Cover-Bild Aspergers Schüler
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13,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Piper
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: historischer Roman
  • Genre: keine Angabe / keine Angabe
  • Seitenzahl: 368
  • Ersterscheinung: 02.10.2025
  • ISBN: 9783492322706
Laura Baldini

Aspergers Schüler

Roman | Historischer Roman über den Arzt, der den Autismus entdeckte

»Aspergers Schüler« | Aufwühlender historischer Roman auf zwei Zeitebenen

Beruhend auf wahren Ereignissen, erzählt SPIEGEL-Bestseller-Autorin Laura Baldini von einem berühmten Kinderarzt, seinen kleinen Patienten und einer mutigen Krankenschwester, die alles für die Kinder riskiert.

Als die junge Psychologin Sarah 1986 zu Forschungszwecken nach Wien zieht, kommt sie der erschütternden Geschichte einer Klinik während der Nazi-Zeit auf die Spur:

Wien, 1926: Erich ist acht Jahre alt, als er in die Uniklinik zu Dr. Hans Asperger kommt. Erich sieht die Welt nicht wie andere Kinder. Er kann hochkomplexe mathematische Probleme lösen, aber es fällt ihm schwer, seine Gefühle zu zeigen. Nach schrecklichen Jahren in einer Pflegefamilie wird er hier ganz anders behandelt. Man hört ihm zu, man versteht ihn. Die Krankenschwester Viktorine schließt Aspergers kleinen Schüler ganz besonders ins Herz. Für sie bricht eine Welt zusammen, als die bahnbrechende Arbeit ihrer Abteilung vom NS-Regime vereinnahmt wird. Während Asperger sich mit den neuen Machthabern arrangiert, ist Viktorine entsetzt, als sie erfährt, was an der Klinik am Spiegelgrund vor sich geht. Für Erich wird es lebensgefährlich.

Bewegender Roman über den Arzt, der den Autismus entdeckte: Für alle Fans von Susanne Abels Gretchen-Romanen, Geschichten mit wahrem Hintergrund und Tatsachenromanen.

Genial, gefeiert, umstritten: Dr. Hans Asperger (1906-1980) war ein österreichischer Kinderarzt und ab 1932 Leiter der heilpädagogischen Abteilung der Uniklinik in Wien. Dort führte man die Behandlung von psychisch kranken Kindern in eine völlig neue Richtung und begegnete ihnen mit Respekt. Als Erster beschrieb Hans Asperger Autismus und das Asperger-Syndrom, das nach ihm benannt wurde. 1938 musste ein großer Teil seiner Mitarbeiter vor den Nazis fliehen. Asperger selbst blieb und spielte eine bis heute fragwürdige Rolle.

Entdecken Sie in diesem fesselnden historischen Roman die wahre Geschichte des weltberühmten Kinderarztes.

Die SPIEGEL-Bestseller-Autorin Laura Baldini alias Beate Maly begeisterte die Leserinnen bereits mit ihren Romanbiografien (u.a. »Lehrerin einer neuen Zeit« über Maria Montessori). Neben der Schriftstellerei arbeitet sie mit Kindern, die das Asperger-Syndrom haben. Mit diesem Buch kehrt sie zu einem pädagogischen Thema zurück und erfüllt sich damit einen Herzenswunsch. Sie lebt mit ihren drei Kindern in Wien.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.01.2026

Fesselnde und vielschichtige Handlung

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Der Roman „Aspergers Schüler“ entfaltet eine beklemmende, aber ergreifende Atmosphäre. Er spielt auf verschiedenen Zeitebenen und spannt so den Bogen von der Zwischenkriegszeit bis in die 1980er Jahre. ...

Der Roman „Aspergers Schüler“ entfaltet eine beklemmende, aber ergreifende Atmosphäre. Er spielt auf verschiedenen Zeitebenen und spannt so den Bogen von der Zwischenkriegszeit bis in die 1980er Jahre. Durch diesen Aufbau wird Schritt für Schritt sichtbar, wie sehr wissenschaftlicher Ruhm und persönliche Schuld miteinander verknüpft sein können.

Im historischen Erzählstrang begleiten wir den hochbegabten, als „schwierig“ geltenden Jungen, der an die Wiener Kinderklinik kommt und dort auf Hans Asperger und engagiertes Pflegepersonal trifft. Sein Anderssein, seine Begabung und seine Verletzlichkeit machen sehr konkret erfahrbar, was es in dieser Zeit bedeutete, nicht in die Norm zu passen.
Parallel dazu folgt ein zweiter Strang einer jungen Forscherin (bzw. einer Figur der Gegenwart), die Jahrzehnte später zu Asperger und der Geschichte der Klinik recherchiert und dabei in Archiven, Akten und Krankenunterlagen immer tiefer in die Vergangenheit eintaucht. Aus ihren Funden entsteht für die Lesenden nach und nach ein bedrückendes Bild der Verstrickungen zwischen heilender Medizin und dem mörderischen System der NS „Euthanasie“.

