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Veröffentlicht am 12.02.2026

On Wings Of Blood

On Wings of Blood (Bloodwing Academy 1)
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Medra Pendragon, Ahnin aus dem Geschlecht DER Pendragons, erwacht auf einem Berg Leichen. Ohne jegliche Ahnung davon, wie sie dort hingekommen ist. Gefunden wird sie dort von Blake Drakharrow, der nicht ...

Medra Pendragon, Ahnin aus dem Geschlecht DER Pendragons, erwacht auf einem Berg Leichen. Ohne jegliche Ahnung davon, wie sie dort hingekommen ist. Gefunden wird sie dort von Blake Drakharrow, der nicht nur einer mächtigen Vampirfamilie entstammt, sondern Medra auch direkt mitnimmt in sein Heimatland. Womit er sicher nicht rechnet, ist die Tatsache, dass sein Onkel ihn mit Medra verlobt. Einer Seuchengeborenen. Einem Wesen, das minderwertiger ist, als jeder Vampir. Doch Viktor Drakharrow entdeckt etwas ganz besonderes an Medra. Das Mal einer Drachenreiterin. Allerdings gibt es dar keine lebenden Drachen mehr. Warum soll Medra Blake also von Nutzen sein? Zumal er schon eine Gefährtin hat.

Trotzdem wird Medra zur Schülerin an der Bloodwing Academy, an der die einzelnen Vampirfamilien um ihre Macht kämpfen. Blake Drakharrow scheint einer der fiesesten Typen zu sein, denen Medra je begegnet ist, und auch sie selbst versteht nicht, warum sie als Drachenreiterin verehrt wird. Vor den Drakharrows gibt sie vor ihr Gedächtnis verloren zu haben, was so nicht ganz stimmt. Außerdem hört sie ständig eine Stimme in ihrem Kopf, die irgendwie mit ihr Vertraut ist.

Wie mächtig Medra wirklich ist, weiß sie nicht, und auch wir finden es im ersten Teil der "Bloodwing Academy" nicht heraus. Trotzdem hat sie viele Feinde. Die Vampire in Bloodwing sind arrogant, machthungrig und skrupellos. Die wenigen Menschen und Zwerge, die dort leben, werden von den meisten SchülerInnen wie Abschaum behandelt und trotzdem werden die Vampire von ihnen verehrt. Medra ist dieses Ungleichgewicht ein Dorn im Auge. Sie hinterfragt und lässt sich nichts gefallen. Sie hat das Herz einer Rebellin und ich hoffe sehr, dass sie spätestens im zweiten Teil eine Rebellion anzettelt.

Blake ist mir eigentlich von Anfang an sympathisch, obwohl er einen morally grey Status haben soll, der aber nicht so richtig durch kommt. Es besteht ein Love Triangle zwischen ihm Medra und seiner anderen Gefährtin Regan, wobei der Love Interest zwischen Medra und Blake sehr, sehr slow ist bzw. es immer wieder dazu kommt, dass die beiden sich doch gegenseitig hassen.

"On Wings Of Blood" ist eine toll erzählte Geschichte. Ich mag die Vielfalt der Fantasy Wesen und hoffe sehr darauf, dass im zweiten Teil Drachen auftauchen. Briar Boleyn schreibt einen eigenen Mix aus einigen bekannten Elementen. Hier ein bisschen Vampire Academy, da eine Prise Fourth Wings und ein Hauch von Panem und trotzdem in ihrer eigenen Handschrift. Das macht den Roman zu einer coolen und sehr unterhaltsamen Romance, trotz einiger kleiner Längen. Ich freue mich auf Teil zwei und bin mir noch nicht sicher, ob ich auf die Übersetzung im April warten kann oder ob ich nicht doch schon die englische Ausgabe weiterlese. Der Cliffhanger am Ende hat mich auf jeden Fall sehr neugierig gemacht.

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Veröffentlicht am 22.01.2026

Spice im Geiste der Weihnacht...

