Cover-Bild Leuchtfeuer
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23,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Lübbe Audio
  • Themenbereich: Biografien, Literatur, Literaturwissenschaft
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Ersterscheinung: 19.02.2024
  • ISBN: 9783754012932
  • Empfohlenes Alter: ab 16 Jahren
Dani Shapiro

Leuchtfeuer

. Ungekürzt.
Julian Horeyseck (Sprecher), Ulrike Wasel (Übersetzer), Klaus Timmermann (Übersetzer)

Eine Sommernacht 1985: In einem Vorort von New York steigen drei betrunkene Teenager in ein Auto - und nichts ist mehr wie zuvor. Die Geschwister Sarah und Theo zerbrechen fast an der Last des Geheimnisses, das sie seitdem teilen, und selbst 20 Jahre später bestimmt es ihr Leben. Auch ihr Vater Ben, ein pensionierter Arzt, hadert mit seiner Rolle in jener denkwürdigen Nacht. Doch als Bens Begegnung mit dem zehnjährigen Nachbarsjungen Waldo eine Kette von Ereignissen in Gang setzt, droht das Geheimnis zu platzen und ihrer aller Leben in ungeahnte Bahnen zu lenken.

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.02.2025

Der Unfall

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Der Roman ist die Geschichte zweier Familien, die in einem Vorort von New York City spielt. Es beginnt mit einem tragischen Autounfall, bei dem eine Person ums Leben kommt. Auf den Autounfall folgt eine ...

Der Roman ist die Geschichte zweier Familien, die in einem Vorort von New York City spielt. Es beginnt mit einem tragischen Autounfall, bei dem eine Person ums Leben kommt. Auf den Autounfall folgt eine Lüge, die nie vergessen wird und das Leben der Protagonisten ändert sich durch den Unfall nachhaltig. Die Protagonisten der zwei benachbarten Familien sind vielschichtig und authentisch, wodurch man sich leicht mit ihnen identifizieren kann.

Julian Horeyseck, der Sprecher des Hörbuchs, leistet großartige Arbeit und verleiht den Figuren eine lebendige Stimme. Das Hörbuch regt definitiv zum Nachdenken an und das gefällt mir gut. Die vielen Zeitsprünge haben mich manches mal bei Zuhören zu sehr herausgefordert und das war mir stellenweise etwas zu anstrengend.

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Veröffentlicht am 09.02.2025

Schuld aus der Vergangenheit

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Wenn Dani Shapiro eine Geschichte erzählt, beginnt man gespannt zu lauschen, begleitet den Protagonisten auf ihren Weg, der sehr persönlich, hautnah beschrieben wird. In ihrem Roman 'Leuchtfeuer' ereignet ...

Wenn Dani Shapiro eine Geschichte erzählt, beginnt man gespannt zu lauschen, begleitet den Protagonisten auf ihren Weg, der sehr persönlich, hautnah beschrieben wird. In ihrem Roman 'Leuchtfeuer' ereignet sich Mitte der achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts ein folgenschwerer Unfall, als die Geschwister Sarah und Theo Wilf gemeinsam mit dem Mädchen Misty aus der Nachbarschaft auf dem Nachhauseweg von einer Feier sind. Weil Sarah Alkohol getrunken hat, lässt sie ihren jüngeren Bruder das Auto fahren, welches durch eine Unachtsamkeit und kindlichen Übermut gegen einen Baum prallt und Misty dabei zu Tode kommt. Vater Ben greift ein. Doch die Familie kommt nicht zur Ruhe, hat schwer an den Folgen dieses traumatischen Ereignisses zu leiden.
Der Roman folgt keiner chronologischen Reihenfolge. Erst nach und nach wird verständlich, mit welchem Schicksal die Protagonisten zu kämpfen haben. Trauer und Schuld kann die Zeit nicht heilen und ein schreckliches Trauma belastet nachhaltig.
Julian Horeyseck erweckt den Roman im gleichnamigen Hörbuch durch seine gefühlvolle Art des Lesens zum Leben.

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Veröffentlicht am 04.05.2024

"Leuchtfeuer" ist ein einfühlsames Porträt zweier Familien, deren Leben mehr miteinander verwoben sind, als Anfang ersichtlich.

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"Wieder berührt er sie am Arm, als wollte er sich vergewissern, dass sie real ist. Sie wendet sich ihm zu, und im Raum stehen fünf Jahre voller Fragen, noch ungeformt. Warum bist du weggegangen? Warum ...