Die Geschichte wird aus der Sicht verschiedener Figuren erzählt – des Kindes, von Menschen im Pflege und Ärztebereich sowie der späteren Forscherin –, was die Handlung besonders vielschichtig und emotional nachvollziehbar macht. Man erlebt sowohl die Versuche einzelner, Kinder zu schützen, als auch die stillschweigende Anpassung oder aktive Beteiligung an Selektion und Auslieferung an Tötungsanstalten.
Gerade im Spannungsfeld zwischen Anpassung und Widerstand zeigt der Roman, wie Grauzonen aussehen: Menschen, die sich als Helfende verstehen, aber zugleich Grenzen überschreiten oder wegschauen, wenn das System es verlangt. Dadurch wird die Figur Asperger nicht als eindimensionale „Monsterfigur“, sondern als moralisch höchst ambivalent gezeichnet, was die Lektüre umso verstörender macht.

Am Ende bleibt der Eindruck, dass sich der Name Asperger nach dieser Lektüre kaum mehr unbefangen verwenden lässt, weil hinter dem Begriff eine konkrete Geschichte von Leid, Aussonderung und Tötung von Kindern sichtbar wird. Die beklemmende und zugleich ergreifende Erzählweise macht den Roman zu einer emotional fordernden, aber wichtigen Lektüre für alle, die sich mit Medizin und NS Geschichte, Autismus und moralischer Verantwortung auseinandersetzen wollen.

Mich hat dieser Roman wie kaum ein anderes Buch in seinen Bann gezogen und mich zum Nachdenken und zur Weiterbeschäftigung mit der Thematik angeregt.

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Veröffentlicht am 31.12.2025

Gegen dass Vergessen

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Ehrlich gesagt fällt es mir schwer, dieses Buch zu beurteilen. Die Autorin Laura Baldini beschreibt die schaurigen Zeiten der Weltgeschichte um die Zeit des Ersten und Zweiten Weltkrieges. Und den Fokus ...

Ehrlich gesagt fällt es mir schwer, dieses Buch zu beurteilen. Die Autorin Laura Baldini beschreibt die schaurigen Zeiten der Weltgeschichte um die Zeit des Ersten und Zweiten Weltkrieges. Und den Fokus ihrer Geschichte schenkt sie Hans Asperger, der Entdeckung des Autismus und was es für diese Zeit bedeutet.

Zunächst lernt man den Jungen Erich kennen. Erich ist schnell überfordert, wenn zu viele Reize auf ihn einströmen. Doch schnell entdeckt die Krankenschwester Viktorine, dass in den kleinen Jungen ein besonderes Talent schlummert. Viktorine hat den Jungen sofort in ihr Herz geschlossen und kümmert sich liebevoll um ihn. Und außerdem verehrt sie die behandelnden Arzt, Dr. Hans Asperger. Er erforscht das Verhalten der Kinder, die bislang nur als „psychopathische Autisten“ abgestempelt wurden. Doch als der Nationalsozialismus Einzug hält, verändern sich diese Zeiten.

In der Erzählschiene der Gegenwart, genauer 1986, lernt man die junge Psychologiestudentin Sarah aus England kennen. Sie möchte gern ihre Doktorarbeit über das Leben und Wirken von Dr. Hans Asperger schreiben. Mit Hilfe des Journalisten Stefan findet sie schnell mehr heraus, als ihr lieb ist.

Die Autorin erzählt abwechselnd aus der Sicht von Sarah, Viktorine und Erich. Aspekte, die dem Ganzen eine ganz besondere Entwicklung und Tiefe geben. Oft stellte sich mir beim Lesen die Frage, ob nicht vielleicht auch Asperger selbst Autist war. Und dann wird auch von Protagonistin Sarah die Vermutung geäußert. Wie oft hat er wohl die Kinder direkt in die Heilanstalt „Spiegelgrund“ überwiesen, obwohl er doch immer so verständnisvoll getan hat. Fragen, die heute keiner mehr beantworten kann. Aber die in dem Roman einen Ton erzeugen, der zu Herzen geht und zum Nachdenken anregt.

Alles in Allem ist „Aspergers Schüler“ ein Roman, den man beim Lesen einfach nicht aus der Hand legen kann. Definitiv eine Geschichte, die gegen das Vergessen der Vergangenheit ankämpft, und von mir eine absolute Leseempfehlung bekommt. Absolut ein Jahreshighlight für mich.

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Veröffentlicht am 21.11.2025

Dieses Buch gibt den Kindern vom Spiegelgrund eine Stimme

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Laura Baldini (alias Beate Maly) hat mit diesem Buch ein sehr schwieriges und furchtbares Thema aufgearbeitet.

Wien 1932, der kleine Erich benimmt sich seltsam und teilweise aggressiv. Er kommt nach Wien ...

Laura Baldini (alias Beate Maly) hat mit diesem Buch ein sehr schwieriges und furchtbares Thema aufgearbeitet.

Wien 1932, der kleine Erich benimmt sich seltsam und teilweise aggressiv. Er kommt nach Wien ins AKH zu Dr. Asperger. Dort trifft er auf die liebenswerte und kinderfreundliche Schwester Viktorine. Diese gibt sich mit Erich besondere Mühe und erkennt seine Hochintelligenz in der Mathematik.

