Anna Schudt (Sprecher), Bibiana Beglau (Sprecher), Nina Kunzendorf (Sprecher), Maren Eggert (Sprecher), Jeanette Hain (Sprecher)
Sie heißen Paula, Judith, Brida, Malika und Jorinde. Sie kennen sich, weil das Schicksal ihre Lebenslinien überkreuzt. Als Kinder und Jugendliche erlebten sie den Fall der Mauer, und wo vorher Grenzen und Beschränkungen waren, ist nun die Freiheit. Doch Freiheit, müssen sie erkennen, ist nur eine andere Form von Zwang: der Zwang zu wählen. Fünf Frauen, die das Leben aus dem Vollen schöpfen. Fünf Frauen, die das Leben beugt, aber keinesfalls bricht.
Ab und an drückt meine Frau mir ein Buch in die Hand und sagt: Lies das mal. Ist ein Frauenbuch aber eines, das du lesen solltest.
Die Liebe im Ernstfall ist ein Frauenbuch, weil es von fünf Frauen handelt. ...
Ab und an drückt meine Frau mir ein Buch in die Hand und sagt: Lies das mal. Ist ein Frauenbuch aber eines, das du lesen solltest.
Die Liebe im Ernstfall ist ein Frauenbuch, weil es von fünf Frauen handelt. Beschrieben wird ihr tiefstes Inneres, ihre Gefühle und Gedanken aber auch das unbekannte namenlose Land dazwischen, in dem sie agieren, wie sie es von ihren Müttern und aus der Gesellschaft gelernt haben, aber auch, wie sie sich sehnen zu sein.
Ein Buch mit einer wunderbar kraftvollen Sprache, mit starken Frauen. Nicht jede hat es gleich, aber am Ende sind sie alle autark und selbstbewusst, frei und doch ganz Frauen.
Ein Buch über die Liebe in all ihren Facetten, auch darüber, den Mut zur Eigenliebe zu haben. Und den Mut zur Wahrheit.
Ein Buch über Frauen, für Frauen. Und für mutige Männer, die mal einen Blick neben sich werfen und erkennen, dass wir alle Menschen sind und unsere Sehnsüchte und Wünsche sich gleichen.
Mit ihrem Buch "Die Liebe im Ernstfall", erschienen im Diogenes Verlag, verbindet die Autorin Daniela Krien die Lebensgeschichten von 5 Frauen miteinander, deren Lebenswege sich auf unterschiedlichste ...
Mit ihrem Buch "Die Liebe im Ernstfall", erschienen im Diogenes Verlag, verbindet die Autorin Daniela Krien die Lebensgeschichten von 5 Frauen miteinander, deren Lebenswege sich auf unterschiedlichste Arten gekreuzt haben. Wie eigenständige Kurzgeschichten kommen die Kapitel daher, die jeweils mit den Namen einer jeden Frau überschrieben sind, und mit jeder einzelnen Geschichte vervollständigt sich das Bild auch von den anderen Frauen.
Der Roman hat mich von Anfang an begeistert. Wie der Titel schon vermuten lässt, ist das Buch kein locker leichter Roman zum Thema Liebe. Im Ernstfall, das wird schnell klar, bleibt man am Ende alleine. Im Klappentext heißt es: "Als Kinder und Jugendliche erlebten sie den Fall der Mauer, und wo vorher Grenzen und Beschränkungen waren, ist nun die Freiheit. Doch Freiheit müssen sie erkennen, ist nur eine andere Form von Zwang, der Zwang zu wählen." Das mag so sein, ich fand aber, dass die beschriebenen Biografien auch durchaus zu Frauen aus dem Westen passen könnten, die ohne Prägung der DDR aufgewachsen sind.
Der Schreibstil der Autorin ist brilliant, analytisch auf den Punkt gebracht, oft mit trockenem Humor versehen. Die Charktere sehr authentisch.
Paula , der Buchhändlerin ist schnell klar, dass ihr Mann Ludger, der stets bemüht ist seinen ökologischen Fußabdruck möglichst klein zu halten und seine Mitmenschen diesbezüglich auch ständig missionieren muss, vielleicht doch nicht ganz ihrem Bild vom perfekten Mann entspricht.Trotzdem redet sie sich ihn schön. " Kein Mensch war, wie man ihn haben wollte. Paula hoffte, dass die Zeit die Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit schließen würde."
Judith, die Ärtztin versucht immer wieder über Datingportale den Richtigen zu finden. Sie kommunziert mit diesen fremden Männern, muss ihr Leben immer wieder von vorn erzählen und wartet auf ihre Antwort. "Das Warten ist schlimm. Selbst einen Mann, den sie nicht will, will sie spätestens dann, wenn er sie warten lässt."
