Profilbild von Kyra112

Kyra112

Lesejury Star
offline

Kyra112 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Kyra112 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.03.2026

Rudolphes Visionen

Lindt & Sprüngli (Lindt & Sprüngli Saga 2)
0

Als der junge Lindt sich verträumt über den Marktplatz seiner Heimatstadt bewegt, überlebt er einen Unfall nur knapp. Es ist ein Unfall, den sein persönliches Leben nachhaltig beeinflussen wird und gleichzeitig ...

Als der junge Lindt sich verträumt über den Marktplatz seiner Heimatstadt bewegt, überlebt er einen Unfall nur knapp. Es ist ein Unfall, den sein persönliches Leben nachhaltig beeinflussen wird und gleichzeitig die Basis für eine Neuentwicklung im Schokoladenbusiness.

„Lindt & Sprüngli: Zwei Rivalen, ein Traum.“ ist Band 2 um die Lindt & Sprüngli-Trilogie von Lisa Graf.
Es ist die Geschichte einer jungen Generation von Chocolatiers, die sich bemühen, den Markt um die Schokolade zu verändern. Eine Generation, die versucht, den Genuss des Kakaos in die europäischen Haushalte zu bringen.
Es ist die Geschichte des jungen Rudolf Lindt, seinen Ideen und Vorstellungen, seiner Wanderschaft, aber auch seiner Familiengeschichte, aber vor allem einer besonderen Freundschaft, die vermutlich die Basis für unseren heutigen Schokoladengenuss bildet.
Rudolf ist ein Visionär, der sich gegen alle Bedenken auflehnt, eine Fabrik im ärmeren Viertel Berns gründet und sich der Unterstützung der Bewohner dieser Gegend aufgrund der Freundschaft zu Binia sicher sein kann.
Es ist der Beginn der Lindtschen Schokoladenproduktion, der auch die Familie Sprüngli, die man bereits im ersten Band kennengelernt hat, aufhorchen lässt.
Rudolf, später Rudolphe, zeigt mit seiner Geschichte aber auch gleichzeitig, dass es sich lohnt, durchzuhalten, zu kämpfen und sich auch gegen die eigene Familie durchzusetzen.
Er war für mich manchmal etwas schwierig zu greifen, denn er ist ein Träumer, ein Macher, aber auch jemand, dem Standesgrenzen egal sind.
Binia wiederum ist sein Fels in der Brandung, der ihn fördert, der an ihn glaubt, sich aber selber nicht die Butter vom Brot nehmen lässt, obwohl auch bei ihr manchmal ein Hauch von Unsicherheit auftritt.

Während ich nach dem Lesen des ersten Bandes noch die Verbindung zur Firma Lindt gesucht habe, bringt dieser Band nun Licht ins Dunkel und da auch ein dritter Band schon angekündigt wird, bin ich nun beruhigter, dass wir nach und nach erfahren werden, wie sich die Schokolade, die für uns meist das Highlight an Weihnachten und Ostern bildet, aber auch im alltäglichen zu finden ist, entwickelt hat.

Wer also neugierig ist, was sich hinter dem kleinen Lindt-Hasen verbirgt und wie sich die Firma Lindt entwickelte, sollte auch diesen zweiten Band lesen und mit Vorfreude auf Band 3 warten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.03.2026

Süßes Amrum

Der Klang von Wind und Wellen
0

Auf den Spuren von Opas Hinterlassenschaften verschlägt es Julia nach Amrum. Mit ihm Gepäck hat sie ihre Leidenschaft zum Backen und ein altes Fundstück aus dem Erbe.
Für Julia beginnt eine Reihe von ...

Auf den Spuren von Opas Hinterlassenschaften verschlägt es Julia nach Amrum. Mit ihm Gepäck hat sie ihre Leidenschaft zum Backen und ein altes Fundstück aus dem Erbe.
Für Julia beginnt eine Reihe von zufälligen Entdeckungen und zu Aufklärung, was dazu führt, dass Julia vor der Wahl steht, ihr Leben zu verändern oder wieder zurück in die heimische Anonymität zu verschwinden.

„Der Klang von Wind und Wellen“ von Anne Barns war das dritte Buch der Autorin für mich. Ihr Schreibstil wirkte wieder wie eine Einladung in den Duft von gebackenen Köstlichkeiten und einen Kurzurlaub am Strand einer wunderschönen Nordseeinsel.

Die Geschichte um Julias Familie wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Es geht um die Vergangenheit Amrums, die Anfänge des Tourismus und der jungen Mina, die diesen Neuanfang vorantreibt und es gibt die Zeitebene Julias, die in der Gegenwart spielt. Ich habe lange Zeit nach den Verbindungen der beiden Zeitebenen gesucht und sie recht spät gefunden. Auch muss ich zugeben, dass ich mit dieser Verbindung zu Julias Familie nicht gerechnet hatte. Ich hatte vollkommen andere Ideen.

