Cover-Bild Die Allee
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19,99
inkl. MwSt
  • Verlag: E-Books im Verlag Kiepenheuer & Witsch
  • Themenbereich: Belletristik
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 13.02.2025
  • ISBN: 9783462313666
Florentine Anders

Die Allee

Roman
Aufwühlend und geschichtensatt: Übers Bauhaus, den Stararchitekten der DDR, zwei sich emanzipierende Frauen und die Fallen des Systems
Da ist der charismatische, von den Ideen des Bauhauses und der Avantgarde durchdrungene Idealist Hermann Henselmann, der nach dem Krieg zum Chefarchitekten Ost-Berlins aufsteigt und dort in Konkurrenz zu den West-Berlinern um Scharoun & Co. treten soll. Der Berliner Fernsehturm, die Stalinallee, der Leipziger Uniturm sind mit seinem Namen untrennbar verbunden. Der Preis freilich: Ständig muss er lavieren und manchmal auch zu Kreuze kriechen, um wenigstens die Grundlagen seiner modernistischen Ideen vor den stieseligen Vorstellungen der Politführung zu retten. Und da ist vor allem Henselmanns Frau Isi, hochbegabt, die auch als Architektin arbeiten will, aber mit einer auf acht Kinder anwachsenden Familie zu kämpfen hat, ständig die Scherben aufkehren muss, die ihr Mann hinterlässt, und sich zunehmend selbst emanzipiert. Und da ist die Tochter Isa, die sich der erstickenden Manipulation durch den cholerischen Vater entzieht, um ihren dornigen eigenen Weg in ganz anderen Milieus zu gehen. Und dann auch noch die eng verwandte Familie Robert Havemanns, bei dem Kompromisse wenig zählen und der sich der staatlichen Bevormundung komplett verweigert.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.02.2025

der große Architekt der ehemaligen DDR

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Die Allee von Florentine Anders ist ein wundervoller Blick auf ihren Großvater, sein Schaffen und sein immer noch währendes Werk. Hermann Henselmann der große Architekt der ehemaligen DDR. Es ist ein Blick ...

Die Allee von Florentine Anders ist ein wundervoller Blick auf ihren Großvater, sein Schaffen und sein immer noch währendes Werk. Hermann Henselmann der große Architekt der ehemaligen DDR. Es ist ein Blick auf sein Leben geprägt vom Kampf gegen eine Regierung, die ihn nie wirklich verstanden hat aber ihm dennoch große Bauten zustanden.





Hermann Henselmann
Seine lebenslange Leidenschaft für die Ideen des Bauhaus-Stil und der Moderne. Aber auch ein Blick auf sein Leben als Ehemann von Isi und Familienvater, der sich doch auch das Recht nahm Geliebte zu haben und seinen Unmut leider auch durch Schläge an einen seiner Söhne aber ganz besonders an Isa, einer seiner Töchter ausließ. Beim Lesen spürte ich förmlich sein Charisma und seine Liebe für die Architektur. Besonders beeindruckt hat mich gleich zu Beginn des Buches seine Konsequenz gegenüber ehemaliger Hitler Befürworter in der nach dem Krieg neugeschaffenen Behörde. Eigentlich hat mich seine gesamte Entschlossenheit, sein Freigeist und seine bis heute noch vorhanden Bauwerke beeindruckt. Ich kenne zwar den Fernsehturm in Berlin auch die Stalinallee, aber ich hatte da keinen Architekten dafür auf dem Schirm.





Isi Henselmann
Seine Frau Isi empfand ich teilweise sehr blass in ihrer Person, die gegen Ende und im Alter dann doch mehr und mehr zu einer starken und bewundernswerten Frau. Das nahezu perfekte Gegenstück zu Hermann Henselmann und doch in sich teils unglücklich. Obwohl sie sich hautsächlich in seinem Schatten hielt, ihm acht Kinder gebar und diese eigentlich immer nur durch Kindermädchen aufziehen ließ, niemals selbst kochte und immer ihrem Traum von einem Architekturstudium hinterher rannte konnte sie Erfolge feiern. Hier hatte ich zwar von der in der DDR führende Frauenzeitschrift Sibylle, „Zeitschrift für Mode und Kultur“ im Gedächtnis. Jedoch wusste ich nicht diese auch einige Artikel über die Inneneinrichtung beinhaltete und von Isi Henselmann unter ihren Mädchennamen veröffentlichte. Zudem ‚durfte‘ Isi auch Küchen und Bäder für die Plattenbauten entwerfen. Dies klang zwar etwas befremdlich für mich, die in der BRD aufgewachsen ist, aber doch auch sehr spannend.