"Wieder berührt er sie am Arm, als wollte er sich vergewissern, dass sie real ist. Sie wendet sich ihm zu, und im Raum stehen fünf Jahre voller Fragen, noch ungeformt. Warum bist du weggegangen? Warum bist du zurückgekommen? Was auch immer du gelernt hast, war es wirklich den Schmerz wert, den du uns zugefügt hast?" - Buchzitat (S. 113)

Was ist ein Haus ohne seine Bewohner, ohne Möbel und Bilder, ohne Familienfotos, Vasen auf Tischplatten, Bettzeug in Schränken, eine gefüllte Vorratskammer? Töpfe, Siebe, ein Wok. Tischsets, Besteck, Weingläser. Tupperdosen, Einmachgläser, von Mimi beschriftete Kräuterdöschen. Regale über Regale mit Büchern. - Buchzitat (S. 160)

Dani Shapiros "Leuchtfeuer" ist eine fesselnde und vielschichtige Erzählung, die eine breite Palette von Themen wie Familie, Tod, Trauer, Demenz, Autismus, Geschwisterliebe, Ehe, Eltern-Kind-Beziehung, Alkoholsucht, Untreue und Entfremdung behandelt. Das Setting in einem typisch amerikanischen Vorort verleiht der Geschichte eine vertraute Atmosphäre, während die leicht esoterisch anmutende Botschaft von der Verbundenheit aller Dinge dem Roman eine zusätzliche Tiefe verleiht.

"Der Himmel von 1936 mit dem Himmel von 2010. Aus dieser Entfernung scheint es möglich, dass alles gleichzeitig geschieht: dieses Leben, jenes Leben eine unermessliche Anzahl von Leben, die sich alle parallel abspielen." - Buchzitat (S. 31)

Beim Betrachten des Covers hätte ich nicht erwartet, dass sich hinter diesem Buch eine so komplexe Geschichte verbirgt. Leider bleibt die genaue Bedeutung des Covers auch nach dem Lesen für mich unklar. Die Bedeutung des Titels konnte ich mir zusammenreimen. Der Klappentext hält das Geheimnis der Geschichte gut unter Verschluss, obwohl das Geheimnis selbst bereits früh im Buch aufgedeckt wird. Persönlich mag ich es, wenn der Klappentext nicht zu viel vorwegnimmt. Insofern hat das für mich gut gepasst. Das Buch lässt sich, wie ich finde, schwer in Worte fassen. Der Schreibstil ist eigentlich angenehm und flüssig, dennoch hatte ich anfangs etwas Mühe reinzukommen. Zum Glück hat es mich dann aber doch noch gecatcht und seine ganz eigene Magie verbreitet. Trotz vieler Zeitsprünge (1999, 2010, 2014 und 2020) gelingt es Shapiro, die Handlung fließend zu gestalten, obwohl es manchmal eine Herausforderung sein kann, die Ereignisse richtig einzuordnen. Die Aufteilung in einzelne Kapitel, die jeweils aus der Perspektive einer bestimmten Figur geschrieben sind, ermöglicht es den Leser:innen, die Entwicklung der Charaktere besser nachzuvollziehen. Obwohl es viele Charaktere gibt, sind sie gut voneinander zu unterscheiden. Einige Figuren werden detaillierter beschrieben als andere, was möglicherweise darauf zurückzuführen ist, dass sie im Verlauf der Geschichte eine weniger aktive Rolle spielen. Dennoch hätte ich gerne noch mehr Einblicke in ihre Gefühlswelt bekommen. Für mich persönlich ist die ungewöhnliche Freundschaft zwischen Ben und Waldo das Highlight des Buches, das der Geschichte eine besondere Tiefe verleiht.

"Er ist praktisch veranlagt, doch an einem wortlosen Ort tief in seinem Innern ist Ben Wilf zu der Überzeugung gelangt, dass unser Leben schleifenförmig verläuft und nicht in einer gerade Linie; dass die Luft selbst nicht bloß aus Molekülen besteht, sondern aus Erinnerung; dass diese Schleifen ein unsichtbares Muster bilden, dass Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Teil dieses Musters sind; dass sich unsere Leben für Bruchteil von Sekunden überschneiden, die Jahre, Jahrhunderte, Jahrtausende sind; dass nichts je verschwindet." - Buchzitat (S. 165)

Insgesamt ist "Leuchtfeuer" ein Buch, das leise, aber eindringlich von den Verstrickungen des Lebens erzählt und dabei wichtige Themen anspricht. Es ist ein Roman, der nicht laut daher kommt, sondern im Stillen viel mit sich trägt. Mich hat es jedenfalls unterhalten und nachdenklich gemacht, und ich bin sicher, dass es noch lange in mir nachhallen wird. Ein einfühlsamer und bewegender Roman, der durch seine Vielschichtigkeit und Menschlichkeit überzeugt. Ich vergebe daher 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 09.03.2024

Ein tröstender Roman

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Der Inhalt dieses Romans ist genau so schön wie das Cover.
Ich fand es sehr eindrucksvoll, wie viele Themen, Erzählstränge und Personen Dani Shapiro in diesem doch eher kurzem Roman unterbringen konnte ...