Ich liebe die Zeit abseits der Saison an der See. Einer Zeit, der Gemütlichkeit, in der sich die Menschen zurückziehen, sich aber gleichzeitig gern den Wind um die Ohren pusten lassen und man die Schönheit der Insel abseits der touristischen Ströme ganz anders genießen kann. Genau dieses Flair hat die Autorin gewinnbringend eingesetzt und gleichzeitig Julias Bücherliebe hervorgehoben, sodass sich, diese Geschichte lesende Bücherwürmer, gleich mit der Protagonistin verbinden können. Gleiches gilt für die Leckermäulchen unter den Lesern, wozu ich mich auch zähle. Bei der Beschreibung des Nougats ist mir förmlich das Wasser im Mund zusammengelaufen und ich hätte mich am liebsten mit in die Kaffeerunde gesetzt.
Ich fand es sehr schön, bereits bekannten Charakteren aus dem vorherigen Roman begegnen zu dürfen, was eine Art „Nachhausekommen“ impliziert.
Auch Julia ist nach Hause gekommen, in die Inselwelt Amrums und mitten ins Herz ihrer Bewohner.

Alles in allem ist Anne Barns mit dieser Geschichte wieder ein süß-salziges Highlight mit einem Hauch von Nordseewind gelungen. Wer also Insel- und Liebesgeschichten mag und dazu gerne ein bisschen Nougat nascht, ist hier vollkommen richtig.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.03.2026

Süße Liebe

Apfelkuchen am Meer
0

Merle ist ein Familienmensch und begibt sich daher gerne auf die Spuren ihrer eigenen Familie. Als sie sich von ihrem Freund trennt und durch einen Zufall der Apfel-Rosentorte begegnet, deren Rezept ein ...

Merle ist ein Familienmensch und begibt sich daher gerne auf die Spuren ihrer eigenen Familie. Als sie sich von ihrem Freund trennt und durch einen Zufall der Apfel-Rosentorte begegnet, deren Rezept ein Familiengeheimnis ist, verschlägt es sie auf die Insel Juist.

„Apfelkuchen am Meer“ von Anne Barns beschäftigt sich, wie für die Autorin üblich, in der Rahmenhandlung um das Backen und die Liebe.
Schon die Titel ihrer Romane sorgen dafür, dass mir das Wasser im Mund zusammenläuft. Bei den Beschreibungen von Merles Backkünsten kann man förmlich den Geruch der frisch gebackenen Torte und Kuchen nachvollziehen und möchte sich am liebsten mit einem Kaffee in das kleine Café auf der Insel setzen. Auch beim Backen der Torte stellt man sich gerne mal gedanklich neben Merle und lässt den Finger im Teig verschwinden.
Merle selber ist eine junge Frau, der Familie am Herzen liegt. Sie hat sich dem Backen verschrieben und lernt beflissen alles, was zum Führen einer Bäckerei und Konditorei dazugehört.
Die weiteren Charaktere der Handlung sind auch absolut sympathische Menschen, deren Nähe man im Verlaufe der Geschichte immer mehr zu schätzen weiß. Der Zusammenhalt auf der Insel, aber auch die Abläufe der hinter sind bewundernswert und manchmal auch zum Schmunzeln.

Was mir ein bisschen zu viel des Guten war, war Jannis verliebte Art. Das war mir schon ein bisschen zu schmalzig und auch alles etwas zu schnell, auch wenn die beiden sich schon ewig kennen.
Auch die Geschichte um Undine war anfangs sehr mysteriös, aber mir dann doch sehr schnell etwas zu vorhersehbar.

Der Abstecher in die Kurzgeschichte „Apfelträume am Meer“ bildete einen runden Abschluss um die Geschichte von Merle und Jannis.

Alles in allem eine tolle Wohlfühlgeschichte, bei der der süße Zahn doch sehr behände beginnt, zu tropfen. Ein schöner Urlaubsausflug auf eine wunderschöne, deutsche Insel mit aufgeschlossenen Charakteren.
Wer also gerne mal gedanklich in den Urlaub reisen will und sich die Nordseeluft um die Nase wehen lassen möchte, ist hier vollkommen richtig, die Liebe kommt dabei auch nicht zu kurz.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.03.2026

Schmalzig schön

Die Liebe trägt Gummistiefel - Lakeland Love
0

Tess ist erfolgreiche Bankern. Als Tess eine kritische Diagnose bekommt und sie in der Bank einen Rückschlag erfährt, zieht sie sich zurück. Ausgerüstet mit Wanderstiefeln, Rucksack und Zelt geht es auf ...

Tess ist erfolgreiche Bankern. Als Tess eine kritische Diagnose bekommt und sie in der Bank einen Rückschlag erfährt, zieht sie sich zurück. Ausgerüstet mit Wanderstiefeln, Rucksack und Zelt geht es auf den Pennine. Dabei hilft sie einer verunfallten Wanderin, was den Verlauf ihrer weiteren Reise stark beeinflusst.