Auch das Cover finde ich sehr gut gewählt. Eine Frau auf einem Sprungbrett, kurz davor ins kühle Nass zu springen. Sie scheint zu zögern, Die Liebe ist ein Sprung ins kalte Wasser? Kann man es wagen? Ist sie es wert?
Ich habe die Lektüre sehr genossen und kann das Buch nur unbedingt empfehlen.
Fünf Frauen, Fünf Geschichten, Fünf Schicksale, so könnte man das Buch von Daniela Krien gut einleiten. Statt einer zusammenhängenden Handlung erwartet den Leser in 5 Kapiteln jeweils eine Lebensgeschichte ...
Fünf Frauen, Fünf Geschichten, Fünf Schicksale, so könnte man das Buch von Daniela Krien gut einleiten. Statt einer zusammenhängenden Handlung erwartet den Leser in 5 Kapiteln jeweils eine Lebensgeschichte einer der Protagonistinnen, die im Leipzig der heutigen Zeit ihr leben meistern.
Da wäre Paula, die über einen schrecklichen Verlust hinwegkommen muss, der sie in eine tiefe Krise gestürzt hat. Ihre Freundin Judith, erfolgreiche Ärztin, aber weniger erfolgreiche Beziehungs- und Familienfrau. Brida, die um ihre große Liebe gegen eine jüngere Frau konkurrieren muss und die beiedn Schwestern Malika und Jorinde, die über die Entzweiung mit den Eltern nach langer Funkstelle wieder zueinander finden.
Alle diese Frauen stehen etwa in ihren frühen Vierzigern und haben in ihrem Leben bereits einiges erlebt, vielleicht sogar schwere Schicksalsschläge verkraften müssen. Durch Zeitsprünge ist der Leser stets an der Seite der Frauen und wird mit ihren Gefühlen ständig mitgerissen, was für mich das Buch zu einem echten Pageturner machte. Krien versteht es, dass der Leser (oder in meinem Fall Leserin) sich in jeder dieser Frauen wiederfindet, auch wenn man manchmal so da sitzt und verständnislos den Kopf schüttelt, wenn wieder eine der Frauen einer zukunftslosen Schwärmerei hinterher läuft.
Über die vielen Tiefs in ihren Leben finden aber viele der Frauen auch wieder zu Lebensfreude und Vitalität, Stellen, die einem großen Mut machen. Denn über die ernsten Hintergründe hinaus ist das Buch ausgesprochen leicht geschrieben und liest sich sehr angenehm und schnörkellos.
Ich bin ein großer Fan dieser Frauen und des Buchs geworden und empfehle es wärmstens weiter, auch solchen Frauen, die das Leben noch nicht gebrochen hat.
Ich habe dieses Buch mit einem merkwürdigen Gefühl begonnen, Neugier und Skepsis zugleich. Fünf Frauenporträts, miteinander verwoben, aber doch eigenständig, das klang vielversprechend, aber auch nach ...
Ich habe dieses Buch mit einem merkwürdigen Gefühl begonnen, Neugier und Skepsis zugleich. Fünf Frauenporträts, miteinander verwoben, aber doch eigenständig, das klang vielversprechend, aber auch nach einem Risiko. Wird das nicht schnell zu klischeehaft oder gar belehrend? Doch Daniela Krien hat mich schnell eines Besseren belehrt.
Was mich von Anfang an begeistert hat, ist die Klarheit der Sprache. Ohne große Schnörkel, aber voller Tiefe. Die Autorin lässt ihre Figuren sprechen, leise, aber eindringlich. Paula, Judith, Brida, Malika und Jorinde. Fünf Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, jede mit ihrer eigenen Geschichte, ihren Entscheidungen, Zweifeln, Brüchen. Ich habe mich nicht in jeder Figur wiedergefunden, aber das musste ich auch nicht. Was mich berührt hat, war die Echtheit. Das Gefühl, in Leben hineinzublicken, die so oder so ähnlich tatsächlich existieren könnten.
Es geht – obwohl der Titel anderes vermuten lässt – nicht vordergründig um romantische Liebe. Vielmehr um das Ringen mit Erwartungen von außen und von innen. Um das Streben nach Selbstbestimmung, das Bedürfnis nach Nähe, aber auch die Angst davor. Kinderwunsch, Abtreibung, Untreue, Verlust, familiäre Verstrickungen, all das kommt zur Sprache, aber nie belehrend, sondern immer aus der Perspektive der jeweiligen Figur heraus. Manche Entscheidungen haben mich wütend gemacht, andere nachdenklich. Immer aber hatte ich das Gefühl, diesen Frauen nahe zu sein, ihnen zuhören zu dürfen.
