Das habe ich nicht kommen sehen
Wow – ich hätte wirklich nicht erwartet, dass mich politische Ränkespiele und strategische Schlachten so in den Bann ziehen können. Jim Butcher gelingt es erneut, mich tief in die Machtstrukturen, Intrigen ...
Wow – ich hätte wirklich nicht erwartet, dass mich politische Ränkespiele und strategische Schlachten so in den Bann ziehen können. Jim Butcher gelingt es erneut, mich tief in die Machtstrukturen, Intrigen und emotionalen Verflechtungen dieser Welt hineinzuziehen. Die Reihe sollte man unbedingt in der richtigen Reihenfolge lesen, sonst verliert man in den komplexen Beziehungen schnell den Überblick.
Besonders spannend ist die Entwicklung von Tavi, der zunehmend über sich hinauswächst. In diesem Band werden außerdem wichtige Teile seiner Vergangenheit offenbart – ein zentrales Geheimnis kommt ans Licht und lässt frühere Ereignisse in einem völlig neuen Kontext erscheinen. Seine Gefährtin Kitai tritt zwar wieder auf, bleibt diesmal jedoch eher im Hintergrund. Auch bekannte Figuren wie der Elementwirker Max, seine Tante Isana, sein Onkel Bernard sowie Amara, die Kursorin, sind erneut dabei. Für Amara erfüllt sich dabei offenbar endlich ein lang gehegter Wunsch.
Die Motive der Figuren werden erneut sehr ausführlich und nachvollziehbar dargestellt, wodurch ihr Handeln jederzeit verständlich bleibt. Gerade Isana, die zuvor eher distanziert wirkte, gewinnt deutlich an Tiefe und zeigt überraschende Verbindungen.
Der Machtkampf um den Titel des Ersten Fürsten spitzt sich weiter zu: Sowohl Fürst Kalarus als auch das Herrscherpaar aus Aquitanien verfolgen ihre eigenen Pläne, während Tavi und seine engsten Verbündeten immer tiefer in ein Geflecht aus Spionage und Intrigen geraten. Der Autor schafft es dabei kontinuierlich, neue Wendungen einzubauen und die Handlung dadurch unberechenbar zu halten. Einzelne Handlungsstränge werden geschickt zusammengeführt und ergeben ein großes, episch inszeniertes Kriegsgeschehen voller politischer und persönlicher Gefahren. Brutale Auseinandersetzungen und taktische Kriegsführung gehören dabei fest zur Welt der Aleraner – idyllisch ist dieses Setting keineswegs.