Isa
Isa, die Tochter von Isi und Hermann Henselmann, eben jene Tochter die all die Wut ihres Vaters und die Ablehnung ihrer Mutter erleiden musste, ist für mich die heimliche Heldin dieser Lebensgeschichte. Mutig und kraftvoll, verletzt und doch immer sie selbst bleibend hat sie so viel überstanden. Anders als ihre Geschwister, die in der Geschichte immer wieder auftauchen ist sie es die trotz allem immer der DDR treu war und doch auch ein selbst bestimmtes Leben lebte. Sich der Stasi widersetzte und auch die ‚Tripperburg‘, in die sie grundlos eingeliefert wurde weil sie sich widersetzte, nach außen hin schadlos überstand. Ja, Isa ist meine Helden des Buches. Sie ließ ihren Kindern all die Freiheit, die sie zwar auch auf gewisser Weise erlebte, um sich zu entwickeln und als starke Person im Leben zu stehen.

Florentine Anders hat es wirklich geschafft Zeitgeschichte, persönliche Belange und die Abgründe der Regierung der damaligen DDR in ein so tolles Werk zusammen zu fassen! Ich bin wirklich glücklich, dieses Buch gelesen zu haben und so viel mehr als nur ‚Augenzeugenberichte‘ zu einer vergangenen Zeit mit großen Bauten und noch größerem Mut gelesen zu haben!

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Veröffentlicht am 15.01.2026

Eine Frau in der Männerwelt der Architekten in Ost-Berlin

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Florentine Anders ist die Enkelin der Familie Hermann Henselmann. Hermann Henselmann ist von den Bauhausideen fasziniert und wird nach dem Krieg in Ost-Berlin zum Star-Architekten. Doch nicht alle in der ...

Florentine Anders ist die Enkelin der Familie Hermann Henselmann. Hermann Henselmann ist von den Bauhausideen fasziniert und wird nach dem Krieg in Ost-Berlin zum Star-Architekten. Doch nicht alle in der DDR Politführung sind begeistert von seinen Ideen und so muss er viele Kompromiss eingehen. Henselmanns Ehefrau Isi ist selber eine begnadete Architektin, sie kommt mit ihren acht Kindern aber nicht richtig zum Zuge und probiert ihren Mann zu unterstützen. Die ungeplante Tochter Isa geht ihren ganz eigenen Weg weit weg vom Vater, der mitunter ein cholerisches Verhalten an den Tag legt und von der Mutter, von der sie sich vernachlässigt fühlt.
Die Familiengeschichte ist interessant geschrieben, ich persönlich wäre gerne noch tiefer in die Architekturideen eingetaucht. Der historische Roman bringt dem Leser das Leben in der DDR näher, auch wenn es sich bei der Familie Henselmann zweifelsohne um eine privilegierte Familie handelt.

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Veröffentlicht am 13.05.2025

Mehr Familienroman als Architekturgeschichte

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Das Buch ist ein Porträt des Hermann Henselmann, der nach dem Krieg zum Chefarchitekten Ost-Berlins aufsteigt. Auch wenn ich mit dem Namen zuerst nichts anfangen konnte, mit den Bauwerken schon: Berliner ...

Das Buch ist ein Porträt des Hermann Henselmann, der nach dem Krieg zum Chefarchitekten Ost-Berlins aufsteigt. Auch wenn ich mit dem Namen zuerst nichts anfangen konnte, mit den Bauwerken schon: Berliner Fernsehturm, die Stalinallee (heute Karl-Marx-Allee), das sagt mir etwas.

Es war spannend zu lesen, wie sich der ständig nach großer, nicht systemgefälliger Architektur strebende Henselmann in System der DDR behaupten konnte und wie sehr er sich dafür verbiegen musste.
Allerdings ist er mir - mit ständigen Affären, seinem Umgang mit seinen Kindern und seiner Frau und seinem Gehabe zutiefst unsympathisch geworden und auch gehörig auf die Nerven gegangen.

Das Buch beleuchtet auch die Sicht seiner Frau, die ebenfalls gerne Architektur-Karriere gemacht hätte, aber unter anderen durch ständige Geburten daran gehindert wurde. Ebenfalls viel Raum bekommt eine der Töchter, die mir sehr leid tat mit dem herrischen Vater und der vergrämten Mutter und die trotz vermeintlich perfekter Startbedingungen in einem für Kinder lieblosen Haus aufwachsen musste.

Insgesamt war es für mich (ohne ostdeutsche Vergangenheit) spannend, einen kleinen Einblick in das Leben als damaliger Promi mit all seinen Widrigkeiten zu bekommen und etwas über die Architektur zu erfahren.
Was mir allerdings viel zu viel Raum eingenommen hat, das war der Familienteil.
Generell hatte das Buch für mich Längen und ich war nicht immer voll bei der Sache.

Eingeschränkte Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 13.02.2025

Familien- und Architekturgeschichte

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Hermann Henselmann - War der Architekt in der DDR. Seine große Karriere hat als Direktor des Bauhauses begonnen bevor es ihn in die Hauptstadt der DDR zog.
Doch Hermann Henselmann war nicht nur erfolgreich ...