Good Spirits
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So eine schöne Idee, die B.K. Borison für ihren Weihnachtsroman der Saison 25 aufgedeckt hat. Wie spannend hätte die Umsetzung sein können, wenn sie diese auf weniger Seiten mit viel weniger expliziten ...

So eine schöne Idee, die B.K. Borison für ihren Weihnachtsroman der Saison 25 aufgedeckt hat. Wie spannend hätte die Umsetzung sein können, wenn sie diese auf weniger Seiten mit viel weniger expliziten Szenen reduziert hätte.
Harriet York ist eine sehr sympathische Protagonistin. Als Besitzerin eines Antiquitätenladens hat sie genau den cozy Vibe, den ich mir für die Weihnachtszeit wünsche. In diesem Laden taucht eines Tages Nolan Callahan auf, der sich als sehr attraktiver Geist entpuppt. Als Geist der Weihnacht sozusagen, weil er - wie in Dickens Weihnachtsgeschichte - Menschen helfen soll, ihre schlechten Taten der Vergangenheit wieder gut zu machen. Harriet jedoch ist ein ausgesprochen netter, hilfsbereiter und herzlicher Mensch. Leider hat ihre kaltherzige Mutter ihr vermittelt, dass sie nicht gut genug sei und dadurch sogar einen Keil zwischen Harriet und ihre Schwester getrieben. Mit Nolan an ihrer Seite findet sie den Mut ihrer Familie selbstbewusst entgegenzutreten. Aber es gibt da noch mehr, das Nolan zu Harriet getrieben hat. Irgendwie scheint sie auch der Schlüssel zu seiner Vergangenheit zu sein.
Der Einstieg in die Geschichte hat mir so gut gefallen. Die Idee konnte mich direkt so sehr fesseln, dass ich vom eBook aufs Hörbuch umgeswitcht bin, um schneller in der Geschichte voranzukommen. Dann die Ernüchterung...eine spicy Szene folgte der nächsten. Ich wollte sie überspringen, um in der eigentlichen, der für mich spannenden Geschichte voranzukommen, und musste dafür manchmal über 10 Minuten vorspringen. Wenn die Handlung so sehr von Spice und Romantik unterbrochen wird, dann ist das für meinen persönlichen Geschmack leider zu viel. Wer so was mag, bekommt eine romantische Wohlfühlweihnachtsgeschichte mit sympathischen Charakteren und einer guten Idee.

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Veröffentlicht am 22.01.2026

Flieg, kleines Vögelchen

To Cage a Wild Bird
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Brooke Fast hat mein Nervensystem zerstört!! Sie hat uns die Dystopie zurückgebracht und das mit so viel Spannung, dass ich es manchmal kaum aushalten konnte.
Raven Thorne, Kopfgeldjägerin im Gesellschaftssystem ...