Wien 1986, die englische Studentin Sarah schreibt an ihrer Doktorarbeit über Dr. Asperger und seiner Entdeckung der Inselbegabung bei autistischen Kindern. Für sie ist der Entdecker des Autismus ein Held, denn er ist der erste, der die Kinder in seinen Schriften als "besonders" und nicht als Psychopathen einstuft. Je mehr Sarah recherchiert, desto schrecklichere Belege für die Euthanasie am Spiegelgrund und die furchtbare Behandlung dieser armen Kinder während der Zeit des Nazionalsozialismus findet sie. Plötzlich sieht sie die Angelegenheit aus einem anderen Blickwinkel. War Dr. Asperger ein Held, oder doch ein Täter?

Das Buch ist in zwei Zeitebenen geschrieben und aus der Sicht von Sarah, Erich und Viktorine. Laura Baldini schreibt flüssig und ausdrucksstark. Alle Zeitangaben und Begebenheiten sind sehr gut recherchiert und durch die lebendige Erzählung hat man während des Lesens das Gefühl mittendrin zu sein. Wien als Stadt der Künstler, der Kulinarik und Kultur wird so schön beschrieben, ja es ist regelrecht eine Hommage an diese besondere Stadt.

Ich habe das Buch kaum aus den Händen legen können, es ist sehr lesenswert.

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Veröffentlicht am 18.11.2025

Geschichte aus einer dunklen Zeit

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Der Roman gibt Einblick in eine dunkle und gerne verschwiegene Vergangenheit - die Art und Weise mit der das Naziregime mit "autistischen Psychopathen" und anderen unerwünschten Kindern umgegangen ist. ...

Der Roman gibt Einblick in eine dunkle und gerne verschwiegene Vergangenheit - die Art und Weise mit der das Naziregime mit "autistischen Psychopathen" und anderen unerwünschten Kindern umgegangen ist. Die junge Psychologiestudentin kommt aus Engand nach Wien, um ihre Masterarbeit über den berühmten Arzt "Asperger" zu schreiben. Sie möchte beweisen, dass er ein Held, fortschrittlich im Umgang mit Kindern mit Autismus, ist. Während ihre Forschung stößt sie auf die Klinik im Spiegelgrund, in die viele Kinder mit psychischen Erkrankungen eingewiesen wurden; die wenigsten haben ihren Aufenthalt dort überlebt. Auch Aspergers Name taucht in Zusammenhang mit den Kellern im Spiegelgrund auf - hat er versucht Kinder zu retten, oder hat er sich dem Regime unterworfen und bewusst Kinder in den Spiegelgrund überwiesen?

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Veröffentlicht am 13.07.2025

Ein sehr gelungener Roman

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[CN: Nationalsozialismus, Asperger, Folter, Mord, Eugenik]

Der Name Hans Asperger zählt wohl zu den meistumstrittenen der Medizingeschichte.

Ihm widmet sich @beatemaly alias Laura Baldini in diesem ...

[CN: Nationalsozialismus, Asperger, Folter, Mord, Eugenik]

Der Name Hans Asperger zählt wohl zu den meistumstrittenen der Medizingeschichte.

Ihm widmet sich @beatemaly alias Laura Baldini in diesem sehr gut recherchierten, sehr berührenden und äußerst interessanten Roman.

Als die Protagonistin Sarah für ihre Recherchen zu Dr Aspergers Arbeit nach Wien kommt will sie unbedingt beweisen das Asperger ein fähiger Arzt war der sich ausschließlich für das Wohl seiner Patienten interessierte.

Doch dann stößt sie auf Aufzeichnungen die alles auf den Kopf stellen und aus den Fugen geraten lassen. Auch Privat hat Sarah bald mit so einigen Verwirrungen zu kämpfen und beginnt auch durch die bekanntschaft mit einem jungen Journalisten sehr vieles im Persönlichen zu hinterfragen.

Doch mit dem was sie noch alles erfahren wird hatte sie wohl niemals gerechnet.

Dieser Roman hat mich sofort gefesselt und immer wieder habe ich historische Fakten zum Thema Asperger, Autismus und Spiegelgrund gesucht. Das Buch bringt einen auf jeden Fall zum Nachdenken und da auch ich im Rahmen meiner Arbeit im Kindergarten immer wieder Kontakt zu Kindern im Spektrum habe interessiert mich dieses Thema sehr. Besonders in Hinblick auf Dr Aspergers zweifelhaften Ruf, die Geschichte des Autsimsus und den Zeitgeist in dem die Nazis versuchten alles was von der zweifelhaften, vermeintlichen Norm abwich zu beseitigen ist dieser Roman sehr schokierend und teilweise fast nicht auszuhalten aufgrund der Schilderungen die man liest.

Ich finde man merkt das die Autorin sich mit dem Thema gut auskennt, da sie selbst mit Kindern im Spektrum Arbeitet. Das hat man während dem Lesen finde ich immer wieder gemerkt.

Für mich ein wirklich außergewöhnlich gut gelungenes, sehr wichtiges Buch.

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