Besonders gelungen fand ich, wie beiläufig die Geschichten miteinander verwoben sind. Mal trifft man in einem Kapitel plötzlich eine Figur wieder, die man bereits kennt, mal wird nur ein beiläufiger Satz fallen gelassen, der einen Aha-Moment auslöst. Trotzdem funktioniert jede Geschichte auch für sich allein. Das Buch hat für mich dadurch fast etwas Episodenhaftes, aber ohne den roten Faden zu verlieren. Wie miteinander verwobene Kurzgeschichten.
Interessant fand ich auch, dass der historische Hintergrund, die DDR-Vergangenheit der Frauen, zwar erwähnt wird, aber nicht im Zentrum steht. Das fand ich gelungen, denn das Buch lebt nicht vom politischen Kontext, sondern von den inneren Kämpfen, den Beziehungen, dem gelebten Alltag. Gerade das hat es für mich so kraftvoll und glaubwürdig gemacht.
Die Männerfiguren bleiben im Vergleich oft blass, manche sogar unsympathisch. Und vielleicht ist das auch eine Aussage für sich: Wie sehr Frauen ihr Leben oft trotzdem oder gerade deswegen selbst in die Hand nehmen (müssen). Ich habe beim Lesen häufig mit dem Kopf geschüttelt, aber auch oft innegehalten, nachgedacht, mich erinnert. Manches tat weh, manches stimmte mich hoffnungsvoll. Tröstlich ist das Buch vielleicht nicht, aber wahrhaftig. Und das ist für mich mehr wert als jedes Happy End.
„Die Liebe im Ernstfall“ ist ein beeindruckendes Buch, das nachhallt. Ich hätte noch länger weiterlesen können. Und auch wenn ich nach der letzten Seite nicht alle Fragen beantwortet bekam, hatte ich das Gefühl, dass genau das richtig ist. Denn das Leben ist eben auch nicht abgeschlossen. Es geht weiter, bei allen fünf.
Was mich an "Die Liebe im Ernstfall" am meisten begeistert hat? Es steckt voller Leben. Voller echtem Leben. Geschichten, Schicksale, Wege, die das Leben schreibt. Die ich, du, wir vielleicht schon mal ...
Was mich an "Die Liebe im Ernstfall" am meisten begeistert hat? Es steckt voller Leben. Voller echtem Leben. Geschichten, Schicksale, Wege, die das Leben schreibt. Die ich, du, wir vielleicht schon mal erlebt haben oder erleben könnten. Gefühle, die mir bekannt sind. Träume, Hoffnungen, Sehnsüchte, die real und authentisch sind.
Paula, Judith, Brida, Malika und Jorinde sind Frauen wie du und ich. Sie versuchen den Alltag zu meistern. Mit all seinen Hürden und verschlungenen Pfaden. Manchmal gelingt es ihnen einen Abgrund zu umschiffen, manchmal rutschen sie genau hinein. Das Glück der einen ist der Alptraum der anderen. Sie sind unterschiedlich und doch haben sie etwas gemein: das Leben schenkt ihnen nichts.
Im Klappentext wird es schon angesprochen - sie suchen nach Freiheit. Jede auf ihrem Weg. Der Wunsch nach Freiheit ist unterschiedlich ausgeprägt und manch eine hat einen engeren Rahmen, als die andere. Ziele, die sie beflügeln, aber auch einschränken.
Während sich eine von Kreativität angetrieben sieht, sich nicht einengen lassen kann, vom Rahmen einer Ehe, sieht die andere dort ihren sicheren Hafen, verliert sich dabei aber auch selbst. Während die eine versucht die Liebe zu berechnen, runterzubrechen, um sie besser zu kontrollieren, verliert sich die andere völlig darin der Liebe nachzujagen.
Krien zeigt wie schwierig die Sache mit der Freiheit ist und ich denke darüber nach wie oft wir doch Kompromisse eingehen. Wie sehr das Leben aus Kompromissen besteht, wenn man Verantwortung für mehr als eine Person - sich selbst - hat und selbst dann ist es schwierig frei zu sein. Oder ist alles nur eine Frage der Einstellung?
Kriens Schreibe empfinde ich als direkt und klar und trotzdem würde ich bei einem zweiten Lesen wieder neue Gedankengänge entwickeln, neues entdecken. Vieles versteckt sich in den verschlungenen Pfaden der Leben, die von den Protagonistinnen betreten werden, vieles in ihren Sehnsüchten.
Ich mochte das Buch sehr. Mochte wie greifbar die Figuren und ihre Geschichten sind. Kriens Debüt "Irgendwann werden wir uns alles erzählen" steht zum Glück noch ungelesen im Regal. Es soll laut Hören-Sagen noch besser sein. Ich freu mich drauf.