Brooke Fast hat mein Nervensystem zerstört!! Sie hat uns die Dystopie zurückgebracht und das mit so viel Spannung, dass ich es manchmal kaum aushalten konnte.
Raven Thorne, Kopfgeldjägerin im Gesellschaftssystem Dividium, lässt sich mit Hilfe einer Rebellengruppe ins Gefängnis Endlock einschleusen, um dort ihren Bruder Jed zu retten. Auf welche Grausamkeiten sie in Endlock trifft, war sie nicht vorbereitet. Hätte sie vorher davon gewusst, hätte sie dann als Kopfgeldjägerin Menschen dorthin gebracht? In Endlock werden Jagden veranstaltet. Reiche Menschen können sich mit Credits eine Jagd auf einen inhaftierten Menschen erkaufen. Als Trophäe gibt dürfen sich die Jagenden die Zähne ihrer Opfer mitnehmen. Nicht selten verarbeiten sie diese zu Schmuck, den sie öffentlich zur Schau stellen. Das hat Panem Vibes uns hat mich zu Albträumen geführt.
In Endlock soll sich Raven mit einer Insassin treffen, die für die Rebellenbewegung von großer Wichtigkeit ist, und ihr zur Flucht verhelfen. Als Belohnung für ihren Einsatz, wird man sich auch um die Sicherheit von Jed kümmern. Ein spannender Wettlauf gegen die Zeit und gegen das System beginnt. Darunter ist jedoch ein Mensch, der Ravens Herz erstaunlich schnell schlagen lässt.
Brooke Fast hat ein politisches System erschaffen, dass mich sehr bewegt hat, weil es so aktuell, so nah an der Realität ist. Dividium ist in verschiedene Sektoren aufgeteilt. Ein Klassensystem in dem die Währung Credits ausschlaggebend ist, ob dein Leben Perspektiven hat oder nicht. Eine hohe Armut führt zu hoher Kriminialität, die dem Rat, den Erfindern von Endlock zu Gute kommt. Ihr Reichtum basiert nicht nur auf Macht, sondern auf dem Verdienst an den Jagden, so dass ihnen sehr daran gelegen ist, ein gut gefülltes Gefängnis mit reichlich Auswahl für Jagende zur Verfügung zu haben. Eine Skrupellosigkeit, sie mir tief unter die Haut dringt. Ich weiß noch, wie ich damals bei Panem dachte: "Darf man so etwas unmenschliches überhaupt schreiben?" Jetzt habe ich das Gefühl, dass Brooke Fast keine Fiction geschrieben hat, sondern eine Reportage aus einem anderen Teil unserer bestehenden Welt.
Raven ist eine morally grey Protagonistin. Sie selektiert, welche Aufträge sie annimmt und bringt die Menschen nach Endlock, die ihrer Meinung nach anderen schaden. Trotzdem verurteilt sie diese Menschen damit zum Tod. Wer darf sich ein solches Urteil anmaßen? Darf mensch das überhaupt? Raven trägt ihr eigenes Päckchen. Hat sich seit Jahren vor anderen verschlossen, schließt keine Freundschaften, traut niemandem. Bis sie in Endlock August, Momo, Yara und Kit kennenlernt. Und ihn. Der eigentlich auf der falschen Seite steht.
"To Cage A Wild Bird" ist toll übersetzt von Bettina Ain und eine Leseempfehlung für alle, die mal wieder Lust auf eine Dystopie mit guter Lovestory haben. Es ist ein wirklich spannendes Lesevergnügen, wer allerdings gerade sehr betroffen ist von der politischen Situation, sollte schauen, ob die mentale Stabilität für ein Szenario wie in "To Cage A Wild Bird" vorhanden ist.

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Veröffentlicht am 22.02.2025

Die Liebe ist es, die uns verletzlich macht, aber es ist auch die Liebe, die unsstärkt

Endlich das ganze Leben
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Was für ein Buch!! Nie und nimmer habe ich mit solch einer Geschichte gerechnet. Was leise und sanft beginnt, bricht plötzlich wie ein Orkan über mich herein, um später tief unter meiner Haut festzubrennen.

Marisa ...

Was für ein Buch!! Nie und nimmer habe ich mit solch einer Geschichte gerechnet. Was leise und sanft beginnt, bricht plötzlich wie ein Orkan über mich herein, um später tief unter meiner Haut festzubrennen.

Marisa und Stelvio haben auf eine sehr besondere Art zueinander gefunden. Marisa, die eigentlich von der großen, leidenschaftlichen Liebe träumt, lässt sich doch irgendwann auf Stelvio ein. Er ist ihr Retter, ein Fels in der Brandung, zuverlässig und mit besten Absichten im Herzen. Gegenüber allen Menschen. Doch dann wird ihre Tochter Betta tot am Strand aufgefunden und Marisas und Stelvios Welt hört auf sich zu drehen..

Auch Miriams Welt bricht zusammen. Sie war gemeinsam mit der Cousine unterwegs und trägt seither ein Geheimnis mit sich, dass ihr Leben komplett auf den Kopf stellt. Die Einsamkeit, die in ihrer Familie herrscht und die sie früher gut überspielen konnte, greift nun so sehr nach ihr, dass sie kaum noch nach Leben aussieht. Erst eine sehr besondere Bekanntschaft sorgt dafür, dass sie den Weg zurück findet.