„Die Liebe trägt Gummistiefel - Lakeland Love“ von Alexandra Zöbeli ist Band 2 der Reihe „Lakeland Love“.
Mir ist als erstes das niedliche Cover und anschließend der lustige Titel des Buches aufgefallen. Beides machte mich neugierig und so bin ich in diese Reihe eingestiegen, ohne den ersten Band vorher gelesen zu haben. Rückblickend muss ich sagen, dass dies auch keine Auswirkungen auf das Verstehen des Romans hatte und man also die Bücher unabhängig lesen kann.
Tess ist am Anfang die berechnende und kühle Bankerin, die eine Art Mauer um sich errichtet hat. In gewissem Maße fand ich sie auch etwas schwierig. Der Umgang mit ihrer Diagnose war für mich eher fahrlässiger Natur und damit nicht ganz nachvollziehbar.
Der Verlauf der Geschichte ist sicher zu erahnen, aber ich fand es einfach toll. Hier liegt ein Roman über Liebe und Freundschaft vor. Es ist ein Roman, in dem die Protagonistin (liebevoll) gezwungen wird, über ihr Leben nachzudenken und das auf verschiedene Art und Weisen. Das und die familiäre Atmosphäre haben mir wirklich gut gefallen.
Es gab manche Szene, die wirklich sehr schmalzig war. Aber ich muss sagen, ich fand es schmalzig schöööön. Für mich war es nicht zu übertrieben, es war für mich endlich mal wieder ein richtig schöner Wohlfühlroman. 
Ja, manches ging ziemlich schnell, aber ich fand es wiederum total nachvollziehbar, wenn man Tess längere Zeit verfolgen durfte.

Fazit: Ein wunderschöner Roman zum Eintauchen, verlieren und schmökern. Wer Liebesgeschichten mag, ist hier völlig richtig und sollte sich diesen Roman mit der ein oder anderen Tasse Tee auf der Couch etc. gönnen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.03.2026

Enttäuschung

No Cure for Love
0

Ellen hat große Pläne. Sie arbeitet mit aller Kraft darauf hin, in die Medizinforschung zu gehen. Doch erst einmal tritt sie übergangsweise eine Assistenzarztstelle am St. Elias-Klinikum an, um nach fünf ...

Ellen hat große Pläne. Sie arbeitet mit aller Kraft darauf hin, in die Medizinforschung zu gehen. Doch erst einmal tritt sie übergangsweise eine Assistenzarztstelle am St. Elias-Klinikum an, um nach fünf Monaten an die Uniklinik zu wechseln, um bessere Bedingungen für ihre Forschungsarbeit zu haben.
Doch der Start im St. Elias erfolgt holpriger als erwartet .

„No Cure for Love“ von Anna Hensel ist ein Buch, das auffällt, denn die Farbe des Covers und vor allem der wunderschöne Farbschnitt fallen auf. 
Auffallen ist das eine, in meinem Fall würde ich sagen, hat mich das Ganze auch geblendet.
Ich habe mich zu Beginn sehr darüber gefreut, dass die Geschichte in Jena spielt. Das war mir vorher gar nicht bewusst und so war es schön, einen Abstecher ins Nachbarbundesland machen zu können.
Doch das war schon fast alles, was ich gut fand.
Ellen als Protagonistin ging mir unwahrscheinlich auf die Nerven mit ihrem ambivalenten Verhalten. Immer, wenn ich dachte, jetzt hat sie sich endlich gefangen, nahm die Geschichte wieder einen gegenteiligen Verlauf.
Kein Mensch kann etwas für seine Kindheit. Ich fand es aber Wahnsinn, wie Ellen sich auch im Erwachsenenalter hat, noch beeinflussen lassen. Gerade sie, die eine ärztliche Ausbildung hat, hätte meiner Meinung nach ihre eigene Vita aus psychologischer Sicht hinterfragen sollen (ja, Ärzte sind keine Psychologen, aber dennoch).
Timo wiederum war der komplette Gegenpol. Zwischenzeitlich habe ich seine Ausgeglichenheit bewundert. Wer dieses hin und her immer wieder mit solcher Empathie aufnimmt, hat einen Preis verdient.
Der Roman insgesamt überschlägt sich nur so mit Ereignissen. Was Ellen in ihrer kurzen Zeit an der Klinik erlebt, das erleben andere in fünf Jahren oder mehr nicht.

Auch die weiteren Personen, die eine Nebenrolle spielen, also Katja und Mark, machen das Ganze nicht besser. Auch hier habe ich mich manchmal gefragt, ob ich es hier mit erwachsenen Menschen, noch dazu mit Ärzten zu tun habe, bei denen man ja eigentlich eine gewisse Vernunft erwartet.

Alles in allem hat mich dieses Buch leider enttäuscht. Ich hatte niveauvollere Erwartungen an diese Geschichte.
Wer jedoch Krankenhauslovestorys mag, kommt hier auf seine Kosten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere