Cover-Bild Goebbels' Schatten
(6)
  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
28,00
inkl. MwSt
  • Verlag: GOYA
  • Themenbereich: Belletristik - Biografischer Roman
  • Genre: Romane & Erzählungen / Historische Romane
  • Seitenzahl: 544
  • Ersterscheinung: 02.04.2025
  • ISBN: 9783833749018
Hans-Peter de Lorent

Goebbels' Schatten

Die Naumann-Verschwörung

Alles beginnt im Führerbunker. Der Krieg ist verloren, die Strippenzieher klammern sich an das letzte Fünkchen Hoffnung. Auch mit dabei: Werner Naumann, von dem Hitler sich unmittelbar vor seinem Selbstmord verabschiedet mit den Worten: „Ich setze auf Sie, dass Sie diesen Bunker verlassen und den nationalsozialistischen Geist nach draußen tragen. Sie müssen die Leute, die uns nicht verraten haben, zusammenbringen und sollten alles dafür tun, ein Netzwerk zu knüpfen!“ Der Krieg ist für die Deutschen endgültig verloren, Naumann gelingt als einem der wenigen die Flucht. Er taucht unter, lebt in der Illegalität, geschützt von alten Kameraden. Schon bald beginnt er, seine Fühler auszustrecken und nach Verbündeten zu suchen. Er plant, wieder in die Politik einzusteigen.

In Hans-Peter de Lorents gründlich recherchiertem Tatsachenroman werden die Entwicklungen nach Kriegsende beleuchtet, im Vordergrund stehen Naumanns Untertauchen und seine neuen politischen Bestrebungen. Ein wichtiges und anschauliches Buch, das zum Hinterfragen auffordert.

Dieses Produkt bei deinem lokalen Buchhändler bestellen

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.09.2025

Immer wieder aufs Neue unfassbar unbegreiflich

0

Es ist nicht mein erstes Buch über das 3. Reich, seine letzten Tage, über eine Nazi-Größe bzw. einen Verbrecher, über den Untergang oder über die Schuldfrage des einzelnen, des Volkes, der Täter, der Mitläufer ...

Es ist nicht mein erstes Buch über das 3. Reich, seine letzten Tage, über eine Nazi-Größe bzw. einen Verbrecher, über den Untergang oder über die Schuldfrage des einzelnen, des Volkes, der Täter, der Mitläufer und der Wegseher. Aber dennoch ist mir das Gelesene bisweilen geradezu quälend und verstörend unbegreiflich. Wie viel Glück kann ein Mensch haben?
Unversehrt und unbehelligt in den allerletzten Kriegstagen aus dem Führerbunker entkommen, unentdeckt geflohen, unerkannt in die Nähe der Familie gelangt, aufgenommen, mit einem Job versorgt. Dann bald auf einem Karriereposten, Wohlstand, Aufstiegschancen, eine sich erneut anbahnende politische Karriere. Das ist das Leben eines der engen Vertrauten Goebbels, Werner Naumann, der von Goebbels und Hitler mit dem politischen Testament betraut wird, die Anhänger der Bewegung nach dem Untergang des 3. Reiches wieder zu sammeln, und der sich dieser Idee verschrieb bis fast zuletzt. Es ist unfasslich, wie es den ehemaligen Nazi-Größen, die das Ende des 3. Reiches überlebt hatten, in der jungen Bundesrepublik wieder Fuß zu fassen, und nicht nur das, wie sie wieder zu Geld, Einfluss und Ansehen kamen. Sie besetzten wichtige Ämter und Posten und hievten sich gegenseitig die Karriere- und Parteileiter hinauf. Wie standen sie zu dem allen, was die Nürnberger Prozesse zutage förderten von den dunklen Seiten des glorreichen 100jährigen Reiches, das zwar nur 12 Jahre Bestand hatte, aber einen Schaden anrichtete, der locker 100 Jahre währen kann. Alle haben von allem nichts gewusst, nur die Toten, die sich nicht wehren konnten, waren an allem schuld. Manchmal mag man es fast glauben, dass die großen Nazi-Schreibtischtäter, die den Krieg und die Judenvernichtung vom Reißbrett aus planten, keine wirkliche Vorstellungen von dem hatten, was sie da propagierten und anzettelten. Aber Nichtwissen(wollen) schützt vor Strafe nicht. Man könnte irre werden an der Frage nicht der Schuld, denn die ist klar, aber daran, wie jemand sich einer solchen Idee verschreiben kann so mit Haut und Haar, dass ihn nichts von den grauenvollen Kehrseite derselben erreicht. Oder war am Ende doch nur alles weinerliches Lippenbekenntnis von Männern, die zu feige waren, zu ihrer Schuld zu stehen, zu opportun auf ein neues Leben, eine zweite Chance zu bekommen, nur um es demselben Zweck zu widmen wie das erste?
Der Autor schreibt mit großer Sachkenntnis der großen Zusammenhänge und kleinen Details von den letzten Tagen im Führerbunker, über Neumanns Flucht, bis hin zu seinen Neuanfängen, begleitet von den Enthüllungen der Nürnberger Prozesse, und einer beginnenden politischen Karriere sehr nüchtern und sachlich, was der Thematik meines Empfindens nach sehr entgegen kommt. Dabei aber liest man zugleich gebannt und schockiert von den Ereignissen, den Zufällen und den Interessenslagen, die den einen in die Hände spielten, während anderen eine Form der Gerechtigkeit nicht zuteil wurde. Man muss wohl sagen, dass Naumann großes Glück gehabt hat, auf jeder Linie, dass er den amerikanischen Geheimdiensten zugegen kam und von der Lobbyarbeit ehemaliger Parteigenossen profitierte, die auf Generalamnestie drängten und davon profitierten, dass man einen deutschen Staat nicht hätte wieder aufbauen können, hätte man alle, die jemals in Berührung gekommenen sind mit der verheerenden Ideologie des 3. Reiches, zur Rechenschaft ziehen wollen.
Der Roman zeigt die Komplexität der Frage nach der Schuld und letztendlich die Unmöglichkeit absoluter Gerechtigkeit im Rahmen einer Geschichte, die sich ereignet, deren Verlauf aber nicht nach Gut und Böse urteilt, sondern dem Zufall oder dem Glück freien Lauf lässt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.07.2025

Spannend, interessant und informativ

0

Ich muss gestehen, mir war der Name Naumann im Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus kein Begriff. Natürlich war mich hingegen Goebbels in diesem Kontext bekannt. Wem nicht ! Dadurch war meine Neugierde ...

Ich muss gestehen, mir war der Name Naumann im Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus kein Begriff. Natürlich war mich hingegen Goebbels in diesem Kontext bekannt. Wem nicht ! Dadurch war meine Neugierde geweckt.

Der Roman beginnt mit den letzten Tagen im Führerbunker - Ende und Anfang zugleich . Die Lektüre hier war für mich eine Herausforderung, weil so viele Personen beteiligt waren, deren Namen und Positionen mir nicht geläufig waren. Sehr gut gefallen hat mir, dass in diesem Zusammenhang die Lebensläufe einzelner Personen wie Goebbels und seiner Frau Magda ausführlich dargestellt wurden. Das war informativ und ergab ein lebendiges Bild der Betroffenen. Was mich verstört hat, waren die Schilderungen der Ereignisse im Führerbunker. Das vehemente Leugnen der Realität. Die Propagandalügen Goebbels und auch Naumanns , die unnötige Menschenopfer zur Folge hatten. Die bedingungslose Treue und und das sklavische Festhalten an der Person Hitlers trotz der beginnenden Erkenntnis, dass er jeden Realitätsbezug verloren hatte.

Mit dem Selbstmord Hitlers beginnt die eigentliche Geschichte Naumanns, die mich über längere Passagen fassungslos und gegen Ende auch wütend gemacht hat. Naumann , erst entschlossen beim Führer bis zum Ende zu bleiben, erhält von diesem den Auftrag, die nationalsozialistische Ideologie in die neue Zeit zu tragen. Ihm gelingt die Flucht aus dem in Agonie liegenden Berlin und er kann sich über ein Jahr verstecken. Dieser Abschnitt war sehr spannend zu lesen, weil es hier auch Informationen zu den Nürnberger Prozessen gab.

Schritt für Schritt gelingt es Naumann , sich wieder ein bürgerliches Leben aufzubauen. Hilfreich ist dabei, dass viele alte Weggefährten sich ebenfalls erfolgreich ihrer Bestrafung entzogen haben. Und Naumann unternimmt Anstrengungen, Hitlers Auftrag zu erfüllen. Das Ende der Geschichte ist unspektakulär und genau deshalb so empörend. Wenig tröstlich ist, dass er nicht der einzige war, der sich seiner Verantwortung entziehen konnte. Der Autor nennt einige Namen, die im Nachkriegsdeutschland Karriere gemacht haben und die mir zu meinem Entsetzen und Erstaunen bekannt sind. Mich hat das Buch wirklich gefesselt und mir eine Fülle von Informationen und Erkenntnissen gebracht. Es stimmt nachdenklich und mich auch wütend.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.04.2025

Die rechte Hand des Teufels

0

"Goebbels Schatten - Die Naumann-Verschwörung" von Hans-Peter de Lorent ist ein fesselnder Tatsachen-Roman, der einen tiefen Einblick in die dunklen Geheimnisse, Klüngeleien und verschleierten Machenschaften ...

"Goebbels Schatten - Die Naumann-Verschwörung" von Hans-Peter de Lorent ist ein fesselnder Tatsachen-Roman, der einen tiefen Einblick in die dunklen Geheimnisse, Klüngeleien und verschleierten Machenschaften der Nazis in der Nachkriegszeit bietet. Mit akribischer Recherche und egroßem erzählerischen Geschick lenkt de Lorent die Leser:innen nicht nur durch die letzten Tage im Führerbunker, sondern lässt sie auch an dramatischen Fluchten und den chaotischen Verhältnissen der Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, in denen alte NS-Strukturen versuchen, wieder Fuß zu fassen, teilhaben.

Es sind Szenen, die wie aus dem Film "Der Untergang" sich vor dem inneren Auge abspielen und dabei die Kaltschnäuzigkeit, Abgebrühtheit und den unbedingten Willen, die braunen Ideale hochzuhalten und wieder alltagstauglich zu machen, mit einer daratigen Klarheit und Vehemenz vermitteln, dass der Leserschaft der Atem stockt.

Die Geschichte des Werner Naumann ist nicht nur die eines unverbesserlichen NS-Funktionärs, sondern auch ein erschreckender Blick auf die Bedrohung der jungen Bundesrepublik durch reaktionäre Kräfte. De Lorent schafft es meisterhaft, die historische Genauigkeit für seine Lesenden informativ und zugleich kritisch aufzubereiten, damit sie die Intrigen dieser bedrohlichen Epoche nachempfinden und aus ihnen lernen können.

Durch den geschickten Einsatz von Einschüben und Hintergrundinformationen wird die Tiefe der Verschwörungen und der Einflussnahme ehemaliger Nazi-Funktionäre in Politik und Wirtschaft eindrucksvoll beleuchtet. Dabei kommen die Leser:innen nicht umhin, sich immer wieder mit der Motivation Naumanns auseinanderzusetzen, der bestrebt ist, die nationalsozialistischen Ideen in eine neue Zeit hinüberzuretten – ein Unterfangen, das bis ins politische Gefüge der 1950er Jahre reicht. Auch seine Verhaftung kann die rechte Hand des Teufels nicht ausbremsen und es ist erschreckennd zu lesen, wie weit verzweigt die alten Netzwerke in der Nachkriegszeit sind, um hier an einer Schraube zu drehen und dort wieder mit einer blütenweißen Weste und einem passenden Persilschein die - wirtschaftlichen und politischen - Geschicke der jungen Bundesrepublik zu lenken.

Das Samenkorn der hirnverbrannten Ideologien ist - einmal ausgesät - immer eine Handbreit mit Erde bedeckt und wartet nur darauf, wieder im Verbogenen zu keinem. Das Zitat/die Mahnung von Kirkpatrick auf Seite 531 brennt sich regerlecht ein, stimmt nachdenklich und fordert die Lesenden dazu auf, das aktuelle tagespolitische Geschehen zu hinterfragen:

Naumanns Geschichte ist eine Mahnung und "..enthält eine Lehre für die Zukunft. Es wäre töricht, anzunehmen, dass der Nazismus unter keinen Umständen, und auch nicht in anderer Form, im modernen Deutschland wiederstehen könnte".

Das Buch ist ein Weckruf, eine Mahnung und ein Statement zugleich: Nie wieder ist jetzt!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.07.2025

Hitlers Vermächtnis

0

Hans-Peter de Lorent hat einen Tatsachenroman geschrieben, große Teile orientieren sich an der historischen Wahrheit, sehr viele Dokumente sind in das Buch eingeflossen. Es gibt aber auch fiktionale Teile, ...

Hans-Peter de Lorent hat einen Tatsachenroman geschrieben, große Teile orientieren sich an der historischen Wahrheit, sehr viele Dokumente sind in das Buch eingeflossen. Es gibt aber auch fiktionale Teile, von denen man sich aber vorstellen kann, dass es sich so oder ähnlich zugetragen hat.

Das Buch widmet sich zunächst einmal den letzten Tagen des Nazi-Regimes im Führerbunker. Das Propagandaministerium gibt immer noch Durchhalteparolen an die Bevölkerung weiter, obwohl doch jeder sehen kann, dass die Russen täglich näherkommen und der Krieg verloren ist. Dennoch darf die Wahrheit nicht laut gesagt werden, nur unter der Hand bereiten sich auch die Nazi-Größen auf ihre Flucht oder ihren Freitod vor.

Die Geschichte der letzten Tage war mir durchaus bekannt, nicht bekannt war mir der Name Dr. Werner Naumann, der zweite Mann hinter Goebbels und sein designierter Nachfolger im Propagandaministerium. Als seine Bemühungen, die Nazis wieder an die Macht zu bringen, 1953 scheiterten, war das vor meiner Zeit und später wurde es sehr ruhig um ihn.

Die Passagen, die über die allgemein bekannte Lektüre hinausgehen, waren durchaus lesenswert. Die Jugend Goebbels, der sich erst selbst vom Schreiber zum Redner ausbilden musste, seine Probleme mit seinen Altersgenossen, das war interessant. Auch die Passagen über die Filmgrößen und Schriftsteller der damaligen Zeit waren aufschlussreich.

Nach dem Freitod von Hitler und Goebbels wendet sich das Buch dann dem eigentlichen Thema zu, dem Werdegang von Werner Naumann, seiner Flucht aus dem Führer-Bunker, seinem Untertauchen und seiner „Auferstehung“ Anfang der 50er Jahre. Sein Erleben der letzten Tage mit Hitler und Goebbels versieht ihn in den Augen seiner ehemaligen Kollegen und Mitarbeiter mit einem „Heiligenschein“. Wer kann schon von sich sagen, bis zuletzt dabei gewesen zu sein und Hitlers Vermächtnis entgegen genommen zu haben. Diese letzten Worte Hitlers an ihn „Ich setze auf Sie…. die Leute, die uns treu ergeben sind, wieder zusammenzubringen“ sind für Naumann für sein weiteres Leben bestimmend.

Nach den aufsehenerregenden Prozessen in Nürnberg hätte man damit gerechnet, dass sich die Besatzungsmächte auch in der zweiten Reihe umsehen würden und Täter zur Rechenschaft ziehen würden. Ganz im Gegenteil: nach den schon Ende der 40er Jahre sichtbar werdenden Problemen mit den Russen, war es den Amerikanern wichtiger, das Land schnell wieder regiert zu wissen und dafür griff man auch auf Verwaltungsleute und Juristen aus der Nazi-Zeit zurück. Mir drängte sich der Verdacht auf, dass lediglich die Engländer darauf achteten, die früheren Machthaber nicht wieder zu Ehren kommen zu lassen.

Für mich war „Goebbels‘ Schatten“ ein lesenswertes Buch, das mich dazu anspornt, mich zu den im Buch genannten Namen einmal weiter zu informieren und mir entsprechende Bücher zu besorgen. Beispielsweise hätte ich Hanns-Martin Schleyer in der Riege der alten Kollegen und Seilschaften nie erwartet.

Das Ende kam etwas abrupt, einige Worte mehr zu Naumanns weiterem Werdegang, der doch immerhin Geschäftsführer in mehreren Unternehmen der Quandt-Gruppe wurde, wären für mich noch wünschenswert gewesen. Auch zu seiner Familie, die aber sowieso nur am Rande eine Rolle spielt, gibt es keine weiteren Informationen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.07.2025

Der Schattenmann

0

Hans-Peter de Lorent befasst sich in seinem, wie er ihn nennt, Tatsachenroman mit einer Person, die stets im Schatten einer anderen steht, Dr. Werner Naumann. Er steht stets im Schatten von Propagandaminister ...

Hans-Peter de Lorent befasst sich in seinem, wie er ihn nennt, Tatsachenroman mit einer Person, die stets im Schatten einer anderen steht, Dr. Werner Naumann. Er steht stets im Schatten von Propagandaminister Joseph Goebbels. Allerdings lässt der Titel, wenn man das Buch gelesen hat, auch die Interpretation zu, Naumann wäre so etwas wie die graue Eminenz, eine Art Schattenminister, hinter Goebbels gewesen. Immerhin ist er von Adolf Hitler, wenige Stunden vor dessen Selbstmord, mit der Aufgabe betraut worden, das NS-Gedankengut zu bewahren und auch in der Zukunft hochzuhalten.

Das Buch lässt uns in die letzten Tage von Hitler, Goebbels & Co eintauchen, die sich im Führerbunker, in dem von der sowjetischen Armee bereits eingekesselten Berlin, der Realität eines verlorenen Krieges verschließen und letztlcih Selbstmord begehen. Nach Hitlers Tod gelingt es Naumann auf abenteuerlichen Wegen aus Berlin zu entkommen. Dabei hilft ihm das Netzwerk, das er vorsorgliche (?) gesponnen hat. Er lebt zunächst unerkannt und unter falschem Namen, hält sich von seiner Familie fern, legt die Gesellenprüfung zum Maurer ab und gibt die Tarnung erst 1949 auf. Gemeinsam mit anderen Gesinnungsgenossen, die in diversen Nachfolgeparteien der NSADP versammelt sind, versucht man die aktuelle Regierung unter Konrad Adenauer zu unterwandern.

„Ich bekenne mich zu einer Idee, nicht weil sie erfolgreich ist, sondern weil sie richtig ist! Wichtig ist, dass sie wahr ist, die ganze Weite unserer Seele erfasst hat! (S. 440)

1953 fliegt die Verschwörung auf. Naumann wird verhaftet, im abschließenden Entnazifizierungsprozess als Täter eingestuft, verliert deswegen das aktive und passive Wahlrecht, seinen Job und ist für die Ewiggestrigen wertlos. Man lässt ihn fallen und muss Harald Quandt, den Sohn von Magda Goebbels aus der Ehe mit Günther Quandt um einen Job anbetteln.

Seinen letzten Auftrag, den er im Führerbunker erhalten hat, kann er nicht ausführen.

Meine Meinung:

Hans-Peter de Lorent gelingt es sehr gut Fakten mit Fiktion zu verknüpfen. Grundsätzlich habe ich nicht allzu viel Neues erfahren. Vor allem über die Person Werner Naumann nicht. Möglicherweise sind Dokumente und Akten mit einem Sperrvermerk versehen und daher öffentlich noch nicht zugänglich.

Zu Beginn erhalten wir Einblick in den Führerbunker und parallel dazu durch Rückblicke, Einblick in die Biografie von Werner Naumann.

Interessant ist, dass er sich, obwohl er quasi ein Überlebender des (sogenannten) Röhm-Putsches von 1934 ist, sich wieder auf eine Verschwörung eingelassen hat. Entkommen ist er der Säuberungsaktion in der SA nur deshalb, weil Heinrich Himmler ihn geschützt hat. Dass Naumann dann in das Propagandaministerium zu Joseph Goebbels, Himmlers Intimfeind wechselt, ist ebenso ein Anachronismus, dass er, groß gewachsen und blond, nun einem Mann unterstellt ist, der dem nordischen Typ so überhaupt nicht entspricht.

Der ehemalige britische Diplomat und Hohe Kommissar Sir Ivone Kirkpatrick hat 1953 den richtigen Riecher bewiesen, als er Werner Naumann & Co verhaften hat lassen, um eine Kandidatur Naumanns bei den Allgemeinen Wahlen im Herbst 1953 zu verhindern.

Kirkpatricks hellsichtige Mahnung von 1953:

„Es wäre töricht anzunehmen, dass der Nazismus unter keinen Umständen, und auch nicht in anderer Form, im modernen Deutschland wieder erstehen könnte.“

Fazit:

Das Buch ist penibel recherchiert geschrieben und gekonnt erzählt - eine gelungene Mischung aus Sachlichkeit und Belletristik. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.