Verdammt düster, brutal und fesselnd
Ich habe noch nicht viel Erfahrung mit Dark Fantasy, und „Blood Bound“ war eigentlich ein Spontankauf im Urlaub. Ausschlaggebend war für mich nicht nur das Cover, sondern auch die ganze Seite voller Content-Warnungen ...
Ich habe noch nicht viel Erfahrung mit Dark Fantasy, und „Blood Bound“ war eigentlich ein Spontankauf im Urlaub. Ausschlaggebend war für mich nicht nur das Cover, sondern auch die ganze Seite voller Content-Warnungen zu Beginn. Diese hat mich eher neugierig als abgeschreckt – und ich wurde nicht enttäuscht.
Dieses Buch ist nicht nur Dark Romance, sondern auch Horror. Es gibt viel Blut, extreme Gewalt und Momente, in denen man einfach nur fassungslos den Kopf schüttelt. Im Mittelpunkt steht ein gebrochener Mann – ein Vampir –, der grausam ist, ohne jede Reue. Ihm ist es vollkommen egal, was mit Menschen passiert. Und doch ist er gefangen in seiner eigenen Verzweiflung. Diese Mischung aus Abscheu und Mitleid macht ihn zu einer Figur, die man nicht so schnell vergisst.
Die Liebesgeschichte ist anders, roh und trotzdem berührend. Gleichzeitig ist die Spannung durchgehend hoch. Das Ende war absolut nicht vorhersehbar – man konnte es sich zwar irgendwo denken, aber nach allem, was passiert, will man es einfach nicht glauben.
Dieses Buch hat mich gebrochen und wieder zusammengesetzt. Ich war angeekelt, geschockt, angespannt – und gleichzeitig völlig gefesselt. Ich habe Unglauben und Verachtung empfunden, aber auch eine fast morbide Faszination. Die Gewalt hat mich nicht abgeschreckt, im Gegenteil: Es war wie beim Schauen eines richtig guten Horrorfilms. Die Vampire hier sind echte Monster – und trotzdem gibt es Freundschaften, Bindungen und tiefe Emotionen.
Fazit:
„Blood Bound“ ist nichts für Zartbesaitete. Es ist brutal, blutig und düster, aber gleichzeitig emotional packend und tiefgehend. Wer Horror und Dark Romance mag, die nicht nur aus oberflächlichem Knistern oder „Po versohlen“ besteht, wird hier voll auf seine Kosten kommen. An manchen Stellen wird es wirklich extrem, doch es bleibt immer auch Raum für Herz und Liebe – vielleicht sogar für zwei Liebesgeschichten.
Ein weiterer Pluspunkt: Es handelt sich um einen Einzelband mit knapp unter 500 Seiten – genau die richtige Länge. Besonders interessant fand ich die Aufmachung der „Black Edition“: Das Buch ist im Negativdruck gestaltet – schwarzer Hintergrund, weiße Schrift. Dadurch ist es ungewöhnlich schwer, fast doppelt so schwer wie Bücher mit doppelt so vielen Seiten. Ein tolles Konzept, das mich neugierig gemacht hat, was der Verlag sonst noch im Programm hat.
Meine Leseempfehlung: Für alle, die es düster, brutal und gefühlvoll mögen – und keine Angst davor haben, im gleichen Atemzug Abscheu und Mitgefühl zu empfinden.