Trotz der Härte, mit der Recchia mit ihrem unvermittelten Plottwist zuschlägt, spüre ich durchweg eine Wärme in diesem Buch. Eine von der ich mich gerne umgeben lasse, während mich das, was Miriam und Betta widerfährt vor Abscheu zittern lässt.

Recchia hat eine Welt geschaffen, in die ich eintauchen möchte. Trotz aller Widrigkeiten gilt der Zusammenhalt. Verbundenheit als das Allheilmittel. Wie wahr und wie schön wäre es. Angedacht als Zweckehe zwischen Marisa und Stelvio, entwickelt sich daraus eine Liebe, die jedem Sturm trotzt. Nicht immer ist es die gleiche Intensität und Leidenschaft, die zwischen ihnen herrscht, aber es ist immer die Basis zu der sie letztendlich zurückkehren. Das Glück, das sie immer wieder auf die Füße holt.

"Endlich das ganze Leben" ist ein sehr berührender Roman. Für mich ein Highlight. Mit allen Auf und Abs des Lebens, mit Glück und Abscheulichkeiten, die manchmal von Außerhalb kommen und manchmal in der eigenen Familie passieren. Recchia schreibt davon, dass es möglich ist wieder nach vorne zu schauen, dass es immer lohnt zu leben und zu lieben. Die Liebe ist es, die uns verletzlich macht, aber die Liebe ist es auch, die uns stärkt.

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Veröffentlicht am 11.12.2024

Unterhaltsame Zeitreise durch die Glaskunst Muranos

Das Geheimnis der Glasmacherin
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Als jedoch Lorenzo Rosso, Pater Familias der Glasbläserfamilie Rosso plötzlich verstirbt, ist es seine Tochter Orsola, die versucht die Familie durch das Handwerk der Glasbläserei zu retten. Ihr Bruder, ...

Als jedoch Lorenzo Rosso, Pater Familias der Glasbläserfamilie Rosso plötzlich verstirbt, ist es seine Tochter Orsola, die versucht die Familie durch das Handwerk der Glasbläserei zu retten. Ihr Bruder, der nun die patriarchale Rolle in der Familie eingenommen hat, ist davon weniger begeistert und verbietet Orsola die Glasbläserei. Orsola lässt sich davon nicht abhalten, arbeitet und verkauft heimlich, wird zu einer wichtigen Institution für die Familie, für die Glaskunst, für Murano.

Zunächst war ich etwas irritiert über die Erzählart von Tracy Chevalier, denn nach einigen Stationen im Jahr 1468 springt sie plötzlich in der Zeit. Das passiert mehrfach, bis wir in der Gegenwart ankommen. Im Zentrum des Geschehens steht immer Orsola und ihre Familie. Stehen Traditionen, aber auch das Weltgeschehen, mit dem Orsolas eigene Geschichte und die Muranos verknüpft werden. So sieht sich die Familie Rosso bspw. mit der Pest konfrontiert, die nicht nur geliebten Menschen das Leben kostet, sondern auch eine finanzielle Notlage und Neuorientierung fordert.

Chevalier kreiert eine schöne Skizze dessen, was in einem halben Jahrhundert geschehen kann. Sozial, wie auch wirtschaftlich. Zeigt, wie eng alles miteinander verknüpft ist, welche kleinen Nuancen entscheidende Veränderungen hervorrufen können.

"Das Geheimnis der Glasbläserin" hat mich sehr gut unterhalten. Es ist notwendig sich auf die Zeitsprünge einzulassen, um die Geschichte voll und ganz genießen zu können. Das ist natürlich kein realistischer Ablauf, denn wir begegnen nicht den Nachkommen von Orsola, sondern sie und ihre Familie altern nicht reell mit. Aber gerade dadurch werden einige Stationen der Weltgeschichte noch klarer. Ich mochte sehr, dass ich von einer spannenden Story getragen und nebenbei noch so viel historisches gelernt habe.

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