
Mit Herz und Humor ist das Buch geschrieben, in dem es nicht nur ums Anderssein, sondern auch um Freundschaft, um Notlügen und um eine Klassenfahrt geht, auf die Diego und Ismael eigentlich so gar keine Lust haben.
Mit Interesse und Empathie habe ich das Buch verschlungen, mir meine eigenen Gedanken gemacht zu Lehrkräften im Allgemeinen und zu Herrn Rohde im Besonderen, nur um festzustellen, dass man sich auch manchmal täuschen kann.
Ich empfehle diese Geschichte, die so bunt ist wie das Cover und die Umschlaginnenseiten, wie sie das Buch aus dem Gerstenberg Verlag zeigen.