Der Inhalt dieses Romans ist genau so schön wie das Cover.
Ich fand es sehr eindrucksvoll, wie viele Themen, Erzählstränge und Personen Dani Shapiro in diesem doch eher kurzem Roman unterbringen konnte ohne dass es sich gehetzt oder überladen angefühlt hat.
Alles hat Sinn ergeben, sogar die eher übernatürlichen Aspekte hatten Erklärungen mit Hand und Fuß und hatten scheinbar die Aufgabe Trost zu spenden, was sie meiner Meinung nach auch taten.
Die Charaktere waren vielschichtig und nachempfindbar und auf wundervolle Weise miteinander verwoben.
Ich habe nichts an dem Roman auszusetzten, der sich kurzweilig, aber nicht unbedeutsam angefühlt hat. Das Erzähltempo hat genau gepasst und die Schreibstil hat eine wohlige und angenehme Stimmung geschaffen.
Ich bin sehr froh, den Roman gelesen beziehungsweise gehört zu haben und würde ihn auch durchaus weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 28.03.2025

Prägend

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Im Jahr 1985 ist Theo mit seiner älteren Schwester Sarah und Misty aus der Nachbarschaft unterwegs. Viel Erfahrung mit dem Autofahren hat er noch nicht. Deshalb ist er überrascht als Sarah ihn auffordert, ...

Im Jahr 1985 ist Theo mit seiner älteren Schwester Sarah und Misty aus der Nachbarschaft unterwegs. Viel Erfahrung mit dem Autofahren hat er noch nicht. Deshalb ist er überrascht als Sarah ihn auffordert, das Steuer zu übernehmen. Jedoch hat Sarah mehr Alkohol getrunken als für ihre Fahrtüchtigkeit gut ist. Leider erleiden die Jugendlichen kurz vor der Ankunft daheim einen tragischen Unfall, bei dem Misty ums Leben kommt. Misty eine einzige Tochter. Das Ereignis wird prägend für Theos und Sarahs Leben. Beide fühlen sich schuldig. Und auch das Leben ihrer Eltern wird betroffen. Der Unfall begleitet ihre Gedanken für immer.

Wie bestimmend ein tragisches Ereignis werden kann, erlebt die Familie Wilf. Eine unbedacht angetretene Autofahrt, bei der niemand mit etwas Schlimmen rechnet, endet in einer Katastrophe. Auch Vater Ben, der Arzt ist, kann nichts mehr verhindern. Vielleicht aber kann er für eine Art Ausgleich sorgen. Theo und Sarah hadern mit ihrer Schuld. Hätte Sarah nichts gesagt, wäre sie selbst gefahren, vielleicht wäre überhaupt nichts passiert. Und Theo, was wenn er nein gesagt hätte, wenn sie sich hätten abholen lassen. Das ganze weitere Leben ist Mistys Tod - quasi der Gegensatz zu ihrem Leben - bestimmend für Theo und Sarah.

Sehr angemessen und gefühlvoll interpretiert wird dieses Hörbuch von Julian Horeyseck, der für seine Lesung den Deutschen Hörbuchpreis 2025 als bester Interpret erhalten hat.
Inhaltlich kommt der Roman nicht ganz mit der herausragenden Lesung mit. Gerade wie der Unfall passiert, wirkt ein wenig konstruiert. Auch das Geheimnis, das zutage treten soll, sucht man irgendwie vergebens. Dennoch berührt diese Familiengeschichte, die durch einen Unfall bestimmt wird, der eigentlich nie hätte geschehen sollen. Das Leben aller Wilfs verläuft anders. Was wäre gewesen wenn? Die Frage steht immer im Raum. Der Vater und Arzt Ben Wilf hatte eine kleine Chance wenigstens etwas wieder gutzumachen. Theo und Sarah jedoch müssen mit dem Gedanken an ihre Schuld klarkommen, was ihnen alles andere als leicht fällt. Auffällig ist auch das schöne Cover, das auf einen blumigeren oder sonnigeren Ausgang hoffen lässt als der Roman bietet.