Hermann Henselmann - War der Architekt in der DDR. Seine große Karriere hat als Direktor des Bauhauses begonnen bevor es ihn in die Hauptstadt der DDR zog.
Doch Hermann Henselmann war nicht nur erfolgreich im Job, er war auch fleißig bei der Familienplanung, sodass er mit seiner Frau Isi acht Kinder hatte.
Einen Einblick in das Leben der Familie Henselmann, vor allem aus dem Blickwinkel der Tochter Isa, gibt dieses Buch.

Die Henselmann-Enkelin, Florentine Anders, beschreibt in „Die Allee“ das Leben der Henselmanns vor allem aus den Blickwinkeln Hermanns, seiner Frau Isi und seiner Tochter Isa.
Das Buch besteht aus vielen recht kurzen Kapiteln. Diese sind mit einer Jahreszahl versehen, in der dieses spielt und beschreiben in der Überschrift kurz, um was und wen es geht. Das Buch spielt in einem Zeithorizont von 1931-1995.

Ich lese gerne historische Romane und auch gerne über Ereignisse in der DDR. Doch mit diesem Roman habe ich mich schwer getan.
Schon der Schreibstil konnte mich nicht abholen. Für mich war das ein bisschen zu einfach geschrieben, etwas wie geschrieben wie gedacht.
Was mir wiederum gut gefallen hat, ist die Tatsache, dass die Autorin hier über ihre eigene Familiengeschichte, speziell über ihre Mutter, Oma und ihren Opa schreibt und dabei nichts beschönigt hat. Sie hat eindeutig klargestellt, welche großen Erfolge ihr Großvater zustande gebracht hat, hat seine Arbeitsweisen und seine Genialität klar und strukturiert dargestellt und auch aufgezeigt, wie er sich im System verhalten hat. 
Auch hat sie das Verhältnis zwischen Isi und Hermann, aber auch zwischen Hermann und Isa offen und ungeschönt beschrieben. Gerade das Verhältnis zwischen Vater und Tochter zeigte oftmals das wahre Gesicht des Hermann Henselmann.
Hermanns weiterer Umgang mit Kollegen, aber auch Frauen erzählt viel über seinen Charakter. Vor allem die Beziehung zu Isi zeigt seine Achillesferse.
Spannend fand ich die Geschichte hinter der Entstehung bekannter deutscher Bauwerke, speziell der Stalinallee, aber auch das Uni-Hochhauses in Leipzig.

Fazit: Ein interessanter und lehrreicher Roman über eine einzigartige Architekturperiode der DDR, das Gesicht dahinter, aber auch die Einflüsse der Politik auf das Bauen. 
Der Schreibstil hat mir nicht ganz zugesagt, ebenso hab ich mich mit den Protagonisten schwergetan. Gerade letzteres ist aber Geschmackssache, da es ein auf Tatsachen basierender , historischer Roman ist. Ich könnte mir vorstellen, dass es gerade Leser, die noch viel von der DDR erlebt haben, damit besser klarkommen, sodass es vielleicht auch eine Geschmacksache abhängig von der Generation ist.
Wer sich aber für Architektur interessiert, ist hier gut aufgehoben.

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Veröffentlicht am 13.02.2025

Nicht uninteressant

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Zum Inhalt:
Hier wird ins die Familiengeschichte des Hermann Henselmann näher gebracht. Dieser stieg nach dem Kriegsende zum Chefarchitekten in Ost-Berlin auf. So ist zum Beispiel der Fernsehturm, die ...

Zum Inhalt:
Hier wird ins die Familiengeschichte des Hermann Henselmann näher gebracht. Dieser stieg nach dem Kriegsende zum Chefarchitekten in Ost-Berlin auf. So ist zum Beispiel der Fernsehturm, die Stalinallee oder der Leipziger Uniturm mit seinem Namen verbunden. Doch das System macht es ihm nicht leicht und er muss mitunter sehr taktieren. Seine ebenfalls sehr talentierte Frau muss oft genug die Scherben aufkehren, emanzipiert sich aber zunehmend mehr.
Meine Meinung:
Mir sagte der Name Henselmann so gar nichts, liegt aber vielleicht auch daran, dass ich nicht im Osten aufgewachsen ist. Ich fand die Geschichte der Familie nicht uninteressant, aber auch schwer zu lesen, denn der Schreibstil ist nicht eben eingängig. Auch die doch sehr vielen Protagonisten machten es nicht leichter. Die kurzen Kapitel machten es etwas leichter, aber dennoch insgesamt nicht so leicht nachvollziehbar. Vielleicht hätte da ein Personenregister etwas geholfen.
Fazit:
Nicht uninteressant